Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“: Warum ganzheitliche Kennzeichnung auf der Grünen Woche 2026 wichtig ist

Die Novellierung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes ist erneut auf 2027 verschoben. Der Deutsche Tierschutzbund nutzt die Grüne Woche in Berlin, um mit seinem Label „Für Mehr Tierschutz“ für einen ganzheitlichen Ansatz zu werfen, der das gesamte Leben der Tiere umfasst. Das freiwillige Label ist nach Angaben des Verbandes derzeit das einzige System in Deutschland, das verbindliche Kriterien entlang der gesamten Produktionskette vorschreibt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Label „Für Mehr Tierschutz“ bewertet das gesamte Leben der Tiere, nicht nur die Haltung.
  • Die staatliche Tierhaltungskennzeichnung wurde erneut auf 2027 verschoben.
  • Unabhängige, unangekündigte Kontrollen sichern die Einhaltung der Label-Kriterien.
  • Freiwillige Labels bieten bis zur gesetzlichen Regelung verlässliche Orientierung für Verbraucher.
  • EU plant ab 2026 verbindliche Mindeststandards für Tierschutzkennzeichnung in der gesamten EU.

– Der Deutsche Tierschutzbund stellt auf der Grünen Woche sein ganzheitliches Tierschutzlabel vor.
– Das Label bewertet die gesamte Lebenskette der Tiere, nicht nur die Haltung.
– Es wird als Alternative zur verschobenen staatlichen Tierhaltungskennzeichnung positioniert.

Grüne Woche: Tierschutz braucht mehr als ein Haltungslabel

Die Novellierung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes ist erneut verschoben – auf 2027 (Stand: 07.01.2026). Für Verbraucher bleibt damit unklar, welche tierischen Produkte tatsächlich für mehr Tierschutz stehen. Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin (16.–25.01.2026) positioniert der Deutsche Tierschutzbund sein Label „Für Mehr Tierschutz“ als ganzheitliche Alternative. Eine glaubwürdige Kennzeichnung darf sich nicht allein auf die Haltungsform beschränken, sondern muss das gesamte Leben der Tiere berücksichtigen – von der Zucht über den Transport bis zur Schlachtung.

Präsident Thomas Schröder betont: „Der bestmögliche Schutz der Tiere endet nicht an der Stalltür.“ Eine Kennzeichnung, die zentrale Phasen im Leben landwirtschaftlich genutzter Tiere ausklammert, greift aus seiner Sicht zu kurz. Das Tierschutzlabel des Verbands verfolgt einen umfassenden Ansatz. Es ist derzeit das einzige System in Deutschland, das verbindliche und kontrollierte Kriterien entlang der gesamten Produktionskette umfasst.*

Die erneute Verschiebung der staatlichen Regelung unterstreicht die Bedeutung solcher freiwilligen Initiativen.

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Derzeit arbeiten 558 landwirtschaftliche Betriebe nach den Kriterien (Stand: 07.01.2026). Produkte mit dem Tierschutzlabel sind bei Handelsunternehmen verfügbar.*

Am Freitag, 16.01.2026 lädt der Deutsche Tierschutzbund von 11-12 Uhr zu einem Pressegespräch mit Präsident Thomas Schröder an den Messestand des Tierschutzlabels „Für Mehr Tierschutz“ in Halle 7.2.c, Stand 109. Um Anmeldung an presse@tierschutzbund.de wird gebeten.

Ganzheitlicher Tierschutz: Mehr als nur eine Stallfrage

Ein glaubwürdiges Tierschutzlabel muss über die reine Haltungsform hinausblicken. Diese Überzeugung gewinnt vor dem Hintergrund politischer Entwicklungen an Bedeutung. Während die Einführung einer verpflichtenden staatlichen Tierhaltungskennzeichnung in Deutschland wiederholt verschoben wurde, wächst der Bedarf an verlässlichen Orientierungshilfen für Verbraucher. Freiwillige Labels wie „Für Mehr Tierschutz“ positionieren sich hier mit einem umfassenden Ansatz, der die gesamte Lebensspanne eines Tieres abdeckt – von der Zucht über Transport und Schlachtung bis zur Verarbeitung. Dieser ganzheitliche Ansatz bildet einen zentralen Unterschied zu den bisher diskutierten, enger gefassten gesetzlichen Modellen, die primär die Mastphase in den Blick nehmen.

Kontrollen und Richtlinien

Die Umsetzung eines solchen Ansatzes erfordert klare, verbindliche Regeln und deren Überprüfung. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird durch unabhängige, auch unangekündigte Kontrollen überwacht. Dieses System soll Transparenz schaffen und sicherstellen, dass das Label nicht nur eine Absichtserklärung, sondern einen nachprüfbaren Standard darstellt.

EU-Pläne und gesetzlicher Rahmen

Auf europäischer Ebene zeichnen sich mögliche Veränderungen des rechtlichen Rahmens ab. Die Chronologie von diesen EU-Planungen über die freiwilligen Label-Standards zeigt, wie sich private Initiativen parallel zu und teils vor gesetzlichen Entwicklungen weiterentwickeln. Für Verbraucher bedeutet dieses Zusammenspiel: Während die Politik an umfassenderen Lösungen arbeitet, bieten etablierte private Labels bereits heute einen konkreten, kontrollierten Weg, tierische Produkte nach strengeren Kriterien auszuwählen.

