Bundestagspetition gegen Tierversuche an Affen: Primatenschutz jetzt stärken und auf tierleidfreie Forschung setzen

Ärzte gegen Tierversuche und PETA Deutschland haben eine Bundestagspetition gestartet, um bis zum 20. Oktober 2025 mindestens 30.000 Unterschriften für ein Ende von Tierversuchen an Affen in Deutschland zu sammeln. Jährlich werden über 1.600 Affen – darunter zahlreiche bedrohte Langschwanzmakaken – in Laboren eingesetzt, wovon mehr als 1.300 aus Nicht-EU-Ländern importiert werden. Die Initiatoren fordern den Bundestag und die Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene für ein verbindliches Verbot einzusetzen und stattdessen moderne tierversuchsfreie Methoden wie Organ-on-a-Chip zu nutzen.
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– Bundestagspetition zur Abschaffung von Affentests in Deutschland, 30.000 Unterschriften bis 20.10.2025 gefordert.
– Jährlich mindestens 1.600 Affen in Tierversuchen, über 1.300 Importe aus Nicht-EU-Ländern.
– Forderung: EU-weites Affentestverbot, IUCN-Rotliste als Bewertungsmaßstab, 10% mehr Fördermittel für tierversuchsfreie Verfahren.

Petition fordert Stopp von Tierversuchen an Affen in Deutschland

Ärzte gegen Tierversuche und PETA Deutschland haben eine Bundestagspetition ins Leben gerufen, die das Ende von Tierversuchen an Affen in Deutschland fordert. Bis zum 20. Oktober 2025 sollen mindestens 30.000 Unterschriften gesammelt werden, damit sich der Petitionsausschuss des Bundestages mit dem Anliegen befasst. Die Initiatoren verlangen, dass der Deutsche Bundestag verbindliche Maßnahmen ergreift, um Tierversuche an Affen abzuschaffen. Zugleich soll sich die Bundesregierung auf EU-Ebene für ein Verbot einsetzen.

Die Petition richtet sich gegen den Einsatz von mindestens 1.600 Affen, die jährlich in deutschen Laboren verwendet werden – davon wurden im Jahr 2023 über 1.300 aus Nicht-EU-Ländern importiert. Besonders problematisch ist die Verwendung von Langschwanzmakaken, die auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als vom Aussterben bedroht gelten. Daher fordert die Petition, die Rote Liste der IUCN als verbindlichen Maßstab zum Schutz gefährdeter Arten heranzuziehen. Ebenso soll es ein ausnahmsloses Verbot von Tierversuchen an Menschenaffen geben.

„Wir dürfen nicht länger hinnehmen, dass Tiere in Laboren zu Versuchsobjekten degradiert und getötet werden“, erklärt Sabrina Engel von PETA Deutschland. Sie betont, dass Primaten hochsoziale Lebewesen mit Empathie und Ich-Bewusstsein sind, deren Leiden nicht länger ignoriert werden darf. Die Petition fordert darüber hinaus eine jährliche Steigerung der öffentlichen Fördermittel für tierversuchsfreie Methoden um mindestens 10 %, um die Entwicklung humanbasierter Verfahren voranzutreiben.

Moderne Alternativen wie die Organ-on-a-Chip-Technologie bieten bereits praktikable Lösungen, die tierversuchsfreie Forschung deutlich effektiver und wirtschaftlicher machen. Laut Angaben aus der Industrie reduzieren solche Verfahren die Kosten der Medikamentenentwicklung um bis zu 26 % und verkürzen Studienzeiten um bis zu 90 %. Gleichzeitig liefern sie wissenschaftlich belastbarere Ergebnisse für den Menschen.

Dr. Melanie Seiler von Ärzte gegen Tierversuche unterstreicht: „Es gibt längst moderne tierleidfreie Methoden, die zuverlässigere Ergebnisse für den Menschen liefern.“ Die Petition appelliert an die Bevölkerung, diese Initiative zu unterstützen und bis zum 20.10.2025 online zu unterschreiben. Nur so kann die erforderliche Anzahl an Unterschriften erreicht werden, damit das Thema im Bundestag diskutiert wird.

Die Aktion ist eine klare Aufforderung, ethische Standards in der Forschung zu erhöhen und den Schutz bedrohter Affenarten konsequent zu gewährleisten. Die umfassenden Forderungen und die drängende Zeitvorgabe machen die Petition zu einem wichtigen Instrument für Fortschritt und Tierschutz in Deutschland.

Tierversuche an Affen: Entwicklungen, Debatte und Alternativen im gesellschaftlichen und rechtlichen Kontext

Tierversuche an Affen sind in Deutschland seit Jahrzehnten Teil der wissenschaftlichen Forschung – insbesondere für Grundlagenstudien und die Prüfung von Medikamenten oder Chemikalien. Dabei leiden die Tiere unter erheblichen Schmerzen und Stress, verbunden mit invasiven Eingriffen wie Gehirnoperationen und einem Leben in Gefangenschaft. Mit jährlich mindestens 1.600 eingesetzten Affen, von denen über 1.300 aus Nicht-EU-Ländern importiert werden, rückt die Praxis zunehmend in den Fokus gesellschaftlicher Debatten und ethischer Kritik. Besonders die Verwendung von Arten wie Langschwanzmakaken, die auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als bedroht geführt werden, verstärkt den Druck auf Politik und Forschung.

