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Vereinssterben in Deutschland! Studie 2021 jetzt hier lesen

Vereinssterben stoppen

Inhalt

Vereine und Verbände sind für unsere Wirtschaft und unserer Gesellschaft unabdingbar. Beide unterstützen uns in vielerlei Hinsicht.

Die Angebote und Tätigkeiten sind zahlreich:

  • Hilfe in Notsituationen wie z.B. Naturkatastrophen, Unfällen oder anderen unvorhersehbaren Ereignissen
  • Kultur- und Sportangeboten
  • Unterstützungen von Arbeitnehmerinteressen
  • Umwelt- und Naturschutz
  • Wirtschaftsförderung
  • Arbeitsplatzsicherung
  • Beratungen in Rechts-, Steuer- oder gesundheitlichen Themen

Aktuell sind es vor allem Vereine und Verbände, die in den Flutregionen Hilfe, Güter und Spenden organisieren.

Ein Vereinssterben würde große gesellschaftlichen Probleme in Deutschland nach sich ziehen.

Neben Parteien sind Vereine elementarer Bestandteil der deutschen Gesellschaft und der demokratischen Grundordnung. Die Vereine decken ein weites Spektrum von Organisationen und Aktivitäten ab.

Folgende gesellschaftliche Probleme bekämpfen Vereine und Verbände

  • Jugendkriminalität
  • Diskriminierung
  • Einsamkeit von älteren Menschen
  • Armut
  • Umweltverschmutzung
  • Tierschutz
  • Soziale Ungerechtigkeit
  • Korruption
  • Schlechte Arbeitsbedingungen
  • Krankheiten
  • Uvm

Man stelle sich eine Gesellschaft ohne die kompletten Vorteile und Errungenschaften eines Verbandes und die Angebote eines Vereines vor. Ein Vereinssterben wäre katastrophal.

In letzter Zeit häufen sich die Meldungen über Auflösungen von Vereinen. Es ist erkennbar, dass dieser „Trend“ schon länger anhält.

Dadurch erhalten wir immer mehr verzweifelte Anfragen, ob wir bei der Mitgliederwerbung und Mitgliederbindung helfen können. Angestiegen sind jedoch deutlich die Anfragen von Rechtsberatungen, Wirtschaftsberatungen und Gesundheitsfragen an unsere Experten. Gerade beim Insolvenzrecht konnten wir im 2. Quartal fast 50 % mehr Anfragen feststellen.

Gründe für das Vereinssterben

Der aktuelle und präsenteste Grund ist die Pandemie. Gerade Sport- und Freizeitorganisationen wurden sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Kein Fußball, kein Schwimmen, keine Chorproben und vieles mehr. Zudem blieb keine Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten oder es war auf Grund der Kontaktbeschränkungen und Einhaltung des Infektionsschutzes nicht möglich am Vereins- und Verbandsleben teilzunehmen.

Corona hat viele Vereine in Existenzschwierigkeiten gebracht. Viele Mitglieder sind ausgetreten, da sie keinen Sinn für Nichtnutzung sahen oder selbst in eine finanzielle Schieflage geraten sind und sparen müssen. Sicherlich hatten auch viele Angst sich anzustecken oder waren durch zahlreiche andere Einschränkungen nicht mehr in der Lage, aktiv an Vereinstätigkeiten mitzuwirken.

Gerade durch die Schließungen von Vereinshäusern und Büros wegen der Kontaktbeschränkungen musste vieles online organisiert werden. Besonders ältere Menschen haben aber hier Probleme sich mit Zoom, MS Teams und den anderen Medien zurecht zu finden.

Spendensammelaktionen waren zeitweise unmöglich – dadurch brachen für viele Vereine die Haupteinnahmequellen weg.

Dasselbe gilt für große Berufsverbände – diese hatten es schwer mit der Mitgliederwerbung. Die Betriebsstätten durfte man auf Grund des Infektionsschutzgesetztes nur eingeschränkt betreten. Ohne Online-Vorteile wurde es schwierig Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Damit verbunden stieg die Nachfrage an einem eigenen Partnernetzwerk und Online-Rabattangebote für Mitglieder.

Zusammenfassend kann man sagen, fehlende Kommunikation in der Corona-Zeit beflügelte das Vereinssterben.
Für uns war es natürlich ein Vorteil, dass wir mit unserem Knowhow vielen helfen konnten.

Das Vereinssterben begann aber schon vor Corona.

In den 50er, 60er und 70er Jahren war es an der Tagesordnung Mitglied einer Gewerkschaft, einem Sportverein, einem Freizeitverein oder einer Hilfsorganisation zu sein. Zumeist waren viele auch Mitglied in mehreren Organisationen.

Die Mitglieder sind mit ihrem Verein gealtert, auf die Nachwuchspflege wurde selten oder falsch reagiert. Durch den natürlichen Lauf der Dinge, sterben aktive und langjährige Mitglieder oder treten altersbedingt aus. Deren Erfahrungen gehen dadurch immer mehr verloren und Positionen werden schlecht nachbesetzt. Dadurch fallen langjährige Beitragszahler weg.

