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ver.di fordert sichere Arbeitsbedingungen in der Schifffahrt

Berlin, 24. Juni 2024 – Anlässlich des Internationalen Tags der Seeleute fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Reeder und Schiffseigner zu deutlich verbesserten Sicherheitsmaßnahmen in der Schifffahrt auf. „Die Sicherheit an Bord darf nicht nur durch Kampagnen und Social Media-Hashtags wie #SafetyTipsAtSea realisiert werden", betont André Scheer von ver.di. Die Zustände für Seeleute sind alarmierend: Immer häufiger berichten sie von unbezahlten Gehältern und extrem unsicheren Arbeitsbedingungen. Ver.di appelliert zudem an Hafenstaaten, ihre Kontrollen zu intensivieren, und fordert eine globale Rückkehr zur Diplomatie angesichts zunehmender geopolitischer Krisen.

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Presse /news Verbandsnachrichten

Bremen (VBR). Am 25. Juni 2024 ist der Internationale Tag der Seeleute, ein Anlass, den die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) nutzt, um erneut auf die Missstände in der Schifffahrtsbranche hinzuweisen. Der Verband fordert von Reedern und Schiffseignern dringend Sicherheitsverbesserungen für Arbeitnehmer auf See. Auch die Hafenstaaten sollen intensiver kontrollieren, ob die geltenden Regeln eingehalten werden. „Sicherheit in der Seeschifffahrt ist das oberste Gebot“, betont André Scheer, Gewerkschaftssekretär für Schifffahrt bei ver.di. Er kritisiert den derzeitigen Fokus auf einfacher Sicherheitstipps: „Die Reedereien und Schiffseigner müssen Verantwortung übernehmen.“

Die Internationale Maritime Organisation (IMO) hat für diesen jährlichen Gedenktag das Thema „Sicherheit am Arbeitsplatz“ gewählt. Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF), zu der auch ver.di gehört, berichtet von alarmierenden Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden 129 Schiffe und fast 2.000 Seeleute von ihren Arbeitgebern im Stich gelassen. Zum Teil warteten die Arbeiter monatelang auf ihre Heuer. Dank der ITF-Inspektoren konnten jedoch über 57 Millionen US-Dollar an ausstehenden Gehältern eingetrieben werden.

„Heuern zurückzuhalten, Höchstarbeitszeiten und minimale Ruhezeiten zu ignorieren sowie mangelhafte Verpflegung und unsichere Arbeitsbedingungen sind verbreitet“, sagt Scheer. Unternehmen, die die transportierten Waren empfangen, tragen ebenso eine Mitverantwortung, bemerkt er, und verweist dabei auf das deutsche und europäische Lieferkettengesetz. Schließlich werden 90 Prozent des weltweiten Güterverkehrs per Schiff durchgeführt.

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In angespannten geopolitischen Zeiten fordert ver.di, dass Reedereien verbindlich zusichern, Kriegs- und Krisengebiete zu meiden. Das Recht der Seeleute, in solchen Gebieten nicht arbeiten zu müssen, müsse respektiert werden. „Eine Militarisierung der Handelsschifffahrt bringt keine Lösung“, erklärt Scheer. Stattdessen sei dringend ein globales Umdenken hin zu Diplomatie und politischen Lösungen nötig.

Der Gewerkschafter appelliert auch an die deutschen Behörden, aktiver zu werden. Noch immer werde beobachtet, dass Seeleute gefährliche Arbeiten wie das Entsichern und Sichern der Ladung in unsicheren Momenten ausführen müssen – entweder bevor das Schiff den Hafen erreicht oder erst nach dem Ablegen. Dies gefährde nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch den Schiffsverkehr insgesamt sowie die Umwelt. ver.di fordert daher, dass diese Aufgaben von qualifizierten Hafenarbeitern übernommen werden, wie es Tarifverträge und Vorschriften vorschreiben. „Es fehlt an klarer Zuständigkeit in Deutschland“, kritisiert Scheer scharf und ruft zum dringenden Handeln auf.

Ansprechpartner für Rückfragen ist André Scheer, erreichbar unter 0160/990 29 488.

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Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Internationaler Tag der Seeleute: ver.di fordert sichere Arbeitsbedingungen in der …

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Zitierte Personen und Organisationen

  • ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
  • Reeder und Schiffseigner
  • Hafenstaaten
  • André Scheer (Gewerkschaftssekretär bei ver.di)
  • Internationale Maritime Organisation (IMO)
  • Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF)
  • Inspektoren der ITF
  • Empfänger der auf den Schiffen transportierten Waren
  • Deutsche Behörden
  • Jan Jurczyk (ver.di-Bundesvorstand)
  • Ver.di-Bundesvorstand, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin

Meldung einfach erklärt

Datum: 24.06.2024 – 10:12

Wer macht diese Meldung?
– Die Gewerkschaft ver.di (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft).

Was fordert ver.di?
– Sichere Arbeitsbedingungen in der Schifffahrt.
– Überwachung der Einhaltung dieser Bedingungen durch die Hafenstaaten.

Warum werden sichere Arbeitsbedingungen gefordert?
– Am Internationalen Tag der Seeleute am 25. Juni wird auf die Lage der Seeleute aufmerksam gemacht.
– Die Internationale Maritime Organisation (IMO) hat das Thema Sicherheit am Arbeitsplatz ausgewählt.

Welche Probleme gibt es in der Schifffahrt?
– Viele Seeleute wurden letztes Jahr im Stich gelassen und haben Monate lang kein Gehalt bekommen.
– Schlechte Arbeitsbedingungen wie zu lange Arbeitszeiten, schlechte Verpflegung und unsichere Arbeitsplätze sind häufig.

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Wer ist verantwortlich für diese Situation?
– Reedereien und Schiffseigner.
– Auch die Empfänger der transportierten Waren.

Wie viel Prozent des weltweiten Güterverkehrs geschieht per Schiff?
– 90 Prozent.

Was fordert ver.di angesichts geopolitischer Krisen?
– Reedereien sollen Kriegs- und Krisengebiete meiden.
– Das Recht der Seeleute achten, nicht in solchen Gebieten arbeiten zu müssen.

Was sagt ver.di über die Rolle von Kriegsschiffen?
– Sie lösen keine Probleme, schützen keine Menschenleben.
– Es soll mehr Diplomatie und politische Lösungen geben.

Welche Forderungen stellt ver.di an deutsche Behörden?
– Sicherstellen, dass das Entsichern und Sichern der Ladung im Hafen durch qualifizierte Arbeiter erfolgt.
– Änderungen in der Kontrolle dieser Regeln durch deutsche Behörden sind notwendig.

Kontaktdaten für Rückfragen:
André Scheer, Tel.: 0160/990 29 488

Herausgeber:
Jan Jurczyk
ver.di-Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin
Tel.: 030/6956-1011, -1012
E-Mail: pressestelle@verdi.de
Web: www.verdi.de/presse

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