UEFA Women’s EURO 2029 in Deutschland: DFB erhält Zuschlag, Stadionanforderungen und Auswirkungen auf den Frauenfußball

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird die Frauen-Fußball-Europameisterschaft 2029 ausrichten. Das entschied das UEFA-Exekutivkomitee am 3. Dezember 2025. Damit findet die Endrunde erstmals seit 2001 wieder in Deutschland statt.

Inhaltsverzeichnis

– Der DFB wird Gastgeber der UEFA Women’s EURO 2029 in Deutschland.
– Die Entscheidung fiel am 3. Dezember 2025 durch das UEFA-Exekutivkomitee.
– Es ist die erste Frauen-EM in Deutschland seit dem Jahr 2001.

Deutschland richtet die Frauen-EM 2029

Am 3. Dezember 2025 fiel in Nyon die offizielle Entscheidung: Der Deutsche Fußball-Bund erhielt den Zuschlag für die Ausrichtung der UEFA Women’s EURO 2029*.

Der DFB setzte sich mit seiner Bewerbung unter dem Motto „WE’29 – Together We Rise“ durch. Grundlage der erfolgreichen Kandidatur war ein detailliertes Konzept, das in enger Abstimmung mit Bundesregierung, Ländern, Kommunen und weiteren Partnern erarbeitet wurde. Die Vorbereitungen laufen nun an: In den nächsten rund dreieinhalb Jahren sollen in Deutschland beste Bedingungen für alle Beteiligten geschaffen werden*.

Die Freude und Entschlossenheit beim DFB sind groß. DFB-Präsident Bernd Neuendorf betonte: „Wir sind stolz und glücklich, die UEFA Women’s EURO 2029 ausrichten zu dürfen. Wir danken der UEFA für das entgegengebrachte Vertrauen. Die Ausrichtung eines derart wichtigen Turniers ist eine Ehre. Sie ist aber auch mit einer großen Verantwortung verbunden. Nach der wunderbaren UEFA Women’s EURO 2025 in der Schweiz wollen wir neue Maßstäbe setzen. Wir sind absolut überzeugt, dass das Turnier in Deutschland mehr als eine Million Fans anziehen und die UEFA erstmals mit einer Frauen-Europameisterschaft einen finanziellen Gewinn erzielen wird. Wir freuen uns darauf, im Sommer 2029 ein großes Fest des Frauenfußballs zu feiern.“

Heike Ullrich, DFB-Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball, ergänzte: „Wahnsinn! Ein Traum wird wahr. Nach 2001 dürfen wir wieder Gastgeber einer Frauen-EURO in Deutschland sein. Ab heute und bis in den Sommer 2029 hinein werden wir mit aller Energie darauf hinarbeiten, eine EM auszurichten, auf die die UEFA und die gesamte europäische Fußballfamilie stolz sein können. Dabei geht es nicht nur um Management- und Organisationsfragen, sondern vor allem um die positiven Effekte des Turniers auf die Entwicklung des Frauenfußballs in Europa. Die UEFA hat mit ihrer ‚Unstoppable‘-Strategie klare Ziele bis 2030 formuliert, darauf wollen wir mit der UEFA Women’s EURO 2029 einzahlen.“

Der Weg zum Gastgeber: Anforderungen, Bewerber und ein schrumpfendes Feld

Die Entscheidung der UEFA für Deutschland als Gastgeber der Women’s EURO 2029 fiel nicht im luftleeren Raum. Sie war das Ergebnis eines strukturierten Bewerbungsverfahrens, das klare infrastrukturelle Vorgaben stellte und in dem sich mehrere europäische Fußballverbände um die prestigeträchtige Ausrichtung bewarben. Der Erfolg des DFB lässt sich nur verstehen, wenn man die Rahmenbedingungen und die Konkurrenzsituation betrachtet.

Stadionanforderungen & mögliche Gastgeberstädte

Die UEFA legte für Bewerber der Frauen-Europameisterschaft 2029 einen anspruchsvollen Stadionschlüssel fest. Dieser umfasste vier Spielstätten mit mindestens 20.000 Plätzen, drei weitere mit einer Kapazität von mindestens 30.000 und ein Stadion mit mindestens 50.000 Zuschauerplätzen*. Diese Vorgaben zielten darauf ab, dem wachsenden Zuschauerinteresse im Frauenfußball gerecht zu werden und gleichzeitig eine wirtschaftlich erfolgreiche Veranstaltung zu ermöglichen. Für ein Land wie Deutschland, das mit einer Vielzahl moderner, multifunktionaler Arenen aufwartet, stellten diese Anforderungen eine solide Basis dar, auf der ein überzeugendes Konzept aufbauen konnte.

Kategorie Mindestkapazität Bedeutung für Bewerber Quelle/Stand
Kategorie A 50.000+ Austragung von Finalspielen, hohes Zuschauerpotenzial UEFA-Anforderung*
Kategorie B 30.000+ Austragung von Hauptrunden- und Viertelfinalspielen UEFA-Anforderung*
Kategorie C 20.000+ Austragung von Gruppenspielen, Basis der Stadioninfrastruktur UEFA-Anforderung*

Status der Bewerbungen

Neben Deutschland hatten laut Recherche auch Dänemark/Schweden (mit einer gemeinsamen Bewerbung), Polen, Portugal und Italien ihr Interesse bekundet*. Doch im Laufe des Jahres 2025 verdünnte sich das Feld der Mitbewerber deutlich.

