VAR-Umzug 2027: Vom Kölner Keller zum DFB-Campus – Mehr Platz, Transparenz und Technik

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Das Video-Assist-Center (VAC) zieht im Sommer 2027 von Köln an den DFB-Campus nach Frankfurt. Der Umzug ist eine Reaktion auf wachsende Anforderungen und soll die Effizienz und Transparenz der VAR-Arbeit steigern. Dafür wird die genutzte Fläche von etwa 100 auf über 600 Quadratmeter erweitert, um mehr Arbeitsplätze und Besucherräume zu schaffen. Ein Testbetrieb ist bereits für die Rückrunde der Saison 2026/2027 vorgesehen.

Inhaltsverzeichnis

– Das Video-Assist-Center zieht im Sommer 2027 von Köln zum DFB-Campus nach Frankfurt.
– Grund sind wachsende Anforderungen und die Notwendigkeit für mehr Kapazität und Professionalität.
– Der Umzug soll Effizienz, Transparenz und die Sichtbarkeit der Schiedsrichterarbeit erhöhen.

Video-Assist-Center zieht 2027 von Köln nach Frankfurt

Das Video-Assist-Center (VAC) bekommt einen neuen Standort.* Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die DFL Deutsche Fußball Liga haben beschlossen, das Zentrum von Köln an den DFB-Campus in Frankfurt am Main zu verlegen.* Die Video-Assistentinnen sollen im Sommer 2027 in die neuen Räume auf dem DFB-Campus ziehen.

Video-Assist-Center zieht 2027 von Köln nach Frankfurt

Das Video-Assist-Center (VAC) bekommt einen neuen Standort.* Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die DFL Deutsche Fußball Liga haben beschlossen, das Zentrum von Köln an den DFB-Campus in Frankfurt am Main zu verlegen.* Die Video-Assistentinnen sollen im Sommer 2027 in die neuen Räume auf dem DFB-Campus ziehen. (Stand: 11.12.2025, Pressemitteilung DFB).

Der Umzug ist eine direkte Antwort auf die gestiegenen Anforderungen. Wachsende Anforderungen durch den Spielbetrieb in der Bundesliga, 2. Bundesliga und dem DFB-Pokal sowie internationale Standards führen zu einem Veränderungsbedarf. Das aktuelle VAC in Köln-Deutz stößt an seine Grenzen. Die angemieteten Räume umfassen lediglich etwa 100 Quadratmeter mit zehn Arbeitsplätzen. Am neuen Standort soll sich die genutzte Fläche auf mehr als 600 Quadratmeter versechsfachen. Neben deutlich mehr VAR-Workstations sind auch zusätzliche Arbeits- und Besucherräume geplant.

Der Zeitplan steht: Vor der offiziellen Inbetriebnahme im Sommer 2027 ist bereits ab der Rückrunde der Saison 2026/2027 ein Testbetrieb vorgesehen.* Die Planungen laufen, und die Baugenehmigung ist schon erteilt.* (Stand: 11.12.2025, Pressemitteilung DFB).

Die Verantwortlichen sehen in dem Umzug mehr als einen einfachen Standortwechsel. Florian Götte, Geschäftsführer der DFB Schiri GmbH, betont: "Die Verlegung des VAC zum DFB-Campus ist mehr als ein Standortwechsel. Sie ist ein klares Signal für die Weiterentwicklung des Schiedsrichterwesens und des VAR." Die Nähe zu Trainingsplätzen und Experten auf dem Campus soll Synergien schaffen und Ausbildung, Technik und Praxis enger verzahnen.

Auch für die Öffentlichkeit soll die Arbeit transparenter werden. DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann bringt es auf den Punkt: "Der VAR kommt vom Keller ans Tageslicht." Geplante Führungen sollen Besuchern einen Einblick ermöglichen und so für mehr Verständnis sorgen.*

Ansgar Schwenken, DFL-Direktor Spielbetrieb & Fans, verweist auf die Tradition der Innovation: "Mit der Einführung des Video-Assistenten im Jahr 2017 haben DFL und DFB ein klares Zeichen für die Weiterentwicklung des deutschen Schiedsrichterwesens gesetzt." Das neue Center soll die Grundlage bieten, den Weg zu mehr Professionalität und Einheitlichkeit konsequent weiterzugehen.* Der Umzug ist Teil der langfristigen Strategie beider Verbände, Innovation und Qualität im deutschen Fußball weiter voranzutreiben.

