PETA fordert Ende der Hobbyjagd in Deutschland

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Todesschütze von Dänischenhagen und Kiel ist Jäger

Dänischenhagen / Kiel / Stuttgart, 26. Mai 2021 – Der mutmaßliche Todesschütze, der in der vergangenen Woche drei Personen in Dänischenhagen und Kiel tötete, ist ein Jäger. Bei der Durchsuchung des Hauses des 47-jährigen Tatverdächtigen wurden mehrere Schusswaffen und Munition gefunden. Er soll am Mittwoch in Dänischenhagen seine von ihm getrenntlebende Ehefrau und einen Mann erschossen haben. In Kiel soll er tödliche Schüsse auf einen alten Bekannten abgefeuert haben. PETA weist darauf hin, dass Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sich einig sind, dass ein Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren besteht und daher vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. [1]

„Menschen, die Freude am Töten von Tieren haben, gehen nicht selten zu Gewalttaten an Menschen über“ so Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA. „In Deutschland gibt es über 395.000 Hobbyjäger, die das Töten von Tieren als unterhaltsamen ‚Freizeitsport‘ ansehen. Der Jagdschein ist in wenigen Wochen gemacht, teils in Crash Kursen. Immer wieder kommt es zu Jagdunfällen, wo Jäger „versehentlich“ Menschen und sogenannte Haustiere schwer verletzen oder töten – und auch zu absichtlichen Gewalttaten an Menschen. Die Jagd und das ständige Töten von fühlenden Lebewesen lassen Menschen gefühlsmäßig abstumpfen. Es ist dringend an der Zeit, dass die Hobbyjagd in Deutschland verboten wird.“

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Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter dient.

Hintergrundinformationen
Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht geeignet ist, um Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere beispielsweise in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, wodurch sich die Geburtenrate erhöht. [2] Demnach bedingt ein hoher Jagddruck, dass in dem Gebiet die Population der betreffenden Wildtiere ansteigt. Auch Prof. Dr. Josef Reichholf, ein namhafter Biologe der TU München, sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.

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Den mehr als 395.000 Hobbyjägern in Deutschland stehen nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüber. Eine im Auftrag von PETA im vergangenen Jahr durchgeführte repräsentative Forsa-Umfrage bestätigt, dass mit 49 Prozent die Mehrheit der Bundesbürger die Hobbyjagd ebenfalls ablehnt.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1]  PETA Deutschland e.V. (2018): Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei. https://www.peta.de/wp-content/uploads/2020/11/Broschuere-A5-Menschen_die-Tiere-quaelen-2019-04-print24.pdf.

[2] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.

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Weitere Informationen:

PETA.de/Hobbyjagd 
PETA.de/Jagdunfaelle
PETA.de/Themen/Jagd

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