Streik bei Lufthansa: Piloten der gesamten Gruppe streiken für bessere Betriebsrente

Die Vereinigung Cockpit hat das Cockpitpersonal der Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa CityLine und Eurowings zu einem Streik am 13. und 14. April 2026 aufgerufen. Grund ist laut Gewerkschaft das Fehlen verhandlungsfähiger Angebote der Arbeitgeber in mehreren Tarifkonflikten, insbesondere zur betrieblichen Altersversorgung. Flüge in bestimmte Nahost-Destinationen sind von dem Ausstand ausgenommen.
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– Die Vereinigung Cockpit ruft ihre Mitglieder bei mehreren Lufthansa-Gesellschaften zum Streik auf.
– Der Streik bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und CityLine findet vom 13. bis 14. April 2026 statt.
– Als Grund werden fehlende oder inakzeptable Angebote der Arbeitgeber in Tarifkonflikten genannt.

Streik beim Lufthansa-Cockpitpersonal: Vereinigung Cockpit ruft Piloten bei vier Airlines zum Ausstand auf

Die Vereinigung Cockpit hat das Cockpitpersonal mehrerer Gesellschaften der Lufthansa-Gruppe zu einem Streik aufgerufen. Betroffen sind die Deutsche Lufthansa AG, die Lufthansa Cargo AG, die Lufthansa CityLine GmbH sowie die Eurowings GmbH.

Nach Darstellung der Gewerkschaft ist der Schritt die Folge festgefahrener Tarifkonflikte. Aus Sicht der VC fehlen bei mehreren Gesellschaften verhandlungsfähige Angebote, vor allem bei Fragen der betrieblichen Altersversorgung und der Vergütung.

Lesenswert ist außerdem Lufthansa-Pilotenstreik am 12. Februar 2026: Alle Infos zu Auslöser, Auswirkungen und Hintergründen.

Für Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa CityLine soll der Streik am 13. April 2026 um 00:01 Uhr Ortszeit beginnen und am 14. April 2026 um 23:59 Uhr Ortszeit enden. Bei Eurowings sind laut Streikaufruf alle Flüge betroffen, die am 13. April 2026 zwischen 00:01 Uhr und 23:59 Uhr von deutschen Flughäfen starten.

Ausgenommen sind bei der Deutschen Lufthansa AG und bei Lufthansa CityLine Flüge aus Deutschland zu bestimmten Zielen im Nahen Osten. Das gilt nach Angaben der VC für Verbindungen nach Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Gewerkschaft verweist dabei auf die aktuelle Situation in der Region.

VC-Präsident Andreas Pinheiro begründet den Arbeitskampf mit der Haltung der Arbeitgeberseite: „Die Vereinigung Cockpit sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, nachdem die Arbeitgeberseite in mehreren Tarifkonflikten keinen erkennbaren Willen zu einer Lösung zeigt.“ Weiter sagte er: „Trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage blieben ernstzunehmende Angebote aus. In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber.“

Mehrere Tarifkonflikte innerhalb der Lufthansa-Gruppe

Nach Angaben der Vereinigung Cockpit geht es nicht um einen einzelnen Streitpunkt, sondern um mehrere parallel laufende Konflikte innerhalb der Lufthansa-Gruppe. Bei Lufthansa und Lufthansa Cargo liegt laut Gewerkschaft derzeit kein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor.

Bei Lufthansa CityLine steht nach Darstellung der VC ein neuer Vergütungstarifvertrag im Mittelpunkt. Auch hier sieht die Gewerkschaft bislang kein tragfähiges Angebot. Bei Eurowings kritisiert die VC das vorgelegte Angebot zur betrieblichen Altersversorgung als unzureichend.

Aus Sicht der Gewerkschaft verbindet alle Streitpunkte, dass bislang keine belastbare Grundlage für einen Abschluss erkennbar sei. Andreas Pinheiro formuliert dazu: „Die Arbeitgeberseite hat jederzeit die Möglichkeit, den Streik abzuwenden, indem sie verhandlungsfähige Angebote vorlegt.“

Betriebliche Altersversorgung als zentraler Streitpunkt

Besonders stark umkämpft ist die betriebliche Altersversorgung. Nach Darstellung der VC spielt dabei auch die Vorgeschichte eine Rolle. Das frühere Modell der Betriebsrente beim Cockpitpersonal wurde 2017 durch ein kapitalmarkt-finanziertes System ersetzt, das nach Berechnungen der Gewerkschaft niedriger ausfällt.

