– Geförderte Kinofilmproduktionen müssen nach § 80 FFG tarifvertraglich oder gleichwertig vergüten und eine Altersvorsorge für Filmschaffende anbieten, um deren finanzielle Absicherung zu stärken.
– ver.di kritisiert, dass die Tarifbindung nicht für international finanzierte Film- und Serienproduktionen bei Streamingdiensten gilt, und fordert deren Ausweitung auf kurzzeitige Beschäftigungsverhältnisse.
– Das neue Gesetz enthält keine Weiterbildungsförderung; ver.di verlangt eine flächendeckende Qualifikationsstrategie zur Unterstützung beruflicher Fortbildungen und Anpassung an technische Entwicklungen.
Neues Filmfördergesetz stärkt Tarifstandards und soziale Absicherung vor Berlinale
Im Vorfeld der diesjährigen Berlinale hat die Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, das neue Filmfördergesetz präsentiert. Dieses Gesetz bringt bedeutende Neuerungen mit sich, die besonders die soziale Absicherung und Arbeitsbedingungen der Filmschaffenden in Deutschland verbessern sollen. Ein zentrales Element ist die verbindliche Verpflichtung für geförderte Kinofilmproduktionen, tarifvertragliche oder daran angelehnte Entlohnungen sowie Angebote zur Alterssicherung für die beteiligten Filmschaffenden vorzusehen. Damit wird ein bedeutsamer Schritt gesetzt: Die Verwirklichung von Filmprojekten soll nicht mehr auf dem Rücken der Filmschaffenden ausgetragen werden.
Die Gewerkschaft ver.di begrüßt diese Entwicklung, da sie eine wichtige finanzielle Absicherung für die oft schwer zu finanzierenden Kinofilme schafft. Christoph Schmitz, für Medien zuständiges Mitglied im ver.di-Bundesvorstand, erklärt: „**Gerade für die oft schwer zu finanzierenden Kinofilme bedeutet die Tarifbindung eine finanzielle Absicherung für die Filmschaffenden.“ Trotz dieses Fortschritts sieht ver.di Nachbesserungsbedarf, vor allem bei international finanzierten Filmproduktionen und Serien für Streamingdienste. Aktuell gilt die Tarifverpflichtung nur für Kinofilme, nicht aber bei Beschäftigungen im Rahmen der Investitionsverpflichtung von internationalen Streamingdiensten. Schmitz fordert deshalb klar: „Es muss sichergestellt werden, dass auch für kurzzeitige Beschäftigungen von Filmschaffenden aus international agierenden Streamingdiensten die tariflich geregelten Mindestbedingungen gelten. Hier muss im Bundestag nachgebessert werden.**“
Ebenso kritisiert ver.di, dass eine wichtige Unterstützung bei der Weiterbildungsförderung fehlt. „**Filmschaffende müssen ihre Berufsfortbildung nach wie vor auf eigene Kosten bewerkstelligen,**“ betont Schmitz und fordert eine breit angelegte Qualifikationsstrategie, ähnlich dem deutschen Handwerk, um die Filmschaffenden für technische Entwicklungen zu rüsten. Das neue Filmfördergesetz stellt somit einen großen Fortschritt für die deutsche Filmbranche dar, legt aber auch den Finger auf bestehende Lücken, die weiter geschlossen werden müssen.
Gesellschaftliche Dimensionen des neuen Filmfördergesetzes
Das neue Filmfördergesetz nimmt eine zentrale Rolle dabei ein, faire Arbeitsbedingungen und verbindliche Tarifstandards im Kulturbereich durchzusetzen. Diese Regelungen wirken sich direkt auf den Alltag von Filmschaffenden aus und erhöhen zugleich die Qualität der Filmproduktionen in Deutschland. Besonders im Kontext internationaler Streamingdienste, die den Film- und Serienmarkt weltweit prägen, sind klare und faire Arbeitsnormen unverzichtbar. Sie schaffen nicht nur Planbarkeit und Sicherheit für die Beschäftigten, sondern fördern auch die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Filmstandorts im globalen Vergleich.
Die Anbindung internationaler Produktionen bleibt eine Herausforderung, da unterschiedliche nationale Arbeitsstandards zu koordinieren sind. Deutschland muss Wege finden, um internationale Produktionen unter tarifgebundenen Rahmenbedingungen zu integrieren und die Vielfalt der Projekte zu erhalten, ohne die Prinzipien fairer Arbeitsverhältnisse zu verwässern.
Hinzu kommt die Bedeutung von Qualifikation und Weiterbildung: Fehlen verbindliche Regeln für diese zentrale Zukunftskomponente, drohen Engpässe in der Fachkräfteentwicklung und ein Nachteil im internationalen Wettbewerb. Die Förderung kontinuierlicher Weiterbildung ist daher nicht nur eine Investition in die individuelle Karriere, sondern auch in die Innovationskraft und die nachhaltige Entwicklung der Branche.
Die gesellschaftlichen Auswirkungen des Gesetzes sind vielfältig. Bessere Arbeitsbedingungen fördern die Vielfalt in der Filmszene, stärken Kreativität und stellen sicher, dass auch zukünftig hochwertige Inhalte entstehen, die ein breites Publikum erreichen. Gleichzeitig bietet die Reform Chancen, den deutschen Filmstandort strategisch zu stärken und ihn besser auf die globalen Herausforderungen durch digitale Plattformen einzustellen.
Globale Trends: Wie Streamingdienste Arbeitsstandards beeinflussen
Unterschiedliche nationale und internationale Arbeitsstandards im Filmsektor lassen sich in folgenden Punkten zusammenfassen:
- Deutschland: Verbindliche Tarifstandards sorgen für sozial abgesicherte Arbeitsplätze und faire Bezahlung.
- Internationale Produktionen: Häufig variieren Regeln stark, zum Teil fehlen klare Tarifbindungen.
- Streamingdienste: Setzen auf globale Produktionen, bringen aber unterschiedliche Arbeitskulturen zusammen.
- Weiterbildung: In Deutschland derzeit ohne gesetzliche Verpflichtung, international oft stärker institutionalisiert.
- Auswirkungen: Fehlende Harmonisierung erschwert Koordination und kann Wettbewerbsnachteile erzeugen.
Diese Unterschiede zeigen, wie wichtig es ist, den deutschen Markt mit fairen, transparenten und zukunftsorientierten Standards auszurichten, um seine Position im globalen Wettbewerb nachhaltig zu sichern.
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Medien-Info: ver.di begrüßt verbindliche Tarifstandards in neuer Filmförderung
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