– Förderanträge für Transformationsfonds inkl. Medizintechnik bis 30. September 2025 einreichen
– Transformationsfonds umfasst bis zu 50 Milliarden Euro Förderung (2026–2035)
– Modernisierung der Krankenhäuser mit Medizintechnik zur Patientenversorgung und Personalentlastung
Transformationsfonds für Krankenhäuser: Förderanträge bis 30. September 2025 stellen
Noch bis zum 30. September 2025 können Krankenhäuser ihre Förderanträge für den Transformationsfonds über die Bundesländer voranmelden. Dieser Fonds ist ein wesentlicher Bestandteil der Krankenhausreform und soll die Entwicklung zu einer modernen, qualitätsorientierten sowie zukunftsfähigen Krankenhauslandschaft in Deutschland unterstützen. Dabei geht es längst nicht nur um den Bau neuer Krankenhäuser, sondern vor allem um den Einsatz moderner Technologien, die für eine zeitgemäße Patientenversorgung unverzichtbar sind. Auch die Optimierung von Prozessen und Abläufen, die Entlastung des medizinischen Personals sowie die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen werden ohne Investitionen in fortschrittliche Medizintechnik und digitale Lösungen nicht gelingen.
Medizintechnik ist ausdrücklich unter den förderfähigen Investitionen genannt. So betont BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll: „**Medizintechnik ist bei den förderwürdigen Investitionen explizit genannt. Über den Transformationsfonds kann damit auch in moderne Medizintechnik investiert werden.“ Die Rechtsgrundlage hierzu liefert die Krankenhaustransformationsfonds-Verordnung (KHTFV). Dort heißt es in §3: „Förderfähig sind auch Kosten für die sachgerechte Ausstattung, Einrichtung, Medizin-Technik (…)*“. Die Medizintechnikbranche bietet mit ihren maßgeschneiderten Lösungen und professioneller Beratung eine wichtige Unterstützung, um die Anforderungen des Transformationsfonds zu erfüllen – von der Notfallversorgung über Telemedizin, Digitalisierung und OP-Ausstattung bis hin zu intelligenter Infrastruktur.
Der Fonds steht für einen Zeitraum von 2026 bis 2035 insgesamt mit bis zu 50 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgt in einer ersten Phase, in den ersten vier Jahren, bei der der Bund mit 3,5 Milliarden Euro pro Jahr fast 70 Prozent des Fondsanteils trägt. Die Länder übernehmen dabei jährlich jeweils 1,5 Milliarden Euro. Ab 2030 teilen sich Bund und Länder die Kosten zu gleichen Teilen mit jeweils 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Die Förderanträge müssen in enger Abstimmung zwischen den Krankenhausträgern und den Bundesländern eingereicht werden.
Die Verordnung definiert acht zentrale Förderbereiche, die von der Konzentration akutstationärer Versorgungskapazitäten über die Umstrukturierung von Standorten zu sektorenübergreifenden Versorgungszentren und den Aufbau telemedizinischer Netzwerke, einschließlich robotergestützter Telechirurgie, bis zur Einrichtung von Zentren für seltene und komplexe Erkrankungen reichen. Ebenso sind der Ausbau regional begrenzter Krankenhausverbünde, die Bildung integrierter Notfallstrukturen, die Schließung von Krankenhäusern oder Teilen davon sowie die Schaffung zusätzlicher Ausbildungskapazitäten an Krankenhäusern Teil des Förderprogramms.
Die Bedeutung der Medizintechnikbranche für das Gesundheitssystem und die Wirtschaft zeigt sich auch in den Zahlen. Laut der gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung des WifOR-Instituts beschäftigte die Branche 2024 in Deutschland 212.100 Menschen und erzielte eine Bruttowertschöpfung von 19,7 Milliarden Euro. Insgesamt existierten 2024 etwa 1.510 Medizintechnik-Hersteller mit mehr als 20 Beschäftigten, die zusammen einen Umsatz von über 41 Milliarden Euro generierten – inklusive Kleinstunternehmen liegt der Umsatz bei etwa 55 Milliarden Euro. Dabei stammen rund 68 Prozent des Umsatzes aus Auslandsgeschäften, und etwa 9 Prozent fließen in Forschung und Entwicklung. Mit einem Anteil von 93 Prozent gelten die Unternehmen in dieser Branche als Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU).
Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig gezielte Investitionen im Rahmen des Transformationsfonds sind, um Krankenhäusern die Modernisierung und technologische Weiterentwicklung zu ermöglichen. Die Frist zur Antragstellung endet am 30. September 2025. Danach bestehen keine Möglichkeit mehr, Fördermittel für das laufende Antragsjahr einzureichen.
Die Bedeutung des Transformationsfonds für Deutschlands Krankenhauslandschaft
Die Krankenhauslandschaft in Deutschland steht vor vielfältigen Herausforderungen. Ein wachsender Investitionsstau trifft auf steigenden Digitalisierungsdruck und einen spürbaren Ärztemangel. Diese Faktoren setzen die Einrichtungen zunehmend unter Druck, ihre Strukturen und Abläufe zu modernisieren. Hier setzt der Transformationsfonds an, der als zentrales Element der Krankenhausreform einen umfassenden Wandel ermöglichen soll.
Der Transformationsfonds stellt für die Zeit von 2026 bis 2035 bis zu 50 Milliarden Euro bereit. In den ersten vier Jahren übernimmt der Bund 70 Prozent der Finanzierung, was jährlichen Auszahlungen von bis zu 3,5 Milliarden Euro entspricht. Die Bundesländer tragen jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich und ab 2030 teilen sich Bund und Länder die Kosten zu gleichen Teilen. Das Ziel besteht darin, die Krankenhausversorgung nicht nur baulich, sondern vor allem technologisch und organisatorisch an moderne Anforderungen anzupassen.
Die Notwendigkeit für Investitionen ist hoch: Laut einer Studie von Roland Berger betrug der mittelfristige Investitionsbedarf in den Krankenhäusern bereits 2024 mehrere Milliarden Euro jährlich. Insbesondere die Ausstattung mit moderner Medizintechnik spielt eine zentrale Rolle. Wie Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed), herausstellt, umfasst die Förderung auch "kosten für die sachgerechte Ausstattung, Einrichtung, Medizin-Technik". Ohne zeitgemäße Technologien gelingt keine effiziente Patientenversorgung, und Abläufe lassen sich nicht optimal gestalten.
Zwischen Digitalisierungsdruck und Ärztemangel
Die Krankenhauslandschaft muss gleichzeitig zwei dramatische Entwicklungen bewältigen:
- Digitalisierung der Abläufe: Wartezeiten reduzieren, Behandlungsprozesse verbessern und telemedizinische Angebote etablieren.
- Fachkräftemangel im medizinischen Bereich: Weniger Personal erfordert intelligente Lösungen, um Arbeitskräfte zu entlasten und attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Diese Herausforderungen verstärken den Druck auf die Krankenhäuser, sich neu auszurichten und technische Innovationen schnell und effektiv zu integrieren. Nur so lassen sich sowohl medizinische Qualitätsstandards halten als auch wirtschaftliche Stabilität sichern.
Der Transformationsfonds bietet hier einen maßgeblichen Handlungsspielraum: Er fördert nicht nur Neubauten, sondern auch die Ausstattung mit moderner Infrastruktur, telemedizinischen Netzwerkstrukturen und robotergestützter Chirurgie. Darüber hinaus unterstützt er die Bildung integrierter und sektorenübergreifender Versorgungsmodelle, was für die langfristige Versorgungssicherheit entscheidend ist.
Herausforderungen für die Krankenhauslandschaft im Überblick:
- Große Investitionsdefizite in Gebäude und Medizintechnik
- Dringender Handlungsbedarf zur Digitalisierung und Prozessoptimierung
- Knappheit an medizinischem Personal und zunehmender Fachkräftemangel
- Notwendigkeit der sektorenübergreifenden Versorgung und Vernetzung
- Steigender Kostendruck bei zugleich hohen Qualitätsansprüchen
Der Transformationsfonds bündelt diese Anforderungen und setzt finanzielle Mittel präzise dort ein, wo sie den größten Nutzen für Patient:innen und Personal bringen. Damit schafft er die Grundlage für eine zukunftsfähige und nachhaltige Krankenhauslandschaft, die den steigenden Anforderungen in Medizin und Verwaltung gerecht wird.
Faktencheck zum Transformationsfonds: Zahlen, Prognosen und Experteneinschätzungen
Der Transformationsfonds bildet das finanzielle Rückgrat der Krankenhausreform in Deutschland. Mit einem Volumen von bis zu 50 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2026 bis 2035 setzt er den Rahmen für die Modernisierung der Gesundheitsinfrastruktur. Ein genauer Blick auf die Verteilung der Mittel, die Kostenstrukturen sowie die Erwartungen von Branchenvertretern macht die Dimensionen greifbar.
