Ventilatortausch: So sparen Sie ab 2026 Energie und senken Betriebskosten

Die FGK-Arbeitsgruppe "Ventilatoren" hat am 23. Oktober in Bad Hersfeld getagt und Thorsten Niklas zum neuen Vorsitzenden gewählt. Die Kampagne "Ventilatortausch macht's effizient" setzt sich für den Austausch veralteter Ventilatoren ein, der sich in vielen Fällen innerhalb von zwei bis drei Jahren amortisiert. Ab Juli 2026 gelten neue EU-Effizienzanforderungen, durch deren Umsetzung der Strom von drei bis vier großen Kraftwerksblöcken eingespart werden könnte.
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Inhaltsübersicht

– Thorsten Niklas wurde zum Vorsitzenden der Ventilatortauschkampagne gewählt.
– Neue EU-Ökodesign-Anforderungen für Ventilatoren gelten ab Juli 2026.
– Der Tausch alter Ventilatoren senkt Betriebskosten und verbessert Effizienz deutlich.

Ventilatortauschkampagne wählt neuen Vorsitzenden

Auf Einladung der TROX X-FANS GmbH kamen die Mitglieder der FGK-Arbeitsgruppe 01 „Ventilatoren“ und die Partner der Ventilatortauschkampagne am 23. Oktober in Bad Hersfeld zusammen. Bei diesem Arbeitstreffen wählten die Partner der Kampagne „Ventilatortausch macht’s effizient“ Thorsten Niklas von der Nicotra Gebhardt GmbH zum neuen Vorsitzenden.*

Der gewählte Vorsitzende äußerte sich direkt nach seiner Wahl: „Ich danke den Mitgliedern der Ventilatortauschkampagne für ihr Vertrauen und freue mich auf eine spannende Zeit, in der wir gemeinsam Lösungen entwickeln, die den Austausch veralteter Ventilatoren voranbringen“. Für eines der nächsten Arbeitstreffen ist eine weitere Wahl geplant, um die Gruppe mit einer Doppelspitze zu verstärken.

Die gemeinsame Initiative von Fachverband Gebäude-Klima e.V. (FGK) und engagierten Unternehmen zeigt deutlich: Der Austausch alter Ventilatoren gegen moderne Technik bringt erhebliche Vorteile. Die Betriebssicherheit lässt sich verbessern und der Geräuschpegel reduzieren.*

Hintergrund dieser Entwicklung stehen die europäischen Ökodesign-Anforderungen für Ventilatoren. Ab Juli 2026 werden diese neuen Anforderungen für neue Ventilatoren wirksam. Für in Geräte eingebaute Ventilatoren gilt eine Übergangszeit bis Juli 2027 (Quelle: PM, Ludwigsburg, 06.11.2025). Die Konsequenzen sind beeindruckend: Durch eine konsequente Umsetzung bei Neuinstallationen und insbesondere auch bei der Sanierung bzw. beim Ventilatortausch in der Europäischen Union kann Strom von etwa 3 bis 4 großen Kraftwerksblöcken eingespart werden (Quelle: PM, Ludwigsburg, 06.11.2025).

Während des Treffens ermöglichten Christian Soellner, Geschäftsführer TROX X-FANS, und Frank Wahl, Leiter Forschung und Entwicklung, den Teilnehmern einen Einblick ins International Center für Ventilatoren und Aerodynamik. Dort demonstrierten die Gastgeber ein innovatives System für die Entrauchung, das mit besonders kleinen Wandöffnungen auskommt.

Energieeinsparungen im großen Stil: Was die neuen EU-Regeln bewirken

Die neuen EU-Ökodesign-Standards für Ventilatoren ab Juli 2026 markieren einen bedeutenden Schritt in der europäischen Energieeffizienzpolitik. Um ihre Tragweite zu verstehen, lohnt ein Blick auf die historische Entwicklung: Die bereits 2011 eingeführte EU-Ventilatorverordnung 327/2011 verhinderte, dass der Stromverbrauch von Ventilatoren in der EU im Jahr 2020 bei etwa 336 Terawattstunden lag und Emissionen von 132 Millionen Tonnen CO₂ verursacht hätte.* Diese Zahlen verdeutlichen das immense Einsparpotenzial, das in effizienteren Ventilatortechnologien steckt.

