Tollwutfall in Deutschland: Deutscher Tierschutzbund fordert schärfere Regeln gegen illegalen Tierhandel

Nach einem aktuellen Tollwutfall bei einem importierten Hund warnt der Deutsche Tierschutzbund vor den Gefahren durch illegalen Tierhandel. Der Verband fordert die Bundesregierung mit Nachdruck auf, den Handel strenger zu regulieren und die überlasteten Tierheime zu unterstützen.
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– Ein Tollwutfall bei einem Hund in einem deutschen Tierheim verdeutlicht die Gefahr illegaler Tierimporte.
– Der Deutsche Tierschutzbund fordert striktere Regeln für den Tierhandel und mehr Geld für Tierheime.
– Illegale Importe führen oft zu kranken Tieren und überlasten die Tierheime zusätzlich.

Tollwutfall als Weckruf: Mehr Einsatz gegen illegalen Tierhandel und Belastung der Tierheime

Der Deutsche Tierschutzbund reagiert auf einen aktuellen Tollwutfall bei einem Hund aus einem deutschen Tierheim. Dieser Fall verdeutlicht die Gefahr illegaler Tierimporte und stellt die Arbeit der Tierheime vor enorme Herausforderungen. Mit 750 angeschlossenen Tierschutzvereinen und 550 Tierheimen (Stand: 5. März 2026) ist der Verband eine wichtige Stimme im Kampf für besseren Tierschutz in Deutschland.*

„Der aktuelle Tollwutfall ist ein dringender Weckruf“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Gefahr durch illegale und unseriöse Tierimporte ist keine theoretische, sondern eine sehr reale Bedrohung für die Gesundheit von Mensch und Tier. Gleichzeitig sehen sich die ohnehin schon überlasteten Tierheime mit beschlagnahmten Tieren aus illegalem Handel und Tieren aus unseriösem Auslandstierschutz konfrontiert. Deutschland darf sich nicht auf bestehenden Regularien ausruhen. Die Bundesregierung muss entschlossen und zeitnah handeln.“

Der Verband fordert eine umfassende Reform der Tierimport- und Handelsregeln, eine strengere Regulierung des Online-Tierhandels sowie eine Sachkundepflicht für private Halter. Zudem fordert er die Bundesregierung auf, zusätzliche Mittel für die Tierheime bereitzustellen und den Runden Tisch zur Lage der Tierheime wieder aufzunehmen. Ziel ist es, die Belastung der Tierheime durch illegale Zucht- und Handelspraxis zu reduzieren und die Gesundheit der Tiere zu schützen.*

„Tollwutfall ist Weckruf“ – Deutscher Tierschutzbund appelliert an Bundesregierung

Hunde und Katzen, die aus Vermehrerzuchten im Ausland stammen, werden häufig ohne ausreichende Impfungen und Papiere nach Deutschland gebracht.* Die Welpen landen nach Beschlagnahmungen in deutschen Tierheimen, während illegale Vermittlungspraktiken die Belastung der Einrichtungen verschärfen. Tiere, die ohne Quarantäne und Kennenlernen an ihre neuen Halter übergeben werden, erkranken oder zeigen unerwünschtes Verhalten. In diesen Fällen sind die Tierheime die einzigen Anlaufstellen, die sich dieser Tiere annehmen.*

Diese Entwicklung stellt nicht nur eine Gefahr für die Tiergesundheit dar, sondern belastet auch das deutsche Tierheimnetz, das viele Tiere aus illegalem Import auffängt. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher Maßnahmen, um illegalen Handel wirksam zu bekämpfen und die Arbeit der Tierheime zu unterstützen.*

Hinweis für Redaktionen: Den vollständigen Brief mit den zentralen Forderungen des Verbands finden Sie hier.*

Der Deutsche Tierschutzbund stellt in einem Positionspapier auch Empfehlungen bereit, worauf Interessierte achten sollten, wenn sie Tiere aus dem Ausland adoptieren möchten. Zudem wurde das Handbuch „Straßentieren im Ausland effektiv helfen“ veröffentlicht, das praktische Tipps für die Unterstützung vor Ort und rechtliche Hinweise enthält.*