Der Bund übernimmt in den ersten vier Jahren des Fonds insgesamt 70 Prozent der Finanzierung, was jährlich 3,5 Milliarden Euro entspricht – höher als die zunächst geplanten 2,5 Milliarden Euro. Die Länder steuern pro Jahr jeweils 1,5 Milliarden Euro bei. Ab 2030 gleichen sich die Anteile an, Bund und Länder tragen dann jeweils jährlich 2,5 Milliarden Euro.
Die finanzielle Struktur lässt sich in folgender Tabelle zusammenfassen:
| Zeitraum | Gesamtvolumen (Mrd. Euro) | Anteil Bund (Mrd. Euro/Jahr) | Anteil Länder (Mrd. Euro/Jahr) |
|---|---|---|---|
| 2026–2029 | 14 | 3,5 | 1,5 |
| 2030–2035 | 36 | 2,5 | 2,5 |
| Gesamt | 50 | – | – |
Der Transformationsfonds finanziert nicht nur Neubauten, sondern vor allem auch die Ausstattung mit moderner Medizintechnik und die Optimierung von Prozessen. Laut der Krankenhaus-Transformationsfonds-Verordnung (KHTFV) sind acht Förderbereiche definiert, darunter die sektorübergreifende Versorgung, telemedizinische Netzwerkstrukturen und die Schaffung zusätzlicher Ausbildungskapazitäten. Im Zentrum steht somit ein breit gefächertes Modernisierungskonzept.
Die Investitionen in moderne Medizintechnik gewinnen dabei besondere Bedeutung. Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed), erklärt: „Medizintechnik ist bei den förderwürdigen Investitionen explizit genannt. Über den Transformationsfonds kann damit auch in moderne Medizintechnik investiert werden.“ Er weist darauf hin, dass dies nicht nur die medizinische Versorgung verbessere, sondern auch Prozesse entlaste und Arbeitsplätze attraktiver gestalte.
Angesichts der Größenordnung der Fördermittel und der hohen Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit steht die Frage nach der Kosteneffizienz und dem Rentabilitätsprofil im Raum. Die Medizintechnikbranche ist nach Angaben des WifOR-Instituts 2024 in Deutschland mit 212.100 Beschäftigten vertreten und erzielte eine Bruttowertschöpfung von 19,7 Milliarden Euro. Dabei tätigt sie etwa 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Die enge Verzahnung von Innovationskraft und finanziellem Engagement spricht für eine nachhaltige Wirkung der Fördermittel.
Die folgende Übersicht zeigt zentrale Kennzahlen der Medizintechnik-Branche im Jahr 2024:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Beschäftigte in Deutschland | 212.100 |
| Bruttowertschöpfung (Mrd. €) | 19,7 |
| Anzahl Hersteller | 1.510 |
| Gesamtumsatz (inkl. KMU) (Mrd. €) | 55 |
| Auslandsanteil Umsatz | 68% |
| Forschungsquote | 9% |
| Anteil KMU | 93% |
Diese Zahlen verdeutlichen die wirtschaftliche Bedeutung der Medizintechnik für die Krankenhausversorgung. Die Förderung über den Transformationsfonds setzt hier an, indem sie auch die Geräteentwicklung und -anschaffung unterstützt. Dr. Möll betont: „Ob Notfallversorgung, telemedizinische Lösungen, Digitalisierung, OP-Ausstattung oder intelligente Infrastruktur: Die MedTech-Unternehmen bieten maßgeschneiderte Lösungen und fundierte Beratung, um die Anforderungen des Transformationsfonds zu erfüllen.“
Die Fördertatbestände und die finanzielle Ausstattung zeigen, wie stark die deutsche Gesundheitspolitik auf eine moderne und technologiegestützte Versorgung setzt. Die Kombination aus staatlicher Förderung und wirtschaftlicher Expertise bildet die Grundlage für eine zukunftsfähige Krankenhauslandschaft. Dabei sind die genauen Investitionsentscheidungen und deren Wirtschaftlichkeit entscheidend für den Erfolg der Reform.
