– Hamburg, 19.08.2025: BdV rät Hunde- und Pferdehalter dringend Tierhalterhaftpflichtversicherung abzuschließen.
– Tierhalterhaftpflicht deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden bis mindestens 15 Millionen Euro.
– Tierkrankenversicherung oft teuer und eingeschränkt; BdV empfiehlt finanzielle Rücklage statt teurer Policen.
Tierhalterhaftpflicht: Finanzielle Sicherheit für Menschen und Tiere
Wer ein Tier hält, trägt nicht nur Verantwortung für dessen Wohl, sondern auch für Schäden, die das Tier an anderen Personen oder Sachen verursacht. Für Hunde- und Pferdehalter*innen ist eine Tierhalterhaftpflichtversicherung daher unerlässlich. Anders als bei Katzen oder Kleintieren, die meist über die private Haftpflicht mitversichert sind, empfiehlt BdV-Vorständin Bianca Boss: „Während Katzen, Kaninchen oder andere zahme Kleintiere meist über die private Haftpflicht mitversichert sind, benötigen Hunde und Pferde unbedingt eine separate Police.“ In einigen Bundesländern ist eine Hundehalterhaftpflicht sogar gesetzlich vorgeschrieben.
Tierhalter*innen haften grundsätzlich für alle Schäden in voller Höhe, unabhängig von einem eigenen Verschulden. Ein Beispiel veranschaulicht das Risiko: Ein Pferd läuft unkontrolliert auf eine Landstraße, woraufhin sich ein Auffahrunfall mit Sach- und Personenschäden ergibt. Ebenso kann ein Hund, der sich losreißt und einen Radfahrer zum Sturz bringt, schnell teuer werden. In solchen Fällen springt die Tierhalterhaftpflichtversicherung ein. Sie sorgt für die Regulierung berechtigter Forderungen und wehrt unberechtigte Ansprüche, falls nötig auch vor Gericht, ab. Dabei sollte die Police eine ausreichend hohe Deckungssumme aufweisen: Für Sach-, Personen- und Vermögensschäden empfiehlt die Verbraucherschützerin eine Summe von mindestens 15 Millionen Euro.
Ausführliche Informationen und wichtige Hinweise finden Tierhalter*innen im kostenlosen BdV-Infoblatt zur Tierhalterhaftpflichtversicherung.
Was die Absicherung von Tierarztkosten betrifft, rät der BdV zu Vorsicht: Tierkrankenversicherungen verursachen häufig hohe Prämien und bringen Einschränkungen mit sich. So sind Behandlungen bei erblich bedingten Krankheiten oder angeborenen Fehlentwicklungen oft ausgeschlossen. Erstattungsgrenzen, lange Wartezeiten und steigende Beiträge im Alter sind ebenfalls typische Hürden. „Häufig ist es sinnvoller, selbst eine finanzielle Rücklage zu bilden und flexibel auf notwendige Behandlungen zu reagieren, statt dauerhaft hohe Beiträge zu zahlen“, erklärt Bianca Boss. Daher sollte die Notwendigkeit einer Tierkrankenversicherung gut geprüft und nicht automatisch empfohlen werden.
Detaillierte Tipps zu Tierkrankenversicherungen bietet das kostenlose BdV-Infoblatt. Mitgliedern des Verbraucherschutzvereins steht eine individuelle Beratung zur Verfügung, um den passenden Versicherungsschutz für ihre persönliche Situation zu finden.
Haftpflicht und Versicherungsschutz für Haustiere – Was Tierbesitzer wissen müssen
Wer ein Haustier hält, trägt nicht nur Verantwortung für dessen Wohlbefinden, sondern auch für mögliche Schäden, die durch das Tier entstehen. In Deutschland gewinnt die Tierhalterhaftpflichtversicherung zunehmend an Bedeutung, denn Tierhalter haften für von ihnen verursachte Personen-, Sach- oder Vermögensschäden in voller Höhe – unabhängig vom Verschulden. Besonders bei Hunden und Pferden ist der Abschluss einer solchen Haftpflichtversicherung essenziell, zum Teil sogar gesetzlich vorgeschrieben.