Hintergründe: Wie illegaler Tierhandel und Tollwut miteinander verbunden sind

Der illegale Import von Tieren stellt ein erhebliches Risiko für die Gesundheit der Tiere und die öffentliche Sicherheit dar. Zwischen 2000 und 2025 wurden in Europa insgesamt 31 Tollwutfälle bei illegal importierten Tieren registriert – Stand: 26. Februar 2026*. Besonders auffällig ist die letzte bekannte Tollwutinfektion in Deutschland: 2021 starb in Bremen ein aus der Türkei illegal eingereister Hund, wobei die Infektion vermutlich durch den Importzustand des Tieres verursacht wurde*. Bei einem aktuellen Fall aus Russland wurde ein Welpe mit einem Impfpass an Tollwut geimpft, doch es besteht der Verdacht, dass die Impfung entweder keine Wirksamkeit entfaltet hat oder der Impfeintrag gefälscht wurde*. Zudem zeigte eine Untersuchung, dass das Tier bei der Einreise jünger war als in den Dokumenten angegeben, wodurch die Einfuhrbestimmungen nicht erfüllt und der Import illegal war*.

Diese Manipulationen bei Papieren, wie gefälschte Impf- oder Altersangaben, sind ein gängiges Mittel im illegalen Tierhandel*. Sie erleichtern die Einfuhr unerlaubt und verschleiern die tatsächlichen Gesundheitszustände der Tiere. Die meist jungen Welpen, die oft aus Vermehrerzuchten im Ausland stammen, werden ohne die vorgeschriebenen Impfungen oder mit gefälschten Unterlagen ins Land gebracht. Kritisch ist, dass diese Tiere in vielen Fällen nach Beschlagnahmung durch Behörden auf Tierheime verteilt werden, obwohl sie krank oder unerwünschtes Verhalten zeigen – eine Belastung für die hiesigen Tierheime und eine Gefahr für die Gesundheit der zukünftigen Halter.

Belastung für Tierheime, gesundheitliche Risiken und gesellschaftliche Bedeutung

Der jüngste Tollwutfall bei einem in Deutschland untergebrachten Hund hat die Herausforderungen für Tierheime erneut in den Fokus gerückt. Durch die Zunahme illegaler Tierimporte und unseriöser Vermittlungspraktiken steigt die Belastung der Einrichtungen deutlich. Das wirkt sich nicht nur auf die Tierheime selbst aus, sondern auch auf die öffentliche Gesundheit und die gesellschaftliche Verantwortung beim Tierkauf.

Praktische Folgen für Tierheime

Tierheime sehen sich durch den illegalen Import kranker Tiere aus dem Ausland verstärkt mit Kosten konfrontiert. Hohe Quarantänekosten, medizinische Behandlungen sowie die Versorgung kranker Tiere beanspruchen ihre Ressourcen erheblich. Zudem führt die zunehmende Platznot dazu, dass Unterbringungsmöglichkeiten knapp werden. Die Belastung durch beschlagnahmte Tiere aus illegalem Handel wächst stetig, was die Kapazitäten der Einrichtungen zunehmend überschreitet.

Hier eine kurze Übersicht der direkten Konsequenzen für Tierheime:

  • Erhöhte Quarantänekosten
  • Höherer medizinischer Versorgungsaufwand
  • Platzmangel
  • Mehr Beschlagnahmungen und deshalb höhere Belastung

Diese Faktoren führten im vergangenen Jahr zu einer deutlichen Zunahme der Tieraufnahmen, die eine geordnete Haltung in den Einrichtungen erschweren.

Gesundheitliche Risiken für Menschen und Tiere

Der Fall des tollwutfährdeten Hundes zeigt, wie gefährlich gefälschte Papiere und zu junge Importe sein können. Hunde und Katzen aus Vermehrerzuchten werden oft viel zu jung und ohne vollständige Impfungen nach Deutschland gebracht. Das erhöht die Ansteckungsgefahr für Menschen und andere Tiere erheblich. Wenn die Tiere in Tierheimen untergebracht, aber nicht ausreichend quarantänisiert werden, besteht die Gefahr, dass Krankheiten sich ausbreiten.

