Industrial Deal für Europas Wettbewerbsfähigkeit: Warum die Holzwerkstoffindustrie und die Antwerpener Erklärung jetzt den Wandel bestimmen

Bei einem Gipfel in Antwerpen haben Industrievertreter aus mehr als 20 energieintensiven Branchen – allen voran die deutsche Holzwerkstoffindustrie – die Antwerpener Erklärung unterzeichnet und fordern einen umfassenden „Industrial Deal“, um Europas Wettbewerbsfähigkeit angesichts steigender Regulierungen und globaler Konkurrenz zu sichern. Sie verlangen verlässliche Rohstofflieferungen, weltweit wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger widersprüchliche Auflagen und die Ernennung eines EU-Vizepräsidenten als Koordinator für den Deal. Mit einem Umsatz von 5,3 Milliarden Euro 2023 zeigt die Holzwerkstoffbranche, wie durch Nutzung von Säge­nebenprodukten und Altholz der Kohlenstoffspeicher Holz effizient verlängert und zugleich Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft erhalten werden können – Grundpfeiler für die grüne Transformation Europas.
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– 20. Februar 2024: Antwerpener Erklärung ruft EU-Industrial-Deal zur Stärkung energieintensiver Branchen auf.
– Forderungen: gesicherte Rohstoffversorgung, global wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Regulierungs- und Dokumentationsaufwand.
– Holzwerkstoffindustrie als europäischer Marktführer erzielt 2023 einen Umsatz von 5,3 Milliarden Euro.

Europäischer Industrial Deal im Fokus: Antwerpener Erklärung fordert nachhaltige Stärkung der Industrie

Am Rande des Europäischen Industriegipfels in Antwerpen haben führende Unternehmen aus über 20 energieintensiven Branchen, darunter maßgebliche Vertreter der deutschen Holzwerkstoffindustrie, mit der Unterzeichnung der Antwerpener Erklärung eine eindringliche Forderung nach einem umfassenden europäischen Industrial Deal formuliert. Diese Initiative, die am 20. Februar 2024 verabschiedet wurde, richtet sich klar an die Politik und zielt darauf ab, Europas Wettbewerbsfähigkeit angesichts wachsender globaler Herausforderungen weiter zu stärken.

„Wir brauchen einen Industrial Deal. Um Arbeitskräfte und Wirtschaftskraft in Deutschland, in Europa, halten zu können. Und um den Green Deal verwirklichen zu können.“ Mit diesen Worten unterstreicht Anemon Strohmeyer die zentralen Motive der Erklärung und macht deutlich, dass es hier nicht nur um ökonomische Interessen, sondern auch um den Erfolg der ökologischen Transformation geht. Insbesondere energieintensive Industriezweige stehen aktuell vor erheblichen Hürden: nicht wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, steigende regulatorische Belastungen und spürbare konjunkturelle Einbrüche erschweren die Lage.

Die Antwerpener Erklärung benennt konkret die notwendigen Weichenstellungen: Die Sicherstellung einer zuverlässigen Rohstoffversorgung, die Gewährleistung von global wettbewerbsfähigen Energiepreisen sowie die Reduzierung von widersprüchlichen Regulierungen und überbordenden Dokumentationspflichten stehen im Zentrum der Forderungen. Zudem schlägt die Initiative vor, die Koordination des Industrial Deals durch einen verantwortlichen Vizepräsidenten der Europäischen Kommission zu bündeln, um so eine stärkere politische Verbindlichkeit herzustellen. „Eine wettbewerbsfähige europäische Industrie ist die Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung des EU Green Deal in Europa,“ betont Strohmeyer.

Die deutsche Holzwerkstoffindustrie nimmt bei diesem Vorstoß eine besondere Stellung ein. Als europäischer Marktführer erzielten die Unternehmen dieser Branche im Jahr 2023 einen Umsatz von 5,3 Milliarden Euro. Darüber hinaus trägt die Holzwerkstoffindustrie durch die Verarbeitung von Sägenebenprodukten und Altholz zur effizienten Nutzung und Verlängerung des Kohlenstoffspeichers Holz bei – eine Verbindung von Wirtschaftskraft und ökologischem Mehrwert, die den Kern der grünen Transformation trifft.

