– DWV zeichnet am Caravan Salon zwei Regionen und 43 Wanderwege mit Zertifikat aus.
– Deutschland verfügt nun über neun Qualitätsregionen (6.792 km²) und 379 Qualitätswege (15.000 km).
– Auszeichnung signalisiert nachhaltigen Wandertourismus und hohe Qualitätsstandards in naturnahen Angeboten.
Neuer Schub für nachhaltigen Wandertourismus: DWV zeichnet neue Qualitätsregionen und Wege aus
Am 3. September ehrt der Deutsche Wanderverband (DWV) auf dem Caravan Salon in Düsseldorf zwei neue Qualitätsregionen und 43 Wanderwege mit dem begehrten Zertifikat „Wanderbares Deutschland“. Mit diesen Auszeichnungen wächst das Netzwerk zertifizierter Wanderangebote auf über 6.700 Quadratkilometer Fläche und mehr als 15.000 Kilometer Wege an. Die Initiative setzt damit ein deutliches Zeichen für nachhaltigen Tourismus und unterstreicht die Bedeutung hoher Qualitätsstandards für Erlebnis und Umweltschutz im Wandertourismus.
Im Fokus der Ehrungen steht neben der erstmaligen Auszeichnung des Bliesgaus im Saarland auch die erneute Bestätigung der Region Lippe. Liane Jordan, Leiterin Qualitätsmanagement beim DWV, betont: „Gerade für Regionen ist die Auszeichnung ein Beleg dafür, dass Wanderer ein Rundum-sorglos-Paket erwarten dürfen – von spannenden, perfekt markierten Wegen über ÖPNV-Anbindung bis zu gastfreundlichen Unterkünften.“
Die Zertifizierung gilt als „Königsklasse“ unter den Wandertourismus-Auszeichnungen und stellt hohe Anforderungen an die Regionen. Jordan erklärt, wie es der Region Lippe gelungen ist, diese Herausforderungen zu meistern: „In Lippe zeigt sich, dass Qualität harte Arbeit bedeutet. Klimatische Veränderungen, zunehmender Maschineneinsatz im Wald und die Ausbreitung von Vegetation stellen die Verantwortlichen vor große Herausforderungen. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Region diese Hürden gemeistert hat.“
Der Bliesgau durchlief einen mehrjährigen Zertifizierungsprozess. Die Region im Südosten des Saarlandes zeichnet sich durch das Biosphärenreservat Bliesgau aus und bietet vielfältige Kulturlandschaften – von Streuobstwiesen über Auen bis hin zu ausgedehnten Wäldern. Laut Jordan ist der Bliesgau „ein Paradebeispiel dafür, wie Natur, Kultur und regionale Identität in ein stimmiges Wandererlebnis eingebunden werden können.“
Zusätzlich zu den Qualitätsregionen wurden 43 Wanderwege ausgezeichnet, darunter neun lange und 34 kurze Qualitätswege. Besonders engagiert zeigte sich das Weserbergland mit sechs neuen kurzen Qualitätswegen in den Kategorien „traumtour“ und „naturvergnügen“. Die neuen zertifizierten Wege stammen aus verschiedenen Bundesländern, darunter Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen.
Insgesamt umfasst das Siegel „Wanderbares Deutschland“ mittlerweile neun Qualitätsregionen mit einer Gesamtfläche von rund 6.792 Quadratkilometern sowie 379 Qualitätswege mit mehr als 15.000 Kilometern Länge. Jordan fasst die Bedeutung der Initiative zusammen: „Wanderbares Deutschland bleibt der Maßstab, an dem sich Angebote im Wandertourismus messen lassen müssen. Für die Gäste bedeutet das Verlässlichkeit und Vielfalt, für die Regionen eine klare Profilierung im Wettbewerb um nachhaltigen Tourismus.“
Seit über 20 Jahren bietet die Qualitätsinitiative des DWV Orientierung im wachsenden Markt der Wanderangebote und setzt damit Standards für naturnahe und nachhaltige Freizeitgestaltung.
Wandern im Fokus: Qualität als Motor für nachhaltige Impulse in den Regionen
Wandern hat sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Freizeittrend entwickelt, der weit über reine Bewegung hinausgeht. Das DWV-Siegel „Wanderbares Deutschland“ steht dabei für mehr als nur attraktive Wege: Es symbolisiert nachhaltige Erlebnisse, die regionale Wertschöpfung stärken und touristische Angebote neu ausrichten. Mit einer Gesamtfläche von fast 6.800 Quadratkilometern decken die qualifizierten Qualitätsregionen inzwischen ein großes Spektrum an Landschaften und Kulturräumen ab. Dazu kommen mehr als 15.000 Kilometer zertifizierte Wanderwege. Diese Vielfalt eröffnet den Regionen zahlreiche Chancen, stellt sie aber zugleich vor komplexe Herausforderungen.
