– Hessen belegt Platz 13 mit 18,7 E-Autos pro öffentlichem Ladepunkt.
– Drei von zehn Gemeinden in Hessen haben keinen Ladepunkt.
– Hohe Strompreise und Lücken im Ladenetz bremsen die Elektromobilität.
Ladeinfrastruktur in Hessen: Kassel vorne, Offenbach abgeschlagen
Das aktuelle VDA-E-Ladenetzranking zeigt ein gemischtes Bild für Hessen: Während die Stadt Kassel mit Rang 54 unter 399 bewerteten Städten und Kreisen die beste hessische Platzierung erreicht und sich damit um zehn Plätze verbessert hat, belegt Offenbach das Schlusslicht im Bundesland. In Kassel teilen sich 6.163 E-Pkw die 573 öffentlich zugänglichen Ladepunkte, was einem T-Wert von 10,8 entspricht. Ganz anders sieht die Situation in Offenbach aus: Hier stehen 3.839 E-Pkw lediglich 103 Ladepunkte zur Verfügung, was den deutlich schlechteren T-Wert von 37,3 erklärt.
Für das gesamte Bundesland Hessen ergibt sich zum Stichtag 1. Juli 2025 folgendes Bild: 259.463 E-Pkw – darunter vollelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride – müssen sich 13.849 öffentlich zugängliche Ladepunkte teilen. Rechnerisch kommen damit 18,7 E-Autos auf einen Ladepunkt, was Hessen im Bundesländervergleich auf Platz 13 bringt. Der bundesweite Durchschnittswert liegt bei 16,7 (Stichtag: 1. Juli 2025)*.
"Kleine Verbesserungen, doch beim Ausbautempo muss Hessen kräftig zulegen"
"Man müsse berücksichtigen, dass es im ländlichen Raum eine geringere Dichte von Ladepunkten gebe."
"Während sich eine zunehmende Zahl an gewerblichen und privaten Kundinnen und Kunden auch für ein Auto mit Stecker interessiere, verunsicherten hohe Strompreise, Lücken im Ladenetz und ungewisse Förderbedingungen die kaufwillige Kundschaft."
Ladeinfrastruktur in Hessen: Starke Zuwächse
Die öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Hessen hat in den letzten Jahren ein beachtliches Wachstum erfahren.
Zuwachs 2020 → 2021
Ende April 2020 standen in Hessen 1.866 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung. Bis Ende Mai 2021 stieg diese Zahl auf 2.844 – ein signifikanter Schritt in der frühen Phase des Infrastrukturausbaus.
Starke Zuwächse 2024 und 2025
Im Jahr 2024 verzeichnete Hessen mit 32 Prozent das zweitstärkste Wachstum aller Bundesländer nach Bremen und vor Berlin. Zum Vergleich: Bundesweit lag die Steigerungsrate bei 17 Prozent.
Die positive Entwicklung setzte sich auch im aktuellen Jahr fort. Am 1. Mai 2025 meldete die Bundesnetzagentur für Hessen ein Wachstum von 25 Prozent innerhalb eines Jahres. Bundesweit waren zu diesem Zeitpunkt insgesamt 166.867 öffentliche Ladepunkte registriert, davon 38.669 Schnellladepunkte.
Trotz der positiven Entwicklung unterscheiden sich die urbanen Zentren stark von ländlichen Regionen hinsichtlich der Dichte an Ladepunkten.*
Ladeinfrastruktur in Zahlen: Bundesweite Entwicklung und regionale Unterschiede
Die öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zeigt deutliches Wachstum, besonders bei Schnellladepunkten. Die aktuellen Zahlen belegen eine dynamische Entwicklung, die jedoch regional sehr unterschiedlich ausfällt.
Bundesweite Gesamtzahlen
Zum 1. Mai 2025 waren bundesweit 128.198 Normalladepunkte und 38.669 Schnellladepunkte öffentlich zugänglich – der Zuwachs bei Schnellladepunkten betrug 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Stand: 1. Mai 2025). Die Bundesnetzagentur meldete zum selben Stichtag insgesamt 166.867 öffentliche Ladepunkte, davon ebenfalls 38.669 Schnellladepunkte (Stand: 1. Mai 2025)*.