Hintergrund: Regelwerke und Reformen im Überblick

Die Diskussion um Tierschutzlabel und staatliche Kennzeichnungspflichten bewegt sich in einem dynamischen rechtlichen und politischen Umfeld. Neben freiwilligen Initiativen wie dem Tierschutzlabel "Für Mehr Tierschutz" formen auch geplante gesetzliche Änderungen den Rahmen. Die folgende Übersicht fasst relevante Entwicklungen und Regelwerke zusammen, die für die Bewertung von Tierschutzstandards eine Rolle spielen.

  • Ab 2026 treten aktualisierte Richtlinien für das Tierschutzlabel "Für Mehr Tierschutz" in Kraft. Sie fordern unter anderem regelmäßige unangekündigte Kontrollen entlang der gesamten Produktionskette (Stand: 2026, Quelle: Richtlinie Verarbeitung des Tierschutzlabels)*.
  • Die Novellierung des deutschen Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes wurde erneut verschoben.

    Freiwillige Standards vor der gesetzlichen Wende

Die erneute Verschiebung einer verbindlichen staatlichen Tierhaltungskennzeichnung auf 2027 verlängert eine Phase der Unsicherheit. Für Verbraucher bleibt die Orientierung am Supermarktregal eine Herausforderung, während der Handel eigene Wege sucht, Transparenz zu signalisieren. In diesem Vakuum gewinnen glaubwürdige, freiwillige Labelsysteme an Bedeutung. Sie bieten eine konkrete Entscheidungshilfe, setzen aber gleichzeitig Maßstäbe, an denen künftige gesetzliche Regelungen gemessen werden.

Konsequenzen für Käufer & Handel

Für Käufer bedeutet die aktuelle Lage einen erhöhten Rechercheaufwand. Das Vertrauen verschiebt sich von allgemeinen Produktversprechen hin zu Systemen, die lückenlose Kontrollen und klare, öffentlich einsehbare Kriterien bieten. Der Handel reagiert darauf, indem er verstärkt zertifizierte Produkte in sein Sortiment aufnimmt, um glaubwürdige Qualität zu kommunizieren und differenzierte Preissegmente zu bedienen. Diese Dynamik zeigt: Die Nachfrage nach verlässlicher Information formt bereits heute Teile des Marktes.

Freiwillige Label stehen jedoch vor der Aufgabe, ihre Glaubwürdigkeit kontinuierlich unter Beweis zu stellen. Die Richtlinien des Tierschutzlabels „Für Mehr Tierschutz“ für die Verarbeitung und die Gestaltung der Haltung veranschaulichen, wie durch präzise, verschärfte Vorgaben und regelmäßige unangekündigte Audits Vertrauen geschaffen werden soll*. Solche Systeme definieren damit de facto einen Standard, der über das gesetzliche Minimum deutlich hinausgeht.

Die Perspektive bis 2027 wird maßgeblich von der europäischen Gesetzgebung geprägt. Die EU-Kommission hat Reformabsichten im Tierschutzrecht angekündigt, die ab 2026 in konkrete Gesetzesvorschläge münden könnten*. Dieser Prozess wird wahrscheinlich verbindliche Mindeststandards für die Kennzeichnung in der gesamten EU etablieren. Die Entwicklung zeigt einen klaren Trend: Die Phase rein freiwilliger Lösungen neigt sich dem Ende zu. Bis dahin bleibt eine funktionierende, transparente und kontrollierte freiwillige Kennzeichnung ein unverzichtbarer Kompass für alle Marktteilnehmer. Sie schafft nicht nur Orientierung, sondern liefert auch wertvolle Erkenntnisse für die Ausgestaltung der kommenden, verbindlichen Regelwerke.

Die hier bereitgestellten Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes e. V.

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Tierschutzkennzeichnung ist mehr als ein Label-Thema am Supermarktregal: Die Frage, wie Tiere über die gesamte Produktionskette hinweg geschützt werden, entscheidet darüber, ob Verbraucher überhaupt sinnvolle Orientierung bekommen. Weil die staatliche Tierhaltungskennzeichnung erneut verschoben wurde, rückt der Maßstab „vom Leben bis zur Schlachtung“ in den Fokus – genau das beansprucht das Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“.

Für Verbraucher, Handel und Politik bedeutet das: Wer glaubwürdig informieren will, braucht überprüfbare Kriterien und Kontrollen entlang der gesamten Kette. Organisationen und Unternehmen können damit Vertrauen aufbauen, während staatliche Regelungen an solchen Standards gemessen werden. Gleichzeitig zeigen die EU-Diskussionen, dass das Thema in Richtung verbindlicherer Mindeststandards weiterläuft.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Warum reicht eine reine Haltungsangabe nicht aus?
Der Beitrag kritisiert, dass zentrale Lebensphasen wie Zucht, Transport und Schlachtung sonst ausgeklammert werden.

Welche Vorteile hat ein Label, das die ganze Produktionskette bewertet?
Es soll Kriterien nachprüfbar machen und damit eine verlässliche Entscheidungshilfe bieten, solange staatliche Regeln unklar sind.

Was sorgt für Glaubwürdigkeit bei solchen Systemen?
Laut Beitrag helfen verbindliche Richtlinien und unabhängige Kontrollen, auch unangekündigt.

Wie geht es bis zur staatlichen Neuregelung weiter?
Bis zur geplanten staatlichen Kennzeichnung (Verschiebung auf 2027) sind freiwillige, kontrollierte Labels eine wichtige Orientierung. Eine Entwicklung zu EU-Mindeststandards wird ebenfalls erwartet.

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