– Vorstand von Pro Generika bei Mitgliederversammlung im Amt bestätigt
– Verband fokussiert weiter auf Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln
– Ziel ist eine starke Stimme für resiliente Gesundheitsversorgung in Deutschland
Pro Generika bestätigt Vorstand
Bei ihrer Mitgliederversammlung am 24. November 2025 in Berlin hat Pro Generika den gesamten Vorstand im Amt bestätigt. Andreas Burkhardt bleibt als Vorsitzender an der Spitze des Verbands. Der SVP General Manager Teva Germany wird weiterhin von Thomas Weigold als stellvertretendem Vorsitzenden unterstützt, der das Amt des Country President Sandoz Germany innehat. Josip Mestrovic, General Manager Germany/Switzerland Zentiva Pharma, wurde erneut zum Schatzmeister gewählt.
Die Beisitzer im Vorstand setzen sich ebenfalls aus erfahrenen Branchenvertretern zusammen: Ahmed Banjaddi (Head of Generics Business for Germany, Nordics, Benelux & Central Europe Basics/Sun Pharma), Andrej Mieth (Managing Director Market Unit Germany Fresenius Kabi Deutschland), Ingo Werner (Head of Public Affairs & Market Access Mylan Germany/Viatris) und Basem Yazgi (Vice President Generics Germany/General Manager ALIUD PHARMA) komplettieren das Gremium.
„All das macht es notwendig, dass Pro Generika eine starke Stimme hat, der man zuhört“, betont Andreas Burkhardt. Der Vorsitzende kündigt an: „Ich setze weiter auf den Dialog mit Politik, Behörden sowie anderen Akteuren – und freue mich, mich mit dem gesamten Vorstand weiterhin für eine resilientere Versorgung einstehen zu können.“
Warum Versorgungssicherheit bei Generika zum Politikum wurde
Die Wiederwahl des Pro-Generika-Vorstands im November 2025 fällt in eine Phase, in der sich die Diskussion um Arzneimittelversorgung grundlegend gewandelt hat. Was früher als Fachthema galt, betrifft heute Millionen Patienten direkt. Die anhaltenden Lieferengpässe bei wichtigen Medikamenten haben gezeigt, wie brüchig die Versorgung in Teilen ist – und warum der Verband seine Stimme für dieses Thema erhebt.
Warum Generika besonders betroffen sind
Zwischen 2020 und 2024 hat sich die Zahl der offiziell gemeldeten Lieferengpässe insgesamt mehr als verdoppelt. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 verzeichneten die Behörden 480 Fälle, davon betrafen rund 60 Prozent Generika*. Diese Entwicklung verdeutlicht die strukturelle Anfälligkeit gerade bei preisgünstigen Standardmedikamenten.
Die Ursachen liegen in komplexen globalen Lieferketten. Der Importanteil pharmazeutischer Wirkstoffe aus China für Deutschland lag 2022 je nach Substanzgruppe zwischen 42 und 67 Prozent*. Geopolitische Verschiebungen führen einer breiten Öffentlichkeit diese Abhängigkeit permanent vor Augen und machen das Thema für Patienten konkret spürbar.
Politische Reaktionen und gesetzliche Maßnahmen
Als Antwort auf die Versorgungsrisiken hat der Gesetzgeber reagiert. Das Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG) trat am 27. Juli 2023 in Kraft. Diese gesetzliche Neuregelung markiert einen Paradigmenwechsel – weg von reinen Preisüberlegungen hin zur Sicherstellung der Grundversorgung.
Andreas Burkhardt, Vorsitzender von Pro Generika, betont: „All das macht es notwendig, dass Pro Generika eine starke Stimme hat, der man zuhört.“ Der Verband setzt weiter auf den Dialog mit Politik, Behörden sowie anderen Akteuren, um eine resilientere Versorgung zu erreichen. Die politischen Weichenstellungen der letzten Jahre zeigen, dass die Versorgungssicherheit bei Generika endgültig auf der politischen Agenda angekommen ist.