Bis Ende Juli 2025 entwickelte sich die Infrastruktur weiter: Das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur verzeichnete nun 175.141 Ladepunkte, davon etwa 32.000 Schnellladepunkte mit hoher Leistung – ein Plus von 30 Prozent bei Schnellladepunkten im Jahresvergleich (Stand: Ende Juli 2025)*.
Mögliche Tabelle: Entwicklung der öffentlichen Ladepunkte
| Jahr/Datum | Gesamtzahl Ladepunkte | Normalladepunkte | Schnellladepunkte | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|---|
| 1. Mai 2025 | 166.867 | 128.198 | 38.669 | Bundesnetzagentur* |
| Ende Juli 2025 | 175.141 | k.A. | ~32.000 | Ladesäulenregister Bundesnetzagentur* |
Regionalbeispiel: Groß‑Gerau
Während die bundesweiten Zahlen Wachstum signalisieren, zeigen regionale Betrachtungen erhebliche Unterschiede in der Versorgungsdichte. Der Kreis Groß-Gerau verfügte 2025 über 1.106 Ladepunkte für 8.464 E-Autos (Stand: 2025)*. Diese Relation verdeutlicht die regional unterschiedliche Ladepunktdichte innerhalb Hessens.
Die Pressemitteilung des Kfz-Landesverbandes Hessen bestätigt diese Diskrepanz: "Man müsse berücksichtigen, dass es im ländlichen Raum eine geringere Dichte von Ladepunkten gebe." Michael Kraft, Präsident des Verbandes, präzisiert: "Nach VDA-Daten seien drei von zehn Gemeinden ohne Ladepunkt, rund zwei Drittel ohne öffentlichen Schnellladepunkt."
Das Beispiel Groß-Gerau zeigt, dass der Ausbau regional unterschiedlich voranschreitet und die Versorgung mit Ladepunkten nicht überall gleichermaßen gewährleistet ist.
Ungleiche Versorgung: Wer leidet unter der Lückenhaftigkeit?
Die ungleich verteilte Ladeinfrastruktur in Hessen trifft verschiedene Bevölkerungsgruppen mit voller Wucht. Pendler aus ländlichen Regionen stehen vor besonderen Herausforderungen: Wer täglich weite Strecken zurücklegt, benötigt verlässliche Ladepunkte entlang der Route und am Zielort. Ältere Menschen, die oft auf das Auto angewiesen sind, scheuen die Umstellung auf Elektromobilität, wenn unsichere Lademöglichkeiten in ihrer Gemeinde bestehen. Besonders kritisch wird die Situation für Gemeinden ohne jeden öffentlichen Ladepunkt – laut VDA-Daten betrifft dies drei von zehn Gemeinden in Hessen (Stand: 2025)*.
Kaufinteressenten zeigen sich verunsichert durch die Lücken im Ladenetz. Michael Kraft, Präsident des Kfz-Landesverbandes Hessen, bestätigt diese Entwicklung: "Während sich eine zunehmende Zahl an gewerblichen und privaten Kundinnen und Kunden auch für ein Auto mit Stecker interessiere, verunsicherten hohe Strompreise, Lücken im Ladenetz und ungewisse Förderbedingungen die kaufwillige Kundschaft." Diese Verunsicherung bremst die Elektromobilitätswende spürbar aus.
Förderprogramme als Teil der Lösung
Als Reaktion auf diese Versorgungslücken bietet Hessen 2025 Förderprogramme für Ladelösungen an. Diese richten sich speziell an E-Nutzfahrzeuge, E-Busse sowie Ladeinfrastruktur in Unternehmen und Kommunen – inklusive stationärer und mobiler Ladepunkte. Theoretisch könnten diese Programme helfen, die größten Versorgungslücken zu schließen, besonders in strukturschwachen Regionen.
