– VNW fordert flexible Förderpolitik für ausgewogene Neubau- und Modernisierungsfinanzierung.
– 2023 stiegen Modernisierungsausgaben um 20 % auf 394 Mio€, Neubauinvestitionen sanken um 11 % auf 135 Mio€.
– Ländliche Neubaufertigstellungen sanken von 668 auf 287 Wohnungen, Bevölkerung auf 1,57 Mio. schrumpfte.
Förderpolitik für Wohnungsbau in Mecklenburg-Vorpommern: Flexible Ansätze sind gefragt
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. (VNW) fordert eine flexible und zukunftsorientierte Förderpolitik für den Wohnungsbau in Mecklenburg-Vorpommern, die den aktuellen Herausforderungen bei Neubau und Modernisierung besser gerecht wird. Andreas Breitner, Direktor des VNW, hält fest: „Unsere Unternehmen sehen sich mit einer überbuchten Neubauförderung konfrontiert, während Mittel zur Modernisierung ungenutzt bleiben, weil die Anforderungen zu hoch sind“. Diese Situation führe dazu, dass Gelder, die eigentlich für die Modernisierung vorgesehen sind, anderweitig eingesetzt würden, „was gegen die eigentlichen Entwicklungsziele verstoße“.
Besonders wichtig sei die Berücksichtigung von Klimaschutz und Energiewende, die „erhebliche Investitionen in den Bestand erfordern“. Im Jahr 2023 investierten die 148 im VNW organisierten Wohnungsunternehmen rund 394 Millionen Euro in Instandsetzung und Modernisierung, ein Anstieg um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig sanken die Investitionen in Neubauten um elf Prozent auf etwa 135 Millionen Euro. Breitner sieht das Kernproblem darin, dass ausschließlich die Modernisierung staatlich gefördert wird, obwohl 80 Prozent der Finanzmittel für Investitionen in den Bestand in die Instandhaltung fließen.
Die hohen Kosten für Modernisierungen überfordern viele Unternehmen, sodass dringend notwendige Gesamtsanierungen oftmals nicht umgesetzt werden können. Daher fordert Breitner: „Wir müssen überlegen, wie wir die Nutzung dieser Fördermittel erleichtern können“. Besonders in ländlichen Regionen ist die Lage angespannt: Die Zahl der Neubauten ist drastisch zurückgegangen. So wurden 2023 dort nur 287 neue Wohnungen fertiggestellt, während es im Vorjahr noch 668 waren.
Diese Entwicklung verschärft sich durch die demografische Lage: Nach aktueller Zensus-Auswertung leben in Mecklenburg-Vorpommern nur noch etwa 1,57 Millionen Menschen – 56.000 weniger als bisher angenommen – und die Zahl sinkt weiter. Für Breitner heißt das: „Dass nicht überall Neubauten erforderlich sind, sondern vielmehr Umbauten und Modernisierungen. Manchmal ist sogar der Abriss sinnvoller“. Zusätzlich betont er die Bedeutung von Barrierefreiheit bei künftigen Bauvorhaben.
Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 443 Wohnungsunternehmen mit rund 709.000 Wohnungen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt bei 6,59 Euro pro Quadratmeter.
Wohnraumpolitik im Wandel: Herausforderungen und Lösungsansätze für Mecklenburg-Vorpommern
Die Wohnraumpolitik in Mecklenburg-Vorpommern steht vor grundlegenden Veränderungen, die durch gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen geprägt sind. Besonders der demografische Wandel wirkt sich stark auf die Anforderungen an den Wohnungsmarkt aus. Sinkende Bevölkerungszahlen, vor allem in ländlichen Regionen, und veränderte Haushaltsstrukturen führen zu einem veränderten Bedarf an Wohnraum. Kleinere Haushalte, eine zunehmende Anzahl älterer Menschen und der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum erfordern neue Strategien bei Bestandsentwicklung und Neubau.
Diese Veränderungen sind jedoch nicht nur regional beschränkt. Viele vergleichbare Regionen in Deutschland sehen sich ähnlichen Herausforderungen gegenüber. Die bisherige Ausrichtung auf reines Wohnraumnachfragenwachstum verliert an Relevanz. Stattdessen müssen Wohnraumbüros und Politik zunehmend auf Qualität, Anpassungsfähigkeit und nachhaltige Konzepte setzen.
Zentrale Entwicklungslinien im aktuellen Wohnungsmarkt Mecklenburg-Vorpommerns sind:
- Sinkende Bevölkerungszahlen besonders im ländlichen Raum führen zu Leerständen und veränderten Nutzungsanforderungen
- Demografischer Wandel verändert die Nachfrage nach Wohnformen, mit höherem Bedarf an barrierefreiem und altersgerechtem Wohnen
- Nachhaltigkeit wird zu einem entscheidenden Faktor bei Neubau undquartiersbezogenen Maßnahmen
- Politische Rahmenbedingungen müssen flexibler gestaltet werden, um innovative Wohnkonzepte zu fördern
Gleichzeitig eröffnen sich durch innovative Ansätze Chancen für eine zukunftssichere und anpassungsfähige Wohnraumentwicklung. Neue Fördermodelle und flexible Planungsprozesse können es ermöglichen, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Stadt und Land besser einzugehen und nachhaltige Lebensräume zu schaffen. Eine solche Ausrichtung berücksichtigt sowohl ökologische als auch soziale Aspekte und kann die Wohnqualität langfristig sichern.
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Soziale Vermieter plädieren für veränderte Förderstruktur in Mecklenburg-Vorpommern
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10 Kommentare
Die bevölkerung schwindet, dann ist es logich weniger in Neubauten zu investieren.
Klar, und auch die bestehenden Gebäude müssen modernisiert werden, sonst schafft man es nicht mit dem Klimaschutz.
Ja, und wir brauchen mehr barrierefreie Wohnungen für ältere Menschen.
Die forderung von Herr Breitner klingt logich, wiso nich mehr flexibilität bei die nutzung von Fördermittel?
Stimme zu, er hat absolut recht. Die hohe Anforderung sind echt problematisch.
Ich finde, es ist eine gute idee mehr mittel für Modernisierung, alte häuser sollen auch energieeffizient sein.
Ich verstehe das nicht so ganz, warum investiert man so viel in unbenötigte Neubauten?
Ja, und die Bevölkerung sinkt auch, warum neues bauen?
Weil die Regeln einfach nicht praktisch sind, wir brauchen einfachere Lösungen.
Die Förderung muss klarer gestaltet werden, wie soll man sonst wissen, wie das Geld eingesetzt wird?