UNESCO schützt Kulturerbe: Bedrohte Welterbestätten in Afrika erfolgreich erhalten

Die UNESCO hat drei afrikanische Welterbestätten – die frühchristlichen Ruinen von Abu Mena (Ägypten), die Oasenstadt Ghadamès (Libyen) und die Regenwälder von Atsinanana (Madagaskar) – nach erfolgreichen Schutz- und Restaurierungsmaßnahmen von der Liste gefährdeter Stätten gestrichen. Damit sind von den bislang rund 200 UNESCO-Welterbestätten weltweit jetzt noch 53 als bedroht eingestuft. Das Welterbekomitee fasste diesen Beschluss diese Woche auf seiner Tagung in Paris und betont damit die Bedeutung gemeinsamer internationaler Anstrengungen für den Kulturerhalt.

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– Abu Mena (Ägypten), Altstadt von Ghadamès (Libyen) und Atsinanana-Regenwälder (Madagaskar) entlistet.
– Erfolgreiche Schutzmaßnahmen hoben Bedrohungsstatus der drei afrikanischen Welterbestätten auf.
– UNESCO-Welterbekomitee tagt noch bis 16. Juli in Paris über Welterbe-Erhaltungsfragen.

Drei afrikanische Welterbestätten erfolgreich rehabilitiert

Das UNESCO-Welterbekomitee hat am Sitz der Weltkulturorganisation in Paris drei bedeutende afrikanische Welterbestätten von der Liste der gefährdeten Stätten gestrichen. Dank erfolgreicher Schutzmaßnahmen gelten die frühchristliche Pilgerstätte Abu Mena in Ägypten, die historische Altstadt von Ghadamès in Libyen und die Regenwälder von Atsinanana auf Madagaskar nun wieder als sicher für die Zukunft. Diese Entscheidung fiel während der 47. Sitzung des Komitees, die noch bis zum 16. Juli tagt und insgesamt über 1.223 Kultur- und Naturstätten weltweit im Blick hat.

Abu Mena liegt südlich von Alexandria und wurde 1979 als Welterbe anerkannt. Um das Grab des Heiligen Menas entstand zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert ein Kloster mit einer einzigartigen Verschmelzung ägyptischer, europäischer und kleinasiatischer Architektur. Seit 2001 galt Abu Mena als bedroht, weil landwirtschaftliche Maßnahmen den Grundwasserspiegel ansteigen ließen und dadurch Bodenbewegungen entstanden. Heute wird durch gezieltes Wassermanagement das Grundwasser mehrere Meter unter dem Niveau der Ruinen gehalten, um die Substanz der Stätte zu sichern.

Die Oasenstadt Ghadamès im Westen Libyens ist seit mindestens 2000 Jahren ein kultureller und wirtschaftlicher Knotenpunkt in der Sahara. Die einzigartige Architektur trotzt den extremen Bedingungen des Wüstenklimas. Die seit 1986 als Welterbe geschützte Altstadt wurde 2016 aufgrund des Bürgerkriegs als gefährdet eingestuft, zusätzlich setzten Starkregenereignisse der Bausubstanz zu. Durch kontinuierliche Restaurierungsarbeiten konnte die Substanz vieler beschädigter Gebäude inzwischen erfolgreich wiederhergestellt werden.

Madagaskars Regenwälder von Atsinanana, seit 2007 Weltnaturerbe, zeichnen sich durch ihre isolierte Tier- und Pflanzenwelt aus, darunter zahlreiche bedrohte Primatenarten wie Lemuren. Die Stätte wurde 2010 wegen illegalem Holzeinschlag und Wilderei als gefährdet geführt. Trotzdem konnte die Ausbeutung von Edelhölzern wie Palisander und Ebenholz in den letzten Jahren wirksam eingedämmt werden. Das Welterbekomitee hebt hervor, dass auch bei der Bekämpfung der Wilderei erhebliche Fortschritte erzielt wurden, insbesondere im Schutz der Lemuren.

Die Liste der bedrohten Welterbestätten umfasst nach der heutigen Entscheidung noch 53 Einträge weltweit. Neben Naturkatastrophen und Erderwärmung zählen Kriege, nicht geeignete Baumaßnahmen und Massentourismus zu den gravierenden Bedrohungen. Mit der Einstufung einer Stätte als gefährdet macht die internationale Gemeinschaft seit 1992 deutlich, dass dringende Schutzmaßnahmen notwendig sind, um das Welterbe für kommende Generationen zu bewahren.

