Engagement von terre des hommes gegen Rechtsruck und für Demokratie
Die entwicklungspolitische Kinderrechtsorganisation terre des hommes setzt sich weltweit gemeinsam mit Kindern für eine gerechte und friedliche Welt ein, in der ihre Rechte geschützt sind. Dabei stehen die grundlegenden Prinzipien der Menschenrechte, Toleranz, Inklusion und Gleichberechtigung aller Menschen im Fokus – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sexueller Orientierung. Aktuell beobachtet terre des hommes mit großer Besorgnis das Erstarken rechtsextremer und autoritärer Bewegungen weltweit sowie den zunehmend alarmierenden Rechtsruck in Deutschland.
Joshua Hofert, Vorstandssprecher von terre des hommes, bringt diese Lage auf den Punkt: „Wir setzen uns gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen und Mitgliedern auf vielfältige Weise für Demokratie und Kinderrechte ein – häufig auch im direkten Widerstand gegen rechtsextreme und autoritäre Kräfte.“ Ein neuer besorgniserregender Höhepunkt wurde im November erreicht, als hochrangige Mitglieder der AfD, Neonazis, Unternehmer und zwei CDU-'Werteunion'-Mitglieder offen über die Massendeportation von Geflüchteten und Migranten diskutierten. Dies unterstreicht, wie sehr sich der politische Diskurs von rechtsaußen vergiftet und die Grenzen des vermeintlich „Sagbaren“ verschoben wurden.
Mit Nachdruck warnt Joshua Hofert: „Wir können dieser Entwicklung nicht tatenlos zuschauen. Wir rufen dazu auf, sich gegen den Rechtsruck in unserer Gesellschaft zu wehren, sich zu organisieren und zu vernetzen. Gemeinsam sollten wir demonstrieren, neue Verbindungen schaffen, eine eigene Stimme finden und konkrete Maßnahmen entwickeln, um die rechten Demokratiefeinde dauerhaft und nachhaltig zu bekämpfen. Nur durch unsere praktischen Aktionen können wir die Bedrohung von rechts zurückdrängen.“
terre des hommes appelliert an alle Verteidiger der Demokratie, sich entschieden einzusetzen:
- Schützen wir unsere Gesellschaft vor rechtsextremen Ideologien und gleichgültigem Populismus!
- Engagieren wir uns für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Rechte aller Menschen!
- Wenden wir uns gegen menschenverachtende Überlegungen wie die Zwangsabschiebung von Geflüchteten und Migranten!
Darüber hinaus richtet sich der Appell ausdrücklich an die demokratischen Parteien in Bund und Ländern:
- Schließen Sie keine Bündnisse mit der AfD und halten Sie die Brandmauer zur AfD aufrecht!
- Distanzieren Sie sich klar von rechtsextremen Positionen und unterstützen Sie diese nicht.
- Bekenntnis zu Demokratie, Menschenrechten und Toleranz – verankert im Grundgesetz – ist gefordert.
terre des hommes ruft zum Protest gegen den Rechtsextremismus auf und beteiligt sich aktiv an Demonstrationen. Eine Übersicht der nächsten Kundgebungen ist auf der Webseite www.tdh.de zu finden.
Warum der gesellschaftliche Rechtsruck uns alle betrifft
Der zunehmende Rechtsextremismus ist keineswegs nur ein lokales oder nationales Phänomen, sondern ein gesellschaftliches Problem mit weitreichenden Konsequenzen für die Demokratie und das friedliche Zusammenleben. Die Warnungen von terre des hommes greifen eine Entwicklung auf, die über das unmittelbare Politikgeschehen hinausgeht und sich tief in das gesellschaftliche Klima einschreibt. Immer mehr Volksgruppen und Minderheiten sehen sich Ausgrenzung, Diskriminierung und offenen Angriffen ausgesetzt, was das Fundament unserer demokratischen Gesellschaften erschüttern kann.
Ein Blick auf den internationalen Vergleich zeigt, dass Rechtsextremismus nicht nur in einzelnen Ländern auf dem Vormarsch ist, sondern viele demokratische Länder vor ähnliche Herausforderungen stellt. Rechtsradikale Bewegungen nutzen Krisenzeiten, Unsicherheiten und Ängste in der Bevölkerung, um sich zu verstärken und etablierte politische und gesellschaftliche Brandmauern zu durchbrechen. Dabei geraten demokratische Institutionen und Werte zunehmend unter Druck, wenn sich die politische Mitte verschiebt und populistische Narrative an Einfluss gewinnen.
In diesem Kontext kommt der Zivilgesellschaft eine entscheidende Rolle zu. Bürgerschaftliches Engagement wird zur ersten Verteidigungslinie gegen extremistische Tendenzen und zur Stütze für ein vielfältiges, inklusives und demokratisches Miteinander. Gerade in Krisenzeiten ist die Zivilgesellschaft gefragt, aktiv die demokratischen Werte zu verteidigen und Räume zu schaffen, in denen demokratische Debatten ohne Ausgrenzung möglich sind.
Die Auswirkungen des Rechtsrucks auf die Gesellschaft sind vielfältig und ernstzunehmend:
- Zunahme von Hasskriminalität und verbaler Gewalt gegen Minderheiten
- Schwächung demokratischer Institutionen und politischer Diskurse
- Verunsicherung breiter Bevölkerungsschichten und Spaltung des gesellschaftlichen Klimas
- Gefährdung des sozialen Zusammenhalts und der politischen Stabilität
Zukünftige Herausforderungen liegen darin, die demokratische Brandmauer gegen rechtsextreme Strömungen nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern auszubauen. Der öffentliche Diskurs in Europa intensiviert sich bereits, um neue politische und gesellschaftliche Initiativen zu fördern, die extremistische Entwicklungen eindämmen. Dabei bleibt die Frage, wie Demokratien flexibel und widerstandsfähig zugleich gestaltet werden können, damit sie den aktuellen und kommenden Herausforderungen gewachsen sind.
Nur durch starke, engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich in der Zivilgesellschaft zusammenfinden, lassen sich demokratische Werte und ein friedliches Zusammenleben langfristig sichern. Der gesellschaftliche Rechtsruck macht deshalb nicht an politischen Grenzen halt – er betrifft uns alle.
Original-Content von: terre des hommes Deutschland e. V., übermittelt durch news aktuell
Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
terre des hommes-Appell: Demokratie gegen Hass und Rassismus verteidigen!
Original-Content übermittelt durch news aktuell.
Weitere Nachrichten aus der Verbands- und Vereinswelt finden Sie in unserem Newsportal.