Auch heute bewegt sich im Vereins- und Verbandswesen vieles: Von politischen Weichenstellungen bis zu gesellschaftlichen Impulsen werden drängende Themen diskutiert und Entscheidungen getroffen. Unser aktueller Tagesrückblick zeigt, worauf es jetzt ankommt und wie unterschiedliche Akteure für ihre Anliegen kämpfen. Wer wissen will, was Verbände und Organisationen heute umtreibt, findet hier die wichtigsten Einblicke und Hintergründe auf einen Blick.
Heizungsgesetz 2025: Droht das Aus für die 65%-Regel? Kosten, Klimaziele und was jetzt wichtig ist
Der BUND warnt vor einer Aufweichung der 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Regel beim Heizungstausch im Gebäudeenergiegesetz, da dies Klimaziele gefährden und zu höheren Kosten für Verbraucher sowie rechtlichen Risiken führen könnte. Er fordert von der Koalition Klarheit über sozial gerechte Förderung, verlässliche Rahmenbedingungen und eine Beschleunigung der Wärmewende, besonders angesichts steigender Wärmepumpenverkäufe und geplanter Förderprogramme.
Heizungsgesetz 2025: Droht das Aus für die 65%-Regel? Kosten, Klimaziele und was jetzt wichtig ist
Ausbildungsmarkt 2025 in der Krise: DGB warnt vor Fachkräftemangel und fordert entschlossenes Handeln
2025 sank die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse um 2,1 %, das Angebot betrieblicher Ausbildungsplätze ging um 5 % zurück. Der DGB warnt angesichts von rund 5 Millionen anstehenden Renteneintritten bis 2029 vor einem zunehmenden Fachkräftemangel und fordert gezielte Maßnahmen für einen besseren Übergang von der Schule in die Ausbildung.
Ausbildungsmarkt 2025 in der Krise: DGB warnt vor Fachkräftemangel und fordert entschlossenes Handeln
NEST-Prozess 2025: BDEW-Kritik, Auswirkungen auf Netzausbau und die Zukunft der Energieversorgung
Der BDEW kritisiert die finalen Festlegungen der Bundesnetzagentur zur neuen Anreizregulierung (NEST) als investitionsfeindlich und warnt vor fehlender Planungssicherheit sowie einer unzureichenden Kapitalverzinsung für Netzbetreiber. Laut Umfragen und Verbandsstellungnahmen drohen infolge der Regulierung Kürzungen bei Netzinvestitionen, Verschiebungen von Projekten und sogar Entlassungen – auch kommunale Spitzenverbände und die Gewerkschaft ver.di fordern Nachbesserungen für einen verlässlichen Regulierungsrahmen.
Bayerischer Wassercent 2026: BBV kritisiert Mehrkosten und fordert Nachbesserungen für Landwirte
Der Bayerische Bauernverband fordert Nachbesserungen an der geplanten Novelle des Bayerischen Wassergesetzes und kritisiert den ab 2026 vorgesehenen „Wassercent“ wegen hoher Zusatzkosten und Bürokratie für landwirtschaftliche Betriebe. Die Organisation verlangt unter anderem eine stärkere Priorisierung der landwirtschaftlichen Wasserversorgung, eine Ausweitung von Freigrenzen sowie praxistaugliche Lösungen zur Bewässerungsinfrastruktur.
EU-Umwelt-Omnibus: Bürokratieabbau für Industrie, aber Lücken bei Luftqualität und Chemikalienrecht
Der BDI begrüßt den von der EU-Kommission vorgelegten Umwelt-Omnibus als Signal für Bürokratieabbau und Entlastung der Industrie durch Maßnahmen wie beschleunigte Umweltverträglichkeitsprüfungen und geringeren Verwaltungsaufwand. Kritisiert werden jedoch fehlende Regelungen zu einer Verschiebung von Grenzwerten für Luftqualität, unklare Anpassungen beim Chemikalienrecht und der aus Sicht der Wirtschaft nicht aufgegriffene Reformbedarf im Naturschutzrecht.
