DEHOGA-Caterer warnen vor Tierhaltungskennzeichnung: Mehr Bürokratie statt Reformen?

Die Caterer im DEHOGA fordern einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel und warnen vor einer geplanten Ausweitung der Tierhaltungskennzeichnung auf die Gastronomie. Sie kritisieren diese Pläne als europarechtswidrig und als zusätzliche Bürokratie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Statt neuer Regulierung verlangt der Verband konsequenten Bürokratieabbau und steuerliche Entlastungen für die Betriebe.
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– DEHOGA-Caterer fordern 2026 als Reformjahr mit Bürokratieabbau und Steuerentlastungen.
– Sie lehnen eine erweiterte Tierhaltungskennzeichnung für Außer-Haus-Markt als bürokratisch ab.
– Die Branche warnt vor wirtschaftlicher Belastung durch neue Regulierungen und Kennzeichnungspflichten.

Caterer warnen vor neuer Kennzeichnungspflicht

Die Caterer im DEHOGA haben bei ihrer Mitgliederversammlung am 13. März 2026 auf der INTERNORGA in Hamburg einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel gefordert und sich deutlich gegen neue Vorgaben für den Außer-Haus-Markt gestellt. In der am 17. März 2026 in Berlin/Hamburg veröffentlichten Mitteilung warnt der Verband insbesondere vor einer Ausweitung der Tierhaltungskennzeichnung bei Schweinefleisch auf Gastronomie und Catering. Die Pläne seien aus Sicht des DEHOGA europarechtswidrig und gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten das falsche Signal.

Damit verbindet der Verband eine grundsätzliche Botschaft: Aus Sicht der Caterer braucht die Branche 2026 vor allem Reformen statt zusätzlicher Regulierung. Der Vorsitzende der Caterer im DEHOGA, Jörg Rutschke, betonte dabei auch die steuerpolitische Linie des Verbandes: „Die sieben Prozent Mehrwertsteuer sind richtig und wichtig. Sie schaffen fairen Wettbewerb und wirken stabilisierend.“ Zugleich verwies der DEHOGA auf stark gestiegene Personal- und Lebensmittelkosten sowie eine verhaltene Nachfrage.

DEHOGA-Bundesgeschäftsführerin Jana Schimke verband die Kritik an neuen Pflichten mit einem weiter gefassten Appell an die Politik. „Wir müssen aus der Krise herauskommen und brauchen Wachstum in Deutschland“, sagte sie. Nach Auffassung des Verbandes müsse 2026 zum Jahr der Reformen werden. Gefordert werden konsequenter Bürokratieabbau, flexible Arbeitszeiten sowie spürbare Entlastungen bei Steuern und Abgaben. Mit Blick auf die geplante Ausweitung der Kennzeichnungspflichten warnte Rutschke zudem: „Unsere Speisekarten dürfen nicht zum Beipackzettel werden.“ Er ergänzte: „Die Bundesregierung trägt jetzt eine besondere Verantwortung. Sie muss sehr genau abwägen, was unsere Wirtschaft stärkt – und was die Betriebe zusätzlich unter Druck setzt."

Was hinter dem Streit um die Kennzeichnung steckt

Der Konflikt entzündet sich an einer Regulierung, die in Teilen des Marktes bereits beschlossen ist. Nach dem geltenden Stand tritt die verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung für frisches, unverarbeitetes Schweinefleisch aus deutscher Mast seit dem 1. März 2026 im Lebensmitteleinzelhandel, im Online-Handel und in Metzgereien in Kraft. Der Bundestag hatte das Inkrafttreten dieser Kennzeichnungspflicht bereits am 26. Juni 2025 beschlossen.

Die politische Debatte ist damit aber nicht abgeschlossen. Nach den vorliegenden Recherchen plant das zuständige Ministerium eine Ausdehnung der Kennzeichnung ab 2027 auf Rind- und Geflügelfleisch sowie auf verarbeitete Produkte. Genau an diesem Punkt wird für die Gastronomie und den Cateringbereich relevant, ob die Vorgaben künftig auch den gesamten Außer-Haus-Markt erfassen sollen.

