DRV zur olympischen Regatta: Tokyo 2020 – zwei Siege zum Auftakt

Verbandsnachrichten

Die olympische Regatta ist eröffnet. Hitze, Sonne, Wind und Wellen sorgten für anspruchsvolle, aber faire Bedingungen im Hafenbecken von Tokio. Mit Oliver Zeidler im Einer und dem Frauen-Doppelvierer starteten zwei Boote mit einem Sieg in den Wettkampf. Der Frauen- und Männer-Doppelzweier sowie der Männer-Doppelvierer müssen hingegen den Umweg Hoffnungslauf gehen.

Leichte Aufgabe für Zeidler
Um 08:30 Uhr Ortszeit sprang die Ampel im Sea Forest Waterway das erste Mal auf grün. Oliver Zeidler (Donau-Ruder-Club Ingolstadt e.V.) ging im sechsten und letzten Vorlauf an den Start. Der Olympia-Neuling ließ bei seiner Mission Gold nichts anbrennen und kontrollierte das Rennen von Beginn an. Mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg zog Zeidler ins Viertelfinale ein. „Die Bedingungen waren sehr gut ruderbar, ich bin gut zurechtgekommen“, so Zeidler. Für die Zuschauer sah es nach einer „entspannten Fahrt“ aus, war es das auch? „Von der Anstrengung her war es überschaubar“, so Zeidler. Sein Vater und Trainer Heino Zeidler ergänzt: „Das hätte er jetzt auch dreimal hintereinander machen können.“ Sportliche Überraschungen blieben im Einer-Feld heute aus. „Einzige Überraschung war, dass der Ägypter meine Bahn gekreuzt hat, damit hatte ich nicht gerechnet“, lacht Zeidler. Seinen 25. Geburtstag wird der Bayer trotz zweitägiger Rennpause morgen nicht wirklich feiern. „Ich werde mich voll und ganz auf meinen Wettkampf konzentrieren, da wird mein Geburtstag etwas untergehen.“ (Viertelfinale, 26. Juli ab 09:40 Uhr, 02:40 Uhr dt. Zeit)

Männer-Doppelzweier „hat sich den Stempel aufdrücken lassen“
Im zweiten Rennen des Tages mit deutscher Beteiligung lief es für Stephan Krüger und Marc Weber (Frankfurter RG Germania/Gießener Ruder-Club ‚Hassia‘ 1906 e.V.) alles andere als nach Plan. In einem extrem stark besetzten Vorlauf mit Frankreich, China und Russland musste das deutsche Duo mindestens Dritter werden, um sich direkt für das Halbfinale zu qualifizieren. Doch schon auf den ersten 1000 m verloren die Deutschen fast fünf Sekunden auf die führenden Franzosen. Auf der zweiten Streckenhälfte mussten sie weiter abreißen lassen und kamen nur als Vierter ins Ziel. Damit müssen die Athleten von Trainer Karsten Timm den Umweg Hoffnungslauf gehen. „Wir haben nicht gut in den Wettkampf heute reingefunden, das muss man zugeben. Wir haben nicht gegengehalten als die Gegner weggefahren sind, haben uns den Stempel aufdrücken lassen und das geht bei Olympia bei so guten Crews nicht. Jetzt müssen wir uns schnell fangen für den Hoffnungslauf morgen.  Es kann nur noch besser werden, wir haben nichts zu verlieren und sollten mit einer Leichtigkeit ins Rennen gehen“, so Marc Weber. (Hoffnungslauf, 24. Juli, 09:40 Uhr, 02:40 Uhr dt. Zeit)

Frauen-Doppelzweier nur Vierter
Auch für Leonie Menzel und Annekatrin Thiele (RC Germania Düsseldorf 1904 e.V./SC DHfK Leipzig e.V.) hat es mit dem direkten Halbfinaleinzug nicht geklappt. Bei vier gestarteten Booten hätte das Duo nur einen Gegner hinter sich lassen müssen, doch mit den starken Litauerinnen und Niederländerinnen und den nicht einschätzbaren Australierinnen wusste man, dass es schwer wird. Menzel und Thiele lieferten sich einen Bord an Bord Kampf mit Australien um Platz drei. 500 m vor dem Ziel griffen die Athletinnen von Thomas Affeldt an, doch auf den letzten Metern gingen Leonie Menzel die Kräfte aus und die Muskeln machten zu. Als Vierte müssen sie in den Hoffnungslauf. Viel wichtiger war aber der Gesundheitszustand von Menzel. Hier konnte der Trainer zum Glück schnell Entwarnung geben. „Wir haben sie im Ziel schnell runtergekühlt, der Kreislauf war aber die ganze Zeit stabil. Es ist halt so, dass die Sportler hier an ihre Grenzen gehen, wenn es darauf ankommt. Sie hat alles probiert, irgendwann machen die Muskeln zu. Leonie war richtig kaputt.“ Mit dem Rennen war der Trainer nicht zufrieden. „Wir haben nicht so gut in den Rhythmus gefunden, das war ein aufwendiger Ruderstil. Für uns war klar, dass es von vornerein ein harter Fight wird. Unser Ziel ist aber weiterhin das Halbfinale.“ (Hoffnungslauf, 24. Juli, 09:30 Uhr, 02:30 Uhr dt. Zeit)