Vielen Organisationen ist es schwer gefallen mit der Zeit mitzugehen. Es wurde verpasst neue Generationen richtig anzusprechen. Konservative Werbemittel wie Kugelschreiber locken niemanden mehr. Hier zeigt sich die Bedeutung einer genauen Zielgruppenanalyse für Vereinswerbung.

Die Sichtweisen der Menschen haben sich grundlegend verändert. Es entwickelt sich mehr und mehr eine Gesellschaft mit der Mentalität „irgendjemand macht das schon“. Oft wird vergessen das Tarifforderungen, Umweltschutzaktionen oder Diskussionen von Verbandsthemen mit Politikern durch aktive Mitgliederarbeit ausgeübt und finanziert werden.

Aber ohne Mitglieder gibt es keine Mittel, keine Diskussionen oder keine Veranstaltungen, um dies durchzusetzen. Wie überall: Es kommt auf den Einzelnen an.

„Wer einen Stein ins Wasser wirft, verändert  das Meer“

Im Verbandswiki finden Sie zahlreiche Vereine und Verbände. Sicherlich ist für jeden etwas da.

Vereinssterben im ländlichen Raum: Quelle: https://www.ziviz.de/landdigital
Quelle: https://www.ziviz.de/landdigital

Falsche Instrumente der Mitgliederbindung und Mitgliederwerbung

Nicht nur Sichtweisen und die Mentalität haben sich geändert, ebenso die Möglichkeiten der Vereinswerbung und der Mitgliederbindung. Hier vertraute man lange Zeit auf veraltete Mittel. Durch fehlende und geringe finanzielle Möglichkeiten wählte man schlechte Produkte und Leistungen zur Mitgliederwerbung.

Unsere Analysen nach dem Erstgespräch zeigten, viele Vereine unternahmen immer wieder falsche Werbemaßnahmen und verbrannten somit sehr viel Geld. Kugelschreiber und andere standartmäßige Give-aways wurden bestellt sowie unattraktive Flyer und andere Druckprodukte. Diese konnten teilweise nicht an die richtigen Personen verteilt werden.

Die Nutzung von Social-Media stellte viele vor neue Herausforderungen. Vielen Vereinen fehlte es an dem nötigen Know-How um diese Werbeplattform richtig und effektiv zu nutzen.

Zahlen sagen manchmal mehr

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände registriert eine Veränderung in der Gesellschaft. In Ihrem Jahresbericht 2021 ist klar erkennbar, dass es zu einem Rückgang an Apotheken und Mitgliedern kommt.  
Als Gründe werden hier u.a. mangelnde Planungssicherheit und Nachwuchssorgen bei Inhabern aufgeführt. In erster Linie geht es dem Bundesverband aber um die Sicherung einer zukunftsfähigen, bedarfsgerechten, demografiefesten, flächendeckenden Arzneimittelversorgung in Deutschland.

Schaut man auf die DGB Mitgliederzahlen, sieht man einen immer weitergehenden Austritt an Mitgliedern

  • 2018: Minus 20.486
  • 2019: Minus 39.980
  • 2020: Minus 84.804

Quelle: https://www.dgb.de/uber-uns/dgb-heute/mitgliederzahlen

Beim ADAC sank die Zahl der Mitglieder im Jahr 2020 um 26.624
Gemessen an den Gesamtmitgliederzahlen sind das aber zumeist unter 1 %. Wenn aus einem regionalen Sportverein mit 100 Mitgliedern jedoch 10 Personen austreten, sind das 10 % der gesamten Mitgliedschaft.

Quelle: https://www.adac.de/der-adac/verein/daten-fakten/geschaeftsjahr/

Fluktuationen sind normal. Gerade saisonale Vereine wie z.B. Wintersportvereine kennen dies und planen dementsprechend. Jedoch hat die Pandemie diese Vereine in ihrer Hauptsaison stark getroffen.

Vereinssterben betrifft aber nicht alle Organisationen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz konnte wieder von steigenden Mitgliederzahlen berichten. Gleichgültig ob in der Jugend oder im Erwachsenenbereich, es gibt hier einen positiven Trend.

Ob dies mit der positiven gesellschaftlichen Entwicklung zu Umwelt- und Naturschutz zusammenhängt, kann nicht eindeutig fixiert werden. Wir freuen uns aber, dass der Bund weiter auf so viele tatkräftige Mitglieder zählen kann.

Das gleiche gilt für den Sozialverband VDK. Dieser konnte auch in schwierigen Zeiten von seinen Verbandsvorteilen überzeugen und so auf das Vertrauen der Menschen setzen. Lesen Sie hier mehr

Mit den entsprechenden Öffnungen der Corona-Einschränkungen gab es viele regionale Vereine, die auf uns zu kamen, da sie Werbeaktionen geplant haben. Zusätzlich wurden erfolgreich neue Lösungen zur Mitgliederwerbung und Bindung implementiert. Wir hoffen, dass diese Vereine auch Ende des Jahres einen Anstieg der Mitgliederzahlen verbuchen können.

