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tlv Landeshauptvorstand appelliert an die Bildungspolitik für mehr Personal

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Dringlicher Appell im Rahmen des tlv Landeshauptvorstands: „Kümmern Sie sich besser um Ihr Personal!“

Erfurt, 27.09.2021 – Im Rahmen einer Tagung seines Landeshauptvorstands – seines zweithöchsten Gremiums nach der Landesdelegiertenversammlung – hat der tlv thüringer lehrerverband einen dringenden Appell an die Landesregierung gerichtet. „Kümmern Sie sich besser um Ihr Personal“, fordern Frank Fritze, stellvertretender tlv-Landesvorsitzender, und Tim Reukauf, Sprecher des Jungen tlv.

„Es ist ein Skandal, dass im Zuge der Einführung der E13 für die tarifbeschäftigten Grundschullehrerinnen und -lehrer keine stufengleiche Höhergruppierung erfolgt ist“, konstatiert Frank Fritze. „Für viele Tarifbeschäftigte hat das zur Folge, dass sie die Veränderung praktisch nicht auf ihrem Konto wahrnehmen.“ Das Land Thüringen, ergänzt der stellvertretende Landesvorsitzende, hätte rein rechtlich die Möglichkeit, durch eine Verkürzung der Stufenlaufzeiten oder sogar einen Stufenvorzug für die Betroffenen einen Ausgleich zu schaffen. „Dann hätte sich auch für die angestellten Kolleginnen und Kollegen die Höhergruppierung gelohnt. Aber Thüringen macht es einfach nicht.“

Den Sprecher des Jungen tlv treibt vor allem die Frage nach der Motivation für die Lehrerinnen und Lehrer in Thüringen um. „Nicht nur als Zeichen der echten Wertschätzung für das Bestandspersonal, sondern auch als Anreiz für den Nachwuchs halte ich die Einführung eines wettbewerbsfähigen Zulagensystems für unverzichtbar. Jede Lehrperson, die spezielle Aufgaben oder Funktionen übernimmt, muss dafür einen angemessen Ausgleich erhalten – am besten mit der freien Wahl zwischen den beiden Optionen Zusatzvergütung oder Anrechnungsstunden.“

Laut Reukauf betrifft dies neben den Fachleiter:innen und Schulleiter:innen alle diejenigen, die spezielle schulische oder administrative Aufgaben übernehmen, also etwa die Ausbildungsverantwortlichen, Beratungslehrer:innen und EDV-Beauftragten. Es sei ein Witz, wie beispielsweise mit den jetzt neu eingeführten Gesundheitsbeauftragten umgegangen werde. „Nicht nur, dass die Landesregierung statt der von uns geforderten Schulgesundheitsfachkräfte mit medizinischer Ausbildung diese Aufgabe wieder den Lehrerinnen und Lehrern aufbürdet: Sie erhalten dafür gerade mal eine einzige Anrechnungsstunde pro Woche.“

Ein echter Anreiz wäre laut dem Sprecher des Jungen tlv zudem ein Sonderzuschlag für Absolventinnen und Absolventen, die sich dazu bereiterklären, mindestens fünf Jahre in Thüringen zu bleiben. „Es reicht nicht, Busse zu bekleben! Wir brauchen und fordern ein klares Statement der Landesregierung für ihre Beschäftigten. Und ja, das kostet Geld. Aber noch viel teurer kommt es uns als Gesellschaft zu stehen, wenn sich der Lehrermangel weiterhin so drastisch verschärft.“

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