5 Website-Design-Fehler, die gemeinnützige Organisationen vermeiden sollten

5 Website-Design-Fehler die gemeinnützige Organisationen 2025 vermeiden sollten (1)
Viele Vereins-Websites sind zwar optisch ansprechend, erzielen aber kaum die gewünschten Ergebnisse wie Mitglieder- oder Spendenwachstum. Häufige Ursachen sind fehlende Strategie, mangelnde Barrierefreiheit und eine schlechte Darstellung auf Mobilgeräten. Zudem fehlen oft klare Handlungsaufforderungen und berührende Geschichten, die Besucher zum Mitmachen bewegen. Eine gezielte Überarbeitung dieser Punkte kann die Website zu einem wirksamen Instrument für die Vereinsziele machen.

Inhaltsverzeichnis

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Fünf Website-Fallen, in die Vereine ständig tappen – und wie wir da wieder rauskommen

Es gibt diesen typischen Moment in unseren Beratungen:
Vorstand zeigt stolz auf die Beamer-Leinwand: „Das ist unsere Website – die haben wir vor drei Jahren komplett neu gemacht!“
Dann klicken wir uns durch. Startseite, Unterseiten, Spendenbereich.

Und im Kopf läuft nur ein Gedanke:
Die Website ist hübsch – aber sie arbeitet nicht.

Keine Mitgliedergewinnung, kaum Newsletter-Anmeldungen, Spenden dümpeln vor sich hin. Es ist ein bisschen so, als hätte man ein wunderschönes Vereinsheim gebaut, aber vergessen, Türschilder, Beleuchtung und Klinken an den Türen anzubringen.

Wir haben im Laufe der Jahre fünf Website-Fehler gesehen, die sich durch fast alle Vereins- und Verbandsseiten ziehen. Plus einen Bonus-Fehler auf der Spenden-Seite.
Gehen wir sie einmal gemeinsam durch – mit Blick auf das, was wir alle ganz konkret besser machen können.


1. Keine klare Strategie – nur „Wir brauchen halt eine Website“

Viele Vereinsseiten sind wie überfüllte Pinnwände im Vereinsheim-Flur: Protokolle, alte Plakate, Presseberichte von 2015, ein Weihnachtsgruß irgendwo mittendrin. Alles hat mal irgendeinen Sinn gehabt, aber niemand räumt auf.

Das Grundproblem: Es gibt keinen Plan.
Also keinen digitalen Plan.

Wofür arbeiten eure Seiten eigentlich?

Unser Team fragt am Anfang fast immer dieselben Dinge:

  • Was soll eure Website in einem Jahr konkret erreicht haben?
  • Welche drei Zielgruppen sind euch am wichtigsten?
  • Was sollen Menschen nach dem Besuch eurer Seite tun?

Die Antworten sind oft schwammig: „Informieren“, „zeigen, was wir machen“, „bekannter werden“.
Klingt nett, bringt aber keine Ergebnisse.

Ohne Fokus wird die Seite zur Lostrommel

Eine Website ohne Strategie macht alles ein bisschen – und nichts wirklich gut:

  • Interessierte finden keine Infos zur Mitgliedschaft.
  • Engagierte suchen ewig nach einem Kontakt.
  • Spendenwillige verirren sich in Untermenüs, aber nicht zur Spenden-Seite.
  • Presseleute suchen Ansprechpartner und finden nur „info@…“.

Unser Ansatz: Jede Vereins-Website braucht klare Hauptziele. Zum Beispiel:

  • Mitglieder gewinnen
  • Ehrenamtliche gewinnen
  • Spenden sammeln
  • Veranstaltungen füllen
  • Projekte sichtbar machen

Alles andere ordnet sich darunter. Das ändert sofort, welche Inhalte wichtig werden – und welche man mutig streichen darf.

Quick-Check für euer Team

Wenn ihr euch selbst testen wollt:
Könnt ihr mit drei Sätzen beantworten:

  1. Diese Website ist vor allem da, um …
  2. Die wichtigste Zielgruppe ist …
  3. Der wichtigste Klick, den jemand machen soll, ist …

Wenn das nicht in unter einer Minute sitzt, braucht die Seite keinen neuen Slider – sondern eine Strategie.


2. Barrierefreiheit: „Wir haben ein Herz für alle – aber unsere Website nicht“

5 Website-Design-Fehler die gemeinnützige Organisationen 2025 vermeiden sollten (2)
5 Website-Design-Fehler, die gemeinnützige Organisationen vermeiden sollten

Was uns immer wieder irritiert:
Vereine arbeiten für Teilhabe, Inklusion, Chancengerechtigkeit – aber die eigene Website ist für viele Menschen schlicht nicht nutzbar.