Wirkung und Kontroverse: Chancen und Herausforderungen des Krankenhauswandels
Der Transformationsfonds markiert einen bedeutenden Einschnitt in der Modernisierung der Krankenhauslandschaft in Deutschland. Mit einem Volumen von bis zu 50 Milliarden Euro für den Zeitraum 2026 bis 2035 soll er Investitionen in Medizintechnik, Gebäude und Versorgungsstrukturen ermöglichen. Dieses Programm richtet sich direkt an Krankenhäuser und Kliniken, die durch gezielte Förderanträge die Weichen für eine zukunftsfähige Versorgung stellen können. Ziel ist es, die Qualität der Behandlung zu verbessern, medizinisches Personal zu entlasten und attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Der Schwerpunkt liegt dabei nicht nur auf der baulichen Erneuerung, sondern vor allem auf der Ausstattung mit moderner Medizintechnologie. Laut BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll sind etwa digitale Lösungen, telemedizinische Netzwerke oder robotergestützte Operationen wesentliche Bausteine für den Wandel. Solche Innovationen tragen dazu bei, Abläufe zu optimieren und die Patientensicherheit zu erhöhen. Gleichzeitig geht es um die Vernetzung von Standorten und die Bündelung von Kompetenzen, etwa durch die Bildung regionaler Krankenhausverbünde und integrierter Notfallstrukturen.
Kritische Stimmen und Skepsis
Trotz dieser Fortschritte und der breiten Unterstützung von Verbänden und Technologieanbietern bleiben zahlreiche Herausforderungen ungelöst. Einige Klinikverbünde äußern Bedenken, ob die zur Verfügung stehenden Mittel ausreichen, um alle notwendigen Bereiche abzudecken – insbesondere in der Notfallversorgung zeigen sich Engpässe. Expert:innen warnen davor, dass ungenügende Finanzierung hier zu Versorgungsproblemen führen könnte. Zudem besteht die Sorge, dass der Fokus auf Technologie und Strukturwandel die drängenden Probleme im Pflegebereich nicht ausreichend adressiert.
Darüber hinaus gibt es Kritik an den Fördermodalitäten: Die enge Abstimmung mit den Bundesländern und die komplexen Antragsverfahren erschweren kleinere Krankenhäuser den Zugang zu Fördergeldern. Auch die geplante Konzentration auf wenige spezialisierte Standorte kann Regionalversorgung beeinträchtigen. Ärztliche Fachgesellschaften mahnen, dass der Wandel mit Blick auf medizinische Qualität und Patient:innenwohl differenzierter gestaltet werden müsse.
Pro und Contra des Transformationsfonds
-
Pro:
- Starke finanzielle Unterstützung für Modernisierungen und Medizintechnik
- Förderung telemedizinischer und digitaler Versorgungsstrukturen
- Entlastung des medizinischen Personals durch verbesserte Prozessabläufe
- Bündelung von Versorgungskompetenzen für komplexe Erkrankungen
-
Contra:
- Mögliche Unterfinanzierung, vor allem in der Notfallversorgung
- Schwieriger Zugang zu Fördermitteln für kleinere Einrichtungen
- Risiko der Schwächung der regionalen Krankenhausversorgung
- Unzureichende Berücksichtigung von Pflegepersonal und deren Arbeitsbedingungen
Diese divergierenden Einschätzungen spiegeln wider, wie komplex der Weg zur Krankenhausreform ist. Während die Investitionen in moderne Technologien Chancen bieten, zeigen sich zugleich Zielkonflikte, die sorgfältig ausbalanciert werden müssen. Der Transformationsfonds bleibt deshalb ein zentrales, aber auch umstrittenes Instrument im deutschen Gesundheitswesen.
Ausblick: Perspektiven und Herausforderungen für die Zukunft der Kliniken
Die Krankenhauslandschaft steht vor einer Phase grundlegender Veränderungen, die weit über die unmittelbaren Folgen der Pandemie hinausreichen. Experten, Verbände und Klinikträger erwarten, dass sich die nächsten Jahre durch weitreichende Modernisierungen, neue Technologien und veränderte Versorgungsstrukturen prägen werden. Die jüngste Krankenhausreform mit dem Transformationsfonds bringt dabei nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch die Erwartung mit sich, Abläufe effizienter zu gestalten und die Versorgung zukunftsfähig auszurichten.
Ein zentrales Element dieser Entwicklung bildet der Transformationsfonds, der zwischen 2026 und 2035 mit bis zu 50 Milliarden Euro zur Verfügung steht. Ein großer Teil dieser Mittel fließt in den Ausbau moderner Medizintechnologien, die nach Auffassung des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) entscheidend sind, um die Pflegequalität zu verbessern und das Personal zu entlasten. Dadurch soll auch der steigenden Erwartung der Gesellschaft an eine hochwertige und zugleich wirtschaftliche Versorgung Rechnung getragen werden. Die Investitionen zielen nicht nur auf neue Gebäude ab, sondern stehen vor allem für eine tiefgreifende digitale und technische Erneuerung.
