– i.m.a’s Transparenz-Initiative „EinSichten in die Tierhaltung“ jetzt auch als Film verfügbar
– Erstes Film-Porträt zeigt modernen Milchviehbetrieb Brümmer in Diepholz mit nachhaltigem Kreislaufkonzept
– Pilotprojekt soll Verbraucher ohne Hofbesuch erreichen und bei Erfolg weitere Betriebsfilme produzieren
Neues Filmprojekt eröffnet „EinSichten in die Tierhaltung“ auch digital
Die Transparenz-Initiative „EinSichten in die Tierhaltung“ der i.m.a e.V. weitet ihr Angebot aus und startet ein Filmprojekt, das Verbraucherinnen und Verbrauchern bundesweit Einblicke in die moderne Landwirtschaft ermöglicht. Seit 14 Jahren bietet die Initiative Landwirten eine Plattform, um Interessierten direkt vor Ort den Stall zu zeigen. Nun reagiert sie auf die Herausforderung, dass manche den Weg zu einem „EinSichten“-Betrieb nicht leicht oder ortsnah finden.
Als erster Teilnehmer wurde der Milchviehbetrieb der Familie Brümmer aus Diepholz in Niedersachsen portraitiert. In einem knapp vierminütigen Film zeigen Landwirt Henning Brümmer, seine Frau und Sohn Max, wie sie heute wirtschaften und ihre 450 Kühe in kleinen Gruppen halten. Das Familienunternehmen bewirtschaftet 500 Hektar Nutzfläche, beschäftigt 15 Mitarbeitende und setzt auf eine hochmoderne, nachhaltige Landwirtschaft mit automatischer Fütterung sowie Einrichtungen für das individuelle Tierwohl.
Die Hofgeschichte reicht zurück bis ins Jahr 1805, als mit nur drei Kühen und einem Schwein alles begann. Henning Brümmer übernahm den Betrieb vor 18 Jahren von seinem Vater. Während früher Ackerbau, Rinder und Schweine gemischt wurden, hat sich der Hof heute auf die Milchwirtschaft spezialisiert. Unterstützung erhält er seit einem Jahr durch Sohn Max, während die Mutter als gelernte Tierarzthelferin für die Gesunderhaltung der Tiere, Geburten und Kälber sorgt. Ergänzend zur Tierhaltung wird auf den eigenen Feldern Mais, Gras, Lupinen und Getreide für eine ausgewogene Futterversorgung angebaut. Zudem wird Kreislaufwirtschaft betrieben: Gülle, Mist und Zwischenfrüchte werden in einer Biogasanlage verarbeitet, aus der der Dünger für das Pflanzenwachstum zurück auf die Felder fließt.
Thale Meyer, Projektkoordinatorin bei i.m.a e.V., beschreibt das Filmprojekt als Pilot, mit dem die Initiative testet, „ob sich auch Zielgruppen erreichen lassen, die keinen leichten, ortsnahen Zugang zur Landwirtschaft haben.“ Die Resonanz wird am Erfolg der Videos gemessen: „Gibt es viele Klicks, wollen wir gerne weitere Tierhalter mit der Filmkamera portraitieren.“
Mit dem Filmprojekt erweitert „EinSichten in die Tierhaltung“ sein Leitbild, Verbraucher transparent und ohne große Hindernisse über die Bedingungen moderner Landwirtschaft zu informieren. Die Kombination aus Tradition und Innovation zeigt, wie vielseitig und nachhaltig die Tierhaltung heute gestaltet wird.
Warum Transparenz in der Tierhaltung wichtiger denn je ist
Die öffentliche Wahrnehmung der Tierhaltung befindet sich im Wandel. Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, wie Tiere gehalten werden, wie landwirtschaftliche Betriebe funktionieren und welchen Einfluss die Landwirtschaft auf Umwelt und Gesellschaft hat. Dieses gesteigerte Informationsbedürfnis ergibt sich nicht zuletzt aus veränderten Wertvorstellungen, urbanen Lebensumständen und dem Wunsch nach nachvollziehbaren Produktionsbedingungen. Gleichzeitig sind Wege zu landwirtschaftlichen Betrieben für viele Verbraucherinnen und Verbraucher oft weit, sodass direkte Einblicke in die Tierhaltung nicht für alle möglich sind.
Transparenz in der Tierhaltung erfüllt heute eine doppelte Funktion: Sie schafft Vertrauen und fördert die gesellschaftliche Akzeptanz. Projekte wie „EinSichten in die Tierhaltung“ gehen diesen Herausforderungen innovativ an. Die Initiative ermöglicht nicht nur den direkten Hofbesuch, sondern setzt verstärkt auf digitale Formate – etwa Filme, die Landwirtschaft authentisch und lebendig vermitteln. So werden Berührungsängste abgebaut und ein authentischer Dialog zwischen Stadt und Land gefördert.
Das Bild der Landwirtschaft in der Gesellschaft verändert sich durch solche Angebote gravierend. Weg von abstrakten Vorstellungen hin zu konkreten Einblicken in moderne Tierhaltung, die Nachhaltigkeit, Tierwohl und Technologie verbindet. So zeigt beispielsweise die Filmvorstellung eines Milchviehbetriebs in Niedersachsen, wie traditionsreiche Landwirtschaft und Innovation Hand in Hand gehen können. Die Familie Brümmer demonstriert in dem knapp vierminütigen Film, wie ein Hof mit 450 Kühen und moderner Technik bewirtschaftet wird – mit Fokus auf individuelle Betreuung, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Futterproduktion.
Diese Entwicklungen treffen auf einen vielfältigen gesellschaftlichen Trend, der sich durch folgende Punkte zusammenfassen lässt:
- Steigendes Interesse an Herkunftsfragen und Produktionsbedingungen
- Zunehmende Distanz zur landwirtschaftlichen Praxis, vor allem in urbanen Gebieten
- Wachsende Bedeutung von digitalen Medien zur Vermittlung von Landwirtschaftsinhalten
- Forderung nach mehr Nachhaltigkeit und Transparenz in der Lebensmittelproduktion
- Wunsch nach echtem Dialog und Austausch zwischen Landwirt:innen und Verbraucher:innen
Der Einsatz digitaler Medien öffnet neue Möglichkeiten, Landwirtschaft realistisch und anschaulich zu vermitteln – auch dort, wo ein Besuch auf dem Hof nicht möglich ist. Dabei steht die klare Darstellung von Arbeitsbedingungen, Tierwohl und nachhaltigen Praktiken im Vordergrund. So fördern Initiativen wie „EinSichten in die Tierhaltung“ nicht nur das Verständnis, sondern auch die Bereitschaft der Gesellschaft, Landwirtschaft als komplexen und zukunftsorientierten Wirtschaftszweig wahrzunehmen.
Der Trend hin zu mehr Transparenz wird langfristig die Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft prägen. Digitale Formate sind heute ein wichtiger Schlüssel, um die Kluft zwischen Stadt und Land zu überbrücken und Vertrauen aufzubauen. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie solche Projekte das Bild der Landwirtschaft weiter verändern und welchen Beitrag sie dazu leisten, öffentliche Debatten faktenbasiert und konstruktiv zu gestalten.
Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung von information.medien.agrar e.V.