Für die VC ist das Thema deshalb von zentraler Bedeutung, weil Fragen der Altersversorgung über die laufende Vergütung hinausreichen und die langfristige Absicherung der Beschäftigten betreffen. Entsprechend hoch ist aus Sicht der Gewerkschaft das Gewicht dieses Punktes in den laufenden Tarifauseinandersetzungen.

Auswirkungen des Streiks auf den Luftverkehr

Der angekündigte Streik dürfte vor allem den Flugverkehr ab deutschen Flughäfen in den genannten Zeiträumen betreffen. Wie groß die Auswirkungen im Einzelnen sein werden, hängt davon ab, welche Verbindungen konkret unter die Streikaufrufe fallen und ob es kurzfristig noch Bewegung in den Verhandlungen gibt.

Die Ausnahmen für bestimmte Ziele im Nahen Osten machen zugleich deutlich, dass die Gewerkschaft die aktuelle Lage in der Region in ihren Aufrufen berücksichtigt. Für Fluggäste bedeutet der Arbeitskampf vor allem Unsicherheit bei geplanten Abflügen mit den betroffenen Airlines.

Pinheiro betont, dass die Gewerkschaft den Ausstand nicht leichtfertig ausgerufen habe: „Ein Streik ist immer das letzte Mittel, um Bewegung in gescheiterte Verhandlungen zu bringen. Wir hätten sehr gerne darauf verzichtet – insbesondere vor dem Hintergrund der Belastungen für unsere Passagiere sowie für die Kolleginnen und Kollegen am Boden. Die Verantwortung hierfür liegt jedoch bei der Arbeitgeberseite“.

Vereinigung Cockpit hält Tür für Verhandlungen offen

Trotz des Streikaufrufs signalisiert die Vereinigung Cockpit weiterhin Gesprächsbereitschaft. Nach ihrer Darstellung kann der Arbeitskampf noch abgewendet werden, wenn die Arbeitgeberseite kurzfristig verhandlungsfähige Angebote vorlegt.

Öffentlich angekündigt sind zudem ein Online-Statement mit Andreas Pinheiro am 12. April 2026 um 14:00 Uhr sowie ein Pressetermin am 13. April 2026 um 10:30 Uhr am Frankfurter Flughafen in Terminal 1, Abflughalle, an der Anzeigetafel. Die Vereinigung Cockpit vertritt nach eigenen Angaben rund 9.600 Mitglieder bei deutschen Airlines.

Damit richtet sich der Blick nun auf die kommenden Stunden und Tage. Entscheidend ist aus Sicht der Gewerkschaft, ob in den Tarifkonflikten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa CityLine und Eurowings noch Bewegung entsteht.

Die nachfolgenden Angaben beruhen auf einer offiziellen Pressemitteilung der Vereinigung Cockpit e.V.

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Der Streikaufruf betrifft nicht nur den konkreten Flugverkehr, sondern vor allem den zentralen Streitpunkt in den Tarifkonflikten: die betriebliche Altersversorgung und damit die langfristige Absicherung der Beschäftigten über die laufende Vergütung hinaus. In der Lufthansa-Gruppe werden laut Vereinigung Cockpit dabei mehrere Parallelkonflikte verhandelt – bei Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa CityLine und Eurowings.

Für Passagiere, aber auch für die Unternehmen und die beteiligten Verbände und Verwaltungen wird damit deutlich, wie stark Tarifentscheidungen den Betrieb und die Planbarkeit in einem sensiblen Markt beeinflussen. Gleichzeitig bleibt laut VC ein Ausweg offen: Der Arbeitskampf könne noch abgewendet werden, wenn die Arbeitgeberseite verhandlungsfähige Angebote vorlegt.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Warum steht die betriebliche Altersversorgung im Mittelpunkt?
Laut Vereinigung Cockpit geht es dabei um die langfristige Absicherung der Beschäftigten. Zudem verweist die Gewerkschaft auf den Wechsel des früheren Modells zur Betriebsrente im Jahr 2017.

Wen betrifft der Streik innerhalb der Lufthansa-Gruppe genau?
Betroffen sind Deutsche Lufthansa AG, Lufthansa Cargo AG, Lufthansa CityLine GmbH und Eurowings GmbH. Bei Eurowings sollen alle Flüge in einem definierten Zeitraum von deutschen Flughäfen starten.

Gibt es Ausnahmen für Flüge aus Deutschland?
Ja. Laut VC gibt es Ausnahmen für bestimmte Ziele im Nahen Osten für die Deutsche Lufthansa AG und Lufthansa CityLine, wobei die Gewerkschaft auf die regionale Situation verweist.

