Versicherungsschutz: Welche Versicherungen wirklich notwendig sind und wie Verbraucher überflüssige Policen erkennen

Der Verbraucherschutzverein BdV rät, den privaten Versicherungsschutz auf existenzielle Risiken wie Haftpflicht, Arbeitskraftverlust und Todesfall zu konzentrieren und statt teurer Kleinstpolicen wie Handy-, Elektronik-, Reisegepäck- oder Brillenversicherungen zu meiden. Kapitalbildende Produkte wie fondsgebundene Lebensversicherungen erweisen sich für Vermögensaufbau als teuer und intransparent – wer vorsorgen will, ist mit einem ETF-Sparplan besser beraten. Mit dem Infoblatt „Versicherungen, die Sie nicht brauchen“, dem Online-BedarfsCheck, individueller Beratung und Workshops hilft der BdV dabei, den persönlichen Versicherungsbedarf zu ermitteln und unnötige Ausgaben zu vermeiden.
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– Verbraucher sollten unnötige Versicherungen meiden und nur existenzielle Risiken absichern.
– Unnötige Policen etwa Handy-, Elektronik-, Brillen- und Kleinstversicherungen bieten schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis.
– Kapitalbildende Lebens- und Sterbegeldversicherungen verschlingen Rendite; ETFs als Alternative empfohlen.

Versicherungsschutz gezielt und sinnvoll gestalten

Viele Menschen möchten möglichst wenig Geld für ihre Versicherungen ausgeben – das zeigen der anhaltende Erfolg von Vergleichsportalen wie Check24, Verivox und Co. Allerdings geht es beim Versicherungsschutz nicht vorrangig um die niedrigste Prämie, sondern um die Leistungen, die im Schadensfall tatsächlich gezahlt werden. Dabei gilt: „Bei der Wahl ihrer Versicherungen sollten Verbraucherinnen und Verbraucher darauf achten, dass die Leistungen zu ihrem individuellen Bedarf passen“. Viel Geld lässt sich sparen, indem man unnötige Policen vermeidet und sich stattdessen auf die Absicherung existenzieller Risiken konzentriert: Schutz gegen finanzielle Folgen von Haftungsfällen, Arbeitskraftverlust und Todesfall gehören zu den wichtigsten privaten Absicherungen.

Nicht immer sind scheinbar praktische Kleinstversicherungen eine gute Wahl. Handys, Haushaltselektronik oder Brillen verursachen zwar einen ärgerlichen Verlust, doch selten eine schwere finanzielle Belastung. Deshalb warnen Experten davor, solche Verträge abzuschließen, da sie häufig ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten: „Handyversicherungen haben häufig ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis, schließen bestimmte Leistungen von vorneherein aus und entschädigen ohnehin nur zum Zeitwert“. Ähnlich begrenzt greifen oft Elektronik- und Haushaltsgeräteversicherungen im Schadenfall. Auch andere Policen wie Brillen-, Ticket- und Sportgeräteversicherungen sichern kein Risiko ab, das den Lebensstandard gefährdet und bieten laut Verbraucherschutzverein „kein angemessenes Prämien-Leistungsverhältnis“. Krankenhaustagegeld-, Reisegepäck- oder Restschuldversicherungen gehören ebenfalls zu den Empfehlungen, von denen man absehen sollte.

Besonders kritisch sind Versicherungen, die Risikoabsicherung mit Geldanlage kombinieren. Kapitalbildende Produkte wie Ausbildungs-, Sterbegeld- und Lebensversicherungen taugen kaum zur Vermögensbildung. Wer gezielt für Kinder oder Hinterbliebene vorsorgen möchte, ist mit einem transparenten ETF-Sparplan besser beraten. Gleiches gilt für sogenannte Fondspolicen, also fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen: Sie verbinden hohe Kosten mit mangelnder Transparenz und fehlender Flexibilität. Es ist bekannt, dass diese Policen „viele dieser Policen suggerieren Sicherheit, wo keine ist. Am Ende bleiben hohe Beiträge und große Enttäuschung – und das Geld fehlt dort, wo es wirklich gebraucht wird“.

Um den eigenen Versicherungsbedarf besser einzuschätzen, stellt der Bund der Versicherten (BdV) mit dem Infoblatt „Versicherungen, die Sie nicht brauchen“ (https://www.bundderversicherten.de/downloads/infoblaetter/allgemeine-lebenssituationen/38_Vers_brauchen.pdf) eine umfassende Orientierung zur Verfügung. Außerdem können Verbraucherinnen und Verbraucher den BedarfsCheck (https://www.bundderversicherten.de/de/gut-beraten/versicherungsrechner/bedarfscheck) auf der BdV-Website nutzen, um herauszufinden, welche Versicherungen für sie wirklich relevant sind. Der Verbraucherschutzverein bietet darüber hinaus individuelle Beratung (https://www.bundderversicherten.de/de/gut-beraten/) sowie regelmäßige Workshops (https://www.bundderversicherten.de/de/gut-beraten/veranstaltungen/workshops) an, in denen Verbraucherinnen und Verbraucher zu wichtigen Absicherungen, der Altersvorsorge und Geldanlage informiert werden. So können Versicherte ihren Schutz bewusst und bedarfsgerecht gestalten.

Versicherungsdschungel entwirren: Was Verbraucher jetzt wissen sollten

Der Versicherungsmarkt präsentiert sich heute als undurchsichtiger Dschungel aus zahllosen Angeboten – doch viele davon sind für Verbraucher schlicht überflüssig. Warum häufen sich unnötige Policen gerade jetzt, und wie gelingt es, den Schutz auf wirklich existenzielle Risiken zu konzentrieren? Die Antwort liegt nicht allein im Produktangebot, sondern auch in der wachsenden Verunsicherung vieler Menschen gegenüber ihrer privaten Absicherung in einer komplexen Welt.

