Tierhaltungskennzeichen im Fokus: VIER PFOTEN fordert mehr Transparenz und Verbraucheraufklärung im Supermarkt

VIER PFOTEN kritisiert, dass das geplante Tierhaltungskennzeichen in seiner aktuellen Form Verbraucher nicht ausreichend über die tatsächlichen Haltungsbedingungen informiert. Am 19. April berät der Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft über die finale Empfehlung zum Gesetz, das damit so gut wie beschlossen ist. Um echte Transparenz und eine Lenkungswirkung beim Einkauf zu erreichen, fordert die Tierschutzorganisation eine umfassende, dauerhafte Aufklärungskampagne im Handel.
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Kritik am geplanten Tierhaltungskennzeichen und die Forderung nach besserer Verbraucheraufklärung

Am Mittwoch, den 19. April, berät der Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages über das geplante Tierhaltungskennzeichen und wird eine finale Empfehlung abgeben. Damit ist das Gesetz so gut wie beschlossen. VIER PFOTEN, die internationale Tierschutzorganisation, kritisiert jedoch die Intransparenz des Kennzeichens und sieht dringend Handlungsbedarf bei der Verbraucheraufklärung.

Rüdiger Jürgensen, Mitglied der Geschäftsleitung von VIER PFOTEN Deutschland, bemängelt, dass das geplante Kennzeichen seinem eigenen Anspruch nicht gerecht wird: „Ein Kennzeichen, das nicht kennzeichnet“. Die derzeitigen Bezeichnungen der Haltungsstufen wie „Stall“ und „Stall plus Platz“ seien für Verbraucher nichtssagend und würden Tierleid verschleiern. So seien enge Betonspaltenbuchten oder ein marginales „Plus“ von wenigen Quadratzentimetern mehr Platz damit nicht erkennbar.

Um die Transparenz für Verbraucher zu erhöhen, fordert VIER PFOTEN eine ambitionierte und dauerhafte Aufklärungskampagne. Konsumenten sollen die Möglichkeit haben, sich umfassend zu informieren und vor allem erkennen können, welche Haltungsformen zwangsläufig Tierleid mit sich bringen. Teil dieser Kampagne sollte eine Verpflichtung des Handels sein, Kunden in den Filialen umfassend darüber aufzuklären, wie die Tiere jeweils gehalten wurden.

Jürgensen warnt: „Das Tierhaltungskennzeichen könnte an seiner zentralen Aufgabe der Aufklärung scheitern, wenn keine entsprechende Kampagne gestartet wird.“ Ohne diese Lenkungswirkung hin zum bevorzugten Konsum von Produkten aus besseren Haltungen blieben Billigprodukte weiterhin der Großteil des Angebots im Einzelhandel. Nur durch eine gut konzipierte Aufklärungskampagne könne die Einführung eines Tierhaltungskennzeichens wirkungsvoll auf das Kaufverhalten der Konsumenten einwirken und einen Schritt in die richtige Richtung beim angestrebten Umbau der Tierhaltung darstellen.

Wie transparent ist Tierwohl im Supermarkt wirklich?

Die Frage nach der tatsächlichen Transparenz beim Tierwohl im Supermarkt ist längst nicht nur eine Angelegenheit von Verbrauchern, die ethisch bewusster einkaufen möchten. Sie berührt auch Grundfragen des Vertrauens und der Informationsgerechtigkeit in der gesamten Lebensmittelversorgung. Aktuell wird diskutiert, wie durch ein einheitliches Tierhaltungskennzeichen mehr Klarheit und Orientierung geschaffen werden könnte. Denn bisher ist der Markt von einer Vielzahl unterschiedlicher Tierwohl-Siegel geprägt, die Verbrauchern oft mehr Verwirrung als Sicherheit bieten.

Eine klare und verlässliche Kennzeichnung hat das Potenzial, die gesellschaftliche Debatte über artgerechte Tierhaltung zu stärken und ebenso dem Handel die Möglichkeit zu geben, Transparenz nach außen zu fördern. Gleichzeitig stehen Handel und Industrie vor der Herausforderung, diese Standards praktikabel umzusetzen, ohne den Preis für Verbraucher unerschwinglich zu machen. Für viele Kunden ist das Fehlen eines allgemein gültigen verbindlichen Labels ein großes Problem, weil dadurch ein fundierter Vergleich der Produkte mit Blick auf Tierwohl kaum möglich ist.

Transparenz beim Tierwohl ist nicht nur ein Verkaufsargument, sondern eine gesellschaftliche Verantwortung. Denn das Kaufverhalten beeinflusst unmittelbar die Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft. Immer mehr Menschen fordern klare, nachvollziehbare Kriterien, die auf dem Produkt sichtbar machen, wie Tiere gehalten wurden, welche Standards eingehalten sind und wie nachhaltig die Erzeugung erfolgt.

