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Stromausfall in Berlin: BDI warnt vor unterschätzter Gefahr für Kritische Infrastrukturen

Nach einem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz Anfang Januar 2026 warnt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor einer unterschätzten Gefahr. Der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch kritisiert, dass der Entwurf des geplanten KRITIS-Dachgesetzes der realen Bedrohungslage nicht gerecht werde. Statt eines klaren Schutzrahmens setze er auf zusätzliche Regulierung und überhastete Verfahren.

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Das Wichtigste in Kürze

  • BDI kritisiert das KRITIS-Dachgesetz als unzureichend und fordert eine neue Sicherheitsarchitektur mit klaren Zuständigkeiten.
  • Hybride Angriffe auf Kritische Infrastrukturen wie das Berliner Stromnetz zeigen die hohe Verwundbarkeit und reale Bedrohung.
  • Eine vertrauensvolle Partnerschaft zwischen Staat und Wirtschaft soll digitalen und physischen Schutz verbessern.
  • Zu viel Transparenz kann Sicherheitsrisiken erhöhen, daher fordert der BDI vertraulichen Informationsaustausch.
  • Die Politik muss die Dringlichkeit anerkennen und Gesetzesvorhaben überarbeiten, um Resilienz und Redundanzen zu stärken.

– Der BDI kritisiert die Politik für Unterschätzung der Dringlichkeit gegen hybride Angriffe auf Kritische Infrastrukturen.
– Der aktuelle Entwurf des KRITIS-Dachgesetzes wird als unzureichend und zu regulierungslastig bewertet.
– Gefordert wird eine Sicherheitsarchitektur mit klaren Zuständigkeiten und vertraulichem Austausch zwischen Staat und Betreibern.

BDI warnt nach Berliner Anschlag: Politik unterschätzt Bedrohungslage

Ein gezielter Angriff auf das Stromnetz hat die Verwundbarkeit Kritischer Infrastrukturen erneut offengelegt*. Der Anschlag, für den sich eine linksextreme Gruppe bekannt hat, hat Diskussionen über Schutzmaßnahmen angestoßen. Als Reaktion darauf übt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) Kritik an der politischen Reaktion auf solche Gefahren*.

Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer, stellt eine grundlegende Fehleinschätzung fest: „Die Politik unterschätzt offenbar nach wie vor die Dringlichkeit, auf wachsende Bedrohungen angemessen zu reagieren.“ Er betont, dass Angriffe längst Realität sind und zentrale Säulen von Wirtschaft und Staat treffen: „Hybride Bedrohungen und gezielte Angriffe auf Kritische Infrastrukturen wie Energieversorgung, Logistik oder Kommunikation sind längst Realität. Sie treffen das Rückgrat unserer Wirtschaft und sind ein direkter Angriff auf staatliche Handlungsfähigkeit und unsere Gesamtverteidigung.“

Der Verband sieht im aktuell geplanten KRITIS-Dachgesetz keine Lösung, sondern Teil des Problems. Statt eines wirksamen Rahmens schaffe der Entwurf nur zusätzliche Bürokratie. Gefordert wird eine komplett neue Sicherheitsarchitektur, die auf einer engen, vertrauensvollen Partnerschaft zwischen Staat und Wirtschaft basiert und digitale sowie physische Risiken gemeinsam in den Blick nimmt.

Lesenswert ist außerdem BDEW warnt nach Berliner Stromausfall: 10-Punkte-Plan für sichere Energie- und Wasserversorgung.

Was geschah in Berlin?

Die Ereignisse in Berlin zeigen eine klare zeitliche Abfolge. Bereits im September 2025 kam es zu einem ersten, ähnlichen Vorfall. Laut dem Nachrichtensender TRT World waren damals 50.000 Haushalte von einem Stromausfall betroffen*.