Der Bund, VDK oder Fridays for Future zeigen, es ist möglich mehr Mitglieder zu gewinnen. Viele Organisationen müssen ihre Abläufe, Aufgaben und Angebote neu überdenken, damit sie attraktiver für Mitglieder werden.

Eine interessante Entwicklung hat der dbb. Als zweite gewerkschaftlichen Dachorganisationen können sie, anders als der DGB, einen positiven Trend verzeichnen.

Mitgliederentwicklung dbb beamtenbund und tarifunion

 GesamtMännerFrauen
20151.294.400880.200414.200
20161.306.000882.100423.900
20171.312.196886.553425.643
20181.317.729890.785426.944
20191.328.410896.398432.012
20201.333.090896.610436.480

Die Gründe sind hier vielfältig und sicherlich schwer im Details nachzuvollziehen. Aus eigener Erfahrung zum Thema Vereinswerbung können wir aber feststellen, dass der dbb ein außergewöhnliches Serviceangebot für Mitglieder anbietet.

Auch der BLLV – Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband kann eine positive Bilanz vorzeigen:
„Der BLLV verzeichnet steigende Mitgliederzahlen und ist mit knapp 67.000 Mitgliedern der größte Bildungsverband in Bayern. Er vertritt Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten sowie Beschäftigte in der Schulverwaltung und in den Sozial- und Erziehungsberufen. Sein Credo: Lehrerinnen und Lehrer sind die Experten der Praxis. Sie nehmen eine herausragende pädagogische und gesamtgesellschaftliche Verantwortung wahr. Der Erfolg des Verbands beruht einerseits auf der starken Interessensvertretung für seine Mitglieder und andererseits auf seinen progressiven Positionen zu Themen wie Bildungsgerechtigkeit, Inklusion, individueller Förderung und Demokratiepädagogik, mit denen er die Rolle des Meinungsführers und Reformmotors in der bayerischen Bildungs­politik einnimmt.“ so der Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband

Der Paritätische Gesamtverband kann mit einem jährlichen Zuwachs von 1% Punkten. Aus ihrer Sicht und den Mitgliederzahlen kann der Paritätische Gesamtverband nicht von einem Vereinssterben sprechen. Sie können einen jährlichen Zuwachs von ca. 1% verzeichnen.
Es gibt sogar Wellen von Neugründungen wie z.B. in der Flüchtlingshilfe, in der Behindertenselbsthilfe, zu queeren Themen, Aktivitäten für Integration, gegen Ausgrenzung, gegen Rassismus.
„Gleichzeitig ist nicht zu leugnen, dass etabliertere Organisationen es nicht immer leicht haben, Engagierte insbesondere für Vorstandsämter zu finden.  Insgesamt sehen wir also ein gemischtes Bild.“ So Werner Hesse, Geschäftsführer

Die Mitgliederzahl des ZVA (Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen) sind stabil geblieben. Altersbedingt wurden zwar kleinere Mitgliedsbetriebe geschlossen, aber es konnten wiederum neue große Mitglieder geworben werden.
Lars Wandke, stellv. Geschäftsführer vom ZVA  sagt dazu: „ Unsere Branche ist seit 2017 vermehrt von Gesetzesänderungen und regulatorischen Zwängen betroffen. Verbände und Innungen bieten den Betrieben hier eine wertvolle Orientierung und einen Informationsvorteil. Auch die Corona-Krise hat verdeutlicht, dass eine politische Interessenvertretung wichtig ist: So haben wir uns mit Erfolg dafür eingesetzt, dass Augenoptikbetriebe nicht von den Zwangsschließungen im Rahmen der Lockdowns betroffen waren. Letztlich sind Krisen für Verbände immer eine Gelegenheit zur Leistungsschau – und an Krisen mangelte es zuletzt nicht.“

„Verbandsarbeit lebt vom Miteinander und der unmittelbaren Begegnung, dies gilt umso mehr auf der ehrenamtlichen Ebene. Das erste Corona-Jahr 2020 war daher zunächst nicht leicht. Wir haben uns aber schnell neu aufgestellt und möchten beispielsweise virtuelle Sitzungen als Ergänzung nun nicht mehr missen. Der Digitalisierungsschub hat die Barrieren für die Teilnahme an der Verbandsarbeit erheblich herabgesetzt, wichtige Entscheidungen werden somit von einer noch breiteren Basis getragen. Auch hier hat die Krise schlussendlich positive strukturelle Veränderungen bewirkt oder diese zumindest beschleunigt.“ So Lars Wandke weiter.

Unser Anliegen an die Gesellschaft, Medien und Vereine:

Vereine und Verbände haben immer ein Ziel: die Meinungen und Wünsche Ihrer Mitglieder durchzusetzen. Das können beispielsweise Berufsverbände, Kulturverbände und jeder Sportverein sein.

Umso größer ein Verein oder Verband wird, umso mehr kann bewegt werden.

Daher ruft Verbandsbüro auf: Werdet Mitglied oder engagiert euch ehrenamtlich.

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