Zuerst zog Italien seine Bewerbung Ende August 2025 zurück. Knapp drei Monate später, am 17. November 2025, folgte Portugal, das sich stattdessen auf die gemeinsame Bewerbung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 konzentrieren wollte. Diese Rückzüge ließen schließlich ein Finale zwischen der deutsch-schweizerischen Bewerbung (die später ebenfalls zurückgezogen wurde) und dem alleinigen Konzept des DFB entstehen. In seiner Pressemitteilung vom 3. Dezember 2025 zollte der DFB den verbliebenen Mitbewerbern ausdrücklich „Anerkennung und Dank für einen jederzeit fairen, sauberen und respektvollen Wettkampf“. Die schrumpfende Konkurrenz unterstrich indirekt auch die hohen organisatorischen und finanziellen Hürden, die eine Ausrichtung eines solchen Großevents mit sich bringt.

Wirtschaftliche Weichenstellung: Investitionen und Unsicherheiten

Die Vergabe der Frauen-EM 2029 an Deutschland ist nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein wirtschaftlicher Kraftakt. Die finanzielle Bilanz solcher Großereignisse schwankt erheblich, wie ein aktuelles Beispiel zeigt. Die Endrunde der Frauen-EM 2025 in der Schweiz schloss mit einem deutlichen Minus ab (Stand: Sommer 2025). Dieses Ergebnis dient als Warnhinweis vor den finanziellen Risiken, die selbst bei gut organisierten Turnieren auftreten können. Es unterstreicht, dass hohe Zuschauerzahlen und mediale Aufmerksamkeit nicht automatisch eine schwarze Null garantieren.

Gleichzeitig setzt der Deutsche Fußball-Bund auf massive Investitionen in die Infrastruktur des Frauenfußballs. Noch vor der EM 2029 plant der Verband eine signifikante Finanzspritze. Eine Investition von 100 Millionen Euro in die Professionalisierung der Frauen-Bundesliga soll am 10. Dezember 2025 offiziell angekündigt werden (Stand: Dezember 2025)*. Diese Mittel zielen darauf ab, die Liga langfristig wettbewerbsfähiger und attraktiver zu machen – eine strategische Vorbereitung, die auch der EM 2029 zugutekommen soll.

Die wirtschaftliche Herausforderung liegt in der Abwägung zwischen kurzfristigen Turnierkosten und langfristigen Entwicklungseffekten. Während die Schweiz 2025 Verluste verbuchte, hofft der DFB auf eine andere Dynamik. Die geplanten Millionen für die Liga sollen eine nachhaltigere Basis schaffen, von der der gesamte Frauenfußball profitiert. Ob diese Investitionen und die erwarteten Einnahmen aus Ticketverkauf, Merchandising und Medienrechten am Ende einen Gewinn erwirtschaften, bleibt eine offene Frage. Die Einschätzung von unabhängigen Sportökonomen wäre hier wertvoll, um die komplexen finanziellen Prognosen für das Turnier 2029 kritisch zu prüfen.

Ein Turnier als Katalysator: Was die EM 2029 für Deutschland bedeutet

Die Vergabe der UEFA Women’s EURO 2029 an Deutschland ist weit mehr als ein sportliches Großereignis. Sie wirkt wie ein Katalysator, der langfristige Entwicklungen im Frauenfußball beschleunigen und tief in die Gesellschaft hineinwirken kann. Über den reinen Spielbetrieb hinaus entfaltet das Turnier eine eigene Dynamik, die Vereine, Ehrenamtliche und die öffentliche Wahrnehmung nachhaltig verändern kann.

Wachstum des Frauenfußballs

Im Zentrum steht die Entwicklung des Frauenfußballs selbst. Ein solches Turnier auf eigenem Boden schafft eine nie dagewesene Sichtbarkeit. Die Spiele in den deutschen Stadien, die Berichterstattung und die öffentliche Aufmerksamkeit rücken Athletinnen, ihre Geschichten und ihre Leistungen in den Mittelpunkt. Diese erhöhte Präsenz wirkt inspirierend. Mädchen sehen neue Vorbilder auf dem Platz, was die Nachwuchsarbeit in den Vereinen beflügeln kann. Die erwartete große Anzahl an Zuschauern vor Ort und Millionen vor den Bildschirmen demonstrieren die wachsende Popularität und Marktfähigkeit des Sports.

Diese gesteigerte Aufmerksamkeit unterstützt direkt die Professionalisierung. Sie schafft Argumente für bessere Rahmenbedingungen, fördert die Kommerzialisierung und kann Sponsoren überzeugen, langfristig in Frauenfußballstrukturen zu investieren. Der DFB hat in seiner Bewerbung betont, mit der EURO 2029 auf die internationale „Unstoppable“-Strategie der UEFA einzahlen zu wollen. Ein erfolgreiches Turnier in Deutschland kann somit zum Modell für andere Nationen werden und den Wissensaustausch über Ländergrenzen hinweg fördern – ein entscheidender Schritt für das globale Wachstum der Sportart.