Männer-Doppelvierer findet nicht ins Rennen
Das hatten sich Tim Ole Naske, Karl Schulze, Hans Gruhne und Max Appel (Ruder-Gesellschaft HANSA e.V./Berliner RC/RC Potsdam/ SC Magdeburg e.V.) anders vorgestellt. Beim olympischen Auftakt lief es für das Quartett heute von Beginn an nicht rund. Schon auf den ersten 500 m verloren die Deutschen den Anschluss an die Spitze und mussten im weiteren Rennverlauf immer weiter abreißen lassen. Mit knapp zehn Sekunden Rückstand kamen die Athleten von Trainer Marcus Schwarzrock auf dem letzten Platz ins Ziel und müssen damit im Hoffnungslauf noch einmal ran. „Ruderisch sind wir leider gar nicht zusammengekommen. Wir hatten wenig Druck im Schlag. Wir wissen auch nicht, woran es liegt. Im Training geht es, im Rennen leider nicht. Jetzt müssen wir im Hoffnungslauf alles geben – vorne offensiv raus, vorne festbeißen und Platz 1 oder 2 belegen. Es wird schwer, aber wir geben unser bestes“, gibt sich Max Appel kämpferisch. (Hoffnungslauf, 25. Juli, 10:40 Uhr, 03:40 Uhr dt. Zeit)

Frauen-Doppelvierer bestätigt gute Form
Franziska Kampmann, Carlotta Nwajide, Frieda Hämmerling und Daniela Schultze (RV Waltrop/DRC Hannover/RG Germania e.V. Kiel/RC Potsdam) sind mit einem Sieg in die olympische Regatta gestartet. Das Quartett kam richtig gut ins Rennen und lieferte sich einen spannenden Dreikampf mit den Booten aus den Niederlanden und Großbritannien um die zwei Finaltickets. Auf den letzten 500 m konnten sich die Athletinnen von Marcin Witkowski mit einem schönen Schlussspurt etwas von der Konkurrenz lösen und das Rennen für sich entscheiden. „Das war ein gutes Rennen von uns, wir konnten umsetzen was wir vorgenommen haben, den Hoffnungslauf umgehen und direkt ins Finale einziehen“, so Schlagfrau Franziska Kampmann. „Es ist sehr heiß hier, aber wir können ganz gut damit umgehen. Wind und Welle ist auch vorhanden, das macht es schwieriger und man muss es technisch sauber rudern“, ergänzt Frieda Hämmerling, die sich begeistert von den ersten Eindrücken zeigt. „Es ist wirklich toll, hier zu sein. Man hört ja immer die Geschichten, aber dieses olympische Feeling kann man sich vorher nicht vorstellen.“ Das bestätigt auch Carlotta Nwajide. „Ich bin mit wenig Erwartungen angereist. Es ist unglaublich, Athleten aus der ganzen Welt zu sehen und zu treffen.“ Bis zum Finale am Dienstag haben die vier jetzt etwas Zeit, das olympische Feeling weiter aufzusaugen. (Finale, 27. Juli, 10:10 Uhr, 03:10 Uhr dt. Zeit)

Einschätzung des leitenden Bundestrainers
„Mit Olli und dem Frauen-Doppelvierer sind heute zwei Medaillenkandidaten gut in die olympische Regatta gestartet. Der Frauen-Doppelzweier hatte einen schnellen Lauf, die waren gar nicht so schlecht unterwegs. Der Abstand vom Männer-Doppelvierer war leider schon deutlich“, so der leitende Bundestrainer Ralf Holtmeyer.

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Morgen starten dann auch Jason Osborne und Jonathan Rommelmann (Mainzer RV 1878 e.V./Crefelder RC) ihre Mission Medaille im leichten Doppelzweier. (Vorlauf, 24. Juli 11:20 Uhr Ortszeit, 04:20 Uhr dt. Zeit).

Alle Ergebnisse gibt es hier.

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