Vom Keller ans Tageslicht: Die Technik hinter dem Video-Assistenten

Die Entscheidungen der Video-Assistenten im Fußball basieren auf einem komplexen technischen System, das sich seit der Einführung stetig weiterentwickelt hat. Der zentrale Betriebsort ist das Video-Assist-Center (VAC), von dem aus die VARs die Spiele der Bundesliga, 2. Bundesliga und des DFB-Pokals überwachen. Seit der Saison 2017/2018 wird der Video-Assistent zentral aus dem VAC in Köln eingesetzt, das seit 2022/23 mit erweiterter Kameraabdeckung inklusive Torlinientechnologie ausgestattet ist (*). Diese zentrale Steuerung ermöglicht eine einheitliche Anwendung der Regeln und eine effiziente Zusammenarbeit der Offiziellen.

Technische Komponenten des VAR-Betriebs

Das Herzstück der Technologie bilden die zahlreichen Kameraperspektiven, die jedes Spiel aus bis zu 38 verschiedenen Winkeln erfassen. Diese Bilder laufen in Echtzeit im VAC zusammen. Für die präzise Beurteilung von Tornähe und Abseitspositionen kommen spezielle Systeme zum Einsatz. Im Profifußball Deutschland wird die Technologie der Sportec Solutions AG genutzt, inklusive FIFA-zertifizierter Abseitslinie sowie optionaler 3D-Ergänzung mit virtuellem Lot für in der Luft befindliche Körperteile (*). Die Torlinientechnologie, oft als „Hawk-Eye“ bekannt, liefert innerhalb einer Sekunde eine zuverlässige Meldung, ob der Ball die Linie vollständig überquert hat.

Entwicklung: Einführung → Erweiterung → Automatisierung

Die technische Ausstattung des VAR ist kein statisches System, sondern unterliegt einer kontinuierlichen Evolution, die auf mehr Präzision und Geschwindigkeit abzielt. Der nächste große Schritt ist bereits beschlossen: Zur Saison 2025/26 wird eine halbautomatische Abseitstechnologie eingeführt mit 3D-Tracking von 21 Körperpunkten je Spieler und KI-gestützter Erkennung von Abspielmomenten, deren virtuelle Abseitslinie im VAR-Center überprüft wird (*). Diese Technologie soll Abseitsentscheidungen deutlich beschleunigen, indem sie dem VAR sofort eine vorbereitete, virtuelle Linie zur finalen Prüfung vorlegt.

Diese technischen Erweiterungen stellen auch wachsende Anforderungen an die Infrastruktur. Das bisherige VAC in Köln mit seinen etwa 100 Quadratmetern und zehn Workstations stößt an Kapazitätsgrenzen (*). Die geplante Verlegung zum DFB-Campus in Frankfurt bis Sommer 2027 ist eine direkte Antwort darauf. Die neue Heimat soll mit mehr als 600 Quadratmetern nicht nur deutlich mehr Raum bieten, sondern durch moderne Infrastruktur und Besucherformate auch für mehr Transparenz sorgen. Wie der 1. DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann es formuliert: „Der VAR kommt vom Keller ans Tageslicht.“

Wichtige Meilensteine technischer VAR-Entwicklung

Jahr/Periode Maßnahme/Technik Funktion Quelle/Stand
2017/2018 Einführung des zentralen VAR-Betriebs Video-Assistenten unterstützen Schiedsrichter erstmals vom VAC in Köln aus. Bundesliga.com, 22.07.2022 *
2022/2023 Erweiterte Kameraabdeckung & Torlinientechnologie Ausbau der Kameraperspektiven und Integration der Torlinientechnologie (z. B. Hawk-Eye) ins VAC. Bundesliga.com, 22.07.2022 *
2025/2026 (geplant) Halbautomatische Abseitstechnologie KI-gestütztes Tracking von Spielern zur schnelleren Erstellung virtueller Abseitslinien für den VAR. Bundesliga.com, 05.06.2024 *
Sommer 2027 (geplant) Umzug des VAC zum DFB-Campus Frankfurt Deutliche Vergrößerung der Fläche und Modernisierung der Infrastruktur für mehr Kapazität und Transparenz. DFB-Pressemitteilung, 11.12.2025 *