Regionale Effekte für Städte und Vereine

Die positiven Impulse verteilen sich nicht nur national, sondern entfalten eine starke regionale Wirkung. Die ausgewählten Host Cities erleben einen unmittelbaren wirtschaftlichen Schub durch anreisende Fans, Medien und Touristen. Für die lokalen Vereine in diesen Städten und ihren Umlandregionen eröffnen sich einzigartige Chancen. Sie können von der allgemeinen Fußball-Euphorie profitieren, Kooperationen eingehen oder ihre eigenen Angebote im Jugend- und Breitensport bekannter machen.

Besonders wertvoll ist der Effekt auf das Ehrenamt. Ein Großevent dieser Dimension lebt von der Unterstützung tausender freiwilliger Helfer. Diese Erfahrung stärkt nicht nur die Gemeinschaft vor Ort, sondern kann Menschen dauerhaft für ein Engagement im Vereinssport gewinnen. Die gewonnenen Organisationserfahrungen und das geschaffene Netzwerk bleiben auch nach dem letzten Pfiff der EM 2029 erhalten und bereichern die lokale Vereinslandschaft.

Doch dieser mögliche Entwicklungsschub verlangt nach einer soliden Grundlage. Die positiven Effekte auf Sichtbarkeit, Talentförderung und Infrastruktur stellen sich nur ein, wenn die Planung nachhaltig und ganzheitlich angelegt ist. Die finanziellen Ambitionen, mit dem Turnier erstmals einen Gewinn für eine Frauen-EM zu erzielen, sind ehrgeizig. Sie erfordern eine realistische Kalkulation und ein klares Konzept, wie die geschaffenen Strukturen auch über das Jahr 2029 hinaus wirken können. Nur so wird aus dem kurzen Sommerfest ein langfristiger Impuls, der den Frauenfußball in Deutschland und Europa wirklich voranbringt.

Der Weg zur Frauen-EM 2029: Was jetzt auf dem Plan steht

Mit der offiziellen Vergabe der UEFA Women’s EURO 2029 an den Deutschen Fußball-Bund beginnt die eigentliche Arbeit. Die kommenden Jahre sind geprägt von konkreter Planung und enger Abstimmung. Im Fokus stehen nun organisatorische Meilensteine, die aus dem erfolgreichen Bewerbungskonzept eine operative Realität machen.

Zentral ist die fortlaufende Kooperation mit der UEFA. Gemeinsam werden die im mehr als 2500 Seiten starken Bid Book skizzierten Pläne detailliert ausgearbeitet und umgesetzt.

Die Vorbereitungsphase bis zum Sommer 2029 ist damit ein dynamischer Prozess, der kontinuierlich konkretere Formen annimmt. Sie legt das Fundament für das angestrebte große Fest des Frauenfußballs und dessen nachhaltige Wirkung über das Turnier hinaus.

Die nachfolgenden Informationen und Zitate stammen aus einer offiziellen Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Weiterführende Quellen:

12 Antworten

  1. Ich frage mich echt, wie die Städte sich auf die EM vorbereiten werden? Gibt es da schon Infos über spezielle Veranstaltungen oder Aktionen für Fans? Das könnte spannend werden.

  2. Ich finde es toll zu hören, dass mehr als eine Million Fans erwartet werden! Das zeigt doch das Wachstum im Frauenfußball! Wo seht ihr noch Potenzial zur Verbesserung?

    1. Ich denke, mehr Medienberichterstattung könnte helfen! Was haltet ihr davon? Gibt es genug TV-Übertragungen für so ein großes Event?

  3. Die Idee mit der Sichtbarkeit des Frauenfußballs ist super! Ich hoffe, dass viele Mädchen dadurch motiviert werden. Wer von euch hat schon mal ein Frauenspiel live gesehen?

    1. Ich habe noch nie ein Spiel live gesehen, aber ich würde gerne mal hingehen! Vielleicht gibt es ja Karten zu gewinnen?

  4. Ich bin skeptisch, ob das Turnier wirklich profitabel wird. Die Schweiz hat ja auch viel verloren. Wie denkt ihr darüber? Könnte es anders laufen in Deutschland?

    1. Das stimmt schon, aber vielleicht haben sie aus den Fehlern gelernt und machen es besser dieses Mal. Was wäre euer Tipp für gute Werbung für das Event?

  5. Ich finde die Entscheidung, die Frauen-EM 2029 in Deutschland auszurichten, wirklich großartig! Endlich wird der Frauenfußball in den Fokus gerückt. Was denkt ihr über die Vorbereitungen? Wird Deutschland das gut hinkriegen?

    1. Ja, das ist echt eine spannende Zeit! Ich hoffe, dass die Infrastruktur rechtzeitig fertig wird. Glaubt ihr, dass viele Zuschauer kommen werden?

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