Kleine Schrift in Hellgrau, PDFs als Bilder eingescannt, Menüs nur mit der Maus bedienbar, wichtige Infos nur als Grafik.
Kurz: Barrieren, wohin man klickt.

Barrierefreiheit ist kein „Nice to have“, sondern Pflichtprogramm

In Deutschland gibt es mit der BITV 2.0 und EU-Richtlinien klare Vorgaben zur digitalen Barrierefreiheit – vor allem für öffentliche Stellen. Aber auch für Vereine lohnt sich der Blick:

  • Menschen mit Sehbehinderungen oder Leseschwierigkeiten
  • ältere Mitglieder mit schlechterem Sehvermögen
  • Menschen, die Screenreader nutzen
  • Menschen mit motorischen Einschränkungen (keine Mausnutzung)

Die WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) liefern dazu einen guten Rahmen. Wir übersetzen das im Alltag gern in ganz einfache Checks.

Unsere liebsten „Erste-Hilfe“-Checks

Wenn wir Vereinsseiten prüfen, schauen wir z. B. auf:

  • Kontraste: Weiß auf Hellgrau? Weg damit. Gute Lesbarkeit vor Design-Eitelkeit.
  • Schriftgröße: 12 pt ist kein Mut, das ist Micro-Text. Lesbare Schrift, gerne 16 px oder mehr.
  • Alt-Texte: Bilder, die etwas erklären, brauchen Alt-Texte, damit Screenreader-Nutzende verstehen, worum es geht.
  • Tastatur-Bedienung: Einmal versuchen, die Seite nur mit der Tab-Taste zu bedienen. Wer da hängenbleibt, hat ein Problem – nicht die Tastatur.
  • PDFs & Formulare: Anmeldeformulare und wichtige Infos nicht nur als komplizierte PDF-Downloads verstecken.

Barrierefreiheit ist am Ende nichts anderes als:
Wir nehmen alle mit – auch digital.

Und ja, sie zahlt sich auch in der Breite aus: bessere Lesbarkeit, bessere Nutzerführung, weniger genervte Abbrüche.


3. „Sieht auf dem Handy schon irgendwie aus…“ – das Märchen von der Desktop-Welt

Wir erinnern uns noch gut an eine Sitzung mit einem Vorstand, der ernsthaft sagte: „Unsere Seite muss auf dem Monitor perfekt aussehen, über Handy reden wir später.“

Das Problem:
Viele Menschen werden „später“ nie erleben. Sie sind längst weg.

Mobile First ist keine Mode – es ist Alltag

Der größte Teil der Zugriffe auf Vereinsseiten kommt inzwischen über Smartphones. Beim Warten auf die Bahn, auf dem Sofa, in der Mittagspause. Wer da auf eine Seite trifft, die noch wirkt wie 2010, ist schnell wieder weg.

Was wir auf Vereinsseiten ständig sehen:

  • Menüs, die so klein sind, dass man sie nur mit Pinzettengriff trifft
  • Tabellen, die rechts aus dem Bildschirm rauslaufen
  • Spendenformulare, die auf Mobilgeräten komplett zerschossen aussehen
  • Kontaktformulare, die man erst zoomen muss, um sie auszufüllen

Was ein gutes „mobile first“-Gefühl ausmacht

Wir achten bei Projekten inzwischen sehr konsequent auf:

  • Klarer Aufbau: Große Überschriften, genug Abstand, keine Textwüsten.
  • Daumenfreundliche Buttons: Handlungsaufrufe, die man mit einem Daumen bequem trifft.
  • Kurze Wege: Menschen sollen mit wenigen Taps dahin kommen, wo es wichtig wird (Spende, Mitglied werden, Kontakt).
  • Schnelle Ladezeiten: Riesige Bilder sind schön – aber nicht auf dem Land mit mittelmäßigem Empfang.

Viele moderne Baukastensysteme und Themes können dieses responsive Design theoretisch.
Die Kunst liegt darin, Inhalte und Struktur auch wirklich fürs Handy zu denken, nicht sie nur automatisch schrumpfen zu lassen.


