– Die ToxFox-App des BUND gewinnt den Deutschen App-Award 2026 als Produkt-Scanner.
– Die App erkennt Schadstoffe wie PFAS und Mikroplastik in Alltagsprodukten per Barcode-Scan.
– Sie nutzt das Auskunftsrecht nach REACH, um Hersteller zu Transparenz zu verpflichten.
BUND gewinnt mit ToxFox-App den Deutschen App-Award 2026 und setzt auf mehr Transparenz beim Verbraucherschutz
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat für seine kostenfreie ToxFox-App den Deutschen App-Award 2026 in der Kategorie Produkt-Scanner-Apps erhalten. Diese Auszeichnung basiert auf Zehntausenden Verbrauchermeinungen zu rund 360 Apps (Stand: 16. Januar 2026, Pressemitteilung)*. Die App hilft Verbraucherinnen und Verbrauchern, Schadstoffe in Alltagsprodukten auf Knopfdruck zu erkennen.
Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim BUND, erklärt: „Gerade im Drogeriemarkt versteht kaum jemand die Fachbegriffe auf Cremes und Kosmetika. Woher sollen Verbraucherinnen wissen, was sich zum Beispiel hinter ‚HC Yellow No. 13‘ verbirgt? Mit dem Barcode‑Scan in der ToxFox‑App sehen Sie auf einen Blick, ob ihre Creme PFAS, Mikroplastik oder hormonell wirksame Schadstoffe enthält.“*
Seit mehr als zehn Jahren bietet der BUND die App an, um Konflikte mit Schadstoffen wie PFAS, Mikroplastik und hormonellen Schadstoffen zu reduzieren. Nutzerinnen und Nutzer können Produkte scannen und eine Bewertung erhalten.
Im Kern prüft die ToxFox-App Inhaltsstoffe wissenschaftlich basierend auf Umwelt- und Gesundheitskriterien. Nutzerinnen und Nutzer werden vor hormonellen Schadstoffen, Nanopartikeln, PFAS, Mikroplastik und anderen problematischen Substanzen gewarnt. Als Ergänzung zum individuellen Schutz wird damit auch der Druck auf Unternehmen erhöht, auf die Verwendung solcher Stoffe zu verzichten.
Unterwegs oder zu Hause lässt sich die App unkompliziert nutzen: Nutzerinnen und Nutzer scannen den Barcode auf der Verpackung, erhalten sofort eine Bewertung oder eine Meldung, wenn das Produkt noch nicht erfasst ist. Bei unklaren Inhaltsstoffen können sie direkt per App beim Hersteller nachfragen.
Diese innovative Lösung verbindet praktische Alltagsnähe mit einer politischen Wirkung. Graichen betont: „Jede Anfrage übt Druck auf Unternehmen aus, auf Schadstoffe in Produkten zu verzichten. Viele Anfragen bewirken viel – denn so wird den Unternehmen klar, dass Verbraucherinnen und Verbraucher Schadstoffe in Produkten nicht akzeptieren.“
Der BUND ist mit rund 674.000 Mitgliedern und Unterstützerinnen und Unterstützern einer der größten Umweltverbände in Deutschland. Die Organisation setzt sich seit über 50 Jahren für eine nachhaltige und chemikalienarme Gesellschaft ein, wobei die App als konkreter Beitrag zum Verbraucherschutz gilt.
Quelle: Pressemitteilung des BUND, 16. Januar 2026.*
Was das REACH-Recht für Verbraucher wirklich bedeutet
Das europäische Chemikalienrecht REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) bildet die rechtliche Grundlage für den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor schädlichen Stoffen in Alltagsprodukten. Besonders relevant ist dabei das Auskunftsrecht nach Art. 33(2), das es ermöglicht, Informationen zu gefährlichen Inhaltsstoffen direkt bei Herstellern und Händlern einzufordern. Dieses Recht ist im Jahr 2025 verankert und trägt dazu bei, Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor schädlichen Stoffen wie hormonell wirksamen Substanzen oder Mikroplastik zu schützen.
