Trikottag am 13. Mai: 71 Prozent fordern mehr Geld für Sportvereine – Milliarden-Sanierungsstau bedroht Breitensport

Anlässlich des bundesweiten Trikottags am 13. Mai veröffentlicht der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) eine repräsentative Umfrage, nach der sich 71 Prozent der Deutschen mehr Investitionen in den Breiten- und Vereinssport wünschen. Die 86.000 Sportvereine im Land gelten für eine große Mehrheit als unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Tag soll auf die enormen Herausforderungen aufmerksam machen: Der Sanierungsstau für Sportstätten beträgt mindestens 31 Milliarden Euro, und jeder sechste Verein sieht seine Existenz durch fehlende Ehrenamtliche bedroht.
Sportbekleidung, Wasserflasche, Turnschuhe auf Holzbank in Turnhalle.

Inhaltsverzeichnis

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– 71 % der Deutschen fordern mehr politische Investitionen in Sportvereine.
– Sportvereine gelten laut Umfrage als unverzichtbar für gesellschaftlichen Zusammenhalt.
– Sanierungsstau bei Sportstätten beträgt mindestens 31 Milliarden Euro.

Trikottag: Warum Vereine mehr Geld brauchen

Am Mittwoch, 13. Mai, will der Deutsche Olympische Sportbund den bundesweiten Trikottag erneut als Zeichen für den Vereinssport nutzen. In diesem Jahr verbindet sich der Anlass auch mit einer politischen Botschaft: Eine große Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich mehr öffentliche Investitionen in den Breiten- und Vereinssport. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die der DOSB zum Trikottag in Auftrag gegeben hat. Dafür befragte die Marktforschungs-Agentur One8Y mehr als 2.000 Menschen.

71 Prozent der Befragten sagen, dass die Politik stärker in Sportvereine investieren sollte. Zugleich verdeutlichen die Ergebnisse, wie fest Vereine gesellschaftlich verankert sind: Jeweils mehr als 80 Prozent halten Sportvereine für wichtig für die Gesellschaft und sehen in ihnen einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt. Der DOSB verweist in diesem Zusammenhang auf 86.000 Sportvereine im Land.

DOSB-Präsident Thomas Weikert sieht darin eine klare Bestätigung für die Rolle der Vereine. „Sportvereine sind vielerorts die letzten verbliebenen Orte, an denen Menschen aus unterschiedlichsten sozialen Schichten und Kulturkreisen sich noch treffen und an denen ein offener Austausch stattfindet. Der Beitrag von Sportvereinen für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt sollte deshalb auf keinen Fall unterschätzt werden, das belegen die aktuellen Zahlen deutlich. Die Menschen wünschen sich, dass diese Orte gestärkt werden: Das bedeutet mehr Unterstützung für das Ehrenamt, mehr Investitionen in Sportstätten und eine Stärkung des Vereinslebens.“

Wie stark Vereine als soziale Orte wirken, zeigt laut Umfrage auch der Blick auf die Mitglieder. Fast 90 Prozent der Sportvereinsmitglieder geben an, im Verein Menschen unterschiedlicher sozialer Hintergründe zu treffen, denen sie im Alltag sonst nicht begegnen würden, und darüber Freundschaften zu knüpfen. Für den DOSB ist der Trikottag daher mehr als eine Mitmachaktion: Sportdeutschland mit seinen 29 Millionen Mitgliedschaften feiert an diesem Tag den Vereinssport – und macht zugleich auf dessen Belastungsgrenzen aufmerksam.

Warum der Investitionsdruck jetzt wächst

Die Forderung nach mehr Geld trifft auf eine Infrastruktur, die vielerorts sichtbar in die Jahre gekommen ist. Nach Angaben des DOSB stammen zahlreiche Sportstätten noch aus den 1970er Jahren und müssen dringend modernisiert werden. Der bundesweite Sanierungsstau für Sportinfrastruktur liegt demnach bei mindestens 31 Milliarden Euro. Gemeint sind nicht nur große Arenen, sondern vor allem die Alltagsorte des Breitensports: Turnhallen, Sportplätze, Schwimmbäder und Vereinsanlagen.

Politisch gibt es inzwischen Förderzusagen, ihre Reichweite bleibt jedoch begrenzt. Anfang September 2025 verwies der organisierte Sport auf ein neues Förderprogramm aus KTF-Mitteln des Sondervermögens, das für die Jahre 2026 bis 2028 bis zu 1 Milliarde Euro für die Sanierung und Modernisierung von Sportstätten vorsieht. Voraussetzung ist eine Komplementärfinanzierung durch Länder und Kommunen. Am 4. September 2025 beschloss zudem der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, eine „Sportmilliarde“ von bis zu 1 Milliarde Euro bis 2029 für ein Förderprogramm zur Sanierung kommunaler und vereinseigener Sportstätten bereitzustellen; abrufbar sein soll das Programm ab August 2026.