Überblick über bestehende Tierwohl-Siegel in Deutschland

  • Das Deutsche Tierschutzlabel gilt als eines der bekanntesten und bietet abgestufte Kategorien für verschiedene Haltungsformen.
  • Das EU-Bio-Siegel garantiert neben Umwelt- und Gesundheitsstandards auch verbesserte Tierhaltungsbedingungen.
  • Das Neuland-Siegel fokussiert auf besonders artgerechte Haltungsbedingungen mit Ausschluss von präventivem Antibiotikaeinsatz.
  • Das Kennzeichen "Initiative Tierwohl" bündelt Bemühungen von Handel und Landwirtschaft zur Förderung besserer Tierhaltung ohne verpflichtende Produktkennzeichnung.
  • Das QS-Prüfsystem sichert Qualitätsstandards entlang der gesamten Wertschöpfungskette, einschließlich Tierwohlaspekten.

Die Anzahl und Vielfalt dieser Siegel machen die Orientierung für Verbraucher jedoch komplex. Sie unterscheiden sich nicht nur in den Tierwohlkriterien, sondern auch in der Verbindlichkeit und Kontrolle.

Blickt man in die Zukunft, wird deutlich, dass politische Initiativen auf ein verbindliches, transparentes Kennzeichnungssystem setzen, das Verlässlichkeit für Verbraucher und klare Standards für die Handelspartner schafft. Parallel wächst das Bewusstsein in der Gesellschaft, das Thema Tierwohl in den Mittelpunkt von Kaufentscheidungen zu stellen – ein gesellschaftlicher Wandel, der einheitliche und verständliche Informationen unverzichtbar macht.

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19 Kommentare

    1. Was für ein Unsinn! Kennzeichen sind wichtig für die Identifizierung von Fahrzeugen und die Durchsetzung von Verkehrsregeln. Wenn du auf dem Bauernhof herumlaufen willst, bitte schön. Aber verschone uns mit deiner Ignoranz gegenüber dem Straßenverkehr!

  1. Das Tierhaltungskennzeichen ist notwendig, um Verbraucher zu informieren und die Tierhaltung zu verbessern.

    1. Das Tierhaltungskennzeichen ist nur eine weitere bürokratische Maßnahme, die uns Verbrauchern nichts bringt. Statt uns zu informieren, sollten wir uns lieber für artgerechte Tierhaltung einsetzen. Das ist effektiver als ein Aufkleber auf der Verpackung.

  2. Ich finde das Tierhaltungskennzeichen gut, es hilft uns Verbrauchern bei bewusstem Einkauf.

  3. Was bringt uns ein Tierhaltungskennzeichen, wenn es sowieso intransparent ist? Wieder nur ein sinnloses Gesetz!

  4. Ich finde das Tierhaltungskennzeichen gut, es ist wichtig, dass Verbraucher informiert sind!

    1. Das Tierhaltungskennzeichen ist reine Augenwischerei! Es gibt den Verbrauchern ein falsches Gefühl von Transparenz, während die grausamen Realitäten der Massentierhaltung weiterhin versteckt bleiben. Es ist an der Zeit, echte Veränderungen zu fordern, anstatt sich mit Symbolpolitik zufrieden zu geben.

  5. Ich finde, das Tierhaltungskennzeichen ist unnötig und verwirrend. Lasst die Tiere einfach frei!

    1. Das Tierhaltungskennzeichen ist wichtig, um Verbrauchern Transparenz zu bieten und Tierwohl zu fördern. Tiere einfach frei zu lassen, ohne Kontrolle und Richtlinien, würde zu Chaos und möglichen Missständen führen.

  6. Ich verstehe nicht, warum VIER PFOTEN das Tierhaltungskennzeichen kritisiert. Transparenz ist wichtig!

  7. Ich verstehe nicht, warum sich VIER PFOTEN so darüber aufregt. Was ist so schlimm an transparenten Haltungsstufen-Bezeichnungen?

  8. Das Tierhaltungskennzeichen ist eine gute Idee, um Verbraucher aufzuklären und Tierwohl zu fördern.

  9. Ich finde es übertrieben, dass VIER PFOTEN das Tierhaltungskennzeichen kritisiert. Mehr Transparenz ist doch gut!

  10. Ich verstehe die Kritik, aber Tierhaltungskennzeichen könnten Verbrauchern helfen, informierte Entscheidungen zu treffen.

  11. Ich finde es total übertrieben, dass VIER PFOTEN das Tierhaltungskennzeichen kritisiert. Das ist doch nur Bürokratie!

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