Das Welterbekomitee tagt vom 6. bis 16. Juli am Hauptsitz der UNESCO in Paris, wo Vertreter aus 21 Vertragsstaaten die Erhaltung und Ausweitung der Welterbeliste beraten. Die heute verkündete Entwarnung für Abu Mena, Ghadamès und Atsinanana unterstreicht, dass gezieltes Engagement Wirkung zeigt und Welterbe trotz vielseitiger Herausforderungen bewahrt werden kann.

Welterbestätten schützen: Bedeutung und Herausforderungen für Gesellschaft und Zukunft

Welterbestätten sind weit mehr als historische oder natürliche Sehenswürdigkeiten. Sie sind gemeinsame Zeugnisse der Menschheit, die Kulturen, Geschichte und Umwelt auf einzigartige Weise verbinden. Ihr Schutz berührt nicht nur die lokale Bevölkerung, sondern hat auch eine globale Dimension. Denn diese Stätten tragen entscheidend zur kulturellen Identität bei, fördern den Tourismus und leisten einen Beitrag zum Umweltschutz. Gleichzeitig verlangen ihre Erhaltung und Pflege oft komplexe politische und gesellschaftliche Anstrengungen.

Welche Bedeutung tragen Welterbestätten für lokale und globale Gemeinschaften?
Welterbestätten sind Orte, an denen Geschichte lebendig wird und Werte vermittelt werden. Für die lokale Bevölkerung sind sie oft Quelle des Stolzes und ein Motor für wirtschaftliche Entwicklung, vor allem durch den sanften Tourismus. International gesehen symbolisieren sie das gemeinsame Erbe der Menschheit, das weit über nationale Grenzen hinausgeht. Ihr Erhalt stärkt den interkulturellen Dialog und macht deutlich, wie eng Natur- und Kulturerbe miteinander verknüpft sind.

Neben dem kulturellen und sozialen Mehrwert bieten Welterbestätten auch einen praktischen Nutzen: Sie steigern die Lebensqualität vor Ort und fördern nachhaltige Entwicklung. Der Schutz solcher Orte setzt daher multilaterale Zusammenarbeit und einen bewussten Umgang mit Ressourcen voraus.

Aktuelle Herausforderungen und Risiken trotz erfolgreicher Schutzmaßnahmen
Trotz bedeutender Erfolge – wie kürzlich bei den Welterbestätten in Ägypten, Libyen und Madagaskar, die das UNESCO-Welterbekomitee als „nicht länger bedroht“ einstufte – bleiben erhebliche Herausforderungen. Zu den größten Gefahren zählen:

  • Klimawandel: Er führt zu steigenden Temperaturen, vermehrten Naturkatastrophen und veränderten Ökosystemen, die viele Stätten gefährden.
  • Massentourismus: Überlastung kann zu Abnutzung und Zerstörung führen, wenn Besucherkonzepte und Infrastruktur nicht sorgfältig geplant werden.
  • Konflikte und Kriege: Sie verursachen direkte Schäden an Kulturgütern und verhindern oft notwendige Schutzmaßnahmen.
  • Umweltzerstörung: Abholzung, illegale Bautätigkeiten und Eingriffe in das Umfeld von Welterbestätten gefährden Landschaften und biologische Vielfalt.
  • Wasser- und Bodenschäden: Wie im Fall der frühchristlichen Pilgerstätte Abu Mena in Ägypten führten steigende Grundwasserspiegel zu Instabilitäten in der Bausubstanz.

Diese Faktoren erfordern eine kontinuierliche, koordinierte internationale Zusammenarbeit sowie den Austausch von Fachwissen und Erfahrungen. Nur so lassen sich komplexe Bedrohungen wirksam eindämmen und Stätten dauerhaft bewahren.

Ausblick: Die Rolle internationaler Kooperation für den Schutz des Welterbes
Der Erhalt der Welterbestätten ist eine der drängendsten Aufgaben für die globale Gemeinschaft. Dabei ist der Schutz nicht nur ein kulturelles Prinzip, sondern ein gesellschaftliches und politisches Anliegen mit ökologischer Dringlichkeit. Die UNESCO und ihre Vertragsstaaten leisten einen entscheidenden Beitrag, indem sie Gefährdungen benennen, Schutzprogramme initiieren und den Dialog zwischen Ländern fördern.

Zukünftig werden Themen wie die Anpassung an den Klimawandel, nachhaltiger Tourismus und Konfliktprävention im Vordergrund stehen. Die jüngsten positiven Bewertungen der Stätten in Ägypten, Libyen und Madagaskar zeigen, dass Erfolg möglich ist – allerdings nur durch gemeinsame Anstrengungen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Nur so bleibt das Welterbe nicht nur Erinnerungsort, sondern auch lebendiger Teil unserer Zukunft.

Alle Informationen und Zitate basieren auf einer Pressemitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission.

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