Tierhaltungskennzeichnung: 70% der Verbraucher fordern staatliches Label – Start 2027 in Gefahr?

Modernes blau beleuchtetes News-Studio mit runden LED-Podesten und großem Bildschirm mit Schriftzug ‚Verbands‑Monitor eins zu eins‘.
Eine deutliche Mehrheit der Verbraucher*innen wünscht sich eine einheitliche, staatliche Tierhaltungskennzeichnung. Laut einer Umfrage des BUND vom 16. Januar 2026 befürworten 70 Prozent ein solches Label, während das Vertrauen in viele private Siegel gering ist. Der Umweltverband fordert die Bundesregierung auf, die bereits beschlossene Kennzeichnung endlich umzusetzen und sie auch auf die Außer-Haus-Verpflegung auszuweiten.

Inhaltsverzeichnis

Über uns:
Seit über 20 Jahren sind wir im Bereich Marketing und Kommunikation tätig und unterstützen Verbände, Organisationen und Institutionen mit fundierter Praxis- und Branchenexpertise. Unsere Arbeit wird durchweg positiv bewertet – unter anderem auf Trustpilot, ProvenExpert und in Google Bewertungen.

Unterstütze unsere Arbeit mit deiner Bewertung.
Große Konzerne kaufen Reichweite, wir setzen auf echte Leser. Deine positive Bewertung signalisiert dem Algorithmus Relevanz, stärkt unsere Sichtbarkeit und hilft, unabhängige Inhalte sichtbar zu halten.

Scanne den QR-Code oder klicke auf den Link. Du wirst direkt zu Google weitergeleitet.

* 70 Prozent der Befohlenen befürworten ein einheitliches staatliches Tierhaltungskennzeichen.
* Fast die Hälfte der Bevölkerung misstraut den zahlreichen vorhandenen privaten Siegeln.
* Die Einführung des staatlichen Labels wurde von der Regierung auf den 1. Januar 2027 verschoben.

Mehrheit für staatliche Tierhaltungskennzeichnung – die Forderung nach klarer Transparenz wächst

Die Debatte um die Kennzeichnung der Tierhaltung in Deutschland gewinnt weiter an Bedeutung. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Civey im Auftrag des BUND sprechen sich 70 Prozent der Befragten für ein einheitliches, staatliches Kennzeichen auf Lebensmitteln aus*. Dieses Ergebnis unterstreicht das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die bestehende Vielzahl an Labels und Siegeln, die bislang ohne klare gesetzliche Vorgaben existieren. Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) misstraut den zahlreichen aktuellen Kennzeichen, wobei die jüngere Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen besonders skeptisch ist: Hier liegt das Vertrauen nur bei 16 Prozent*.

Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND, kommentiert dazu: „Es müssen schnellstmöglich die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden, um die Haltungsbedingungen der Tiere in der Landwirtschaft transparent zu machen. Dringend müssen dabei alle Verzehrwege vom Supermarkt bis zur Außer-Haus-Verpflegung in Kantinen und Restaurants einbezogen werden.”

Der BUND fordert, dass die geplante gesetzliche Regelung, die bereits im letzten Jahr hätte in Kraft treten sollen, endlich umgesetzt wird. Obwohl private Labels im Einzelhandel vorangegangen sind, fehlt bisher eine bundeseinheitliche Lösung. Die Vielzahl an Siegeln und Labels mindert das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten erheblich. Die Verschiebung des Starttermins auf den 1. Januar 2027 durch die Regierung verzögert jedoch eine wirkliche Verbesserung der Transparenz*. Olaf Bandt betont: „Wir brauchen schnellstens einen umfassenden, EU-rechtskonformen Gesetzentwurf zur Verbesserung des bestehenden Gesetzes – sonst ist die Einführung der Kennzeichnung zum 1. Januar 2027 erneut in Gefahr.“

In der aktuellen politischen Diskussion bleibt das Ziel klar: Die Kennzeichnung soll alle Verzehrwege erfassen – vom Supermarktregal über die Restaurants bis hin zu Kantinen in Betrieben. Die Forderung nach einer verpflichtenden Kennzeichnung auf allen Produkten und in der Außer-Haus-Verpflegung wächst. Die Umfrage belegt, dass die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher eine transparente Lösung fordern, mit der sie sich beim Einkauf und Essengehen orientieren können. Olaf Bandt kündigt an, dass der BUND am morgigen Tag gemeinsam mit zahlreichen Organisationen bei der Demonstration „Wir haben es satt“ unter dem Motto „Haltung zeigen“ auf die Straße gehen wird, um diesen Verbesserungsbedarf sichtbar zu machen.

