ver.di launcht Honorarrechner: Mehr Transparenz und faire Bezahlung für Kulturschaffende

Modernes blau beleuchtetes News-Studio mit runden LED-Podesten und großem Bildschirm mit Schriftzug ‚Verbands‑Monitor eins zu eins‘.
Die Gewerkschaft ver.di hat mit dem Honorarrechner auf www.basishonorare.de ein Online-Tool gestartet, das selbstständigen Kreativen eine transparente Berechnung ihrer Honorare auf Basis des TVöD ermöglicht. Dabei fließen neben reinen Arbeitsstunden auch Aufwände für Akquise, Buchhaltung, Öffentlichkeitsarbeit und Sozialversicherungsbeiträge ein. Kulturstaatsministerin Claudia Roth plant ab Juli 2024 verbindliche Honoraruntergrenzen in allen Bundesförderprogrammen, was den Rechner als wichtige Orientierungshilfe etabliert. So setzt ver.di ein deutliches Zeichen für faire Bezahlung und mehr Wertschätzung in der Kulturbranche.

Inhaltsverzeichnis

– ver.di startet Honorarrechner nach TVöD-Basissätzen für selbstständige Kulturschaffende
– Tool berücksichtigt Projektstunden, Akquise-, Buchhaltungs-, PR-Aufwand und Sozialversicherungskosten
– Bundeskulturstaatsministerin plant Honoraruntergrenzen in Bundesförderung ab Juli 2024

Mehr Transparenz und faire Honorare für Kreative durch neuen ver.di-Honorarrechner

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) setzt mit der Einführung eines Honorarrechners auf der Webseite www.basishonorare.de ein deutliches Zeichen für bessere Arbeitsbedingungen selbstständiger Kreativer in Deutschland. Dieses innovative Tool eröffnet Kulturschaffenden die Möglichkeit, ihre Honorare transparent und auf Grundlage des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) zu kalkulieren. Dabei werden nicht nur die reinen Projektarbeitszeiten, sondern auch Zusatzzeiten für Akquise, Buchhaltung, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Sozialversicherungskosten berücksichtigt – Aspekte, die in der bisherigen Honorargestaltung häufig vernachlässigt wurden.

Christoph Schmitz, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und zuständig für den Bereich Kunst und Kultur, betont die Bedeutung einer transparenten und gerechteren Honorargestaltung: „Wann immer die öffentliche Hand Kultur finanziert, müssen transparente Standards gelten. Dazu gehören faire und nachvollziehbare Honorare für Kulturschaffende.“ Parallel zur technischen Unterstützung durch den Honorarrechner kündigt die Kulturstaatsministerin Claudia Roth an, ab Juli 2024 Honoraruntergrenzen in der Bundeskulturförderung verbindlich einzuführen. Damit wird für alle Fördermaßnahmen mit mindestens 50 Prozent Bundesfinanzierung eine klare Untergrenze bei der Vergütung festgesetzt.

Die auf der Basis des TVöD entwickelten Basishonorare von ver.di bieten ein standardisiertes Modell, das sich sowohl von Kreativen als auch von Verwaltungspersonal leicht anwenden lässt. So trägt diese Initiative nicht nur zur finanziellen Absicherung der Kulturschaffenden bei, sondern stärkt auch das kulturelle Fundament in Deutschland insgesamt. Die Gewerkschaft verfolgt damit das Ziel, die Prekarisierung in der Kulturbranche zu bekämpfen und einen fairen Umgang mit künstlerischer Arbeit zu fördern – in einem Arbeitsumfeld, das von großer Unsicherheit und unregelmäßigen Einkommen geprägt ist.

ver.di leistet mit diesem Honorarrechner einen wichtigen Beitrag, der als Impuls für weitere Verbesserungen in anderen Branchen dienen kann. Für nähere Details steht die ursprüngliche Medieninformation unter folgendem Link bereit: Medien-Info: Für mehr Transparenz: ver.di veröffentlicht Honorarrechner für ….

Einordnung: Mehr Fairness für selbstständige Kreative?

Die Einführung eines Honorarrechners markiert nicht nur einen kleinen Schritt innerhalb der Kulturlandschaft, sondern könnte weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft haben. Für viele Künstler und freie Kreative ist das Thema Honorar stets mit Unsicherheiten und fehlender Transparenz verbunden gewesen. Über Jahre hinweg gab es wenig Orientierungshilfen, wie die angemessene Vergütung für kreative Leistungen aussehen sollte – eine Problematik, die sich direkt auf die wirtschaftliche Existenz vieler Selbstständiger auswirkt.

Die Bedeutung eines solchen Instruments liegt insbesondere darin, klare und nachvollziehbare Maßstäbe zu schaffen, die eine fairere Behandlung in Verhandlungen ermöglichen. Dabei öffnet sich die Debatte nicht nur für die Kreativbranche, sondern berührt grundlegende Fragen der Wertschätzung und finanziellen Anerkennung von selbstständiger Arbeit allgemein.

Aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen zeigen ein wachsendes Interesse daran, Rahmenbedingungen für Selbstständige zu verbessern und strukturelle Benachteiligungen abzubauen. Dieses Vorhaben passt in einen größeren Kontext, in dem faire Bezahlung, Transparenz und soziale Absicherung zunehmend in den Fokus rücken.

Wirkungen auf verschiedene Zielgruppen auf einen Blick:

  • Künstler und freie Kreative: Stärkung der Verhandlungsposition durch transparente Honorarrichtlinien
  • Auftraggebende Unternehmen und Institutionen: bessere Orientierung bei der Budgetplanung und Vergütung
  • Gesellschaft: Förderung von Vielfalt und Qualität in Kultur und Medien durch gerechtere Bezahlung
  • Politik: Impulse für weitergehende Maßnahmen zum Schutz von Selbstständigen und zur Regulierung von Märkten

Gleichzeitig sind derartige Initiativen nicht frei von Herausforderungen. So besteht die Schwierigkeit darin, dass ein Honorarrechner allein keine verbindlichen Regeln schafft, sondern die Umsetzung von Fairness immer auch von der Akzeptanz und dem Willen aller Beteiligten abhängt. Zudem können pauschale Vergütungsangaben nicht alle individuellen Besonderheiten und Marktgegebenheiten erfassen.

Der Blick nach vorne zeigt, dass der Honorarrechner ein wichtiger Baustein in einem komplexen Gefüge ist, das weiterentwickelt werden muss. Er kann als Impulsgeber dienen, um langfristig faire Strukturen und eine stärkere Anerkennung selbstständiger Kreativarbeit zu etablieren – mit positiven Effekten weit über den Bereich der Kunst und Kultur hinaus.


Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Medien-Info: Für mehr Transparenz: ver.di veröffentlicht Honorarrechner für …

Original-Content übermittelt durch news aktuell.

Weitere Nachrichten aus der Verbands- und Vereinswelt finden Sie in unserem Newsportal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Über den Autor

Die Redaktion von Verbandsbüro besteht aus vielen unterschiedlichen Experten aus der Verbands- und Vereinswelt. Alle Beiträge beruhen auf eigene Erfahrungen. Damit wollen wir Ihnen unsere professionellen Leistungen für Ihre Organisation präsentieren. Wollen Sie mehr zu diesem Thema erfahren? Nehmen Sie doch einfach mit uns Kontakt auf.​

Aktuelle Pressemeldungen