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Flüssiggas-Branche fordert faire und realistische THG-Quotenregelung
Am 18. Juli 2025 steht für die deutsche Energiepolitik ein entscheidender Moment an: Die Anhörung zum zweiten Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote) ist beendet. Das Thema betrifft Millionen Autofahrerinnen, Klimaschützerinnen und Unternehmen – und wirft grundlegende Fragen über die Zukunft umweltfreundlicher Kraftstoffe auf. Autogas findet nun erstmals explizit im Entwurf Berücksichtigung. Die Haltung des Deutschen Verbandes Flüssiggas e.V. (DVFG) ist dabei klar: Fortschritt ja – aber bitte praxistauglich, sozialverträglich und mit Sinn für die Realität.
Quotenregelung als Instrument gegen den Klimawandel
Grundsätzlich sieht der Verband im Quotensystem ein geeignetes Werkzeug für die Reduktion von Treibhausgasen. Doch bei genauerem Hinsehen offenbart der aktuelle Gesetzesentwurf Schwachstellen, wie der DVFG in seiner Stellungnahme betont. Vor allem vier zentrale Punkte stehen im Fokus der Kritik.
Massenbilanzierung für echten Klimaschutz
Flüssiggas unterscheidet sich von fossilen Kraftstoffen wie Diesel oder Benzin. Erst beim Endverbrauch entscheidet sich, wofür das LPG – auch bekannt als Autogas – genutzt wird: zum Heizen, Kühlen oder nun vermehrt als alternativer Kraftstoff im Verkehr. Da sich die Logistikketten nicht einfach trennen lassen, macht sich der Verband für die Anerkennung eines sektorbezogenen Massenbilanzsystems stark: Nur so lassen sich Klimabilanzen sinnvoll und gerecht abbilden. „Ohne Massenbilanzsystem müsste die Flüssiggas-Branche eine separate Lager- und Transportlogistik für Flüssiggas als Kraftstoff (Autogas) schaffen. Das wäre weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll“, erklärt Jobst Dietrich Diercks, Vorsitzender des Deutschen Verbandes Flüssiggas e.V. (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). Vergleichbare Ansätze existieren bereits bei Energieformen wie leitungsgebundenem Erdgas.
Verfügbarkeiten nicht ignorieren – Versorgung sichern
Biogenes Flüssiggas – eine erneuerbare Variante – ist seit 2018 in Deutschland erhältlich. Allerdings ist die Produktionsmenge derzeit noch begrenzt. Der Rohstoff entsteht vor allem als Nebenprodukt in Raffinerien, die etwa auf hydrierte Pflanzenöle setzen. Die Marktersättigung liegt also noch in ferner Zukunft. Aus Sicht des DVFG darf die Steigerung der Treibhausgas-Quote daher nicht überstürzt erfolgen, sondern muss synchron mit der tatsächlichen Verfügbarkeit wachsen. Die Forderung: Die Quotenregelung soll bereits ab 2027 greifen, allerdings mit moderaten Steigerungen, um Preisschocks und Versorgungslücken zu verhindern. Die Klimaziele für das Jahr 2040 bleiben dabei vollumfänglich erhalten. So gelingt der notwendige Marktaufbau ohne soziale Reibungen.
Umsetzungsfristen – realistisch und sozial verträglich
Die aktuelle Planungsgrundlage sieht eine Einführung der Gesetzesregelung zum 1. Januar 2026 vor. Für Hersteller, Händler und Kund*innen blieben damit kaum mehr als drei Monate, um komplexe Strukturen umzubauen – von Monitoring-Strategien bis hin zum Aufbau neuer Registersysteme und Lieferketten. Das ist nach Ansicht des Verbandes schlichtweg nicht machbar. Die Branche benötigt realistische, verantwortungsvolle Vorlaufzeiten. Ein Start frühestens ab 2027 sieht der Verband als dringend notwendig an, um faire Bedingungen für alle Beteiligten zu sichern.
Gleiche Wettbewerbsbedingungen im europäischen Kontext
Auch im Bereich Nachhaltigkeit und Bürokratieabbau fordert der DVFG mehr Konsistenz: Nationale Sonderregeln für die Anerkennung einzelner Produkte schaffen nicht nur hohe Bürokratiekosten, sie verzerren auch den Wettbewerb auf dem Binnenmarkt. Der Verband plädiert für eine EU-weit einheitliche Zulassung aller Produkte, die die europäischen Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Nur so lassen sich Emissionen wirksam und sozial gerecht senken – ohne die deutsche Wirtschaft zu benachteiligen.