Gesetzesstand und Zeitplan der Tierhaltungskennzeichnung: Chronologie der rechtlichen Entwicklung

Das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz wurde am 24. August 2023 in Kraft gesetzt. Es bildet die rechtliche Grundlage für eine transparente Kennzeichnung der Tierhaltung bei tierischen Produkten im Handel und in der Gastronomie.*

Bislang war geplant, die verpflichtende Einführung des Gesetzes am 1. August 2025 umzusetzen. Dieser ursprünglich geplante Starttermin wurde veröffentlicht.*

Im Juli 2025 wurde bekanntgegeben, dass sich der Termin auf den 1. März 2026 verschiebt. Diese Verzögerung soll die Behörden und die Wirtschaft in die Lage versetzen, die technischen und rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.*

Trotz der noch ausstehenden gesetzlichen Umsetzung setzen sich Organisationen wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weiterhin für eine schnelle Einführung ein.*

Laut einer im Januar 2026 veröffentlichten Umfrage sprechen sich 70 Prozent der Befragten für ein staatliches, einheitliches Kennzeichen aus.*

Die Verschiebung des verbindlichen Starttermins auf das Jahr 2027 wurde bestätigt.*

Datum Ereignis Quelle / Stand
01.08.2025 Ursprünglicher Pflicht-Starttermin Juli 2025
01.03.2026 Verschiebung des Starttermins Juli 2025
2027 Verschiebung auf das Jahr 2027 2025

Diese Entwicklung zeigt, dass die Umsetzung eines Gesetzes in der Praxis oft von Verzögerungen begleitet wird. Trotz der Herausforderungen bleibt die Hoffnung auf eine zeitnahe Einführung bestehen. Das Einhalten des neuen Termins ist entscheidend, um den Mehrwert einer transparenten Tierhaltungskennzeichnung für Verbraucherinnen, Verbraucher und die Tierhaltung selbst zu realisieren.

Inhalte der Kennzeichnung und Kontrolle: Transparenz bei der Tierhaltung

Die staatliche Kennzeichnung der Tierhaltung auf Produkten soll Verbrauchern Orientierung beim Einkauf bieten und Vertrauen schaffen. Sie umfasst festgelegte Kategorien, die die Haltungsformen von Tieren in der Landwirtschaft beschreiben*. Im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben müssen die Haltungseinrichtungen entsprechend dokumentiert werden. Landesbehörden übernehmen hierbei zentrale Aufgaben: Sie führen Register über die jeweiligen Haltungssysteme, vergeben eindeutige Kennnummern und überwachen die Einhaltung der Vorgaben. Bei Verstößen können Bußgelder verhängt werden. Diese Kontrolle ist laut Stand März 2025* eine wesentliche Säule, um die gesetzliche Umsetzung zu sichern und Betrug zu verhindern.

Die fünf Haltungsformen

  • Stall
  • Stall + Platz
  • Frischluftstall
  • Auslauf/Weide
  • Bio

Diese Kategorien sollen eine klare Abgrenzung und Transparenz für Verbraucher schaffen. Die Kennzeichnung auf Produkten ermöglicht es, die Haltung der Tiere auf einen Blick zu erkennen und bewusster zu entscheiden. Gleichzeitig ist die Kontrolle dieser Angaben essenziell, um Betrug und irreführende Labels zu vermeiden.

Die Umsetzung der staatlichen Kennzeichnung ist jedoch bisher nur teilweise erfolgt. Die Bundesregierung hat den ursprünglich vorgesehenen Starttermin für das Gesetz verschoben*. Bis dahin sollen die Landesbehörden weiterhin die Einhaltung überwachen, was durch die Führung von Registern und die Vergabe von Kennnummern geschieht*.

Die Kontrolle umfasst sowohl die Wohnung der Haltungseinrichtungen als auch die Überprüfung der Labels in Handel und Gastronomie. Ziel ist es, die gesetzlichen Vorgaben konsequent umzusetzen, um einheitliche Standards zu gewährleisten. Dies soll langfristig das Vertrauen der Verbraucher in die Kennzeichnung stärken und einen Schritt in Richtung nachhaltiger Tierhaltung sein.

Gesellschaftliche Relevanz der Tierhaltungskennzeichnung: Chancen und offene Fragen

Die Einführung einer einheitlichen, staatlichen Tierhaltungskennzeichnung gewinnt mit Blick auf Verbraucherschutz , Handel und Politik zunehmend an Bedeutung. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage des BUND zeigt, dass 70 Prozent der Befragten sich für ein einheitliches staatliches Kennzeichen aussprechen*. Verbraucherinnen und Verbraucher fordern Orientierung beim Einkauf, vor allem im Hinblick auf die Haltungsbedingungen der Tiere. Das Vertrauen in die aktuellen Labels ist jedoch äußerst gering.