Langfristig wird die Krankenhauslandschaft regionaler geprägt sein. Die Förderung der sektorübergreifenden Versorgung, der Ausbau telemedizinischer Netzwerke und die Konzentration von spezialisierten Zentren deuten auf eine Strukturveränderung hin, die regionale Unterschiede stärker berücksichtigt. Diese Entwicklungen könnten sowohl bestehende Arbeitsplätze sichern als auch neue Berufsbilder schaffen, während weniger ausgelastete Krankenhausstandorte in einigen Regionen zurückgebaut werden. Die Debatten über mögliche Auswirkungen auf Beschäftigung und Versorgungssicherheit bleiben intensiv, da strukturelle Anpassungen soziale und wirtschaftliche Fragen unvermeidbar machen.
Technologisch ergeben sich aus der Integration innovativer Medizintechnik neue Impulse. Robotergestützte Verfahren, intelligente Infrastruktur und digital vernetzte Systeme stehen dabei im Zentrum. Laut dem BVMed stellt die Branche maßgeschneiderte Lösungen bereit, um den Anforderungen des Transformationsfonds gerecht zu werden und die Effizienz in Kliniken spürbar zu erhöhen. Die Innovationskraft zeigt sich auch darin, dass rund neun Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert werden – ein Wert, der über dem vieler anderer Branchen liegt. Medizintechnik-Hersteller stellen somit einen wesentlichen Treiber für die Modernisierung dar und stärken die Rolle Deutschlands als wichtigen Standort der Gesundheitswirtschaft.
In wirtschaftlicher Hinsicht bleibt die Herausforderung, mit den großen Investitionssummen auch nachhaltige Verbesserungen der Gesamtstruktur zu verbinden. Die höhere Staatsbeteiligung am Transformationsfonds in den ersten Jahren – mit 70 Prozent Kostenanteil des Bundes – markiert einen klaren politischen Willen zur Förderung der Modernisierung. Die erwarteten Effekte auf das Jahresergebnis der Kliniken erfassen jedoch mehr als reine Kosteneinsparungen; sie zeigen sich in einer verbesserten Versorgungsqualität und oftmals auch in einer Ausweitung der spezialisierten Leistungsangebote, was wiederum die Wettbewerbsposition deutscher Kliniken stärkt.
Zusammengefasst zeichnen sich mehrere Handlungsfelder ab: Die Vernetzung von Standorten, die Digitalisierung in der Patientenversorgung, die Modernisierung der Infrastruktur und die Weiterentwicklung der Arbeitsbedingungen für das Gesundheitspersonal. Jede dieser Dimensionen beeinflusst die andere, sodass der Wandel in den kommenden Jahren sowohl technologisch als auch strukturell anspruchsvoll bleibt. Wie sich die Kliniken am Ende positionieren und welche regionalen Muster sich festigen, hängt stark vom Umgang mit diesen vielfältigen Einflussfaktoren ab – und von der Fähigkeit, die Chancen moderner Medizintechnik konsequent zu nutzen.
Die vorliegenden Angaben und Aussagen entstammen einer Pressemitteilung des Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed).