Dass die Branche die Diskussion aufmerksam verfolgt, hat auch mit dem Umsetzungsaufwand zu tun. Die Übergangsfrist für die Tierhaltungskennzeichnung wurde bis zum 1. März 2026 verlängert. Das zeigt, dass die Einführung politisch und organisatorisch als anspruchsvoll gilt. Vor diesem Hintergrund ordnet sich auch der Widerstand der Caterer ein: Sie reagieren nicht auf ein abstraktes Vorhaben, sondern auf eine Regulierung, die in anderen Marktbereichen bereits gilt und perspektivisch weiter ausgedehnt werden könnte.

Zwischen Transparenz und Bürokratie

Der Streit um die Kennzeichnung ist damit mehr als ein branchenspezifischer Konflikt. Auf der einen Seite stehen Caterer und Gastronomen, die zusätzliche Dokumentations- und Kennzeichnungspflichten als weiteren bürokratischen Aufwand sehen. Der DEHOGA formuliert das klar: Eine Ausweitung auf den Außer-Haus-Markt würde aus Sicht der Branche vor allem zusätzlichen Aufwand und neue Bürokratie verursachen, ohne Mehrwert für die Gäste zu bringen. Entsprechend zählt der Schutz vor aus Sicht des Verbandes überflüssiger Regulierung zu den zentralen Themen der Verbandsarbeit für 2026 und 2027.

Auf der anderen Seite verweisen Verbraucherschützer auf das Informationsinteresse der Gäste. Der Verbraucherzentrale Bundesverband befürwortet nach dem Stand der Recherche eine Kennzeichnungspflicht in der Gastronomie, weil sie aus seiner Sicht für mehr Transparenz sorgt und informierte Entscheidungen erleichtert. Die politische Auseinandersetzung verläuft damit entlang eines klassischen Zielkonflikts: mehr Verbraucherinformation auf der einen, zusätzlicher Aufwand für Betriebe auf der anderen Seite.

Gerade im Außer-Haus-Markt ist diese Abwägung besonders sensibel, weil Speiseangebote, Lieferketten und Menüplanung oft komplexer sind als im klassischen Einzelhandel. Die Frage ist deshalb nicht nur, ob Transparenz sinnvoll ist, sondern auch, wie weit Regulierung in einem ohnehin belasteten Markt reichen soll.

Reformjahr 2026: Was die Branche zusätzlich fordert

Für die Caterer ist die Debatte über die Tierhaltungskennzeichnung allerdings nur ein Teil eines größeren wirtschaftspolitischen Forderungskatalogs. Bereits bei der Mitgliederversammlung am 13. März 2026 in Hamburg machten die Unternehmensvertreter deutlich, dass sie ihre Interessenvertretung in den kommenden Jahren breiter anlegen wollen. Im Februar hatte der Verband flankierend zur politischen Arbeit seine Kommunikationskampagne „Wochenarbeitszeit jetzt“ gestartet. Hintergrund ist die vom DEHOGA geforderte Umstellung von der Tageshöchstarbeitszeit auf eine Wochenhöchstarbeitszeit.

Darüber hinaus verständigten sich die Caterer auf weitere Schwerpunkte ihrer Verbandsarbeit für 2026 und 2027. Im Fokus bleibt laut Pressemitteilung die Kita- und Schulverpflegung. Zugleich soll es weiter um die Frage gehen, wie die Branche vor zusätzlicher Regulierung geschützt werden kann.

Die Warnung vor einer Ausweitung der Tierhaltungskennzeichnung steht damit in einem größeren Zusammenhang: Der DEHOGA will weniger Bürokratie, mehr Flexibilität und bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Ob die Politik diesen Kurs aufgreift, dürfte für die Branche im weiteren Verlauf des Jahres zu einer zentralen Frage werden.

Die hier bereitgestellten Informationen stammen aus einer Pressemitteilung des DEHOGA Bundesverbands.