Vom Keller ans Tageslicht: Warum der Umzug als nötig gilt

Der Beschluss, das Video-Assist-Center zu verlegen, ist eine direkte Antwort auf zwei zentrale Herausforderungen: die physischen Grenzen am alten Standort und die öffentliche Wahrnehmung des VAR-Systems. Während die Verbände die Verlegung als logische Konsequenz wachsender Anforderungen darstellen, interpretieren Medien und Öffentlichkeit den Umzug als längst überfälligen Modernisierungsschritt.

Platzmangel und Arbeitsbedingungen

Der bisherige Standort im sogenannten „Kölner Keller“ war schon länger in der Kritik. Laut einem Bericht von Sky Sport vom 15. Februar 2024 stieß das VAC dort aufgrund von Platzmangel und fehlenden Räumen für Schulungen, Medienarbeit und Besucher an seine Grenzen*. Diese engen Verhältnisse korrelieren mit den steigenden Anforderungen des Spielbetriebs in Bundesliga, 2. Bundesliga und DFB-Pokal sowie internationalen Standards.

Öffentliche Wahrnehmung des VAR

Die geplante Verlegung nach Frankfurt wird medial als Modernisierung der Arbeitsbedingungen und als Chance für eine verbesserte öffentliche Wahrnehmung interpretiert (Stand: 11.12.2025, laut Süddeutscher Zeitung).

Die Perspektiven auf den Umzug lassen sich in zwei Kernargumente fassen:

  • Aus Sicht der Verbände (DFB/DFL): Der Umzug ist eine operative Notwendigkeit, um Effizienz, Professionalität und Transparenz zu steigern. Die neue Infrastruktur soll einen operativen Vorsprung und mehr Parallelleistung ermöglichen.
  • Aus medialer und öffentlicher Sicht: Der Umzug ist ein symbolischer Akt der Öffnung und Modernisierung. Er soll das Vertrauen in das VAR-System stärken, indem die Arbeit aus der Anonymität geholt und „erlebbarer“ gemacht wird.

Damit markiert der Standortwechsel mehr als einen einfachen Büroumzug. Er ist der Versuch, sowohl die technisch-logistischen als auch die kommunikativen Defizite der Vergangenheit zu überwinden und den Video-Assistenten auf eine neue, breiter akzeptierte Grundlage zu stellen.

Mehr Klarheit, mehr Aufgaben: Wie neue Regeln und Technik den VAR verändern

Die Arbeit des Video-Assistenten (VAR) ist einem ständigen Wandel unterworfen. Technische Innovationen und mögliche Regelausweitungen erhöhen die Anforderungen an das Video-Assist-Center (VAC). Diese Entwicklungen prägen die Gegenwart und Zukunft der Videobeweis-Kontrolleure.

Transparenzmaßnahmen seit 2023

Seit der Saison 2023/24 erläutern die Schiedsrichter nach VAR-Eingriffen ihre endgültige Entscheidung direkt über das Stadionmikrofon*. Diese Praxis wird künftig verbindlich.

Erweiterte Zuständigkeiten und Arbeitslast

Eine der größten Umstellungen steht zur Saison 2025/26 an: die Einführung einer halbautomatischen Abseitstechnologie. Ein Kamerasystem trackt dabei 22 Körperpunkte jedes Spielers, und eine KI hilft bei der Erkennung des Abspielmoments. Die so generierte virtuelle Abseitslinie muss anschließend im VAC überprüft und freigegeben werden*.

Die Arbeitslast könnte sich perspektivisch weiter erhöhen. Für die Weltmeisterschaft 2026 wird eine Ausweitung des Zuständigkeitsbereichs der Video-Assistenten diskutiert*. Solche Erweiterungen würden nicht nur mehr Eingriffe pro Spiel bedeuten, sondern auch die psychische Belastung der Teams im VAC steigern, da die Verantwortung und die Zahl der kritisch zu überwachenden Szenen zunähmen.