Die Unterzeichnung der Antwerpener Erklärung wird von den Initiatoren als dringend notwendiger Schritt gesehen, um die Zukunft energieintensiver Branchen in Europa zu sichern. Sie verstehen den Industrial Deal als Chance, Arbeitsplätze zu erhalten, wirtschaftliche Stärke zu bewahren und gleichzeitig den Wandel zu einer nachhaltigen Industriegesellschaft voranzutreiben.

Industriepolitik neu denken: Chancen und Risiken für Europas Zukunft

Die Diskussion um einen sogenannten Industrial Deal gewinnt angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Europa zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es um nichts weniger als die Frage, wie Europas Industrie im globalen Wettbewerb behauptet werden kann – unter Berücksichtigung steigender Energiepreise, verschärfter Klimaziele und einer sich wandelnden Arbeitswelt. Industriepolitik wird damit zum Schlüssel für die Sicherung von Arbeitsplätzen, den Erhalt von Innovationskraft und die Stärkung des Standortes Europa.

Was steckt hinter dem Industrial Deal?

Im Kern versteht man unter dem Industrial Deal einen umfassenden politischen Ansatz, der darauf abzielt, die europäische Industrie gezielt zu fördern, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und zugleich nachhaltiger zu gestalten. Gerade energieintensive Branchen stehen vor erheblichen Herausforderungen: Hohe Energie- und Rohstoffkosten verschärfen die wirtschaftliche Lage, während strengere Umweltauflagen Investitionen in sauberere Technologien erzwingen. Dies macht die Balance zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit zu einem zentralen Anliegen. Europa muss dabei Zug um Zug die Rahmenbedingungen schaffen, die Unternehmen ermöglichen, sowohl effizient als auch nachhaltig zu produzieren. Eine Herausforderung, die in anderen Ländern und Branchen unterschiedlich adressiert wird und oft mit staatlichen Förderprogrammen sowie langfristigen Innovationsstrategien verbunden ist.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für Europas Industrie?

Die Integration von Nachhaltigkeit in die Industriepolitik ist kein bloßer Trend, sondern längst eine Notwendigkeit. Klimapolitische Ziele verlangen, dass wirtschaftliche Aktivitäten geschlossener und ressourcenschonender werden – Stichwort: Kreislaufwirtschaft. Recycling, Wiederverwendung und eine effiziente Nutzung von Materialien helfen nicht nur, Ressourcen zu schonen, sondern können auch neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze schaffen. Gleichzeitig drohen jedoch Arbeitsplatzverluste in traditionellen Sektoren, die durch Umstrukturierungen unter Druck geraten. Die Herausforderung besteht darin, diese Transformation sozial verträglich zu gestalten und zugleich die industrielle Basis stark zu halten.

Um diesem Ziel näherzukommen, diskutieren Experten verschiedene Maßnahmen, darunter:

  • Förderung klimafreundlicher Technologien und Prozesse
  • Unterstützung für energieintensive Unternehmen bei der Umstellung
  • Ausbau von Forschungs- und Innovationsprogrammen für nachhaltige Produktion
  • Schaffung von Rahmenbedingungen für zirkuläres Wirtschaften
  • Stärkung von Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten zur Fachkräfteentwicklung

Der Erfolg eines Industrial Deal könnte daran messbar sein, wie gut es gelingt, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie Europas langfristig zu erhalten, gleichzeitig treibhausgasintensive Aktivitäten zu reduzieren und für den Wandel der Arbeitswelt tragfähige Perspektiven zu eröffnen. Nur wenn all diese Faktoren berücksichtigt werden, kann eine moderne Industriepolitik die Herausforderungen der Gegenwart meistern und Zukunftschancen nachhaltig sichern.


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Pressemitteilung: Wir verlieren unsere Wettbewerbsfähigkeit – Holzwerkstoffindustrie …

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