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Welttierschutztag – Tierschutz muss in den Koalitionsvertrag

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Welttierschutztag – Tierschutz ist auch Klimaschutz und muss in den Koalitionsvertrag

Raus aus dem politischen Schattendasein: Tierschutz ist nicht verhandelbar!

Hamburg, 01. Oktober 2021 – Montag, der 4. Oktober, ist internationaler Aktionstag für den Tierschutz. Dazu kommentiert Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer VIER PFOTEN Deutschland:

Bisher weiß noch niemand, welche Regierung die Politik der nächsten vier Jahre in Deutschland bestimmen wird. Sehr wohl aber wissen wir schon jetzt, dass Tierschutz einen wichtigen Platz im noch auszuhandelnden Koalitionsvertrag einnehmen muss – nicht nur für das Wohl der Tiere, sondern auch für den Umwelt- und Klimaschutz.

Die Politik hat es bis heute versäumt, die großen Baustellen im Tierschutz anzugehen und das Leid der Tiere zu beenden. Sowohl Heim- als auch die sogenannten Nutztiere werden immer noch als Konsumgüter behandelt. Doch Tiere sind keine Ware!

Sie fühlen Angst, Schmerz, Hunger und Durst. VIER PFOTEN fordert von den Politikerinnen und Politikern: Stoppen Sie den illegalen, tierquälerischen Welpenhandel! Stoppen Sie die Massentierhaltung! Stoppen Sie die grausamen Tiertransporte! Und beginnen Sie endlich, dem Tierschutz in der Politik die Rolle einzuräumen, die ihm gebührt!

Eklatante Tierschutzprobleme

Tiere waren auch bei dieser Wahl wieder einmal nur hilflose Zaungäste ohne eine eigene Stimme. Allzu viele optimistische Erwartungen an ihre Zukunft dürfen sich Heim-, Wild- und sogenannte Nutztiere derzeit nicht machen: Ein Großteil der Parteien hatte bisher kein wirkliches Interesse daran, die Lebensumstände von Millionen landwirtschaftlich gehaltener Tiere signifikant zu verbessern.

Noch immer wird Schweinen ohne Betäubung der Ringelschschwanz abgeschnitten, nach wie vor vegetieren sie ihr halbes Leben in körperengen Metallkäfigen dahin. Und auch die jahrzehntelange Praxis der grausamen Tiertransporte ist bis heute trauriger Alltag für Hühner, Puten, Schweine, Schafe, Ziegen, Rinder und Kälber. Letztere werden auf engstem Raum in sengender Hitze oder klirrender Kälte über Tage und Wochen in weit entfernte Länder zum betäubungslosen Schlachten gekarrt.

Auch beim grausamen Handel mit viel zu jungen und kranken Welpen kommt die Politik kaum voran: Sie werden weiterhin in osteuropäischen Vermehrerstationen „produziert“ und in Deutschland anonym verkauft. Skrupellose Geschäftemacher reißen Wildtiere ungehindert aus ihrem natürlichen Lebensraum, um mit ihnen illegal zu handeln. Und viel zu oft landen die schutzlosen Tiere auch in deutschen Haushalten und leiden dort unter einem trostlosen Dasein.

Tierschutz gehört in alle politischen Bereiche

Um den Tierschutz stärker in der Politik zu verankern, muss die neue Bundesregierung von Anfang an die richtigen Impulse setzen: Tier- und Klimaschutz müssen zusammengedacht und viel stärker gegenüber Wirtschaftsinteressen priorisiert werden.

Die „Benutzung“ von Tieren hat zahlreiche Probleme hervorgebracht: Gefährliche Zoonosen wie Covid-19, klimaschädliche Methanemissionen, die Grundwasserverseuchung durch Nitrate oder die für Menschen tödlichen antibiotikaresistenten Keime sind Warnungen, die nicht weiter ignoriert werden dürfen. Auch vor diesem Hintergrund erwartet VIER PFOTEN von den Politikerinnen und Politikern ein klares Bekenntnis, den Umgang mit Tieren grundlegend neu zu bewerten und den Weg für eine tiergerechte Zukunft zu ebnen.

Tierschutz darf auf der politischen Agenda kein Schattendasein mehr fristen, sondern muss in sämtliche politische Bereiche Einzug halten. Dafür müssen die Parteien die konkreten Tierschutzthemen nach der Wahl im Koalitionsvertrag fest verankern. Denn Tierschutz ist nicht verhandelbar.

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120
22767 Hamburg

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