4. Keine klaren Handlungsaufforderungen – oder: „Wenn Leute was wollen, melden sie sich schon“

Einer unserer Lieblingssätze in Workshops:
„Wenn jemand wirklich motiviert ist, findet er den Weg zu uns.“

Unsere Antwort darauf ist meistens innerlich ein Augenrollen und äußerlich sehr freundlich formuliert:
Menschen sind nicht im Escape Room, sie sind auf eurer Website.

CTAs: Der kleine Button mit der großen Wirkung

CTAs – Call-to-Actions – sind nichts Mystisches. Es sind ganz konkrete Einladungen zum Handeln:

  • „Jetzt spenden“
  • „Mitglied werden“
  • „Ehrenamtlich mitmachen“
  • „Zum Newsletter anmelden“
  • „Kontakt aufnehmen“

Ohne klare CTAs passiert Folgendes:
Menschen lesen, nicken, schließen den Tab – und der Moment ist weg.

Wo CTAs auf Vereinsseiten wirklich hingehören

Wir bauen CTAs fast immer konsequent ein:

  • Auf der Startseite: gut sichtbar im oberen Bereich („Hero-Bereich“).
  • In Projektporträts: nach einer Geschichte direkt die passende Aktion („Unterstütze dieses Angebot“).
  • Im Blog/Newsbereich: am Ende von Artikeln („Mehr solcher Einblicke? Newsletter abonnieren“).
  • Im Hauptmenü: als hervorgehobener Button (z. B. „Spenden“, „Mitmachen“).

Das wirkt manchmal im ersten Moment „werblich“.
In Wahrheit ist es einfach Höflichkeit: Wir lassen Menschen nicht ratlos stehen, sondern zeigen ihnen, wie es weitergehen kann.


5. Fakten, Fakten, Fakten – aber keine Geschichten

Wir kennen das nur zu gut: Projekte, Kennzahlen, Berichte – alles da.
Aber kaum jemand fühlt etwas.

Viele Vereinsseiten lesen sich wie „amtliche Bekanntmachung“. Eine Mischung aus Jahresbericht und Satzungsauszug.
Nur: Menschen spenden und engagieren sich nicht für Tabellen. Sie engagieren sich für Geschichten, Gesichter, Emotionen.

Storytelling ist kein Zuckerguss, sondern das eigentliche Menü

Wenn wir mit Teams an ihren Inhalten arbeiten, merken wir schnell:
Die schönsten Geschichten liegen schon längst im Verein – sie sind nur nirgends erzählt.

  • Die Seniorin, die dank des Nachbarschaftsprojekts nicht mehr alleine Mittag isst.
  • Der Jugendliche, der über den Sportverein eine Ausbildung gefunden hat.
  • Die alleinerziehende Mutter, die über eine Selbsthilfegruppe ihr Netzwerk aufgebaut hat.
  • Die langjährige Ehrenamtliche, die seit 15 Jahren jeden Mittwoch da ist.

Solche Geschichten:

  • machen abstrakte Ziele greifbar
  • zeigen Wirkung statt nur Absicht
  • bauen Vertrauen auf
  • bleiben im Kopf

Wie wir Storytelling konkret auf Websites einbauen

Wir arbeiten gern mit:

  • Porträts: Menschen in den Mittelpunkt setzen, nicht Strukturen.
  • Vorher-nachher-Szenen: Was war das Problem, was hat sich durch euer Angebot verändert?
  • Zitaten: Originalstimmen von Teilnehmenden, Ehrenamtlichen, Partnern.
  • Fotos mit Kontext: Kein symbolisches Händeschütteln, sondern echte Situationen.

Ein Trick, der fast immer hilft:
Weniger „Wir als Verein…“ – mehr „Was das für Menschen bedeutet…“.


Bonus: Die Spenden-Seite – häufig das Sorgenkind

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5 Website-Design-Fehler, die gemeinnützige Organisationen vermeiden sollten

Jetzt zum Bereich, der uns im Fundraising immer wieder Kopfschmerzen macht: die Spenden-Seite.

Oft ist sie irgendwo im Menü vergraben, wirkt wie an die Seite gedengelt und hat in etwa so viel Charme wie ein Faxformular.
Dabei ist diese Seite das digitale Äquivalent zu eurer Sammelbüchse – nur viel mächtiger.

Was eine starke Spenden-Seite ausmacht

In Projekten achten wir auf ein paar Grundprinzipien:

1. Klare, einfache Struktur
Oben steht nicht die IBAN, sondern: Warum es wichtig ist, jetzt zu unterstützen.
Dann: Konkrete Projekte oder Bereiche („Bildung“, „Jugendarbeit“, „Tiere“, „Kultur“ usw.).
Und erst dann: Formulare, Zahlungsarten, rechtliche Infos.

2. Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen

  • Transparenz, wofür die Spenden genutzt werden.
  • Hinweis auf gemeinnützigen Status und Spendenbescheinigung.
  • Falls vorhanden: DZI-Siegel oder andere anerkannte Zertifikate.
  • Seriöser, schlichter Auftritt statt greller „Alles muss raus“-Optik.

3. Passende Zahlungswege für Deutschland

Wer Leuten nur die Option „Überweisen Sie an folgende IBAN“ anbietet, lässt Potenzial liegen. In der Praxis funktionieren z. B.:

  • SEPA-Lastschrift
  • PayPal
  • Kreditkarte
  • Giropay
  • Sofort/Klarna
  • optional: Apple Pay / Google Pay (je nach System)
  • oder Integration über Spendenplattformen (z. B. betterplace.org)

Wichtig: Nicht alles auf einmal, aber mehrere Optionen, die zu eurer Zielgruppe passen.
In vielen Vereinen funktioniert die Kombi SEPA-Lastschrift + PayPal + Überweisung bereits hervorragend.

4. Rechtlich sauber und datenschutzfreundlich

  • DSGVO-konforme Formulare
  • klare Datenschutzhinweise
  • so wenig Pflichtfelder wie möglich
  • nur die Daten abfragen, die wirklich gebraucht werden

5. Emotion zuerst, Technik danach

Wir sehen oft: Oben trockene Infos, dann ein langer Fließtext, ganz unten irgendwo ein Formular.
Wir drehen das lieber um:

  • Einstieg über eine klare Geschichte oder ein konkretes Projekt
  • direkt darunter der Spendenaufruf („Jetzt X ermöglichen“)
  • dann Formular, Betragsvorschläge, Zahlungswege
  • darunter ggf. Detailinfos, Jahresberichte, Transparenzhinweise

Und jetzt?

Wir erleben in unserer Arbeit immer wieder dasselbe Muster:
Viele Vereine glauben, sie bräuchten „ein neues Design“ oder „endlich moderne Technik“.

In Wahrheit sind es oft diese fünf Punkte:

  1. Kein klarer Plan
  2. Zu viele Barrieren
  3. Keine echte Mobile-Optimierung
  4. Fehlende oder schwache Handlungsaufforderungen
  5. Kaum Geschichten, die berühren

Plus eine Spenden-Seite, die ihr Potenzial nicht nutzt.

Die gute Nachricht:
Man muss nicht alles auf einmal revolutionieren. Oft bringen schon kleine, gezielte Schritte spürbare Effekte – mehr Anfragen, mehr Newsletter-Anmeldungen, mehr Spenden, mehr Menschen, die sich melden.

Und ja, wir kennen auch den Realitätstest: Ehrenamtliche, knappe Budgets, volle To-do-Listen. Wir sitzen mit euch im selben Boot.

Vielleicht ist genau das der erste Schritt: Die Website nicht mehr als „digitales Schaufenster“ zu sehen, sondern als aktives Teammitglied.
Eins, das Tag und Nacht arbeitet – wenn wir es denn richtig einarbeiten.

9 Antworten

  1. …die Tipps zur Barrierefreiheit sind sehr hilfreich! Ich habe noch nie darüber nachgedacht, wie schwierig es für Menschen mit Einschränkungen sein kann, unsere Websites zu nutzen. Was denkt ihr über die Verwendung von Videos zur Erklärung?

  2. …ich glaube, dass viele Vereine gar nicht wissen, wie wichtig eine mobile Optimierung ist! Ich würde gerne mehr über erfolgreiche mobile Designs erfahren.

  3. Die Idee einer klaren Strategie ist super wichtig. Ohne Plan verliert man schnell den Überblick. Wie kann man denn am besten die Zielgruppen identifizieren? Ich denke, das könnte vielen Vereinen helfen.

    1. Das ist eine gute Frage! Eine Umfrage unter den Mitgliedern könnte vielleicht helfen? Oder direkt mit ihnen sprechen?

  4. Ich finde, dass die angesprochenen Punkte sehr relevant sind. Die Website sollte wirklich für jeden zugänglich sein. Ich frage mich, wie man das konkret umsetzen kann? Gibt es Beispiele für gelungene Websites von Vereinen?

    1. Ja, das wäre interessant zu wissen! Vielleicht könnte man auch Workshops anbieten, um die Barrierefreiheit zu verbessern. Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

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