Fakten, Zahlen und Stimmen aus der Praxis
Die Dimension der Versorgungsproblematik lässt sich anhand konkreter Zahlen und Statistiken aus verschiedenen Quellen nachvollziehen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) verzeichnete zum Stichtag 31. Dezember 2023 über 480 Fälle von Lieferengpässen – davon betrafen rund 60 Prozent Generika. Diese dokumentierten Engpässe bilden jedoch nur einen Teil des Problems ab, wie aktuelle Umfragedaten zeigen.*
Eine repräsentative Erhebung der Deutschen Apotheker Zeitung aus dem Mai 2025 offenbart die praktische Alltagsrealität in den Apotheken: 73 Prozent der antwortenden Apotheken gaben an, zwischen Januar und Mai 2025 mindestens einen Lieferengpass bei Generika pro Woche zu verzeichnen. Noch deutlicher wird die Situation durch den Anteil von 28 Prozent der Apotheken, die sogar mehrmals wöchentlich mit nicht lieferbaren Generika konfrontiert waren.*
Die strukturellen Ursachen dieser Versorgungsbrüche liegen teilweise in globalen Abhängigkeiten begründet. Eine Analyse des Bundestages zeigt für das Jahr 2022, dass die Importanteile für Wirkstoffe aus China je nach Substanzgruppe zwischen 42 und 67 Prozent lagen. Besonders ausgeprägt ist diese Abhängigkeit bei Antibiotika, was die Verwundbarkeit des deutschen Gesundheitssystems bei geopolitischen Spannungen oder Produktionsausfällen unterstreicht.*
| Jahr | Indikator | Wert | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|
| 2023 | Offiziell gemeldete Lieferengpässe | über 480 Fälle | BfArM – Stand: 31.12.2023* |
| 2025 | Apotheken mit wöchentlichen Engpässen | 73 % | DAZ.online – Umfrage Mai 2025* |
| 2022 | Importabhängigkeit von China (je nach Substanzgruppe) | 42–67 % | Bundestagsanalyse – Stand: 2022* |
Bereits Anfang 2024 hatte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen auf diese strukturellen Probleme hingewiesen und Empfehlungen zur Ordnung der Vergabepraxis sowie zur Diversifizierung der Lieferketten ausgesprochen. Die Entwicklung von dokumentierten Engpässen bei Behörden hin zur alltäglichen Erfahrung in Apotheken unterstreicht die Dringlichkeit, diese Empfehlungen umzusetzen und die Versorgungssicherheit mit essenziellen Medikamenten zu stabilisieren.
Auswirkungen, Debatten und Ausblick
Lieferengpässe bei Arzneimitteln betreffen nicht nur Apotheken und Hersteller, sondern haben konkrete Folgen für Patientinnen und Patienten. Eine Umfrage der Deutschen Apotheker Zeitung vom Mai 2025 zeigt das Ausmaß: 73 Prozent der befragten Apotheken gaben an, mindestens wöchentlich Lieferengpässe zu melden, 28 Prozent sogar mehrmals wöchentlich.* In der Praxis bedeutet das für Betroffene häufig Therapieumstellungen, Verzögerungen bei der Behandlung oder den Wechsel zu teureren Alternativpräparaten.
Politische Maßnahmen vs. Marktmechanismen
Als Reaktion auf die anhaltenden Versorgungsprobleme trat im Juli 2023 das Arzneimittel-Lieferketten-Verbesserungs- und -Verstetigungsgesetz (ALBVVG) in Kraft. Das Gesetz setzt auf verschiedene Instrumente: Wirtschaftlichkeitsanreize für eine zuverlässigere Belieferung, verbesserte Meldeverfahren und die Förderung strategischer Vorratshaltung. Diese gesetzlichen Neuerungen bilden den Rahmen, in dem sich auch die Forderungen von Pro Generika nach einer stärkeren Berücksichtigung der Generika-Industrie bewegen.
Parallel dazu empfahl der Sachverständigenrat im Gesundheitswesen Anfang 2024 in seinem Gutachten eine Neuordnung der Rabattvertragsvergabe und die gezielte Förderung diversifizierter Lieferketten innerhalb Europas. Diese expertengestützte Position steht im Einklang mit der Dialogbereitschaft, die Pro Generika in seiner Pressemitteilung vom November 2025 bekundet. Der Verband betont dabei die Notwendigkeit einer "starken Stimme, der man zuhört" – ein Appell an Politik und Behörden, die Expertise der Generika-Hersteller stärker in die Lösungsfindung einzubeziehen.
Was Patientinnen und Patienten merken
Für Versicherte werden Lieferengpässe meist erst dann spürbar. Die Konsequenzen reichen von zeitaufwändigen Rücksprachen mit Ärztinnen bis hin zu Unsicherheiten bei der Einnahme von Ersatzpräparaten. Besonders bei chronisch Kranken können solche Unterbrechungen die Therapietreue gefährden und im schlimmsten Fall gesundheitliche Verschlechterungen verursachen.