Doch die Umsetzung stößt auf praktische Hürden: Netzanschlüsse mit ausreichender Kapazität sind nicht überall verfügbar, besonders in ländlichen Gebieten. Die Finanzierung stellt viele kleinere Gemeinden vor Herausforderungen, da neben der Installation auch Wartung und Betriebskosten zu tragen sind. Zusätzlich erschwert bürokratischer Aufwand den Zugang zu Fördermitteln, besonders für Kommunen mit begrenzten personellen Ressourcen.
Die regionalen Unterschiede, wie sie zwischen Groß-Gerau und anderen hessischen Kommunen bestehen (Stand: 2025)*, zeigen deutlich: Ohne gezielte Unterstützung für strukturschwache Regionen droht die Schere zwischen gut versorgten Ballungsräumen und abgehängten ländlichen Gebieten weiter aufzugehen.
Ausbaupfade und kritische Erfolgsfaktoren für die Ladeinfrastruktur
Der dynamische Ausbau der Ladeinfrastruktur zeigt sich deutlich in den aktuellen Zahlen: Zum 1. Mai 2025 waren bundesweit 128.198 Normalladepunkte und 38.669 Schnellladepunkte öffentlich zugänglich, mit einem Zuwachs bei Schnellladepunkten von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nur wenige Monate später, Ende Juli 2025, enthielt das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur bereits 175.141 Ladepunkte, davon circa 32.000 Schnellladepunkte mit hoher Leistung – was einem Plus von 30 Prozent bei Schnellladepunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung verdeutlicht den anhaltenden Trend zu leistungsstarken Lademöglichkeiten.*
Schnellladepunkte: Trend mit Nachholbedarf
Trotz des beachtlichen Wachstums bei Schnellladepunkten bleibt der flächendeckende Ausbau eine Herausforderung. Für den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur kommt den Stromnetzen eine Schlüsselrolle zu, wie Michael Kraft, Präsident des Kfz-Landesverbandes Hessen, betont. Die Netzstabilität und ausreichende Kapazitäten bilden die Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Hochlauf der Elektromobilität.
Ländervergleich als Benchmark
Baden-Württemberg demonstriert, wie ambitionierter Infrastrukturausbau gelingen kann: Die öffentliche Ladeinfrastruktur wurde zwischen 2021 und 2025 besonders dynamisch ausgebaut, mit einer Steigerung der Ladepunktdichte von 60 auf 246 pro 100.000 Einwohner. Dieser Vergleich macht deutlich, welche Spielräume andere Bundesländer noch nutzen können.
Zwei zentrale Maßnahmen beschleunigen den Ausbau:
- Gezielter Netzausbau in strukturschwachen Regionen, um Engpässe bei der Stromversorgung zu vermeiden
- Förderung kommunaler Schnellladepunkte zur flächendeckenden Grundversorgung
Die erfolgreiche Umsetzung dieser Punkte entscheidet maßgeblich darüber, ob die Ladeinfrastruktur mit den wachsenden Elektrofahrzeugzahlen Schritt halten kann.
Dieser Beitrag basiert auf Informationen und Zitaten aus einer Pressemitteilung des Landesverbands Hessen des Kfz-Gewerbes.
