– Bundesumweltministerium stockt „Klimaangepasstes Waldmanagement“ um zehn Mio. Euro jährlich auf
– Förderung läuft zehn Jahre, Gesamtbudget beträgt 1,45 Mrd. Euro
– AGDW fordert Verwaltung aller Wald-Fördermaßnahmen im Landwirtschaftsministerium zur besseren Koordination
Aufstockung des Förderprogramms „Klimaangepasstes Waldmanagement“ schafft langfristige Planungssicherheit
Das Bundesumweltministerium hat die jährlichen Mittel für das Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ um 10 Millionen Euro auf insgesamt 145 Millionen Euro erhöht. Diese Erhöhung gilt verbindlich für die nächsten zehn Jahre und sichert damit eine Gesamtsumme von 1,45 Milliarden Euro für den Klimaschutz im Wald zu. Mit dieser Entscheidung adressiert die Bundesregierung nicht nur die steigenden Anforderungen an eine zukunftsfähige Waldbewirtschaftung, sondern schafft auch die notwendige Planungssicherheit für die Waldbesitzenden, die bisher mit einem Stau von über 600 auf Bewilligung wartenden Anträgen zu kämpfen hatten. „Die Waldbesitzenden begrüßen die Entscheidung von Bundesminister Schneider. Der Antragsstau von mehr als 600 Anträgen, die bis dato nicht bewilligt wurden, wird sich nun auflösen. Wir verstehen die Zusage über 10 Jahre und damit über die Gesamtsumme von 1,45 Mrd. Euro als Ausdruck des politischen Willens, der Förderung die dringend notwendige langfristige Perspektive und damit Planungssicherheit zu geben.“
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) weist jedoch darauf hin, dass eine bessere organisatorische Einbindung der Mittel wünschenswert wäre. Sie fordert, dass die Verwaltung der Fördergelder und aller waldbezogenen Fördermaßnahmen unter Einbeziehung des Bundeslandwirtschaftsministeriums gebündelt wird. „Idealerweise sollten dort alle waldbezogenen Fördermaßnahmen und die zugehörige Finanzierung gebündelt werden, um eine kompetenzorientierte Koordination aus einer Hand zu gewährleisten.“ Diese Bündelung könnte eine effizientere Steuerung und transparentere Abläufe sicherstellen.
Darüber hinaus sind aus Sicht der Waldbesitzenden Anpassungen am Fördermodell nötig, um insbesondere kleinere Wälder besser zu unterstützen. Im Kleinprivatwald, der oft weniger als 50 Hektar umfasst, reichen die hektarbezogenen Förderprämien bislang kaum aus, um die damit verbundenen Verwaltungs- und Transaktionskosten zu decken. Deshalb sollten gerade für diese ersten 50 Hektar die Förderbeträge deutlich erhöht werden. Außerdem kritisieren die Waldbesitzer die deutlich reduzierte Prämie von nur 55 Euro pro Hektar für Flächen ab 1000 Hektar, da der ökologische Wert ihrer Wälder mit wachsender Größe nicht automatisch sinkt. „Es wäre empfehlenswert, auf die nahezu hälftige Absenkung der Förderprämie auf 55 Euro pro Hektar ab 1000 Hektar Waldfläche zu verzichten, da der Wert der Wald-Ökosystemleistungen mit zunehmender Betriebsfläche nicht dementsprechend abnimmt.“
Diese Forderungen spiegeln den Wunsch wider, das Förderprogramm so zu gestalten, dass es für alle Waldbesitzenden attraktiv und praktikabel bleibt – von kleinen Privatwaldbesitzern bis hin zu größeren Bewirtschaftern – und damit einen Beitrag zum widerstandsfähigen und klimaangepassten Wald der Zukunft zu leisten.