EU-Umwelt-Omnibus: Bürokratieabbau für Industrie, aber Lücken bei Luftqualität und Chemikalienrecht
Erster Tarifvertrag für GFD-Piloten: 5% Gehaltsplus ab 2026 und Inflationsausgleich ab 2027
Die Piloten der Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD) erhalten erstmals einen tariflich geregelten Vergütungstarifvertrag, der nach einem Warnstreik und einer einstimmigen Urabstimmung vereinbart wurde. Ab Januar 2026 sind eine neue Entgeltstufe und eine Gehaltserhöhung um 5 Prozent vorgesehen, ab 2027 folgen jährliche Anpassungen an die Inflation sowie neue Regelungen zur Vergütung von Mehrarbeit und Wochenenddiensten.
Erster Tarifvertrag für GFD-Piloten: 5% Gehaltsplus ab 2026 und Inflationsausgleich ab 2027
Bundesfinanzhof bestätigt Grundsteuer-Bundesmodell: Urteil, Folgen und Auswege für Immobilieneigentümer
Der Bundesfinanzhof hat die Klagen gegen die neue Grundsteuer abgewiesen und das Bundesmodell, das seit dem 1. Januar 2025 in elf Bundesländern gilt, für verfassungsgemäß erklärt. Der Verband Wohneigentum kritisiert das pauschale Bewertungsmodell als realitätsfern und warnt vor drastischen Steuererhöhungen für viele Immobilieneigentümer.
Erneuerbare Energien 2025: Fast 56% Ökostrom-Anteil trotz schwachem Windjahr – Solar boomt, Netzausbau und Wasserstoff dringend nötig
Im Jahr 2025 deckten erneuerbare Energien fast 56 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs, wobei der Anstieg überwiegend dem starken Photovoltaik-Zubau zu verdanken ist; Strom aus Windkraft an Land und Wasserkraft verzeichneten dagegen Rückgänge. Die Stromerzeugung aus Solarenergie stieg um 18,7 Prozent auf 91,0 Mrd. kWh, während der Netzausbau und Investitionen in die Wasserstoffwirtschaft als zentrale Herausforderungen für die nächsten Schritte der Energiewende genannt werden.
BREKO zu Monopolkommission: Doppelausbau verzögert Glasfaser, Open Access ist der Weg
Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) warnt vor einer Remonopolisierung des Telekommunikationsmarktes durch die Deutsche Telekom, lehnt aber den von der Monopolkommission vorgeschlagenen Doppelausbau paralleler Glasfasernetze als ineffizient und verzögernd ab. Stattdessen fordert BREKO, den wettbewerblichen Zugang über Open Access auf einem gemeinsamen Netz zu sichern und sieht eine fortgesetzte Regulierung beim Übergang von Kupfer zu Glasfaser als notwendig an.
BREKO zu Monopolkommission: Doppelausbau verzögert Glasfaser, Open Access ist der Weg
Claudia Reich wird neue DKG-Vize: Warum Krankenhäuser jetzt mehr denn je auf juristische Expertise setzen
Claudia Reich übernimmt ab 9. Februar 2026 die Position der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und leitet künftig die Rechtsabteilung sowie den Personalbereich. Die DKG reagiert damit auf eine Zunahme rechtlicher Herausforderungen im Gesundheitswesen, da immer mehr gesundheitspolitische Fragen vor Gericht entschieden werden und die Anforderungen an juristische Expertise in der Krankenhauslandschaft steigen.
Tierversuche 2024: Über 3 Millionen Tiere betroffen – Rückgang reicht nicht, Ausstieg gefordert
2024 wurden in Deutschland laut offizieller Statistik über 3 Millionen Tiere in Tierversuchen eingesetzt oder getötet, was einem Rückgang von rund 12,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht; besonders bei Überschusstieren wurde ein Minus von 19 % verzeichnet. Trotz dieses Rückgangs kritisiert Ärzte gegen Tierversuche e.V. das weiterhin sehr hohe Ausmaß an Tierleid und fordert ein politisch forciertes Ausstiegskonzept sowie die Förderung tierversuchsfreier Forschungsmethoden.