Ein Beispiel verdeutlicht die Tragweite: Entläuft ein Pferd auf eine vielbefahrene Straße und verursacht dadurch einen Unfall, können die daraus entstehenden Schadenssummen schnell in die Hunderttausende gehen. Ohne eine Haftpflichtversicherung müssen Tierhalter diese Kosten selbst tragen. Deshalb ist eine ausreichende Deckungssumme von mindestens 15 Millionen Euro für Personen-, Sach- und Vermögensschäden empfehlenswert.
Was droht bei fehlender Haftpflicht?
Wer keine Tierhalterhaftpflicht abgeschlossen hat, riskiert nicht nur hohe finanzielle Belastungen, sondern auch rechtliche Konsequenzen. Schäden durch das eigene Tier können Forderungen in Millionenhöhe nach sich ziehen. Im schlimmsten Fall drohen Privatinsolvenz oder die Belastung über Jahre. Besonders in einigen Bundesländern – etwa Berlin, Brandenburg und Thüringen – ist die Hundehalterhaftpflichtversicherung gesetzlich bindend.
Hier eine kurze Übersicht zu gesetzlichen Pflichten und Besonderheiten:
- In den meisten Bundesländern besteht für Hunde eine gesetzliche Haftpflichtversicherungspflicht, für Pferde wird sie zumindest dringend empfohlen.
- Bei Katzen und anderen Kleintieren ist der Schutz häufig über die private Haftpflichtversicherung abgedeckt.
- Im internationalen Vergleich haben viele europäische Nachbarländer eine noch strengere Versicherungspflicht für Tierhalter etabliert – zum Beispiel Österreich und die Schweiz.
Diese Regelungen verdeutlichen, wie wichtig es ist, sich vor Haftungsrisiken im Umgang mit Haustieren zu schützen.
Trends bei Versicherungen rund ums Haustier
Die Versicherungsbranche reagiert auf die steigende Nachfrage mit flexiblen Lösungen und digitalisierten Prozessen. Überregionale Online-Anbieter und digitale Plattformen ermöglichen Tierhaltern den unkomplizierten Vergleich und Abschluss von Versicherungen – sowohl bei der Haftpflicht als auch bei anderen Versicherungsarten.
Zudem setzen immer mehr Versicherer auf digitale Schadensregulierung, wodurch Schadensmeldungen und -abwicklungen schneller und transparenter verlaufen. Neben der klassischen Tierhalterhaftpflicht bieten einige Versicherungen auch Zusatzleistungen an, etwa für Rechtsschutz im Zusammenhang mit dem Tier.
Bei der Tierkrankenversicherung hingegen gilt Vorsicht. Diese Policen bieten zwar Unterstützung bei Tierarztkosten, sind aber häufig teuer und können erhebliche Einschränkungen enthalten. So werden Behandlungen bei bereits bestehenden oder erblich bedingten Krankheiten oft nicht übernommen. Zudem begrenzen viele Verträge Erstattungsbeträge und verlangen lange Wartezeiten.
Eine sinnvolle Alternative zur Tierkrankenversicherung ist für viele Tierhalter das Bilden einer finanziellen Rücklage, um flexibel auf Tierarztkosten reagieren zu können, ohne dauerhaft hohe Versicherungsprämien zahlen zu müssen.
Ausblick auf den Versicherungsschutz für Haustierbesitzer
Angesichts wachsender Haustierzahlen in Deutschland wird die Diskussion um einen angemessenen Versicherungsschutz weiter zunehmen. Die Forderung nach einer einheitlichen Haftpflichtversicherungspflicht für alle relevanten Tierarten könnte an Fahrt gewinnen. Gleichzeitig werden technische Innovationen und der digitale Wandel die Versicherungsbranche zu kundenfreundlicheren Angeboten und effizienteren Serviceleistungen anregen. Für Tierhalter heißt das: Die Präsenz von maßgeschneiderten, digital zugänglichen Versicherungen wird wachsen, während die Notwendigkeit, sich frühzeitig gegen Haftungsrisiken abzusichern, immer deutlicher wird.
Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des Bund der Versicherten e. V.






2 Kommentare
Ich finde es sehr wichtig, dass Hundebesitzer eine Haftpflichtversicherung abschließen. Es ist erschreckend, wie schnell ein Unfall passieren kann! Was haltet ihr von den empfohlenen 15 Millionen Euro? Ist das nicht ein bisschen hoch?
Ich denke auch, dass 15 Millionen viel sind. Aber man weiß ja nie, was passiert! Ich habe selbst einen Hund und überlege mir das auch gut.