Lesenswert ist außerdem Sportmilliarde: Erste Förderwelle erhöht den Druck zur Vorbereitung.

Beide Programme stehen für politischen Rückenwind. Zugleich zeigen sie, warum der Druck auf Kommunen und Vereine hoch bleibt. Denn selbst wenn Fördermittel in Aussicht stehen, müssen Projekte geplant, kofinanziert und umgesetzt werden. Für viele Vereine bedeutet das: Marode Hallen, sanierungsbedürftige Plätze oder eingeschränkte Trainingszeiten lassen sich nicht kurzfristig beheben.

Vereine unter Druck: Ehrenamt und Strukturwandel

Neben den baulichen Problemen rückt eine zweite zentrale Herausforderung in den Fokus: das Ehrenamt. Laut DOSB sieht sich jeder sechste Verein in seiner Existenz bedroht, weil es nicht mehr gelingt, ausreichend ehrenamtlich Engagierte zu gewinnen. Zwar engagieren sich im Sport weiterhin gut acht Millionen Menschen, gleichzeitig ist das Ehrenamt insgesamt rückläufig. Innerhalb von zehn Jahren sank der Anteil von 40 Prozent im Jahr 2014 auf 36,7 Prozent im Jahr 2024.

Dieser Trend deckt sich mit Befunden aus der Zivilgesellschaftsforschung. Nach Daten des ZiviZ-Surveys ging die Zahl der eingetragenen Sportvereine von über 91.000 im Jahr 2011 auf unter 87.000 im Jahr 2023 zurück. Auch ihr Anteil an allen zivilgesellschaftlichen Organisationen sank von 25 Prozent im Jahr 2012 auf 22 Prozent im Jahr 2023. Zwischen 2017 und 2022 verzeichneten 27 Prozent der Sportvereine einen Rückgang der ehrenamtlich Engagierten, während 17 Prozent einen Anstieg meldeten. Mit Stand September 2024 berichten nur 13 Prozent der Vereine, dass die Gewinnung für dauerhafte Ehrenamts-Positionen leichtfällt.

Für Mitglieder und Familien bleibt das nicht folgenlos. Fehlen Trainerinnen und Trainer, Vorstände oder Helfer, werden Angebote reduziert, Trainingsgruppen größer und Organisationsaufgaben schwerer zu bewältigen. Der DOSB beschreibt die Folgen klar: In immer mehr Vereinen führen diese Probleme zu Aufnahmestopps und bremsen das Mitgliederwachstum. Weikert formuliert es so: „Wir riskieren eine Generation Warteliste. Sportvereine können ihre Angebote nicht machen und schon gar nicht ausbauen, wenn sie dazu nicht die nötigen Plätze und Hallen haben oder das Personal, das das Training betreut und sich um den Betrieb kümmert. Sport im Verein trägt maßgeblich zur Gesundheit und zum Zusammenhalt unserer Bevölkerung bei. Das angemessen zu fördern, sollte uns allen ein wichtiges Anliegen sein.“

Wie groß der Vereinssport in Deutschland ist

Die Debatte betrifft einen Bereich, der weit über einzelne Sportarten hinausgeht. In der Pressemitteilung spricht der DOSB von 29 Millionen Mitgliedschaften und 86.000 Sportvereinen. Nach Angaben des Portals „Tatsachen über Deutschland“ sind im Jahr 2024 rund 27 Millionen Menschen Mitglied in knapp 90.000 Sportvereinen.

Beide Angaben lassen sich nicht direkt vergleichen. Mitgliedschaften und Menschen sind nicht identisch, da einzelne Personen mehreren Vereinen oder Abteilungen angehören können. Klar ist jedoch: Der organisierte Sport bildet eines der größten Netze des gesellschaftlichen Alltags in Deutschland. Wenn Hallen gesperrt bleiben, Plätze nicht modernisiert werden oder Vorstände fehlen, betrifft das nicht nur die Vereine selbst, sondern viele Städte, Gemeinden und Familien.