Kann der Streik noch verhindert werden?
Die Vereinigung Cockpit signalisiert, dass der Arbeitskampf abgewendet werden kann, wenn die Arbeitgeberseite kurzfristig verhandlungsfähige Angebote vorlegt. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

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11 Kommentare

  1. Neutral betrachtet ist die situation komplex, Piloten verlangen Sicherheit für die Zukunft und Arbeitgeber jammern über kosten, aber wer zahlt am Ende? Könnte eine unabhängige Mediation mehr bringen statt streik? Ich würd vorschlagen mehr dialog und transparenz, hier ein link zu mediation angebote: /mediationsangebote sowie /politik/streik-lufthansa fuer updates, wer hat erfahrung mit mediation?

    1. Ich stimme zu, mediation klingt vernünftig, aber braucht zeiten und vertrauen, wer organisiert das und wer bezahlt neutralen mediator? Gibt es precedens fall bei anderen Airlines oder branchen, bitte verlinkt wenn ja /fallstudien/mediation. Wäre gut wenn andere ihre meinungen und erlebnisse teilen.

  2. Ich find es schade das auch Cargo und Eurowings betroffen sind, das trifft nicht nur urlaubs reisende sondern auch wirtschaft. Wie gross sind eigentlich erwartete ausfälle bei Lufthansa Cargo und entstehen liefer probleme? Gibt es alternativen rerouting oder Info bei /lufthansa-cargo und /logistik-news? Bitte teilt reale beobachtungen, vielen dank.

    1. Gute Frage, ich arbeite im Handel und wir hatten schon verzögerungen letztes mal, die Firmen sollten contingency pläne haben. Könnte die Lufthansa interim lösungen anbieten oder subcontracting nutzen? Vielleicht sind details bei /logistik-news zu finden, wer kennt kontakte bei firmen für mehr info?

  3. Also ich versteh beide seiten ein bischen, aber die betriebliche Altersversorgung is wichtig weil es um zukunft geht, das kapitalmarkt modell seit 2017 war schlechter laut VC, stimmt das? Gibt es real beispiel wie viel weniger kommt? Wer kann rechnen oder hat link zu rechungen? Mehr zu dem thema steht in /geschichte-rente und /tarifkonflikte/versorgung bitte erklährt es mir in einfachen worten.

    1. Danke für die Frage, ich hab auch nur fragment info, aber es scheint das das kapitalmarkt modell risiken birgt und weniger auszahlt, ist das gerecht? Könnte eine mediation helfen zw Arbeitgeber und VC? Es währe gut wenn mehr neutrale studies verlinkt wären /studien/rentenvergleich

    2. Neutral bleib ich dabei, aber die Details sind schwer zu verstehn für normale leute, die Begriffe sind kompliziert und die Arbeitgeber sagen ‚aburd‘ zur Forderung, wer hat experten link? bitte postet sources oder einfache erklärung, und was kann passagier tun, wenn flug cancel wird?

  4. Neutral gesehen ist das problem ernst, flüge fallen aus und Passagiere leiden, aber die Forderung nach besserer Altersversorgung ist wichtig. Was passiert mit Fluggästen die jetzt am Flughafen stehn wegen dem Streik? Die Ausnahmen für Nahen Osten verwirrn mich auch. Siehe service tipps /servicetipps-flug und /naher-osten-info, kann jemand praktische tipps geben?

    1. Gute Frage, ich war letzte Woche betroffen, es gab kaum info, und die Airline hat nur rudimentäre Hilfe geleistet. Kann jemand erklären wie die Verhandlungen laufen und ob Andreas Pinheiro noch neue Angebote bekommt? vielleicht im Thread /verhandlungen steht was, bitte postet updates und beachtet fristen.

    2. Ich bin neutral aber genervt, weil das chaos am Flughafen war schlecht organisiert, warum macht VC das vor ostern nicht? Die Arbeitgeberseite hätt ja reagieren können, aber die scheinen keinen willen zu haben, oder? Hat jemand detail zu betriebliche rente 2017 und folge für heutige rente siehe /geschichte-rente

  5. Ich finds komisch und auch traurig das die Piloten streiken, aber ich kanns bisschen verstehn. Die Vereinigung Cockpit und Lufthansa tun sich schwer mit der betrieblichenAlters Versorgung, oder wie das heiβt. Warum bieten de Arbeitgeber nicht bessre lösungen? Gibt es infos zur Nachverhandlungs möglichkeit? Mehr zu Tarif konflikte hier: /tarifkonflikte/versorgung und /politik/streik-lufthansa bitte teilen eure erfahrungen.

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