Tierversuche 2024: Über 3 Millionen Tiere betroffen – Rückgang reicht nicht, Ausstieg gefordert
NEST-Reform 2025: VKU kritisiert finale Festlegungen als enttäuschend und investitionshemmend
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) bewertet die finalen Festlegungen der Bundesnetzagentur zur NEST-Reform als enttäuschend und investitionshemmend, da trotz punktueller Anpassungen wie dem neuen OPEX-Aufschlag und erhöhter Mindesteffizienz weiterhin ein stabiler, investitionsfördernder Rahmen fehle. Besonders kritisch sieht der VKU die verzögerte Kostenanerkennung, den Abbau von Sicherungsmechanismen und einen laut Branchenverbänden zu erwartenden Gesamterlösrückgang von rund 5 Milliarden Euro für die Verteilnetzbetreiber, was die notwendigen Investitionen für die Energiewende gefährde.
Tierversuche in Deutschland 2024: Zahlen sinken, aber Reduktionsstrategie fehlt
Die Zahl der in Tierversuchen eingesetzten Tiere sinkt in Deutschland seit 2019, 2024 wurden jedoch weiterhin fast zwei Millionen Tiere in Versuchen verwendet oder getötet. Der Deutsche Tierschutzbund sieht darin zwar Fortschritte, fordert aber die sofortige Veröffentlichung und Umsetzung einer bereits erarbeiteten Reduktionsstrategie durch die Bundesregierung.
Tierversuche in Deutschland 2024: Zahlen sinken, aber Reduktionsstrategie fehlt
Rentenreform: Caritas warnt vor Altersarmut bei Selbständigen und fordert Generationensolidarität
Der Deutsche Caritasverband begrüßt neue Vorschläge zur Rentenreform und fordert, Selbständige verpflichtend in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen sowie Renten für Geringverdiener über dem Grundsicherungsniveau zu garantieren. Anlass sind die hohe Armutsgefährdungsquote bei Solo-Selbständigen, die im Alter rund 30 % beträgt, und erwartete Beitragssatzerhöhungen auf bis zu 22,3 % bis 2045.
Leerstand in Erbengemeinschaften: Warum Bußgelder nicht helfen und was wirklich mehr Wohnraum schafft
Trotz kommunaler Bußgelder gegen leerstehende Immobilien bleibt das Problem insbesondere bei Erbengemeinschaften ungelöst, da Streitigkeiten, Unsicherheiten im Mietrecht und langwierige Entscheidungsprozesse den Leerstand begünstigen. In Deutschland werden jährlich rund 340.000 Immobilien an Erbengemeinschaften vererbt, von denen viele erst Jahre oder Jahrzehnte später genutzt oder verkauft werden, was finanzielle Belastungen für die Erben und weiteren Wohnraummangel für die Kommunen bedeutet. Experten sehen statt Sanktionen gezielte Anreizmaßnahmen und einfachere rechtliche Regelungen als wirksamer an.
Exekutiver Fußabdruck: LobbyControl-Studie zeigt Transparenz-Defizite bei 91 Gesetzentwürfen der Bundesregierung
Eine Auswertung von 91 Gesetzentwürfen durch LobbyControl zeigt, dass die Bundesregierung die Vorgaben zum „exekutiven Fußabdruck“ uneinheitlich und häufig unzureichend umsetzt, wodurch der Einfluss von Lobbyist:innen kaum nachvollziehbar bleibt. Die Organisation fordert deshalb eine klare Reform für verbindliche und transparente Offenlegung von Lobbykontakten nach dem Vorbild der EU-Kommission.
Musikalische Stolpersteine: Schüler erinnern an verfolgte Komponisten – Kai Wegner als Schirmherr
Im Rahmen des Projekts „Musikalische Stolpersteine“ erforscht eine Schülergruppe die Biografie des in der NS-Zeit verfolgten Komponisten Salo Siegfried Translateur, dessen Geschichte als Podcast aufbereitet wird. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner betonte als Schirmherr die Bedeutung der Erinnerungsarbeit angesichts aktuell steigender antisemitischer Vorfälle, während im Projekt bundesweit weitere Podcasts zu verfolgten Komponist:innen durch Jugendliche entstehen.