REACH: Was Verbraucherschutz praktisch bedeutet
Das Gesetz verpflichtet Hersteller und Händler, auf Anfragen zu Schadstoffen in Produkten zu reagieren. Dabei besteht eine klare Auskunftspflicht, wenn das Produkt besonders gefährliche Stoffe enthält – insbesondere bei einem Gehalt von mehr als 0,1 % in Erzeugnissen. Diese Schwelle ist entscheidend, weil sie festlegt, ab welchem Anteil in einem Produkt eine Informationspflicht besteht.*
Das Auskunftsrecht nach REACH erlaubt es Verbrauchern, direkte Fragen an Hersteller zu richten, beispielsweise zu gefährlichen Chemikalien in Kosmetik, Spielzeug oder Textilien. Diese Möglichkeit stärkt die Verbraucherautonomie, da sie auf diese Weise Einblick in die Inhaltsstoffe erhalten, die oftmals nur schwer verständlich auf den Produktverpackungen deklariert sind.
Warum 0,1 % für Verbraucher wichtig ist
Die Schwelle von 0,1 % ist für den praktischen Verbraucherschutz von großer Bedeutung. Produkte, die diesen Anteil an gefährlichen Stoffen überschreiten, müssen auf Anfrage offenlegen, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Das erleichtert es, gesundheitsschädliche Substanzen zu vermeiden. In der Realität sorgt diese Regelung für Transparenz in einer Branche, die häufig komplexe chemische Bezeichnungen verwendet.
Nur wenn eine gefährliche Substanz im Produkt in einer Menge über 0,1 % enthalten ist, besteht die gesetzliche Verpflichtung zur Auskunft. Dies bedeutet, dass Verbraucherinnen und Verbraucher besser informiert werden und gezielt darauf reagieren können, wenn sie Schadstoffe in Alltagsprodukten entdecken. Mit diesen Regeln wird die politische Zielsetzung unterstützt, den Schutz vor toxischen Stoffen grundlegender zu verankern, so das Bundesumweltamt (Stand: 2025)*.
| Angabe | Wert | Einheit | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|
| Schwellenwert für Auskunft | 0,1 % | Massenanteil in Erzeugnissen | (Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung, 2025)* |
| Rechtsgrundlage | Art. 33(2) | Gesetzliche Regelung | (Quelle: Umweltbundesamt, 2025)* |
Insgesamt gewährleistet das REACH-Recht somit, dass Verbraucherinnen und Verbraucher eine informierte Entscheidung treffen können. Es schafft die rechtliche Basis für eine aktive Verbraucherbeteiligung und drückt den Wunsch aus, den Umgang mit gefährlichen Substanzen in Produkten transparenter und verantwortungsvoller zu gestalten.
Gesellschaftlicher Einfluss durch die App: Verbraucher*innen stärken, Unternehmen unter Druck setzen
Die Nutzung einer App wie ToxFox verändert die Beziehung zwischen Verbraucherinnen, Herstellern und der Politik grundlegend. Durch den Barcode-Scan erhalten Nutzerinnen auf einfache Weise Transparenz über die Inhaltsstoffe ihrer Alltagsprodukte. Dieses Werkzeug trägt dazu bei, Schadstoffe wie PFAS, Mikroplastik oder hormonell wirksame Substanzen zu identifizieren und somit bewusster einzukaufen.
Bei der Anwendung der App zeigt sich, wie informierte Verbrauchende Druck auf Unternehmen ausüben. Wenn die Nutzerinnen bei Produkten, die sie regelmäßig kaufen, eine Schadstoffbelastung feststellen, können sie direkt per App eine sogenannte Giftfrage an Hersteller oder Händler schicken.* Diese Funktion macht deutlich, wie die App die Aufmerksamkeit auf intransparente Produktinhalte lenkt.