Hintergrund: Flüssiggas im Wandel
Flüssiggas, im internationalen Vergleich auch als LPG (Liquefied Petroleum Gas) bekannt, setzt sich aus Propan, Butan und deren Mischungen zusammen. Der Energieträger verbrennt sauberer als klassische fossile Brennstoffe und gilt als Zwischentechnologie auf dem Weg in eine CO2-ärmere Zukunft. Genutzt wird Flüssiggas seit Jahren sowohl in Heizungen, industriellen Prozessen als auch als umweltfreundliche und bezahlbare Alternative im Straßenverkehr.
Die aktuellen Entwicklungen rund um das THG-Quotengesetz werden die Weichen für die Zukunft nachhaltiger Mobilität und Energieversorgung stellen. Klar ist: Nur durch realistische, faire und sozial gerechte Rahmenbedingungen lassen sich die Potenziale von Flüssiggas als Brückentechnologie im Sinne des Klimaschutzes voll entfalten.
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THG-Quote: Gesetzentwurf eröffnet Chancen für grüne Moleküle im Verkehrssektor
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Hintergründe und Ausblick: Bedeutung der THG-Quote für die Zukunft des Flüssiggas-Marktes
Mit dem zweiten Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote stehen die Weichen in der Branche des Flüssiggases auf Transformation. Die Aufnahme von Autogas in die THG-Quotenregelung ist dabei mehr als nur ein formaler Schritt: Sie signalisiert, wie intensiv die politischen Rahmenbedingungen den Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit und die Dekarbonisierung der Mobilität auch für bisher konventionelle Energieträger vorantreiben.
Aktuelle Entwicklungen in der Energiebranche zeigen, dass biogenes Flüssiggas zunehmend als wichtiger Baustein für eine klimafreundliche Energieversorgung gesehen wird. Die bisherigen Erfahrungen mit ähnlichen Quotenregelungen bei anderen alternativen Kraftstoffen – etwa beim Einsatz von Biomethan oder HVO (hydrierte Pflanzenöle) im Verkehrssektor – machen deutlich, wie entscheidend eine praxistaugliche Umsetzung und eine enge Verzahnung mit den tatsächlichen Marktverfügbarkeiten sind. Auch der internationale Vergleich zeigt: Einheitliche EU-Regeln zur Anrechnung nachhaltiger Produkte sind für einen funktionierenden europäischen Energiemarkt notwendig, um Wettbewerbsverzerrungen und Bürokratielasten zu vermeiden.
Prognosen aus Expertengremien zur Energiewende unterstreichen, dass eine frühzeitige, realistische Anlaufphase für neue Quoten, wie sie der Deutsche Verband Flüssiggas fordert, die Akzeptanz auf Seiten von Herstellern, Händlern und Verbrauchern erhöhen würde. Besonders in einem von Koppelproduktionen abhängigen Markt – wie es beim biogenen Flüssiggas bis auf Weiteres der Fall ist – muss ein abruptes Hochfahren der Quotenregelung vermieden werden, um Versorgungsengpässe und Preissprünge zu verhindern. Die Anpassung an tatsächliche Produktionskapazitäten gewährleistet zudem Planungssicherheit für die gesamte Wertschöpfungskette.
Mit Blick auf die kommenden Jahre ist zu erwarten, dass die Rolle von erneuerbaren Flüssiggas-Varianten – Stichwort rDME (erneuerbarer Dimethylether) und biogenes LPG – weiter zunimmt, insbesondere auch durch gezielte Investitionen in Technologie und Infrastruktur. Die Frage nach der Akzeptanz eines Massenbilanzsystems ist dabei ein zentrales Thema in den relevanten Branchen-Diskussionen und wird auch die künftigen politischen Entscheidungen auf nationaler und europäischer Ebene prägen.
Nicht zuletzt sind die Herausforderungen der Dekarbonisierung von Mobilität und Wärmeversorgung ein zentrales Anliegen für Verbraucher, Unternehmen und politische Entscheidungsträger; sie suchen zunehmend gezielt nach Informationen, Erklärungen sowie nach praktischen Lösungen und Energiequellen, die CO2-Einsparungen und Versorgungssicherheit realisieren. Die nun laufenden Gesetzgebungsverfahren sind daher von größter strategischer Bedeutung für die mittelfristige Entwicklung des deutschen und europäischen Flüssiggas-Marktes.
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