– BfT fordert zukunftsorientierten Rechtsrahmen zur Förderung von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland.
– Tiergesundheitsmarkt 2023 trotz schwieriger Rahmenbedingungen um 6,1 % gewachsen, getragen von Kleintieren und Pferden.
– Digitalisierung ermöglicht effizientere Antibiotikadokumentation und geringere Bürokratie in der Tiergesundheitsbranche.
Deutschlands Tiergesundheitsbranche unter Druck – Zwischen Innovationskraft und regulatorischer Last
Deutschland steht wirtschaftlich und politisch vor großen Herausforderungen. Die wirtschaftlichen Folgen der geopolitischen Lage und der steinige Weg zur Klimaneutralität setzen nicht nur die gesamte Gesellschaft unter Druck, sondern wirken sich auch massiv auf die Tiergesundheitsbranche aus. Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) macht deshalb deutlich: „**Der Sektor leidet enorm unter diesen Bedingungen und braucht einen fairen und zukunftsorientierten Rechtsrahmen, um Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit zu fördern.*“ Dieses Spannungsfeld zeigt sich auch darin, dass „**Versorgungssicherheit und Klimaschutz im ständigen Spannungsfeld stehen,*“ was die Suche nach ausgewogenen Lösungen erschwert.
Dr. Sabine Schüller vom BfT hebt hervor, wie tiefgreifend die derzeitigen gesetzlichen Vorgaben wirken: „**Die zahlreichen Vorschriften aus dem Chemikalien- und Umweltrecht behindern die Entwicklung der Branche.*“ Das bedeutet, dass trotz aller Bemühungen um Fortschritt eine schwere Last auf der Tiergesundheitsindustrie liegt – einer Branche, die sich nicht nur mit den gleichen strengen Gesetzen wie andere Wirtschaftszweige auseinandersetzen muss, sondern auch eine zentrale Rolle für das Wohl von Mensch und Tier spielt.
Zum wirtschaftlichen Kontext passt die Bemerkung: „**Ein deutliches Marktwachstum von rund sechs Prozent bei schwierigen Rahmenbedingungen: Ein Widerspruch? Nein.*“ Trotz widriger Umstände hat der Markt für Tierarzneimittel im Jahr 2023 ein Wachstum von 6,1 Prozent verzeichnet. Dabei dominieren Produkte zur Pflege von Kleintieren und Pferden den Markt. Trotz inflationsbedingter Zurückhaltung und gestiegener Produktionskosten bleibt die Nachfrage stabil – ein Zeichen dafür, wie wichtig kontinuierliche Gesundheitsvorsorge für viele Tierhalter ist. Insbesondere Produkte zur Schmerztherapie und Hautbehandlung bei Kleintieren konnten deutlich zulegen.
Doch Tiergesundheit bedeutet weit mehr als nur Wirtschaftskraft. Sie ist eng verbunden mit unserem Alltag: „**Tiergesundheit bietet jedoch mehr als nur wirtschaftlichen Nutzen. Sie verschafft uns Menschen durch das Zusammenleben mit Haustieren Gesundheit und Wohlbefinden.*“ Das unterstreicht, warum es „**nur durch einen innovativen rechtlichen Rahmen möglich ist, diesen besonderen Bedürfnissen gerecht zu werden.*“
Der Nachhaltigkeitsaspekt ist für die Branche ebenfalls zentral. Zusammen mit dem Bundesverband Rind und Schwein hat der BfT die Plattform „Gesundes Kalb | Gesunde Kuh“ weiterentwickelt. Die Bedeutung der Tiergesundheit für nachhaltige Lebensmittelproduktion stützt zudem eine Studie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, deren Ergebnisse 2024 vorgestellt werden sollen.
Ein Hoffnungsträger liegt in der Digitalisierung: „**Mit neuen Technologien lassen sich Dokumentationspflichten wie jene zur Erfassung der Antibiotikaanwendung effizienter gestalten.*“ Die Branche sieht hier große Chancen für mehr Effizienz und weniger Bürokratie, was bei den ohnehin hohen regulatorischen Anforderungen von großem Wert ist.