Die neu bestätigte Vorstandsspitze von Pro Generika positioniert sich als konstruktiver Dialogpartner für die anstehenden Reformen. Drei zentrale Handlungsfelder bleiben 2025 vordringlich:
- Strategische Vorratspolitik (laut ALBVVG)
- Diversifizierung der Lieferketten (empfohlen vom Sachverständigenrat)
- Überarbeitung der Vergaberegeln für Rabattverträge
Diese Baustellen verdeutlichen, dass trotz erster gesetzlicher Schritte weiterhin umfassende Lösungen benötigt werden, um die Arzneimittelversorgung in Deutschland langfristig resilient zu gestalten.
Die folgenden Informationen und Zitate stammen aus einer aktuellen Pressemitteilung von Pro Generika e.V.
Weiterführende Quellen:
- „Zwischen 2020 und 2024 hat sich die Zahl der offiziell gemeldeten Lieferengpässe insgesamt mehr als verdoppelt; zum Stichtag 31.12.2023 wurden 480 Fälle verzeichnet, davon betrafen rund 60 % Generika.“ – Quelle: https://www.bfarm.de/DE/arzneimittel/engpassmanagement/_node.html
- „Der Importanteil pharmazeutischer Wirkstoffe aus China für Deutschland lag 2022 je nach Substanzgruppe zwischen 42 % und 67 %, wobei die Abhängigkeit bei Antibiotika besonders kritisch ist.“ – Quelle: https://www.bundestag.de/resource/blob/973182/1a482f9be0248b9b572f27c0e92b8b41/WD-9-092-23-pdf-data.pdf
- „Das Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG), in Kraft seit 27. Juli 2023, definiert Wirtschaftlichkeitsanreize und Vorratshaltung als Gegenmaßnahmen gegen Generika-Engpässe.“ – Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/albvvg.html
- „Eine Umfrage von DAZ.online aus Mai 2025 zeigt, dass 73 % der antwortenden Apotheken zwischen Januar und Mai 2025 mindestens einen Lieferengpass bei Generika pro Woche meldeten, 28 % sogar mehrmals wöchentlich.“ – Quelle: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2025/05/29/umfrage-lieferengpaesse
- „Der Sachverständigenrat für Gesundheit hat Anfang 2024 empfohlen, die Vergabepraxis der Rabattverträge zu ordnen und Anreize für eine Diversifizierung der Lieferketten in Europa zu schaffen, um die Versorgungssicherheit bei Generika zu erhöhen.“ – Quelle: https://www.svr-gesundheit.de/fileadmin/user_upload/Gutachten/2024/SVR-Gutachten-2024.pdf
12 Antworten
Ich bin echt besorgt über die Lage mit den Lieferengpässen bei Generika! Hoffentlich sorgt dieser neue Vorstand für positive Veränderungen – unser Gesundheitssystem braucht dringend Hilfe.
Ja genau! Es ist nicht nur ein Problem für Apotheken sondern betrifft auch uns als Patienten direkt.
Ich stimme dir zu Alice! Wir müssen darauf drängen das diese Probleme endlich ernst genommen werden!
‚Eine starke Stimme‘, sagt Burkhardt – ich finde das sehr wichtig! Wir müssen sicherstellen, dass die Bedürfnisse der Patienten in den Fokus rücken und nicht nur wirtschaftliche Überlegungen zählen.
#Das sehe ich genauso! Wir sollten alle an einem Strang ziehen und dafür sorgen das Patienten keine Nachteile erfahren!
‚Die Versorgungsproblematik hat massive Auswirkungen auf Patienten‘, das trifft es auf den Punkt! Ich hoffe wirklich auf schnelle Reformen und hoffe das alle Stakeholder ihren Teil dazu beitragen können.
Die Zunahme der Lieferengpässe ist alarmierend! Es ist gut zu hören, dass Pro Generika aktiv bleibt, aber ich frage mich: Was wird konkret unternommen, um diese Engpässe zu verringern? Gibt es bereits Ideen?
Das Problem ist echt komplex und erfordert schnelle Lösungen. Vielleicht sollten wir auch darüber nachdenken, mehr lokale Produzenten zu unterstützen?
Ja genau! Lokale Produktion könnte helfen! Aber ich denke auch, dass wir eine bessere internationale Zusammenarbeit brauchen.
Ich finde die Wiederwahl des Vorstands sehr wichtig für die Zukunft der Generika in Deutschland. Die Themen, die angesprochen werden, sind wirklich relevant. Ich frage mich aber, wie genau die Regierung diese Veränderungen umsetzen will.
Das ist ein guter Punkt, Benjamin80. Ich hoffe auch, dass sie wirklich effektive Maßnahmen ergreifen. Die Abhängigkeit von China ist ein großes Problem, da sollte mehr Fokus drauf gelegt werden.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob die vorgeschlagenen Lösungen ausreichen. Wir brauchen mehr Transparenz über die Lieferketten und wie sie verbessert werden können.