Anfang Januar 2026 folgte ein weiterer Angriff. Die linksextreme „Vulkangruppe“ bekannte sich am 5. Januar 2026 zu Sabotageakten, wie TRT World berichtete. Diese Meldung bezifferte die Auswirkungen auf 35.000 Haushalte und 1.900 Betriebe* (Stand: 5. Januar 2026). Eine andere Quelle, der Tagesspiegel, sprach zeitgleich von einem Brandanschlag, der einen Stromausfall für bis zu 45.000 Haushalte und 1.900 Unternehmen verursacht habe* (Stand: 5. Januar 2026). Die WirtschaftsWoche bestätigte den politisch motivierten Brandanschlag Anfang Januar 2026, der zu einem Blackout im Berliner Südwesten führte, nannte jedoch keine konkreten Zahlen (Stand: Anfang Januar 2026).

Unterschiedliche Schadensangaben im Überblick

Die Berichterstattung weicht in der genauen Zahl der betroffenen Haushalte voneinander ab. Die folgende Übersicht fasst die gemeldeten Werte zusammen:

Datum des Vorfalls Gemeldete betroffene Haushalte Gemeldete betroffene Betriebe Quelle / Stand der Meldung
September 2025 50.000 TRT World*
5. Januar 2026 35.000 1.900 TRT World (Stand: 5. Januar 2026)*
5. Januar 2026 bis zu 45.000 1.900 Tagesspiegel (Stand: 5. Januar 2026)*

Unabhängig von den divergierenden Zahlen wird das Ausmaß der Vorfälle deutlich: Innerhalb weniger Monate wurden durch gezielte Angriffe zehntausende Haushalte und fast zweitausend Unternehmen von der Stromversorgung abgeschnitten.

Warum der BDI die Pläne der Regierung kritisiert

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht den aktuellen Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Schutz Kritischer Infrastrukturen als unzureichend an. Die Position des Verbandes geht über eine einfache Kritik hinaus und formuliert eine klare Alternative: eine partnerschaftliche Sicherheitsarchitektur zwischen Staat und Wirtschaft. Aus Sicht des BDI verfehlt der Entwurf des sogenannten KRITIS-Dachgesetzes sein eigentliches Ziel, weil er auf zusätzliche Regulierung setzt, anstatt einen wirksamen Schutzrahmen zu schaffen. Ein weiterer Kritikpunkt ist das als zu kurz empfundene Beteiligungsverfahren für Fachleute aus der Wirtschaft. Diese kurze Einbindung der Experten, die die Infrastrukturen täglich betreiben, gefährde die Qualität des Gesetzes.

Kernaussagen der Verbandsposition

Die Kritik des BDI speist sich aus einer konkreten Bedrohungslage. Der Verband betont die Notwendigkeit praktischer Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit Kritischer Infrastrukturen. Ein zentrales Mittel dafür sind Redundanzen: zusätzliche, parallel ausgelegte Systeme, die im Angriffsfall einspringen und einen Totalausfall verhindern können. Der aktuelle Gesetzentwurf fördere diesen praktischen Aufbau von Widerstandskraft aus Sicht des BDI nicht ausreichend.*

Was eine „tragfähige Partnerschaft“ bedeuten kann

Die Alternative des BDI ist eine enge Kooperation. Eine „tragfähige Partnerschaft“ zwischen Staat und Betreibern würde bedeuten, dass beide Seiten ihre Stärken einbringen: der Staat seine hoheitlichen Aufgaben und Geheiminformationen, die Wirtschaft ihr operatives Know-how und ihre technischen Lösungen. Konkret fordert der Verband klare staatliche Ansprechpartner, einen vertraulichen und kontinuierlichen Austausch über Bedrohungen sowie gemeinsame Anstrengungen beim Aufbau von Schutzmaßnahmen. Nur so ließen sich digitale und physische Risiken integriert betrachten und bearbeiten. Diese Forderung nach echter Zusammenarbeit steht im Kontrast zu dem vom BDI kritisierten Ansatz, der aus seiner Sicht vor allem auf neue Vorschriften und Meldepflichten setzt.*

Transparenz oder Geheimhaltung?

