TÜV Mobility Studie 2024: Verkehrswende stockt – Neue Fakten zur Verkehrssicherheit und Einladung zur TÜV MobiCon am 5./6. Juni in Berlin

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Die TÜV Mobility Studie 2024 offenbart, dass 58 % der Deutschen die Verteilung des Verkehrsraums als ungerecht empfinden und Radfahrer:innen (51 %) sowie Fußgänger:innen (41 %) sich besonders benachteiligt und gefährdet fühlen. 88 % sehen Radfahrende und 87 % E-Scooter-Nutzer:innen als besonders gefährdet, weshalb Dr. Michael Fübi die Neugestaltung des Verkehrsraums als zentrale Aufgabe für eine sichere und nachhaltige Mobilität bezeichnet. Mehr als die Hälfte der Befragten hält einen Umstieg auf E-Autos aufgrund hoher Kosten, geringer Reichweiten und unzureichender Ladeinfrastruktur für unwahrscheinlich. Die Ergebnisse werden auf der TÜV MobiCon 2024 am 5. und 6. Juni in Berlin vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis

– 58 % der Deutschen empfinden Verkehrsraumausgestaltung als ungerecht, Radfahrer (51 %) und Fußgänger (41 %) benachteiligt.
– 88 % bezeichnen Radfahrende und 87 % E-Scooter-Nutzende als besonders gefährdet.
– 51 % halten Elektroauto-Kauf unwahrscheinlich wegen hoher Kosten, geringer Reichweite, unzureichender Ladeinfrastruktur.

Die TÜV Mobility Studie 2024: Mehr Sicherheit und Gerechtigkeit im Straßenverkehr gefordert

Die neue TÜV Mobility Studie 2024 offenbart deutliche Sorgen und Sorgen der deutschen Verkehrsteilnehmer:innen. Besonders Radfahrende und Fußgänger:innen fühlen sich stark benachteiligt und durch die Verkehrsinfrastruktur gefährdet. So empfinden 58 Prozent der Deutschen die Verteilung des Verkehrsraums als ungerecht, während sich insbesondere 51 Prozent der Radfahrenden und 41 Prozent der Fußgänger:innen benachteiligt fühlen. Die Wahrnehmung der Gefährdung ist hoch: 88 Prozent der Befragten sehen Radfahrende und 87 Prozent E-Scooter-Fahrende als besonders gefährdet an.

Dr. Michael Fübi bringt es auf den Punkt: „Die Neugestaltung des Verkehrsraumes ist die Kernaufgabe für eine nachhaltige und sichere Mobilität. Mobilität ist vor allem dann gerecht, wenn unterschiedliche Verkehrsteilnehmende gleichermaßen sicher und schnell ans Ziel kommen.“ Diese Aussage unterstreicht die dringende Notwendigkeit für eine ausgewogenere Verkehrspolitik, die nicht nur den Autoverkehr, sondern alle Formen der Mobilität berücksichtigt.

Trotz der Diskussionen um Elektromobilität hat mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) Zweifel daran, dass ihr nächstes Fahrzeug ein Elektroauto sein wird. Gründe dafür sind die hohen Anschaffungskosten, geringe Reichweiten und die unzureichende Ladeinfrastruktur. Auffallend ist die Dominanz des Pkw-Besitzes: Vier von fünf Personen verfügen über ein eigenes Auto. Dabei bleibt der Umstieg auf Elektrofahrzeuge mit Skepsis behaftet. Fast jede:r fünfte Befragte zweifelt an der Sicherheit, insbesondere wegen Bedenken beim Umgang mit Batterien und Brandrisiken. Hier mahnt Fübi an, dass „die Batteriegesundheit im Blick zu behalten und die Hochvoltbatterien unabhängig prüfen zu lassen“ wichtig ist. Zudem fordert der TÜV-Verband eine flexible und zukunftsorientierte Regulierung der Fahrzeugtechnik.

Neben technischen und infrastrukturellen Fragen zeigt die Studie auch Herausforderungen im Bereich Verkehrserziehung auf. Angesichts steigender Durchfallquoten bei Führerscheinprüfungen und neuen Risiken durch die Cannabis-Legalisierung werde „ein stärkeres Engagement in Schulen und eine intensivere Unterstützung der Eltern“ notwendig sein, erklärt der TÜV-Verband.

Während andere europäische Städte wie Paris, Barcelona oder Kopenhagen bereits innovative Konzepte wie die 15-Minuten-Stadt umsetzen, sieht Deutschland Handlungsbedarf. Die Ergebnisse der TÜV Mobility Studie 2024 werfen ein klares Licht auf diese Herausforderungen und laden zur Diskussion ein. Interessierte können außerdem am 5. und 6. Juni 2024 auf der „TÜV MobiCon 2024“ in Berlin weitere spannende Einblicke erhalten.