Der deutsche Versicherungsmarkt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Verbraucher stehen einer Flut von Versicherungsprodukten gegenüber, die oft nicht klar genug verständlich sind und den Eindruck vermitteln, dass Absicherung gegen fast jede Lebenssituation notwendig wäre. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach Sicherheit in Zeiten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche. Hier vermischen sich das wachsende Informationsangebot, Online-Vergleichsportale und der digitale Wandel mit einer Unsicherheit über finanzielle Risiken, die viele Menschen dazu verleitet, eher auf Nummer sicher gehen zu wollen – auch wenn es dann oft zu viele oder falsche Policen sind.

Zudem spielen Versicherungsunternehmen und der Vertrieb eine Rolle: Durch gezielte Verkaufsstrategien und das Angebot vieler Kleinstversicherungen, etwa für Brillen, Sportgeräte oder Handys, entstehen Angebote, die für den durchschnittlichen Verbraucher kaum einen echten Schutz bieten. Die BdV-Vorständin Bianca Boss bringt es auf den Punkt: „Geld sparen lässt sich am besten, indem man unnötige Versicherungen gar nicht erst abschließt und sich stattdessen auf die Absicherung existenzieller Risiken beschränkt.“ Solche Risiken umfassen vor allem Haftpflicht, Arbeitskraftverlust und Todesfall – Lebensbereiche, deren finanzielle Folgen das Leben grundlegend verändern können.

Diese Übervielfalt führt nicht nur bei Verbraucher:innen zu Verwirrung, sondern auch zu vermeidbaren Kosten. Viele Kleinstpolicen wie Krankenhaustagegeld-, Reisegepäck- oder Restschuldversicherungen schneiden aus Verbrauchersicht eher schlecht ab, bieten häufig wenig Leistungswert und sind zudem mit teils hohen Kosten verbunden. Auch kapitalbildende Produkte wie fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen wirken auf den ersten Blick attraktiv, aber ihre komplexe Kostenstruktur und geringe Flexibilität können am Ende Renditechancen auffressen. Der BdV warnt vor Policen, die „Sicherheit suggerieren, wo keine ist“ und so viele Kunden enttäuschen.

Der digitale Wandel bringt dabei eine Verschiebung mit sich: Vergleichsportale machen Versicherungsangebote leichter zugänglich und erhöhen den Konkurrenzdruck. Doch gleichzeitig wächst der Bedarf an Transparenz, denn reine Preisvergleiche führen leicht in die Irre. Der individuelle Bedarf an Absicherung lässt sich selten pauschal bestimmen, weshalb reine Fintech-Lösungen den komplexen Beratungsbedarf oft nicht vollständig abdecken können. In diesem Spannungsfeld wächst die Bedeutung des Verbraucherschutzes, der aufklärt und Orientierung schafft.

Zentrale Risiken, die Verbraucher auf jeden Fall absichern sollten, sind unter anderem:

Transparenz bei Versicherungsprodukten wird deshalb immer wichtiger, um Fehlentscheidungen zu vermeiden. Wer umfassend informiert ist, kann gezielter auswählen und unnötige Policen vermeiden. Unabhängige Verbraucherberatung spielt hier eine entscheidende Rolle: Der Bund der Versicherten (BdV) unterstützt dabei mit individuellen Beratungen, Workshops und Bedarfschecks, die helfen, den persönlichen Versicherungsbedarf realistisch einzuschätzen und den Schutz auf das Wesentliche zu konzentrieren. Gerade in einer Zeit, in der der Versicherungsmarkt immer komplexer wird, bietet eine fundierte und unabhängige Beratung Orientierung auf Augenhöhe.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des Bund der Versicherten e. V.

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7 Kommentare

  1. ‚Sicherheit suggerieren‘ ist echt ein guter Punkt! Man sollte sich besser informieren und nicht alles glauben, was man hört. Ich war mal bei einem Workshop vom BdV und fand ihn super informativ.

    1. ‚Sich informieren‘ ist das A und O! Man sollte nicht einfach blindlings Verträge unterschreiben. Es gibt viel zu beachten! Wer kennt noch gute Ressourcen zur unabhängigen Beratung?

  2. Ich finde den Hinweis auf die kapitalbildenden Produkte sehr wichtig! Oft denkt man ja, man spart fürs Alter, aber am Ende ist es nur viel Geld für wenig Rückfluss. Hat jemand Erfahrungen mit den Bedarfschecks vom BdV?

  3. Die Tipps zur Vermeidung von überflüssigen Policen sind sehr hilfreich. Ich frage mich, wie viel man tatsächlich sparen kann, wenn man sich nur auf das Wesentliche konzentriert. Gibt es dazu mehr Informationen?

    1. Ich stimme zu! Es wäre gut zu wissen, wie viele Leute tatsächlich Geld gespart haben durch das Vermeiden von Kleinstversicherungen. Vielleicht könnte der Bund der Versicherten dazu eine Umfrage machen?

  4. Der Artikel spricht ein wichtiges Thema an! Ich habe auch schon mal in eine Handyversicherung investiert und bereue es jetzt. Wer hat Erfahrungen mit ETFs? Sind sie wirklich besser als Lebensversicherungen?

  5. Ich finde die Aussage, dass unnötige Versicherungen vermieden werden sollten, sehr wichtig. Es gibt so viele Angebote, die man gar nicht braucht. Wie sieht es mit der Haftpflichtversicherung aus? Ist die wirklich notwendig?

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