Die Debatte um den Schutz Kritischer Infrastrukturen dreht sich nicht nur um Technik und Regulierung, sondern auch um ein grundlegendes Spannungsfeld: Wie viel Information muss öffentlich sein, und wie viel muss geheim bleiben? Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert in seiner Stellungnahme eine kritische Überprüfung bestehender Transparenzpflichten. Diese Forderung wirft eine zentrale Frage auf: Wo endet das legitime öffentliche Kontrollinteresse, und wo beginnt der notwendige Schutz sensibler Sicherheitsdetails?

Argumente des BDI (Kurzfassung)

Aus Sicht der Industrie ist Transparenz kein absoluter Wert, der unter allen Umständen gelten muss. Der BDI argumentiert, dass zu weitgehende Offenlegungspflichten die Sicherheit selbst untergraben können. Die zentrale Befürchtung lautet: „Transparenz darf nicht dazu führen, dass Angriffsflächen eröffnet oder Verwundbarkeiten für potenzielle Angreifer sichtbar werden.“ Die Position des Verbands lässt sich in drei Kernpunkten zusammenfassen:

  • Risiko der Offenlegung: Öffentlich zugängliche Informationen über Schutzmaßnahmen, Systemarchitekturen oder Schwachstellen können Angreifern als Planungsgrundlage dienen.
  • Schutz sensibler Details: Sicherheitsrelevante Betriebsdetails von Kraftwerken, Netzsteuerungen oder Kommunikationsknoten müssen vor unbefugtem Zugriff geschützt werden.
  • Falsche Adressaten: Kritische Informationen dürfen weder allgemein zugänglich sein noch, so die Sorge, in falsche Hände geraten.

Konsequenzen für Öffentlichkeit und Aufsicht

Dieser Standpunkt steht im Kontrast zu den Prinzipien demokratischer Kontrolle und Rechenschaftspflicht. Parlamente, Aufsichtsbehörden und die Öffentlichkeit benötigen Informationen, um die Wirksamkeit von Schutzvorkehrungen bewerten und politische Entscheidungen treffen zu können. Ein vollständiger Rückzug hinter eine Mauer der Geheimhaltung könnte diese Kontrollfunktion aushöhlen. Das Dilemma ist real: Einerseits schafft zu viel Transparenz mögliche Angriffsvektoren, andererseits führt zu viel Intransparenz zu einem Kontrollverlust und einem Mangel an öffentlichem Vertrauen. Die Herausforderung für den Gesetzgeber besteht darin, einen praktikablen Mittelweg zu finden – einen Rahmen, der einen vertraulichen Informationsaustausch zwischen Staat und Betreibern für Sicherheitsfragen ermöglicht, ohne die demokratische Aufsicht komplett auszuhebeln.

Ausblick: Was jetzt nötig ist

Die Anschläge auf das Berliner Stromnetz machen die Verwundbarkeit der kritischen Infrastruktur deutlich. Jetzt geht es darum, aus den Vorfällen zu lernen und die Weichen für mehr Resilienz zu stellen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Sicherheitsarchitektur.

Eine tragfähige Partnerschaft zwischen Staat und Betreibern bildet dafür die Basis. Diese muss klare Zuständigkeiten definieren, einen vertraulichen und kontinuierlichen Informationsaustausch gewährleisten und gemeinsame Anstrengungen beim Aufbau von Redundanzen und Schutzmaßnahmen vorantreiben. Der aktuelle Entwurf für ein KRITIS-Dachgesetz wird dieser realen Bedrohungslage laut BDI nicht gerecht. Statt eines wirksamen Schutzrahmens drohen zusätzliche Regulierung und überhastete Verfahren.

Konkrete Schritte (staatlich & Betreiber)

Die Politik muss die Dringlichkeit der Lage anerkennen. Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer, stellt fest: „Die Politik unterschätzt offenbar nach wie vor die Dringlichkeit, auf wachsende Bedrohungen angemessen zu reagieren.“ Erforderlich ist eine Überarbeitung der Gesetzesvorhaben, die digitale und physische Risiken integriert betrachtet.