Im Wandel des Freizeitverhaltens gewinnt die Suche nach naturnahen, gut erschlossenen Angeboten stetig an Bedeutung. Wandernde erwarten heute hochwertige Infrastruktur, verlässliche Wegmarkierungen und ein umfassendes Servicepaket – von öffentlichen Verkehrsanbindungen bis hin zu gastfreundlichen Unterkünften. Das macht sich für die Region zu einem Wettbewerbsvorteil, der neue Impulse für lokale Wirtschaft und Gemeinschaften setzt.
Wandern als Wirtschaftsfaktor
Zertifizierte Wanderwege sind nicht nur Zugpferde für den Tourismus, sie wirken als echte Wirtschaftsmotoren: Sie schaffen Wertschöpfung vor Ort und fördern die regionale Identität. Beherbergungsbetriebe, Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleister profitieren direkt vom Besucheraufkommen. Dabei spielt das DWV-Qualitätssiegel eine besondere Rolle als Gütesiegel und Orientierungshilfe für Wandernde und Gemeinden.
Wichtige Vorteile zertifizierter Wanderwege auf einen Blick:
- Garantierte Wegqualität und Sicherheit durch klare Standards
- Attraktive Routenvielfalt vom kurzen Naturgenuss bis zur mehrtägigen Traumtour
- Stärkung der regionalen Wirtschaft durch nachhaltigen Tourismus
- Unterstützung bei nachhaltigem Infrastrukturaufbau (ÖPNV, Beherbergung)
- Förderung von Umweltschutz und Kulturerhalt durch bewusste Weggestaltung
Die neue Auszeichnung der Region Bliesgau als „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ setzt dabei beispielhaft auf die Verbindung von Natur, Kultur und regionaler Identität, was das Wandern als Erlebnis erhöht und zugleich die lokale Bevölkerung einbindet.
Herausforderungen und Perspektiven
Die steigende Nachfrage fordert von den Wanderregionen und -verbänden einen hohen Pflege- und Organisationsaufwand. Klimatische Veränderungen und Umwelteinflüsse wie das vermehrte Wachstum der Vegetation oder der zunehmende Maschineneinsatz in Wäldern erzeugen zusätzliche Belastungen für das Wegenetz. „Qualität harte Arbeit bedeutet“, betonte Liane Jordan, Leitung Qualitätsmanagement beim DWV, und unterstrich, wie wichtig nachhaltiges Engagement für die langfristige Erhaltung der Wanderwege ist.
Gleichzeitig eröffnet die Qualitätsinitiative neue Chancen, um Freizeitgestaltung mit Bewusstsein für Umwelt und Regionalentwicklung zu verbinden. Durch die Einhaltung hoher Standards können Orte sich nachhaltig positionieren und sich im wachsenden Markt für naturnahe Freizeitangebote differenzieren. Das bedeutet nicht nur ein besseres Wandererlebnis, sondern auch ein klares Signal für nachhaltigen Tourismus, der ökonomische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt.
Die kontinuierliche Zertifizierung von Qualitätswegen und -regionen trägt so entscheidend dazu bei, den Wandertourismus in Deutschland zukunftsfähig zu gestalten – für Gäste ebenso wie für die Regionen selbst.
Die nachstehenden Informationen und Zitate basieren auf der Pressemitteilung des Deutschen Wanderverbands.
6 Kommentare
Die Initiative des DWV scheint wirklich gut durchdacht zu sein und könnte ein Vorbild für andere Länder sein! Mich interessiert jedoch besonders die finanzielle Seite: Wie wird sichergestellt, dass diese Wanderwege gut in Stand gehalten werden?
Die Auszeichnung des Bliesgaus und Lippes ist eine tolle Nachricht! Es zeigt wie wichtig es ist, dass Natur und Kultur zusammenarbeiten. Was denkt ihr über den Einfluss von klimatischen Veränderungen auf diese Regionen? Glaubt ihr, sie können sich anpassen?
Ich bin skeptisch bezüglich der Anpassungsfähigkeit. Die Natur ist unberechenbar und viele Regionen sind bereits betroffen. Glaubt ihr nicht auch, dass wir noch viel tun müssen, um den Klimawandel ernsthaft zu bekämpfen?
Ich finde es großartig, dass DWV neue Wanderwege zertifiziert. Es zeigt, wie wichtig nachhaltiger Tourismus ist. Ich frage mich, ob auch andere Regionen ähnliche Standards anstreben werden? Vielleicht gibt es bald mehr solcher Auszeichnungen in ganz Deutschland.
Das ist ein interessanter Punkt, Ansgar! Ich denke, wenn mehr Regionen die Vorteile des Wandertourismus erkennen, könnten wir eine positive Entwicklung sehen. Welche Regionen würdet ihr als nächste Favoriten sehen?
Ich hoffe wirklich, dass die Qualität der Wege auch langfristig erhalten bleibt. Es wäre schade, wenn die Auszeichnung nicht mit der Realität übereinstimmt. Was denkt ihr über die Herausforderungen für die Pflege der Wege?