Verschenktes Potenzial: Wie ungenutzte Reha-Maßnahmen zu unnötigen Pflegefällen führen

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Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. fordert in einer Pressemitteilung den Gesetzgeber auf, bürokratische Reha-Hemmnisse zu beseitigen, um den drohenden Pflegenotstand zu mildern. Derzeit stagnieren die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für pflegevermeidende Reha- und Vorsorgeleistungen, obwohl die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland stetig steigt. Der BDPK appelliert für eine konsequente Pflegevermeidung und verweist darauf, dass der Grundsatz “Reha vor Pflege” oft nicht eingehalten wird. Eine Vielzahl von Pflegefällen könnte vermieden oder zumindest verzögert werden, wenn veraltete und unnötige bürokratische Einschränkungen beseitigt werden würden.


Original-Pressemeldung:

Folge von ungenutztem Reha-Potenzial: Unnötig viele Pflegefälle

Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V.

Ein Dokument

Pressemitteilung

Folge von ungenutztem Reha-Potenzial:Unnötig viele Pflegefälle

Berlin, 03.04.2023 – Fünf Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig, mehr als doppelt so viel wie vor 20 Jahren. Dennoch stagnieren die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für pflegevermeidende Reha- und Vorsorgeleistungen. Die Reha- und Vorsorgeeinrichtungen in privater Trägerschaft appellieren deshalb an den Gesetzgeber, alte und überflüssige bürokratische Reha-Hemmnisse endlich zu beseitigen.

Auslöser für den aktuellen Appell zur konsequenten Pflegevermeidung ist der Entwurf für ein „Gesetz zur Unterstützung und Entlastung in der Pflege“, den das Bundesgesundheitsministerium vorgelegt hat. „Der Gesetzgeber sollte diese Gelegenheit nutzen, um den drohenden Pflegenotstand zu stoppen oder zumindest zu mildern“, fordert Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des BDPK, der die Interessen von über 600 Reha- und Vorsorgeeinrichtungen in privater Trägerschaft vertritt. Wie groß der Handlungsbedarf ist, wird auch an der gerade vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Pflegevorausberechnung deutlich, die für das Jahr 2055 einen weiteren Anstieg auf 6,8 Millionen Pflegebedürftige prognostiziert.

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Trotz der alarmierenden Entwicklung wird der bisher schon gesetzlich verankerte Grundsatz „Reha vor Pflege“ von den gesetzlichen Krankenkassen immer wieder ausgehebelt, da ihre Budgets von den Pflegekassen getrennt sind und ihnen wirtschaftliche Anreize zur Pflegevermeidung fehlen. Thomas Bublitz: „Die Krankenkassen lehnen in vielen Fällen wegen angeblich fehlender Rehabilitationsfähigkeit eine Reha ab, obwohl diese vorher ärztlich festgestellt wurde.“ Möglich ist ihnen das durch einen „Genehmigungsvorbehalt“ für Reha-Maßnahmen. Dieser wurde zwar für geriatrische Patient:innen und vereinzelte Indikationsgruppen eingeschränkt, gilt für die Mehrzahl der anderen Patient:innen aber weiterhin. Der BDPK fordert, dass für alle ärztlich verordneten oder vom Krankenhaus beantragten Reha-Maßnahmen zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit die Überprüfung durch die Krankenkassen entfallen und eine Direkteinleitung der Reha erfolgen sollte. „Wenn diese veralteten unnötigen bürokratischen Einschränkungen unterbleiben, könnte eine Vielzahl von Pflegefällen vermieden oder zumindest verzögert werden“, ist sich der BDPK-Geschäftsführer sicher.

Dass die Krankenkassen zu wenig tun, um Rehabilitationsleistungen zur Vermeidung von Pflege zu steigern, wird nach Berechnungen des BDPK auch an der aktuellen Ausgabenstatistik deutlich. Danach haben die gesetzlichen Krankenkassen für Reha und Vorsorge im Jahr 2022 zwar knapp über 10 Prozent mehr ausgegeben als im Vorjahr. Allerdings waren die Ausgaben in den beiden Vorjahren coronabedingt auf ein Rekordtief gesunken, in den Jahren 2020 und 2021 hatten jeweils rund 200.000 Patient:innen weniger als im Jahr 2019 eine Reha bekommen. Zudem beträgt der Reha-/Vorsorge-Anteil an den Gesamtausgaben gerade mal ein Prozent – er ist damit heute genauso niedrig wie zur Jahrtausendwende und noch geringer als in den Vor-Corona-Jahren.

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Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. (BDPK) vertritt seit über 70 Jahren die Interessen von mehr als 1.300 Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken in privater Trägerschaft. Als deutschlandweit agierender Spitzenverband setzt er sich für eine qualitativ hochwertige, innovative und wirtschaftliche Patientenversorgung in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken ein.

Ihre Ansprechpartnerinnen:
Katrin Giese, Antonia von Randow
Pressesprecherinnen des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken e.V.
Friedrichstraße 60, 10117 Berlin
Tel.: 030 - 2 40 08 99 - 0; mailto:presse@bdpk.de 
 www.bdpk.de 
 www.rehamachtsbesser.de

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Weitere Informationen über den Verband

– Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. vertritt die Interessen von ca. 300 Privatkliniken in Deutschland.
– Der Verband ist ein Zusammenschluss von privaten Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken und Fachkliniken.
– Die Mitglieder des Verbands bieten neben den durch die gesetzlichen Krankenkassen finanzierten Leistungen auch spezielle Leistungen an.
– Der Verband setzt sich für eine bessere Finanzierung und eine stärkere Anerkennung der Leistungen seiner Mitglieder ein.
– Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. wurde im Jahr 2002 gegründet.
– Der Verband hat seinen Sitz in Berlin.
– Der Vorstand des Verbands besteht aus Vertretern der Mitgliedskliniken.
– Der Verband gibt regelmäßig Stellungnahmen zu aktuellen gesundheitspolitischen Themen heraus.
– Der Jahresumsatz der privaten Krankenhäuser in Deutschland betrug 2019 über 20 Milliarden Euro.
– In Privatkliniken sind in der Regel weniger Patienten als in öffentlichen Krankenhäusern.

14 Antworten

  1. Also ich finde, dass die Reha-Maßnahmen einfach zu oft unterschätzt werden. Es ist wirklich schade, dass so viel Potenzial ungenutzt bleibt.

  2. Sorry, aber das ist der größte Unsinn, den ich je gehört habe. Reha-Maßnahmen sind dazu da, Menschen bei der Genesung zu unterstützen, nicht um Superhelden zu erschaffen. Lassen wir die Fantasie in Filmen und Comics, wo sie hingehört.

    1. Da bin ich anderer Meinung. Reha-Maßnahmen sind oft entscheidend für eine erfolgreiche Genesung und bieten individuelle Unterstützung. Andere Lösungen können ergänzend sein, aber die Rehabilitationsprogramme sollten keinesfalls unterschätzt werden.

    1. Ach, immer diese Nörgler! Du kannst es nicht ertragen, wenn Menschen ihre Zeit und ihr Geld für Dinge verschwenden, die sie glücklich machen? Absurd ist es, anderen vorschreiben zu wollen, wie sie ihr Leben gestalten sollen. Jeder hat das Recht, seine eigenen Entscheidungen zu treffen.

  3. Also ich finde, dass die Reha-Maßnahmen oft überbewertet werden. Pflegefälle sind doch nicht nur wegen fehlender Reha da!

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