„Jede Anfrage übt Druck auf Unternehmen aus, auf Schadstoffe in Produkten zu verzichten“, erklärt Verena Graichen, Geschäftsführerin für Politik beim BUND. Die vielen kleinen Anfragen, die Verbraucherinnen und Verbraucher stellen, summieren sich und schicken eine klare Botschaft an die Wirtschaft: Schadstoffe in Konsumgütern sind nicht mehr akzeptabel. So schafft die App eine direkte Kommunikationsbrücke zwischen Konsumentinnen und Herstellern, die den gesellschaftlichen Wandel hin zu weniger giftigen Produkten beschleunigen kann.
Darüber hinaus trägt ToxFox dazu bei, das Bewusstsein für die gesellschaftliche Relevanz von Schadstoffinformationen zu steigern. Die App erleichtert es Verbraucherinnen, chemische Inhaltsstoffe zu hinterfragen und zu protestieren, etwa durch die Protestmail-Funktion bei hormonellen Schadstoffen oder Mikroplastik. Diese Möglichkeiten fordern die Chemieindustrie heraus, transparenter zu werden und verantwortungsvoller zu handeln – eine Entwicklung, die von vielen Seiten eingefordert wird, darunter auch die Politik.*
Zurzeit bleibt die größte Herausforderung jedoch, dass freiwillige Transparenzregeln, so wichtig sie auch sind, ihre Grenzen haben. Der Wunsch nach vollständiger Offenlegung der Inhaltsstoffe ist im öffentlichen Interesse stark gewachsen. Die Forderung nach gesetzlichen Regelungen wird zunehmend lauter.
Kurz gefasst zeigt sich: Die technologische Unterstützung durch Apps wie ToxFox macht die Gesellschaft bewusster und fordert die Hersteller heraus. Zugleich wirkt sie als Motor für politische Veränderungen, die auf gesetzliche Transparenz setzen. Damit schaffen solche Werkzeuge einen gesellschaftlichen Druck, der die Grenzen freiwilliger Maßnahmen überschreitet und den Weg für verbindliche gesetzliche Regelungen ebnet.
Handeln für mehr Transparenz: Was jetzt von Politik und Bürgerinnen gefordert ist
Der Abschluss eines Jahres ist immer auch ein Blick nach vorne. Die Forderungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nach vollständiger Inhaltsstofftransparenz in Alltagsprodukten sind klar und drängend*. Bereits in Kapitel 1 wurde die Notwendigkeit betont, die Bundesregierung müsse gesetzliche Vorgaben verschärfen, um Verbraucherinnen und Verbraucher vor Schadstoffen zu schützen. Diese zentrale Forderung bleibt bestehen.
Was bedeutet das für die konkrete politische Agenda? Es geht darum, die bestehenden Mängel in der Kennzeichnungspflicht zu beheben. Produkte wie Kosmetika, Spielzeug oder Textilien müssen mit klaren, vollständig sichtbaren Inhaltsstoffangaben ausgestattet werden. Die Politik ist aufgerufen, diesmal nicht nur anzupassen, sondern echte Transparenz durchzusetzen.
Praktische Hinweise für Verbraucherinnen und Verbraucher
Neben politischem Handeln liegt viel im eigenen Alltag. Nutzerinnen und Nutzer sollten aufmerksam sein und die folgenden Maßnahmen ergreifen, um Schadstoffe zu erkennen und zu vermeiden:
-
Apps nutzen: Mit Anwendungen wie der ToxFox-App können Barcodes gescannt werden, um Hinweise auf Schadstoffgehalte zu erhalten*.
-
Hersteller direkt ansprechen: Bei Unsicherheit über Inhaltsstoffe lohnt es sich, direkt beim Hersteller oder Händler Auskunft einzufordern. Gesetzlich sind sie verpflichtet, innerhalb von 45 Tagen zu antworten*.
-
Auf Kennzeichnungen achten: Produkte mit unübersichtlichen oder fehlenden Inhaltsstoffangaben sollten gemieden werden.
Diese Schritte tragen dazu bei, den Alltag schadstofffreier zu gestalten und die eigene Gesundheit zu schützen. Doch allein das individuelle Engagement reicht nicht aus. Es ist die politische Aufgabe, die Voraussetzungen für einen echten Verbraucherschutz durch klare, verbindliche Vorschriften zu schaffen.