Weiterführende Quellen:
- „Bis 2035 werden Gesamtfördermittel in Höhe von 50 Milliarden Euro über den Transformationsfonds bereitgestellt.“ – Quelle: https://www.dki.de/veranstaltungen/11618-transformationsfonds-nach-12b-khg
- „Der Bund soll über die bislang geplante Beteiligung in Höhe von 2,5 Milliarden Euro pro Jahr hinaus in den ersten vier Jahren 70 Prozent des Fonds übernehmen (3,5 Milliarden Euro pro Jahr).“ – Quelle: https://www.monitor-versorgungsforschung.de/news/infoblatt-zum-transformationsfonds-jetzt-in-medizintechnik-investieren
- „Die genauen Fördertatbestände des Transformationsfonds für Krankenhäuser sind in der Krankenhaustransformationsfonds-Verordnung (KHTFV) festgelegt.“ – Quelle: https://www.monitor-versorgungsforschung.de/news/infoblatt-zum-transformationsfonds-jetzt-in-medizintechnik-investieren
- „Die Krankenhäuser planen, mittelfristig Investitionen in Höhe von rund 130 Milliarden Euro vorzunehmen.“ – Quelle: https://www.rolandberger.com/de/Insights/Publications/Krankenhausstudie-2025-Transformation-durch-Investition.html
- „96 Prozent der Einrichtungen planen Investitionen in Baumaßnahmen wie Neubauten oder Sanierungen.“ – Quelle: https://www.rolandberger.com/de/Insights/Publications/Krankenhausstudie-2025-Transformation-durch-Investition.html
- „Die Investitionskosten zur Errichtung von neuen Level 2-Kliniken würden rund 40 Milliarden Euro erreichen.“ – Quelle: https://idw-online.de/en/news836072
- „Die Kosten für die Umwandlung von alten Standorten zu Level 1i-Kliniken könnten sich auf 7 Milliarden Euro belaufen.“ – Quelle: https://idw-online.de/en/news836072
- „Durch die Umstrukturierung könnten größere Kliniken entstehen, was die Wirtschaftlichkeit verbessern würde. Das aggregierte Jahresergebnis aller Krankenhäuser im Zielbild könnte um mehr als eine Milliarde Euro höher ausfallen als im Status quo.“ – Quelle: https://idw-online.de/en/news836072
- „Die Gesamtrendite aus dem Transformationsfonds könnte auf mindestens 3 Prozent taxiert werden.“ – Quelle: https://idw-online.de/en/news836072
- „Durchschnittlich beträgt der Erlös pro ambulantem Fall 64 Euro, die Kosten liegen aber bei 126 Euro. Bei jedem ambulanten Fall in den stationären Notaufnahmestrukturen macht die Klinik also einen Verlust von 62 Euro.“ – Quelle: https://www.kma-online.de/aktuelles/management/detail/antraege-fuer-transformationsfonds-bis-september-2025-stellen-54265
- „Die Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA) sagt, dass niedrigkomplexe Patienten in der ZNA unterfinanziert sind und die ZNA-Strukturen verstopfen.“ – Quelle: https://www.kma-online.de/aktuelles/management/detail/antraege-fuer-transformationsfonds-bis-september-2025-stellen-54265
- „Die BBT-Gruppe steht am Beginn einer weitreichenden Transformation.“ – Quelle: https://www.mydrg.de/mt7/mt-search.cgi?IncludeBlogs=1&limit=100&tag=Transformationsfonds
- „Die BBT-Gruppe hat eine Pressemeldung veröffentlicht, in der sie ihren Transformationsprozess ankündigt.“ – Quelle: https://www.mydrg.de/mt7/mt-search.cgi?IncludeBlogs=1&limit=100&tag=Transformationsfonds
- „Die BBT-Gruppe hat im August 2024 eine Pressemeldung veröffentlicht, in der sie ihren Transformationsprozess ankündigt.“ – Quelle: https://www.mydrg.de/mt7/mt-search.cgi?IncludeBlogs=1&limit=100&tag=Transformationsfonds
7 Kommentare
„Es gibt viele Herausforderungen für unsere Krankenhäuser! Ich würde gerne wissen, wie andere Länder solche Probleme angegangen sind und ob wir von ihnen lernen können.“
„Der Transformationsfonds scheint ein großes Potential zu haben! Ich hoffe nur, dass die Umsetzung nicht zu kompliziert wird und wir bald Ergebnisse sehen können.“
Ich finde es gut, dass in Medizintechnik investiert wird. Aber was passiert nach 2035? Werden wir dann immer noch genug Geld haben für alles? Die Zukunft macht mir etwas Angst.
Die Informationen sind sehr aufschlussreich. Es ist beruhigend zu hören, dass Medizintechnik gefördert wird. Aber was ist mit der Schulung des Personals? Ohne geschultes Personal nützen die neuen Geräte wenig.
Das sehe ich auch so! Die Technologie ist super, aber wir brauchen auch Menschen, die damit umgehen können. Gibt es da schon Pläne für Fortbildungen?
Ich frage mich, ob die Telemedizin wirklich alle erreichen kann. Was ist mit den älteren Menschen oder denen in ländlichen Gebieten? Werden sie nicht vergessen?
Ich finde den Transformationsfonds sehr wichtig, aber ich mache mir Sorgen, dass die Gelder nicht richtig verteilt werden. Wie wird sichergestellt, dass kleinere Krankenhäuser auch profitieren können?