Im Bereich der Landwirtschaft sind Erfolge klar erkennbar: Durch Präventionsmaßnahmen und neue Impfstoffe kam es zu geringeren Seuchenfällen bei Nutztieren, was die Bereitschaft für Immunprophylaxe steigert. Das zeigt eindrucksvoll, dass „**Tiergesundheit zentral ist für ein nachhaltiges Landwirtschaftssystem.*“
Dennoch mahnt der Verband zur Vorsicht: Herausforderungen wie Inflationsdruck, Fachkräftemangel und hohe Bürokratiebremsen sind weiterhin zu bewältigen. Trotz allem aber bleibt die Branche „robust genug, um auch in schwierigen Zeiten für das Wohl der Tiere sowie die Gesundheit unserer Bevölkerung einzustehen.*“
Letztlich zeigt sich, dass die umfassende und regelmäßige Gesundheitsvorsorge von Tieren sich „**nicht zuletzt in einem Zugewinn an Lebensqualität widerspiegelt – für Mensch und Tier gleichermaßen. Von dieser positiven Dynamik profitiert letztlich das gesamte gesellschaftliche Gefüge.*“
Innovation und Verantwortung in der Tiergesundheit: Neue Wege für Nachhaltigkeit und Digitalisierung
Die Tiergesundheitsbranche befindet sich an einer entscheidenden Schnittstelle zwischen gesellschaftlicher Verantwortung, ökonomischer Stabilität und ökologischer Nachhaltigkeit. Vor dem Hintergrund wachsender Verbrauchererwartungen, strengerer gesetzlicher Vorgaben und des zunehmenden Klimaschutzdrucks gewinnt die Branche an Bedeutung, wird zugleich aber auch vor komplexe Herausforderungen gestellt. Während die Agrarwirtschaft auf bestmögliche Tiergesundheit angewiesen ist, um Produktivität und Tierwohl zu gewährleisten, fordert die Öffentlichkeit mehr Transparenz, Nachhaltigkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen – insbesondere im Hinblick auf den Antibiotikaeinsatz.
Innovation ist ein maßgeblicher Motor für den Wandel in der Tiergesundheit. Die Digitalisierung bietet vielfältige Möglichkeiten, Verfahren in der Tierhaltung effizienter zu gestalten und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. So schaffen moderne Technologien etwa die Grundlage für eine präzisere Überwachung des Tierzustands oder die frühzeitige Erkennung von Krankheiten. Doch diese Entwicklung bringt auch Fragen an den Datenschutz und den Schutz sensibler Daten mit sich, die es im Spannungsfeld von Effizienzgewinn und ethischer Verantwortung zu lösen gilt.
Gesetzliche Anforderungen beeinflussen dabei die Branche wesentlich: Sie können Innovationen fördern, indem sie klare Standards setzen, die nachhaltige Produktionsweisen begünstigen. Zugleich besteht die Gefahr, dass zu strikte oder bürokratische Vorgaben Innovationen bremsen, wenn sie Flexibilität und schnelle Anpassung erschweren. Die Tiergesundheitsbranche muss daher zwischen unterschiedlichen Interessen vermitteln und Wege finden, Innovation mit Verantwortung zu verknüpfen.
Digitalisierung in der Tierhaltung: Zwischen Effizienz und Datenschutz
Branche zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Stabilität
Wichtige Trends und Treiber im Markt:
- Steigender Druck auf nachhaltige Produktionsweisen zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks
- Zunehmende Verbrauchererwartungen in puncto Tierwohl und Transparenz
- Regulatorische Vorgaben insbesondere betreffend Antibiotikaeinsatz und Tierarzneimittelsicherheit
- Digitalisierung als Innovationstreiber mit Potenzial für bessere Gesundheitsüberwachung und Effizienzsteigerung
- Datenschutz und ethische Fragestellungen im Umgang mit sensiblen Daten der Tierhaltung
- Balance zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Stabilität in der Agrarbranche als zentrale Herausforderung
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Tiergesundheit im Spannungsfeld der Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort …
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