Warum die Zukunft der deutschen Wälder jetzt entschieden wird
Die deutschen Wälder stehen unter massivem Druck. Hitzeperioden und langanhaltende Trockenheit schwächen viele Bäume, machen sie anfälliger für Krankheiten und den Befall durch Schädlinge. Zusätzlich sorgen immer häufiger auftretende Stürme für erhebliche Schäden. Die Folge: Wälder verlieren ihre Widerstandskraft und ihre Fähigkeit, Klima, Artenvielfalt und Erholungsschutz langfristig zu sichern.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, ist eine klimaangepasste Waldwirtschaft unerlässlich. Das bedeutet, Bäume und Wälder so zu pflegen und zu gestalten, dass sie besser mit den neuen Umweltbedingungen zurechtkommen und stabiler bleiben. Dabei spielt eine verlässliche und langfristige Finanzierungsgrundlage eine entscheidende Rolle. Nur mit gesicherter Förderung können Waldbesitzende die erforderlichen Umbaumaßnahmen planen und durchführen.
Klimaresilienz als Zukunftsaufgabe
Die Förderung zielt darauf ab, Wälder widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Das umfasst unter anderem:
- Förderung standortgerechter und vielfältiger Baumarten
- Schutzmaßnahmen gegen Schädlinge und Krankheiten
- Anpassung der Bewirtschaftung an neue klimatische Bedingungen
- Stabilisierung der Waldböden zur Vermeidung von Erosion
Diese Ziele sind keine kurzfristigen Projekte, sondern erfordern langfristiges Denken und Handeln. Eine zehnjährige Finanzierungszusage wie die aktuelle Aufstockung des Förderprogramms „Klimaangepasstes Waldmanagement“ auf 145 Millionen Euro jährlich schafft Planungssicherheit für die Waldeigentümer und unterstützt den notwendigen Umbau.
Gestaltungsmöglichkeiten und Risiken für Waldbesitzende
Die Förderung ist besonders wichtig für den Kleinprivatwald, der rund ein Drittel der Waldfläche in Deutschland umfasst. Viele Kleinwaldbesitzerinnen und -besitzer verfügen jedoch nur über kleine Flächen, auf denen die Kosten für Beantragung und Umsetzung der Maßnahmen oft in einem ungünstigen Verhältnis zur Förderung stehen. Hier fordert die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) eine Erhöhung der Prämien für die ersten 50 Hektar, denn „im Kleinprivatwald die hektarbezogene Prämie in der Summe kaum die Transaktionskosten abdeckt“.
Auf der anderen Seite zeigt sich, dass bei sehr großen Flächen die Förderprämie ab 1000 Hektar nahezu halbiert wird, was angesichts des gleichbleibenden Werts der Waldfunktionen kritisch gesehen wird. Deshalb plädiert die AGDW dafür, auf diese Absenkung zu verzichten.
Politisch ist jedoch die Bündelung der Fördermittel im Bundeslandwirtschaftsministerium umstritten. Die AGDW sieht darin einen wichtigen Schritt, um „eine kompetenzorientierte Koordination aus einer Hand zu gewährleisten“. Eine zentrale Verwaltung der waldbezogenen Fördermaßnahmen soll Verwaltung vereinfachen und die Wirksamkeit erhöhen. Gleichwohl diskutieren verschiedene Akteure über Zuständigkeiten und Finanzierung.
Warum der Waldbesitz alle angeht
Nachhaltiges Waldmanagement bleibt nicht auf die Waldbesitzenden beschränkt. Gesellschaftlich sind gesunde Wälder von großer Bedeutung für den Klimaschutz, den Schutz der Biodiversität und die Sicherung von Erholungsräumen. Sie stehen auch für Generationengerechtigkeit, da gerade junge und zukünftige Generationen auf intakte Wälder angewiesen sind. Zudem trägt ein stabiler Waldstandort zur Entwicklung ländlicher Regionen bei und fördert die Lebensqualität außerhalb der Städte.
Die langjährige und verlässliche Förderung des klimaangepassten Waldes ist somit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die weit über den einzelnen Baum hinausreicht. Wer heute in die Widerstandskraft der Wälder investiert, schafft nachhaltig Werte für Umwelt, Gesellschaft und kommende Generationen.
Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung der AGDW – Die Waldeigentümer zum Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“.