Für Verbraucherinnen: Orientierung und Vertrauen

Die Kennzeichnung soll Verbrauchern eine transparente Einschätzung der Tierhaltung ermöglichen. Aktuell fehlt es jedoch an einem klar erkennbaren, einheitlichen System. Zwar hat der Lebensmitteleinzelhandel mit der privaten „Haltungsform“ vorgearbeitet, doch die Vielzahl an Labels – Hunderte an Siegeln und Kennzeichen – erschwert die Orientierung und untergräbt das Vertrauen. Die Forderung nach einer verpflichtenden, staatlichen Lösung ist daher verständlich: Sie würde über den gesamten Verzehrweg hinweg Konsumenten die erforderliche Transparenz bieten, vom Supermarkt bis zur Restaurantkarte. Dies wird auch von Verbraucherschutzorganisationen unterstützt und gilt als essenziell, um die Akzeptanz nachhaltiger Tierhaltung zu steigern.

Politische Stolpersteine bis zur Umsetzung

Trotz eines im vergangenen Jahr verabschiedeten Gesetzes zur Einführung der Tierhaltungskennzeichnung, das bereits im letzten Jahr in Kraft treten sollte, verzögert sich der tatsächliche Start der verpflichtenden Kennzeichnung auf den 1. Januar 2027. Die aktuelle Bundesregierung verschiebt damit die Umsetzung, obwohl der Gesetzesentwurf grundsätzlich EU-rechtskonform ist. Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender, weist darauf hin: „Wir brauchen schnellstens einen umfassenden, EU-rechtskonformen Gesetzentwurf zur Verbesserung des bestehenden Gesetzes – sonst ist die Einführung der Kennzeichnung zum 01. Januar 2027 erneut in Gefahr.“

Die Verzögerung kommt vor dem Hintergrund, dass die Regierung Herausforderungen bislang nur verschiebt, anstatt sie anzugehen. Die Herausforderungen sind vielfältig: Neben der Erweiterung des Regelungsrahmens auf Verzehrwege außerhalb des Handels, also Restaurants und Kantinen, besteht auch politischer Widerstand. VertreterInnen aus der Branche oder dem Gastgewerbe befürchten möglicherweise Einschränkungen oder Verzögerungen bei der Gesetzesumsetzung. Laut ExpertInnen des BUND sind kurzfristige Maßnahmen notwendig, um die Kennzeichnung noch vor dem geplanten Datum wirksam zu machen und das Vertrauen der Verbraucher in nachhaltige Tierhaltung zu erhöhen.

Hinweise für die weitere Entwicklung

In der nächsten Phase bleibt offen, wie die Umsetzung letztlich erfolgt. Experten fordern einen konsequenten, EU-rechtskonformen Gesetzesentwurf, der alle Verzehrwege abdeckt, um eine konsequente Transparenz in der Tierhaltungskennzeichnung zu gewährleisten. Politische Entscheidungsträger sollten zudem die Einbindung verschiedener Akteure – Verbraucherorganisationen, Einzelhandel und Gastgewerbe – vorantreiben, um die Akzeptanz der Kennzeichnung zu erhöhen.

Leserinnen und Leser sollten beim nächsten Einkauf auf die Kennzeichnung achten: Das aktuelle Ziel ist, dass Produkte und Speisekarten eine klare, verständliche Angabe zur Tierhaltung enthalten. Nur so kann die Kennzeichnung ihrem Zweck gerecht werden, das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen und nachhaltige Produktionsbedingungen zu fördern.

Abschließend bleibt die Frage, ob die Politik die nötigen Maßnahmen rechtzeitig ergreifen wird oder ob uns weitere Verzögerungen begegnen. Fachleute empfehlen, die Umsetzung der Kennzeichnung weiterhin kritisch zu begleiten und sich bei Demonstrationen und öffentlichen Diskussionen für eine schnellere Einführung einzusetzen.

Für weiterführende Informationen und Statements von Interessenvertretungen empfiehlt sich der Blick auf die Quellen: Die Umfrage des BUND*, die Landesinitiativen und Verbraucherschützer sowie die laufenden Protestaktionen unter dem Motto "Haltung zeigen".

Die nachfolgenden Informationen und Aussagen basieren auf einer Pressemitteilung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V.

Weiterführende Quellen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bild von Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Die Beiträge auf verbandsbuero.de entstehen in einem redaktionellen Netzwerk aus festangestellten und freien Redakteurinnen und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team ist seit vielen Jahren eng in der Vereins- und Verbandswelt vernetzt und arbeitet kontinuierlich mit Organisationen, Verbänden und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Viele Inhalte werden gemeinschaftlich recherchiert, geschrieben und redaktionell überarbeitet. Dieses kollaborative Vorgehen stellt sicher, dass fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Perspektiven in jeden Beitrag einfließen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Inhalte bewusst als Netzwerk-Arbeit und nicht immer unter dem Namen einzelner Autor:innen.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Netzwerk von verbandsbuero.de. Alle Beiträge basieren auf fundierter Praxiserfahrung, aktuellem Fachwissen und einem klaren Fokus auf die Anforderungen von Vereinen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen.

Alle Beiträge