Die Forderung nach vollständiger Transparenz ist eine Grundlage für eine nachhaltige Zukunft. Nur wenn die Gesetzgeber ihre Verantwortung wahrnehmen, können Unternehmen verpflichtet werden, umwelt- und gesundheitsverträgliche Produkte anzubieten*. Das gesellschaftliche Ziel muss sein: Schadstofffreie Produkte für alle zugänglich und nachvollziehbar zu machen.
Im Jahr 2025 müssen verbindliche Standards und volle Sichtbarkeit gewährleistet sein*, damit Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Rechte wahrnehmen können. Die App ToxFox zeigt, wie Technik beim Schutz vor gefährlichen Stoffen hilft*. Jetzt ist der Moment, auch auf politischer Ebene für diese Transparenz zu kämpfen – für eine sicherere, nachhaltigere Zukunft.
Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Weiterführende Quellen:
- „Gemäß REACH Art. 33 (2) müssen Händler, Hersteller und Importeure innerhalb von 45 Tagen kostenlos Auskunft über besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) in Erzeugnissen geben“ – Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/auskunftsrechte-fuer-verraucherinnen-verbraucher
- „Unter REACH werden besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) in einer Kandidatenliste geführt; bei einem Gehalt von mehr als 0,1 % in Erzeugnissen besteht eine Auskunftspflicht“ (Stand: 2025) – Quelle: https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/fragen-und-antworten-zu-reach/
12 Antworten
Es ist toll zu sehen wie Technik uns hilft um unser Leben sicherer zu machen. Gibt es Pläne für eine internationale Version der App?
Das wäre wirklich interessant! Wenn andere Länder diese Technologie übernehmen würden könnte das helfen viel mehr Menschen zu schützen.
Ich bin ganz deiner Meinung Gertrude! Eine globale Perspektive würde auch Druck auf Unternehmen ausüben um transparenter zu sein.
‚Die Idee mit der App finde ich gut!‘ Aber ich frage mich: Wie können wir sicher sein, dass sie alle schädlichen Stoffe erkennt? Gibt es Tests oder Studien dazu?
‚Schadstoffe erkennen‘ klingt super! Ich frage mich jedoch, ob alle Hersteller ehrlich antworten werden? Was können wir tun, wenn sie das nicht tun? Ist da etwas geplant vom BUND?
‚Hoffentlich sind sie ehrlich!‘ Das wäre wirklich schlimm für die Verbraucher. Vielleicht könnten wir eine Art Umfrage starten und herausfinden, welche Firmen am besten abschneiden?
‚Wenn man sich mal anschaut, wie viele Anfragen es gab – das zeigt doch die Macht der Verbraucher! Je mehr Fragen gestellt werden, desto eher wird sich etwas ändern.‘
Die Auszeichnung für die ToxFox-App zeigt, dass Verbraucher Transparenz wollen! Ich habe mich immer gefragt, was hinter den Zutaten auf Kosmetik steht. Gibt es mehr Apps wie diese? Ich würde gerne mehr darüber erfahren.
Ja, es gibt einige ähnliche Apps! Aber ich glaube, ToxFox ist einzigartig wegen des Barcode-Scans. Das macht es so einfach. Vielleicht sollten wir auch mehr darüber diskutieren, welche Informationen uns wirklich helfen.
Ich finde auch, dass Transparenz wichtig ist! Aber manchmal sind solche Apps nicht genug. Wir brauchen mehr gesetzliche Regelungen für alle Produkte! Hat jemand schon mal an einer Petition teilgenommen?
Ich finde die ToxFox-App echt hilfreich! Es ist wichtig, dass wir wissen, was in unseren Produkten ist. Aber wie kann man sicherstellen, dass die App immer aktuell bleibt? Was passiert, wenn ein neues Produkt auf den Markt kommt?
Das ist eine gute Frage! Ich denke, die Entwickler müssen regelmäßig nach Informationen suchen und die Datenbank aktualisieren. Vielleicht könnte es auch eine Möglichkeit geben, dass Nutzer ihre eigenen Erfahrungen teilen?