Trikottag als Symbol und politisches Signal

Der Trikottag bündelt diese Diskussion in einem sichtbaren Symbol. Der DOSB ruft Sportvereinsmitglieder dazu auf, am Mittwoch, 13. Mai, das Trikot oder Sportoutfit ihres Heimatvereins im Alltag zu tragen. Ziel ist es, die Arbeit der Sportvereine im öffentlichen Raum sichtbar zu machen und die breite Verankerung des Vereinssports zu zeigen.

Fotos im Trikot oder Sportoutfit sollen in den sozialen Medien unter dem Hashtag #Trikottag gesammelt werden. Für Vereine, Schulen, Unternehmen und Behörden stellt der DOSB kostenfreie Mitmach-Vorlagen zur Verfügung, ebenso für Privatpersonen.

Der Aktionstag allein löst keine strukturellen Probleme. Er macht jedoch sichtbar, worum es in der Debatte geht: um Orte des Zusammenhalts, um ehrenamtliche Arbeit und um Sportstätten, ohne die viele Angebote nicht möglich sind. Die neue Umfrage zeigt, dass die Forderung nach mehr Investitionen dafür in der Bevölkerung breite Zustimmung findet. Entscheidend wird sein, ob sich diese Zustimmung auch in kommunalen, Landes- und Bundesentscheidungen niederschlägt.

Was jede und jeder schon vor der großen Sanierung tun kann

Wenn Hallenzeiten knapp werden, Plätze gesperrt sind oder Trainingsgruppen wachsen, landet der Druck schnell im Alltag: bei Familien, Kindern, Freizeitsportlern und allen, die Bewegung fest einplanen müssen. Gerade dann hilft es, den Blick nicht nur auf die große Politik zu richten, sondern auf das, was sich vor Ort sofort verbessern lässt. Oft sind es schon klare Absprachen, bessere digitale Organisation und ein transparenter Umgang mit knappen Zeiten, die Frust spürbar senken.

Praktisch heißt das: feste Infos zu Ausfällen, einfache Buchungslösungen, gemeinsame Kalender und kurze Wege bei Rückfragen. Wer Angebote koordiniert oder selbst regelmäßig Sport treibt, merkt schnell, wie viel entspannter der Ablauf wird, wenn Termine nicht in zig Chatverläufen verschwinden. Das ersetzt keine neue Halle und keinen sanierten Platz. Aber es schafft Luft, bis größere Investitionen greifen.

Genau dafür kann ein Blick in unsere Digitalisierungslösungen sinnvoll sein: Dort finden sich praktische Werkzeuge für Kommunikation, Planung und digitale Abläufe, die gerade bei knappen Ressourcen den Alltag leichter machen können. Denn wo Zeit und Räume fehlen, wird gute Organisation schnell zum unsichtbaren Trainingspartner.

Warum das Thema wichtig bleibt

Sportvereine sind im Alltag vieler Menschen fest verankert: Mehr als 80 Prozent sehen ihre Bedeutung für die Gesellschaft, und fast 90 Prozent der Vereinsmitglieder treffen dort Menschen, mit denen sie sonst im Alltag selten zusammenkommen. Damit geht es beim Trikottag nicht nur um Sportangebote, sondern um Zusammenhalt, Begegnung und gesellschaftliche Orte.

Für Vereine, Kommunen und Politik folgt daraus: Ohne moderne Sportstätten und ohne ausreichend Ehrenamt geraten Angebote schnell unter Druck – mit Folgen bis hin zu eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten und Aufnahmestopps. Die im Beitrag genannten Förderprogramme setzen zwar Impulse, doch Planung, Kofinanzierung und Umsetzung brauchen Zeit und tragen entscheidend dazu bei, ob der Vereinssport stabil bleibt.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Warum fordern so viele Menschen mehr Investitionen in Sportvereine?
Laut Umfrage wünschen sich 71 Prozent, dass Politik stärker in Breiten- und Vereinssport investiert. Hintergrund sind auch die wahrgenommene gesellschaftliche Rolle und der Zusammenhalt in den Vereinen.

Was passiert, wenn Ehrenamt und Personal fehlen?
Der Beitrag nennt reduzierte Angebote, größere Trainingsgruppen und wachsende Organisationsaufgaben. In vielen Fällen können daraus Aufnahmestopps entstehen und das Wachstum ausgebremst werden.

Welche Probleme betreffen Sportvereine zusätzlich?
Vor allem die Infrastruktur: Viele Sportstätten sind laut DOSB deutlich sanierungsbedürftig, der Sanierungsstau liegt bei mindestens 31 Milliarden Euro.