Diese Kombination aus mehr Transparenz nach außen und wachsender Komplexität im Inneren definiert die aktuelle Entwicklungsstufe des VAR. Sie unterstreicht, warum der DFB und die DFL in die Infrastruktur investieren: Nur mit modernster Technik und optimalen Arbeitsbedingungen können die gestiegenen Anforderungen an Geschwindigkeit, Präzision und Nachvollziehbarkeit dauerhaft erfüllt werden.

Mehr als ein Umzug: Was die neue Heimat des VAR für den Fußball bedeutet

Der Umzug des Video-Assist-Centers ist weit mehr als ein logistischer Akt. Er markiert einen strategischen Wendepunkt, der langfristige Folgen für die Akzeptanz der Technologie, die Arbeit der Schiedsrichter und das Erlebnis der Fans haben wird. Während die technische und räumliche Aufrüstung die operative Effizienz steigern soll, liegt die größte Herausforderung im Immateriellen: Vertrauen zu schaffen. Die geplanten Besucherformate auf dem DFB-Campus bieten eine historische Chance, die oft kritisierte „Black Box“ zu öffnen und die Entscheidungsprozesse nachvollziehbarer zu machen. Ob dies gelingt, wird maßgeblich davon abhängen, wie transparent und dialogbereit die neuen Formate gestaltet werden.

Drei zentrale Thesen prägen den Ausblick:

Erstens können offene Besucherkonzepte und mediale Einblicke das Vertrauen in den VAR stärken, indem sie Abläufe demystifizieren.

Zweitens ist der Umzug ein starkes Symbol für die langfristige Verankerung und Weiterentwicklung des VAR im deutschen Fußball. Die offene Frage bleibt, wie dieser Standard in eine für alle Beteiligten – von den Profis auf dem Platz bis zu den Fans auf der Tribüne – spürbar bessere Entscheidungskultur übersetzt wird.

Die vorliegenden Informationen und Zitate basieren auf einer Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bunds (DFB).

Weiterführende Quellen:

9 Antworten

  1. Ich denke auch, dass dieser Schritt wichtig ist für den deutschen Fußball. Der VAR hat viel Kritik einstecken müssen und vielleicht kann dieser Umzug helfen!

  2. Es ist gut zu hören, dass die Kapazitäten erhöht werden sollen! Der alte Standort war wirklich zu klein für die Anforderungen des modernen Fußballs. Welche weiteren Entwicklungen könnten wir erwarten?

    1. Ich hoffe auf eine bessere Kommunikation zwischen Schiedsrichtern und Fans! Es wäre schön zu wissen, warum Entscheidungen getroffen werden.

  3. Der DFB-Campus in Frankfurt klingt nach einer tollen Möglichkeit für mehr Sichtbarkeit! Ich hoffe, dass die Führungen auch dazu führen werden, dass mehr Fans verstehen, wie der VAR funktioniert. Was haltet ihr von diesen Ideen?

    1. Ich glaube auch, dass das Verständnis erhöht werden könnte! Aber was passiert mit den alten Problemen? Wird alles besser oder bleibt es wie vorher?

    2. Die Transparenz ist sehr wichtig! Vielleicht können mehr Menschen sehen, wie viel Arbeit hinter dem VAR steckt und vielleicht wird dann das Vertrauen wachsen.

  4. Ich bin skeptisch, ob der Umzug wirklich etwas an der Akzeptanz des VAR ändern kann. Die Technik hat sich zwar weiterentwickelt, aber wird das Publikum das Vertrauen haben? Was denkt ihr dazu?

  5. Ich finde den Umzug des Video-Assist-Centers nach Frankfurt eine interessante Entscheidung. Es ist wichtig, dass der VAR transparent arbeitet. Wie denkt ihr über die Veränderungen, die dieser Umzug mit sich bringt?

    1. Das klingt wirklich spannend! Ich hoffe, dass die neuen Räumlichkeiten auch zu einer besseren Ausbildung der Schiedsrichter beitragen. Welche konkreten Verbesserungen erwarten wir durch die neue Technologie?

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