Im konkreten Fall zeigt sich, wie schnell aus vermeintlich sicheren Importen Gesundheitsrisiken entstehen können. Der Deutsche Tierschutzbund fordert deshalb auch eine striktere Regulierung des Onlinehandels sowie eine verpflichtende Sachkunde für private Tierhalter, um solchen Risiken vorzubeugen.

Gesellschaftliche Relevanz und politische Perspektiven

Der Fall macht deutlich, warum der Schutz der öffentlichen Gesundheit bei Tierimporten oberste Priorität haben muss. Verantwortungsbewusstes Tierkaufverhalten sowie eine konsequente Bekämpfung des illegalen Handels sind gesellschaftlich notwendig. Der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, dass die Bundesregierung bereits Maßnahmen ergreifen müsse: „Der aktuelle Tollwutfall ist ein dringender Weckruf.“ (PM, 2026)*.

Zur Entlastung der Tierheime fordert der Verband die Wiedereinsetzung des Runden Tisches zur Lage der Tierheime, den die vorherige Bundestierschutzbeauftragte initiiert hatte. Zusätzlich soll die Bekämpfung des illegalen Online-Tierhandels verstärkt werden, um die Tierheime vor Überlastung zu schützen und das Tierwohl zu sichern.

Insgesamt ist der Fall ein Beispiel für die gesellschaftliche Verantwortung beim Tierhandel und die Folgen einer unzureichenden Regulation. Die Politik ist aufgefordert, Maßnahmen konsequenter umzusetzen, damit Tierheime nachhaltig entlastet werden und die Gesundheit von Mensch und Tier gewahrt bleibt.

Politische Reaktionen und zukünftige Maßnahmen im Tierhandel

Die Sensibilisierung für die Problematik des illegalen Heimtierhandels hat in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Gegenwärtig sind auf europäischer Ebene erste gesetzgeberische Schritte in Kraft getreten, die eine wirksame Bekämpfung ermöglichen sollen. Mit der Verabschiedung der ersten EU-Verordnung zum Tierschutz für Hunde und Katzen wird ab November 2025 die Grundlage gelegt, illegale Importwege zu schließen und Tierleiden aktiv zu verringern. Diese Verordnung zielt darauf ab, den illegalen Handel mit lebenden Heimtieren konsequent einzudämmen und bessere Kontrollmechanismen im grenzüberschreitenden Handel zu etablieren.*

Parallel dazu reagiert Deutschland durch nationale Maßnahmen.

Diese Maßnahmen greifen die in Kapitel 2 dargestellten Problemlagen auf. Sie setzen an mehreren Stellschrauben an: Der EU-Rechtsrahmen erschwert illegale Importe, und es entsteht ein Maßnahmenpaket, das den illegalen Handel deutlich erschweren und die Situation der Tierheime entlasten soll.

Zeitliche Übersicht relevanter Meilensteine:

Jahr/Zeitraum Maßnahme oder Ereignis Relevanter Effekt Quelle/Stand
2000–2025 Vielzahl von Tollwutfällen (z.B. 31 Fälle) Steigende Sensibilisierung
2021 Deutscher Tollwutfall in Bremen Hinweise auf Importprobleme
Nov 2025 EU-Verabschiedung der Tierschutzverordnung Verbesserte Grenzkontrollen Quelle: Vier Pfoten*

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Umsetzung dieser Regelungen eine zentrale Rolle spielt. Effektive Kontrolle und konsequente Durchsetzung sind essenziell, damit die gesetzgeberischen Maßnahmen ihre volle Wirkkraft entfalten können. Nur so lässt sich der illegale Handel effektiv eindämmen und Tierleid nachhaltig mindern.

Die nachfolgenden Informationen und Zitate beruhen auf einer Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes e.V.

Weiterführende Quellen:

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11 Kommentare

  1. Neutraler Kommentar: Die Belastung der Tier heime ist real, hoehere Quarantaene kosten und Platzmangel sind kein Kleinigkeit. Staatliche Unterstuetzung und Wiedereinsetzung vom Runden Tisch scheint logisch. Wer koennte im Parlament dafuer sorgen? Vielleicht steht mehr im Positionspapier, suche link auf /positions/tierheime fuer genaue Forderungen.