Gesellschaftlicher Druck und Wissenschaft

Die öffentliche Wahrnehmung gegenüber Tierversuchen an Primaten hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Organisationen wie Ärzte gegen Tierversuche und PETA Deutschland initiieren Petitionen, um ein vollständiges Verbot dieser Versuche auf den Weg zu bringen. Sie argumentieren, dass Affen als hochsoziale, empfindsame Lebewesen mit einem Ich-Bewusstsein spezielle Schutzrechte verdienen. Sabrina Engel von PETA erklärt: „Wir dürfen nicht länger hinnehmen, dass Tiere in Laboren zu Versuchsobjekten degradiert und getötet werden.“ Die Forderung besteht sowohl in einem absoluten Verbot für Menschenaffen als auch in der stärkeren Berücksichtigung der Gefährdung betroffener Arten anhand der IUCN-Roten Liste. Ein Erfolg der laufenden Petition würde signifikante Auswirkungen auf Forschung und Industrie haben, indem der Fokus verstärkt auf tierversuchsfreie Methoden gelegt wird, die laut Experten oft zuverlässigere Ergebnisse für den Menschen liefern.

Rechtsfragen und internationale Entwicklungen

Die gesetzliche Lage in Deutschland erlaubt derzeit unter bestimmten Bedingungen Tierversuche an Affen, auch wenn die Europäische Union eine strengere Auslegung vorsieht. Die EU-Tierversuchsrichtlinie fordert eine Minimierung solcher Versuche und setzt Standards für den Tierschutz, die national unterschiedlich umgesetzt werden. Deutschland muss nun auf politischer Ebene definieren, wie es seine Verpflichtungen erfüllt und den Schutz bedrohter Arten in seine Gesetzgebung integriert. Die Petition adressiert deshalb auch die Bundesregierung, aktiv auf EU-Ebene ein Verbot zu fördern und die öffentlichen Mittel jährlich um mindestens 10 Prozent für tierversuchsfreie Verfahren zu erhöhen.

Im internationalen Vergleich lässt sich ein Trend hin zu strengeren Regulierungen und alternativen Forschungsansätzen beobachten:

  • Ethik und Gesetzgebung: Länder wie die Niederlande und Norwegen haben bereits Tierversuche an Affen stark eingeschränkt oder sind dabei, entsprechende Verbote einzuführen.
  • Forschungsalternativen: Moderne Technologien, zum Beispiel Organ-on-a-Chip-Systeme, bieten eine bessere Vorhersagekraft für den Menschen, reduzieren Kosten und verkürzen Entwicklungszeiten bei Medikamenten erheblich.

Der Ausbau tierversuchsfreier Methoden zeigt, dass Forschung ohne Leid und Gefangenschaft nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft ist.

Die Debatte über Tierversuche an Affen steht vor entscheidenden Schritten. Mit der Petition und dem politischen Willen kann sich die Gesetzgebung in Deutschland an internationale Standards angleichen. Zugleich eröffnet dies Perspektiven für eine forschungsorientierte Ethik, die biologische Vielfalt ernst nimmt und zugleich den medizinischen Fortschritt fördert. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie stark die öffentliche Unterstützung für diesen Wandel ist und welche politischen Maßnahmen folgen.

Alle Details und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung von Ärzte gegen Tierversuche e.V.

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9 Kommentare

  1. Die Forderung nach einem Verbot der Tierversuche an Affen könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein. Ich hoffe wirklich auf einen Wandel in der Forschung.

    1. Das hoffe ich auch! Es wäre schön zu sehen, dass sich mehr Menschen für diesen wichtigen Tierschutz einsetzen.

  2. Die Zahlen in dem Artikel sind echt alarmierend! 1.600 Affen jährlich? Das geht einfach nicht klar! Was können wir tun, um darauf aufmerksam zu machen?

    1. Ich denke, Aufklärung ist wichtig! Vielleicht sollten wir Flyer drucken und sie verteilen oder Online-Petitionen starten.

  3. Es ist an der Zeit, unsere Einstellung zu überdenken! Tiere sind keine Versuchskaninchen und sollten besser geschützt werden. Was denkt ihr über die Rolle von Politikern dabei?

  4. Ich finde es schockierend, wie viele Tiere noch immer leiden müssen. Tierversuche an Affen sind einfach nicht mehr zeitgemäß! Wieso diskutiert man das nicht schon länger?

  5. Ich finde es richtig gut, dass die Petition gestartet wurde! Es ist wirklich traurig zu hören, wie viele Affen für Tierversuche leiden müssen. Warum wird nicht mehr auf Alternativen gesetzt?

    1. Ja genau, ich denke auch, dass wir dringend Alternativen brauchen. Die Organ-on-a-Chip-Technologie klingt spannend! Warum wird die nicht mehr gefördert?

    2. Das ist ein wichtiger Punkt. Ich habe gehört, dass es in anderen Ländern schon Fortschritte gibt, vielleicht sollten wir das genauer anschauen.

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