Weiterführende Quellen:
- „Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte in Hessen stieg von 1.866 Ende April 2020 auf 2.844 Ende Mai 2021, was einem Zuwachs von 52 % entspricht.“ – Quelle: https://www.ldew.de/details/Sehr%20dynamischer%20Zubau%20an%20Ladepunkten%20f%C3%BCr%20Elektroautos%20in%20Hessen
- „Im Jahr 2024 stieg die Zahl öffentlicher Ladepunkte in Hessen um 32 %, der stärkste Zuwachs nach Bremen und vor Berlin; bundesweit lag das Wachstum bei 17 %.“ – Quelle: https://www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2025/dena-Monitoringbericht_2024.pdf
- „Am 1. Mai 2025 meldete die Bundesnetzagentur bundesweit 166.867 öffentliche Ladepunkte, davon 38.669 Schnellladepunkte; Hessen verzeichnete beim Wachstum im Ländervergleich +25 % innerhalb eines Jahres.“ – Quelle: https://ecomento.de/2025/05/19/bundesnetzagentur-zaehlt-166-867-ladepunkte-am-1-mai-2025
- „Der Kreis Groß-Gerau verfügte 2025 über 1.106 Ladepunkte für 8.464 E-Autos, was regionale Unterschiede in der Ladepunktdichte innerhalb Hessens verdeutlicht.“ – Quelle: https://www.sueddeutsche.de/auto/elektromobilitaet-e-ladepunkte-grosse-differenzen-zwischen-kommunen-in-hessen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-241106-930-280247
- „In Hessen werden 2025 Förderprogramme für Ladelösungen für E-Nutzfahrzeuge, E-Busse und Ladeinfrastruktur in Unternehmen und Kommunen angeboten, inklusive stationärer und mobiler Ladepunkte.“ – Quelle: https://www.innovationsfoerderung-hessen.de/elektromobilitaet
- „Zum 1. Mai 2025 waren bundesweit 128.198 Normalladepunkte und 38.669 Schnellladepunkte öffentlich zugänglich, mit einem Zuwachs bei Schnellladepunkten von 34 % gegenüber dem Vorjahr.“ – Quelle: https://www.goingelectric.de/2025/05/19/news/ladeinfrastruktur-2025-so-steht-es-um-euer-bundesland/
- „Das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur enthielt Ende Juli 2025 bundesweit 175.141 Ladepunkte, davon circa 32.000 Schnellladepunkte mit hoher Leistung, was einem Plus von 30 % bei Schnellladepunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht.“ – Quelle: https://edison.media/verkehr/elektroauto-laden-2025-mehr-ladevorgaenge-mehr-wettbewerb/25260737/
- „Die öffentliche Ladeinfrastruktur in Baden-Württemberg wurde zwischen 2021 und 2025 besonders dynamisch ausgebaut, mit einer Steigerung der Ladepunktdichte von 60 auf 246 pro 100.000 Einwohner.“ – Quelle: https://www.e-mobilbw.de/fileadmin/media/e-mobilbw/Publikationen/Broschueren/Datenmonitor_2025_September.pdf
- „Im VDA-Ladenetzranking zeigte Hessen am 1. Juli 2025 eine Quote von 18,7 E-Autos pro öffentlich zugänglichem Ladepunkt und belegte damit den 13. Platz unter den Bundesländern.“ – Quelle: https://www.vda.de/de/themen/elektromobilitaet/ladenetz-ranking/ladenetz-ranking-ueberblick
6 Antworten
Die Tatsache, dass drei von zehn Gemeinden ohne Ladepunkt sind, ist alarmierend! Was können Bürger tun, um Druck auf ihre Stadtverwaltungen auszuüben? Ich glaube, das Bewusstsein muss gestärkt werden!
Ja genau! Vielleicht sollten wir lokale Initiativen gründen oder Petitionen starten. Es ist wichtig, dass wir alle zusammenarbeiten und unsere Stimmen erheben.
Ich bin neugierig, wie sich die Situation in den ländlichen Gebieten weiterentwickeln wird. Es scheint sehr wichtig zu sein, dass auch dort Ladeinfrastruktur vorhanden ist. Gibt es Pläne für zusätzliche Förderungen in diesen Regionen?
Kassel scheint ja Fortschritte gemacht zu haben. Warum gibt es so große Unterschiede zwischen den Städten? Das muss doch angegangen werden. Die Gemeinden ohne Ladepunkte können einfach nicht ignoriert werden!
Die Zahlen sind wirklich interessant! Aber ich denke, die hohen Strompreise sind ein großes Hindernis für viele. Wie könnte man diesen Preis auf ein akzeptables Niveau senken? Ich hoffe auf mehr Anreize für die Verbraucher!
Es ist erschreckend zu sehen, dass Hessen nur Platz 13 belegt. Ich frage mich, was die Regierung plant, um diese Lücken im Ladenetz zu schließen? Förderung könnte helfen, aber wie effizient wird das umgesetzt?