    1. Gute Punkte, aber ich wuerd noch anmerken: Mehr Pruefung vor Einfuhr, Zusammenarbeit mit Herkunftslaendern und schnelle Informationsketten zwischen Zoll und Tierheim sind noetig. Kleine Schritte wie bessere Kennzeichnung und fälschungssichere Impfpässe koennen schnell helfen, das steht zT in /ratgeber/impfpass-sicherheit.

  2. Der Artikel zeigt Problemfelder: gefaelschte Impfpass, zu junge Welpen, Dokument Manipulationen. Neutral gesagt, muss Gesetzgebung besser werden, aber auch Praxis: Zoll, Tierarzt, Tierheim muessen zusammen arbeiten. Gibt es Beispiele aus anderen Laendern? Link zu /international/gute-praxis waere nützlich fuer Vergleich und Diskussion.

    1. Ich frag mich ob EU Verordnung ab Nov 2025 schon Wirkung zeigt, oder ob es nur Papier bleibt. Kontrollen brauchen Personal und Geld. Statt nur neue Regeln, sollte man pruefen wer durchsetzt, Polizei? Veterinaerbehorden? Mehr Details auf /politik/umsetzung waeren hilfreich fuer uns Laien.

    2. Sehr sachlich hier: aber bitte nicht vergessen die Rolle der Plattformbetreiber, sie muessen verpflichtet werden alle Anbieter zu IDenifizieren. Ohne das bleibt illegaler Online Handel offen. Ein Register und Strafen wuerden abschrecken, infos auf /service/online-plattform-registry koennen zeigen wie.

  3. Ganz neutral, ich versteh die Forderung nach staerkere Grenz kontrolle. Aber es gibt auch soziale Aspekte: Menschen kaufen aus Mitleid Tiere im Ausland, oft ohne Wissen ueber Vermehrer zuchten. Aufklaerung ist noetig, Informationsseiten wie /ratgeber/auslandstierschutz oder das Handbuch sollten prominenter verlinkt sein, damit weniger falsche Import passieren.

    1. Danke fuer den Hinweis, das Handbuch ist gut aber schwer zu finden. Vielleicht koennen Tierheime und Verbande zusammen Kampagnen machen, mit klaren Tipps fuer Adoption und Quarantaene regeln. Die Leute muessen lernen worauf achten werden, Impfpass prufen, Altersangaben kontrollieren und nicht nur emotinal handeln.

  4. Der Text bringt wichtige Daten, zB 31 Tollwutfalle 2000-2025, das alarmiert. Trotzdem fehlt mir eine klare Vorschlag wie man Online Plattformen wirksam reguliert, wer soll Anbieter registrieren? Der Bund plant Task Force, aber reicht das? Mehr Transparenz wuerd helfen, siehe /politik/online-regulierung fuer Details und Beispiele, bitte diskutieren.

  5. Der Fall mit dem Hund, zeigt sehr gut die Gefahr vom illegaler Tier handel und Tollvut, das is kein Einzelfall. Der Deutscher Tierschutzbund sagt richtig mehr Regeln und Geld fuer Tier heime. Wer kontrollier die Online Handel wirklich, und wer zahlt die Quarantaene kosten? Mehr info auf /positions/tierheime und /ratgeber/auslandstierschutz waer sinnvoll.

    1. Ich seh das auch so, aber es bleibt fuer mich unklar wie die Kontrollen praktisch funktionieren sollen. Im Artikel steht viel ueber Verordnungen und EU Regeln aber wenig konkret zur Umsetzung vor Ort. Kann jemand verlinken auf /service/quarantaene oder /faq/online-tierhandel damit man klarer wird, danke.

    2. Neutral betrachtet, ist die forderung nach Sachkunde fuer Halter gut, aber wer ueberprueft das dann? Die Tier heime sind ueberlastet, und die Kosten fuer Impfungen und Behandlungen sind hoch. Ich wuerd vorschlagen eine staatliche Foerderung via /foerderung/tierheime einzurichten, sonst klappt das nicht.

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