Musikalische Stolpersteine: Schüler erinnern an verfolgte Komponisten – Kai Wegner als Schirmherr
Fairness für Versicherungsvertreter: Initiative, Arbeitsbedingungen und Einkommen im Faktencheck
Der Bundesverband der Versicherungskaufleute (BVK) hat die Initiative „Fairness für Versicherungsvertreter“ gestartet, um bessere Arbeitsbedingungen und gerechtere Vergütungsstrukturen für selbstständige Vermittler zu erreichen. Die Pressemitteilung hebt die hohe Belastung und die gesetzlichen Pflichten gemäß §34d GewO hervor sowie die Notwendigkeit neuer Standards für Gesundheit, Vergütung und Nachwuchsförderung in der Branche.
Fairness für Versicherungsvertreter: Initiative, Arbeitsbedingungen und Einkommen im Faktencheck
Nutri-Score: 61 Prozent der Verbraucher fordern verpflichtende Lebensmittelampel – foodwatch-Studie zeigt Wissenslücken
Fünf Jahre nach Einführung des Nutri-Score in Deutschland kennen 91 Prozent der Verbraucher das Label, doch nur rund ein Drittel nutzt es regelmäßig, was laut foodwatch an der bislang freiwilligen Kennzeichnung liegt. 61 Prozent der Befragten befürworten eine verpflichtende Kennzeichnung aller Lebensmittel, während weiterhin erhebliche Unsicherheiten über die Anwendung und den Nutzen bestehen.
Chemie- und Pharmaindustrie in der Krise: VCI warnt vor historisch niedriger Auslastung, Jobabbau und Produktionsverlagerung
Die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie verzeichnete 2025 einen Rückgang bei Produktion, Umsatz und Beschäftigung, wobei die Auslastung auf einen historischen Tiefstand von 70 Prozent fiel und allein in der klassischen Chemie Produktion und Umsatz um -2,5 bzw. -3 Prozent sanken. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) warnt für 2026 vor weiterer Stagnation, verstärktem Jobabbau sowie steigenden Plänen zur Produktionsverlagerung ins Ausland.
BUND-Studie: Flexibilisierung statt Gaskraftwerke senkt Strompreise um 12 Prozent und Kraftwerkseinsatz um 45 Prozent
Eine Analyse von BUND und Gaswende zeigt, dass die Flexibilisierung des Energiesystems – etwa durch Speicher, Lastmanagement und smarte Netze – die Stromerzeugung aus Gaskraftwerken bis 2045 um bis zu 45 Prozent und die Großhandelspreise um 12 Prozent senken könnte. Die Verbände fordern von der Bundesregierung, statt auf einen teuren Ausbau fossiler Gaskraftwerke eine klare Flexibilitäts-Agenda zu setzen und ausschließlich auf grünen Wasserstoff als klimaneutralen Einsatzstoff zu setzen.
11 Antworten
Ich finde es toll dass sich Schüler für die Erinnerung an verfolgte Komponisten einsetzen! Wie können wir solche Projekte noch besser unterstützen?
Der Artikel über den Wassercent ist sehr aufschlussreich. Ich hoffe, dass Landwirte Gehör finden und ihre Stimmen gehört werden! Was denkt ihr über die Bürokratie? Ist das ein großes Problem?
Ja, ich denke Bürokratie ist oft ein Hemmnis für Innovationen in der Landwirtschaft!
Definitiv! Wenn es weniger Bürokratie gäbe, könnten Landwirte effizienter arbeiten.
Ich habe kürzlich von der NEST-Reform gehört und frage mich, wie sich das auf die Energiepreise auswirken wird? Es scheint viele Unsicherheiten zu geben.
Die BUND-Warnung ist wirklich alarmierend. Ich frage mich, wie die Regierung plant, den sozialen Aspekt der Förderung in Einklang mit den Klimazielen zu bringen?
Das ist eine gute Frage! Vielleicht sollten wir als Bürger auch mehr Druck auf die Politik ausüben.
Ja, das wäre wichtig! Ein transparenter Dialog über diese Themen könnte helfen.
Ich finde den Artikel sehr informativ, besonders die Punkte zu den Herausforderungen im Ausbildungsmarkt. Es wäre interessant zu wissen, welche konkreten Maßnahmen der DGB vorschlägt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Das ist ein wichtiger Punkt, Antonius! Vielleicht könnten auch mehr Betriebe Praktika anbieten, um Schüler frühzeitig an die Berufe heranzuführen.
Ich stimme zu! Die Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen könnte definitiv verbessert werden.