Einsparpotenzial in Zahlen

Die kommenden Regelungen versprechen weitere substantielle Fortschritte. Den aktuellen Prognosen zufolge sollen die neuen EU-Ökodesign-Standards ab Juli 2026 jährlich über 8 Terawattstunden Strom einsparen (Stand: 2025).* Bis zum Jahr 2040 werden die erwarteten Einsparungen sogar auf 14 Terawattstunden pro Jahr ansteigen (Stand: 2025).* Diese Entwicklung lässt sich gut nachvollziehen:

Jahr Wert Einheit Quelle/Stand
2020 336 TWh (verhinderter Verbrauch) Umwelt-online, Stand 2024*
ab 2026 >8 TWh (jährliche Einsparung) Chemanager-online, Stand 2025*
bis 2040 14 TWh (jährliche Einsparung) Chemanager-online, Stand 2025*

Technische Vorgaben und Anwendungsbereich

Die regulatorische Basis für diese Einsparungen bildet die Verordnung (EU) 2024/1834.* Sie führt erstmals verbindliche Mindestwirkungsgrade für Industrieventilatoren im Leistungsbereich von 125 Watt bis 500 Kilowatt ein (Stand: 2025).* Diese Regelung gilt ab Juli 2026 für neue Ventilatoren, während für in Geräte eingebaute Ventilatoren eine Übergangsfrist bis Juli 2027 vorgesehen ist.

Wie in der Pressemitteilung des Fachverbands Gebäude-Klima betont wird, steht die Verordnung für mehrere positive Entwicklungen: "Neben der Effizienzsteigerung der Ventilatoren bewirkt sie, dass ab 2027 auch für den Betrieb in Teillast bessere Informationen zur Verfügung stehen müssen." Gerade die Teillasteffizienz erweist sich als entscheidender Hebel für weitere Energieeinsparungen in der Praxis.

Effizienz im Alltag: Warum Teillast und Systemgrenzen entscheidend sind

Die technischen Datenblätter moderner Ventilatoren versprechen beeindruckende Wirkungsgrade – doch diese Werte gelten meist nur unter Idealbedingungen. Im realen Betrieb lauern zwei wesentliche Fallstricke, die Planer und Betreiber kennen müssen: die Teillast-Performance und die Differenz zwischen Einzelkomponenten und Gesamtsystem.

Teillast: Effizienzverlust im Betrieb

Ventilatoren arbeiten selten durchgehend mit voller Leistung. Tatsächlich verbringen sie den Großteil ihrer Laufzeit im Teillastbetrieb, wo ihre Effizienz dramatisch sinken kann. Der Wirkungsgrad von Ventilatoren sinkt bei Teillast unter 20 Prozent je nach Motor- und Frequenzumrichter-Größe auf Werte zwischen 70 und 20 Prozent*. Diese Effizienzeinbuße erklärt, warum theoretisch effiziente Geräte in der Praxis oft enttäuschende Energiebilanzwerte liefern.

Doch genau hier liegt auch das größte Einsparpotenzial: Bei bedarfsgesteuerten Lüftungssystemen lassen sich durch variable Teillastregelung deutliche Energieeinsparungen erzielen.

Einheit versus Anlagen-System

Ein weiterer kritischer Punkt betrifft die regulatorischen Rahmenbedingungen. Die aktuellen EU-Effizienzvorgaben für Ventilatoren beziehen sich ausschließlich auf die Effizienz einzelner Ventilator-Einheiten und nicht auf das gesamte Anlagen-System*. Diese Fokussierung auf Einzelkomponenten bedeutet, dass ein Ventilator mit exzellentem Wirkungsgrad im Labor in einer schlecht geplanten Anlage dennoch ineffizient arbeiten kann.

Für Planung und Retrofit ergeben sich daraus konkrete Konsequenzen: Die Auswahl sollte nicht allein nach den Effizienzkennwerten der Ventilatoreinheit erfolgen, sondern nach deren Kompatibilität mit dem Gesamtsystem. Nur wenn alle Komponenten – von der Regelung über die Luftkanäle bis zur Wärmerückgewinnung – optimal aufeinander abgestimmt sind, lässt sich das volle Einsparpotenzial moderner Ventilatortechnik realisieren.