Wie kann sich die Förderpolitik auf Vereine auswirken?
Förderzusagen können Projekte ermöglichen, sind aber an Planung, Kofinanzierung und Umsetzung gekoppelt. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

Die vorliegenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Weiterführende Quellen:

12 Kommentare

  1. politisch klingt die sportmilliarde gut, aber artikel sagt kofinanzierung durch länder und kommunes ist voraussetzung, das ist tricky weil kommunalhaushalte knapp sind, frage: wie werden prioritäten gesetzt, kommen zuerst schwimmbäder oder turnhallen? praktische fallbeispiele auf /politik/sportfoerderung-wie-verteilt zeigen möglichkeiten, bitte mehr transparenz von politik

    1. gute frage, ich find man muss nach nutzwkeit priorisieren: kinder und vereinssport vor grossen prestige projekten, artikel nennt breite zustimmung in bevölkerung, das legitimiert umverteilung, aber kommunalpolitiker brauchen konkrete rechungen und vorschläge, vielleicht bundesweite checklist auf /politik/forderungen-sport währn hilfreich

    2. als trainer merk ich das: ohne hallen keine kurse, ohne ehrenamt keine betreuung, das wird schnell schlimm, artikel bringt das gut auf punkt, konstruktiv wär mehr praxis support, gemeinsame netzwerke für vereine und kommunen, siehe /netzwerk/vereine-kommunen fuer austausch und konkrete partnerangebote, wer macht mit?

  2. die idee mit digitalisierung find ich brauchbar, gemeinsame kalender und buchungslösungen reduzieren chaos in chats, artikel nennt das als sofortmaßnahmen, aber tech allein reicht nicht, man brauch auch schulung für vorstände und jugendtrainer, siehe /digital/digitalisierung-loesungen, wer bietet solche kurse in eurer stadt an, postet links pls

    1. wir haben in unserem ort ein pilotprojekt gemacht mit einfacher app und es half sofort, weniger doppelt belegte hallenzeiten, trotzdem fehlen die serverkenntnisse, artikel richtig: organisation entlastet ehrenamt, mehr solche programmes währen super, details auf /digital/verein-app, würde gern mehr erfahrungsberichte lesen

    2. stimme zu das digital hilft aber nicht alle sind online, älterehrenamtliche verstehn das oft nicht, man soll hybridlösungen bauen, papier + app zusammen, artikel erwähnt transparente kommunikation das ist kernthema, wie kombniert ihr beides in euren vereinen? link /tipps/organisation-vereine

  3. ehrenamt sinkt, jeder sechste verein gefährdet, das klingt schlimm und erklärt wartelisten, aber article erwähnt auch digitale lösungen, vielleicht kann man engagement leichter machen mit plattformen, einfache schichten für helfer, kurzzeit einsätze, ein howto auf /tipps/ehrenamt würde helfen, was tun wir lokal damit mehr leute mitmachen, fragen an die community

  4. sanierungsstau 31 milliarden, das liest sich dramatisch, aber wärend die bundesprogramme kommen, fehlen oft planungsressourcen in gemeinden, man brauch klare prioritätn und transprenz, artikel sagt förderzusagen 2026–2028 sind möglich, ich würd gern wissen ob kleine vereine auch profitieren oder nur große arena projekte? link: /projekte/trikottag und /politik/investitionen-sport

    1. ich arbeite im verein und kann sagen: die förderanträge sind kompliziert und brauchen zeit, wir habn kaum personal für beratung, ein zentrales beratungportal währ hilfstich, schau mal /beratung/foerdermittel-sport, vielleicht hilft das anderen clubs bei kofinanzierung und planung, mehr praxishilfe pls

    2. als mutter seh ich die folgen: weniger trainingszeiten, längere wartenlisten, das trifft kinder am meißten, artikel beschreibt das gut, aber warum gibt es keine kurzfristige interimslösungen? sponsorenmodelle oder kommunale partner wärn hilfreich, hat jemand erfahrung mit /lokal/partnerschaften-vereine ?

  5. ich find den trikottag wichtig, gute sichtbarkeit für vereinssport, aber die frage bleibt wer zahlttt die sanierungn? im artikel steht 31 milliarden sanierungsstau das klingt riesig, politische investitionen sind nötig, aber wie verteilt man das gerecht? seht euch auch /politik/investitionen-sport an, gute infos und ideen fehlen leider noch

    1. ganz ehrlich, ich merk das auch vor ort, halle wenn zu ist, kinder warten jahre, das ehrenamt is knapp und niemand will mehr vorstand sein, artikel nennt 86.000 vereine das ist viel, aber wer koordiniert die kofinanzierung? vielleicht hilft /lokal/sportstaetten-sanierung mit praktischen tipps, was meint ihr dazu?

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