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13 Kommentare

  1. Ich bin geteilt, als gast will ich wissen woher mein essen kommt aber als betriebsleiter hab ich angst vor kosten und strafen, DEHOGA spricht hier ein wichtiges thema an: Buerokratieabbau und flexible arbeitszeiten waeren prima, aber liebe politik bitte nicht alles auf einmal, schritt fuer schritt und finanzielle hilfen fuer umstellung waeren fair, link mit foerdermoeglichkeiten https://www.verbandsbuero.de/foerderung/umstellung

  2. Neutral betrachtend: Die Kennzeichnungspflicht fuer Schwein war schon schwer im Handel, auf Gastronomie übertragen wirds noch komplexer, die Lieferkette ist oft gemischt und menueplanung wechselt taeglich, kann mir vorstellen das viele gaeste die meer info wollen aber nicht jedekleinigkeot wissen mussen, vllt verpflichtung nur fuer frische unverarbeitete ware und ausnahmen fuer komplexe gerichte? siehe https://www.verbandsbuero.de/fragen/kennzeichnung-ausnahmen

  3. Bin politisch interessiert aber kein experte, trotzdem sticht ins auge das DEHOGA recht hat wenn sie sagt Speisekarte darf nicht zum Beipackzettel werden, fuer Gaeste ist info guet aber zuviel text verwirrt, vielleicht kann man mit QR code und klaren standards beides verbinnden, wichtig ist auch steuerentlastungen und personal entlasten, mehr zu reformen: https://www.verbandsbuero.de/politik/reformen-2026

  4. Neutral gesehen, die Debatte ist nicht nur pro oder contra, die Ausweitung auf Rind und Gefluegel ab 2027 kann sinnvoll fuer Verbraucher sein aber fuer Catering heisst das mehr dokumentationsaufwand und kosten die weitergegeben werden, frage: Wer uebernimmt kontrolle und haftung wenn Zulieferkette nicht sauber ist? Vorschlag: mehr flexibilitaet in form von wochenarbeitszeit und digitaler vereinfachter dokumentation, link: https://www.verbandsbuero.de/faq/tierhaltungskennzeichnung

    1. Das mit der haftung ist wichtig, wenn lieferant falsch deklarirt ist wer zahlt dann, die Politik muss das klaeren sonst bleiben kleine Betriebe auf schaden sitzen, ich finde die Idee mit digitaler dokumentation gut aber kostet die einrichtung auch geld und zeit, hat jemand billige loesungen oder software tipps, siehe https://www.verbandsbuero.de/tools/digitalisierung

  5. Ich find die Forderung nach Reformen 2026 verstehbar aber auch verwirrend, die 7% Mehrwertsteuer werdem oft als Rettunggenannt aber ist das genug? Die Kennzeichung von Tierhaltung bei Schwein ist kompliziert und macht fuer kleine Caterer viel Arbeit, Buerokratieabbau waere wichtig, seht hier https://www.verbandsbuero.de/artikel/reformjahr-2026 fuer mehr info, was meint ihr dazu, wie sollen wir das praktisch umsetzen ohne personal noch mehr zu belasten?

    1. Gute Frage Anne, ich seh das auch so das die 7% helfen koennte aber das kostet auch ander stelle, besonders in Kita- und Schulverpflegung wo menus oft wechseln, es braucht klare regeln und einfache Labels sonst wird die Gastronomie total ueberfordert, siehe auch https://www.verbandsbuero.de/service/kita-verpflegung fuer beispiel, kann jemand praxis tipps geben wie man das mit Personal ohne grosser EDV umsetzt?

    2. Ich bin skeptisch, versteh den wunsch nach weniger Buerokratie aber meer Transparenz fuer kunde ist auch wichtig, vielleicht gibts mittlere Wege wie standard vorlagen oder QR codes um info zu geben ohne lange speisekarte zum beipackzettel zu machen, mehr daten dazu unter https://www.verbandsbuero.de/studien/kosten-studie , hat jemand erfahrung mit QR kennzeichnung in catering?

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