Parallel dazu müssen geltende Transparenzpflichten kritisch geprüft werden. Transparenz darf nicht dazu führen, dass neue Angriffsflächen entstehen. Sicherheitsrelevante Details, die potenziellen Angreifern nutzen könnten, müssen geschützt werden. Für Betreiber bedeutet das, Schutz- und Redundanzmaßnahmen konsequent auszubauen und die Kooperation mit staatlichen Stellen zu intensivieren.

Mögliche Tabelle: Vergleich gemeldeter Schadenswerte

Die folgende Gegenüberstellung illustriert die veröffentlichten Zahlen zum Stromausfall in Berlin.

Mögliche Tabelle: Berichte zum Stromausfall in Berlin

Datum Betroffene Haushalte Betroffene Betriebe Quelle / Stand
5. Januar 2026 bis zu 45.000 1.900 Unternehmen Tagesspiegel, Stand: 5. Januar 2026*

Für einen wirksamen Ausblick sind drei Elemente zentral: eine Gesetzesüberarbeitung, die eine echte Partnerschaft zwischen Staat und Wirtschaft ermöglicht, eine verbindlich geregelte und sensible Kommunikation nach Vorfällen sowie unabhängige Untersuchungen, die Schwachstellen schonungslos aufdecken. Nur so lässt sich verhindern, dass Angriffe auf das Rückgrat unserer Wirtschaft und die staatliche Handlungsfähigkeit künftig ähnlich folgenreich bleiben.

Die in diesem Beitrag verwendeten Informationen und Zitate entstammen einer Pressemitteilung des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V.

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Kritische Infrastrukturen wie Energieversorgung, Logistik und Kommunikation sind laut Beitrag das „Rückgrat“ von Wirtschaft und Staat. Wenn hybride Bedrohungen und gezielte Angriffe diese Systeme treffen, geht es nicht nur um einzelne Ausfälle, sondern auch um die Handlungsfähigkeit und Gesamtverteidigung. Die berichteten Vorfälle in Berlin (mit zehntausenden betroffenen Haushalten und fast zweitausend Betrieben) zeigen die reale Dimension.

Für Betroffene wird daraus: Schutz muss als Resilienz gedacht werden – mit Redundanzen und praktischen Lösungen statt zusätzlicher Bürokratie. Entscheidend sind außerdem klare Zuständigkeiten und ein vertraulicher Informationsaustausch zwischen Staat und Betreibern, damit digitale und physische Risiken gemeinsam bearbeitet werden. Auch die Frage Transparenz versus Sicherheitsdetails bleibt politisch relevant, weil sie sowohl Kontrolle als auch Schutz beeinflusst.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Warum kritisiert der BDI das KRITIS-Dachgesetz?
Der Beitrag nennt zusätzliche Bürokratie als Problem. Gefordert wird stattdessen eine neue Sicherheitsarchitektur mit enger Partnerschaft zwischen Staat und Wirtschaft.

Was meint der Beitrag mit „Resilienz“ und „Redundanzen“?
Resilienz bedeutet Widerstandskraft. Redundanzen sollen dafür sorgen, dass im Angriffsfall parallel ausgelegte Systeme einspringen und einen Totalausfall verhindern.

Wie soll der Informationsaustausch zwischen Staat und Betreibern funktionieren?
Laut BDI braucht es klare Ansprechpartner sowie einen vertraulichen, kontinuierlichen Austausch über Bedrohungen und Sicherheitsfragen.

Wo verläuft die Grenze zwischen Transparenz und Schutz?
Der Beitrag beschreibt das Spannungsfeld: Offenlegung darf keine neuen Angriffsflächen schaffen, zugleich soll demokratische Kontrolle nicht ausgehöhlt werden. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag und die verwendeten Bilder können ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet worden sein.
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