Effizienzrevolution in der Industrie: Was jetzt zu tun ist

Die neuen EU-Effizienzvorgaben für Industrieventilatoren markieren einen Wendepunkt für Energieverbrauch und Klimaschutz. Erstmals werden verbindliche Mindestwirkungsgrade für Ventilatoren im Leistungsbereich von 125 Watt bis 500 Kilowatt ab Juli 2026 eingeführt (Stand: 2025). Die Potenziale sind enorm: Ab Juli 2026 sollen jährlich über 8 Terawattstunden Strom eingespart werden, die bis 2040 auf 14 Terawattstunden pro Jahr ansteigen sollen (Stand: 2025)*. Diese Entwicklung betrifft nicht nur Neuanlagen – gerade im Bestand liegen erhebliche Effizienzreserven, die jetzt gehoben werden müssen.

Für Betriebe und Planer ergeben sich daraus drei konkrete Handlungsschritte:

  • Systematische Prüfung bestehender Anlagen: Altanlagen sollten prioritär auf ihr Einsparpotenzial untersucht werden, da der Austausch veralteter Technik nicht nur die neuen verbindlichen Mindestwirkungsgrade erfüllt, sondern sich wirtschaftlich häufig innerhalb weniger Jahre amortisiert (Quelle: chemanager-online.com – Stand: 2025)*.

  • Fokus auf Teillastverhalten bei Nachrüstungen: Bei der Auswahl neuer Ventilatoren muss das Betriebsverhalten unter Teillastbedingungen berücksichtigt werden, da hier erhebliche Effizienzverluste auftreten können. Die richtige Auslegung für den Teillastbetrieb stellt einen wesentlichen Hebel für tatsächliche Energieeinsparungen dar (Quelle: tab.de – Stand: 2025)*.

  • Ganzheitliche Betrachtung der Gesamtanlage: Obwohl die EU-Vorgaben einzelne Ventilatoreinheiten betreffen, sollten Planung und Optimierung stets das gesamte System einschließlich Regelungstechnik im Blick behalten. Nur so lassen sich die theoretischen Effizienzpotenziale in der Praxis vollständig realisieren (Quelle: pubdb.bfe.admin.ch – Stand: 2025)*.

Die konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen führt nicht nur zur Erfüllung der neuen Standards, sondern schafft messbare Vorteile: reduzierte Betriebskosten, verbesserte Anlagensicherheit und einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz durch substantiell geringeren Energieverbrauch.

Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung des Fachverbands Gebäude-Klima e. V. (FGK), der zu aktuellen Effizienzstandards für Ventilatoren in Europa informiert.

Weiterführende Quellen:

12 Antworten

  1. Es ist ermutigend zu sehen, dass solche Initiativen gestartet werden! Ich frage mich jedoch: Wie wird der Erfolg dieser Kampagne gemessen?

  2. Die Effizienz von Ventilatoren ist ein wichtiges Thema in der Industrie. Ich hoffe nur, dass alle Unternehmen mitziehen und sich an die neuen Standards halten.

  3. Ich finde es beeindruckend, wie viel Energie durch den Austausch alter Ventilatoren gespart werden kann. Gibt es bereits Beispiele von Unternehmen, die davon profitiert haben?

    1. Das wäre wirklich spannend zu wissen! Es könnte anderen Firmen helfen, den Schritt zur Modernisierung zu wagen.

  4. Die neuen EU-Ökodesign-Anforderungen sind wichtig für unsere Umwelt. Ich frage mich, ob diese Änderungen auch die Preise für neue Ventilatoren beeinflussen werden.

    1. Das ist eine berechtigte Frage, Alex. Vielleicht könnten niedrigere Betriebskosten langfristig den Preis rechtfertigen.

  5. Ich finde die Wahl von Thorsten Niklas zum Vorsitzenden sehr positiv. Er hat viel Erfahrung in der Branche und wird sicherlich gute Ideen einbringen. Wie sehen die nächsten Schritte der Kampagne aus?

    1. Ich stimme zu, Albrecht! Es wäre interessant zu wissen, wie die Kampagne konkret umgesetzt werden soll, um alte Ventilatoren effizient auszutauschen.

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