Warum Verkehrsgerechtigkeit in Deutschlands Städten derzeit ins Stocken gerät

Die Diskussion um verkehrsgerechte Städte steht heute im Mittelpunkt gesellschaftlicher Debatten und politischer Entscheidungen. Darunter versteht man die gerechte Verteilung des begrenzten Verkehrsraums – etwa zwischen Autos, Fahrrädern, Fußgängern und dem öffentlichen Nahverkehr. Doch die Umsetzung einer solchen Verkehrswende gestaltet sich in Deutschland bislang schwierig. Zahlreiche Herausforderungen verzögern einen nachhaltigen Wandel: bestehende Infrastrukturen sind oft noch stark auf den individuellen Kfz-Verkehr ausgerichtet und lassen wenig Raum für alternative Mobilitätsformen. Gleichzeitig sorgen Sicherheitsbedenken bei vielen Menschen – sei es im Straßenverkehr oder auf dem Rad – für Widerstände gegen neue Konzepte. Über den Tellerrand hinaus zeigt sich international ein lebendiger Trend zu innovativen Lösungen, die soziale Gerechtigkeit und Sicherheit in den Fokus rücken. Ein Blick auf diese Entwicklungen kann wichtige Impulse liefern für den dringend benötigten Aufbruch auch in deutschen Städten.

Gesellschaftliche Bedeutung der Verkehrswende

Die Verkehrswende ist weit mehr als ein technisches oder verkehrspolitisches Projekt. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Gestaltung von Lebensqualität, sozialer Gleichheit und klimafreundlicher Mobilität. Eine gerechte Verteilung des Verkehrsraums heißt, dass nicht eine einzelne Gruppe – oft die Autofahrer – bevorzugt wird, sondern alle Verkehrsteilnehmenden sicher und gleichberechtigt ihren Raum bekommen. Die soziale Komponente ist dabei erheblich: Ungleichheiten im Zugang zu Mobilität können etwa benachteiligte Gruppen ausgrenzen und den urbanen Alltag erschweren. Doch Veränderungen stoßen in Deutschland auf vielfältige Hindernisse. Konflikte zwischen verschiedenen Nutzerinteressen, Widerstand gegen den Abbau von Parkplätzen und fehlende politische Mehrheiten blockieren Fortschritte. Zudem werden notwendige Infrastrukturmaßnahmen durch langwierige Planungsprozesse erschwert. Der gesellschaftliche Wunsch nach mehr Sicherheit, geringeren Belastungen durch Lärm und Schadstoffe steht oft im Spannungsfeld zu gewachsenen Verkehrsgewohnheiten.

Blick auf internationale Konzepte

Weltweit entstehen spannende Modelle, die zeigen, wie Mobilitätswandel, Sicherheit und Gerechtigkeit erfolgreich miteinander verknüpft werden können. Die folgende Übersicht bietet einen schnellen Einblick in bewährte Ansätze:

  • Shared Space-Modelle: Städte verzichten auf klare Trennung von Verkehrsträgern, um gegenseitige Rücksichtnahme zu erhöhen.
  • Umfassende Fußgängerzonen und autofreie Innenstädte zur Förderung nachhaltiger Mobilität.
  • Ausbau multimodaler Verkehrssysteme mit nahtlosen Übergängen zwischen Rad, Bus, Bahn und Carsharing.
  • Intensivierte Verkehrsberuhigung in Wohngebieten durch Tempo-30-Zonen und Straßengestaltung.
  • Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Planung, um Akzeptanz und soziale Gerechtigkeit zu stärken.

Diese Konzepte setzen gezielt auf eine Neuverteilung des Verkehrsraums, die soziale und ökologische Ziele verbindet. Die Rolle der Infrastruktur wird dabei als Schlüssel für eine erfolgreiche Verkehrswende erkannt – sie muss flexibel, sicher und inklusiv gestaltet sein. Gerade die Sicherheit im Straßenverkehr bleibt ein zentrales Anliegen, denn sie beeinflusst stark die Akzeptanz neuer Mobilitätsformen und den Willen zur Verhaltensänderung. Für Deutschland birgt die Integration dieser internationalen Best Practices Chancen, um bestehende Blockaden zu überwinden und die Verkehrsgerechtigkeit nachhaltig voranzutreiben.


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Verkehrssicherheit: Mehrheit hält Verteilung des Verkehrsraums für ungerecht

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