Standortfördergesetz beschlossen: Chemische Industrie warnt vor Wettbewerbsnachteil durch Steuerbürokratie in Deutschland

Am 10. September 2025 hat das Bundeskabinett das Standortfördergesetz verabschiedet, das vor allem kleine Unternehmen und Start-ups mit neuen Finanzierungsinstrumenten stärken soll. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) warnt jedoch, dass das Gesetz an der überbordenden Steuerbürokratie in Deutschland nichts ändert und den Wirtschaftsstandort ausbremst. VCI-Präsident Welling fordert einen „Befreiungsschlag“ bei den Vorschriften, um die Chemiebranche – mit rund 240 Milliarden Euro Umsatz und 560.000 Beschäftigten im Jahr 2024 – international wettbewerbsfähig zu halten.
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– Standortfördergesetz verbessert Finanzierung von KMU, Start-ups und nachhaltigen Investitionsfonds.
– VCI fordert umfassenden Abbau der überflüssigen Steuerbürokratie für internationale Wettbewerbsfähigkeit.
– Aussetzung des Mindeststeuergesetzes wegen Konflikten mit US-Steuerpolitik gefordert.

Standortfördergesetz beschlossen: VCI mahnt entschlossenen Bürokratieabbau an

Das Bundeskabinett hat am 10. September 2025 das neue Standortfördergesetz verabschiedet, mit dem die Regierungskoalition ihre Bemühungen zur Stärkung der deutschen Wirtschaft fortsetzt. Im Mittelpunkt stehen unter anderem verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten für kleine Unternehmen und Start-ups sowie gezielte Förderungen von Fonds, die in erneuerbare Energien und Infrastruktur investieren. Diese Maßnahmen bewertet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) als „richtig“, doch sieht er zugleich erheblichen Nachholbedarf bei einem zentralen Hemmnis: der Steuerbürokratie.

Berthold Welling, VCI-Geschäftsführer Recht und Steuern, betont die Dringlichkeit klar: „Um Deutschland international wieder wettbewerbsfähig zu machen, reichen kleine Korrekturen aber nicht aus. Notwendig ist ein Befreiungsschlag bei überflüssiger Steuerbürokratie.“ Das deutsche Unternehmenssteuerrecht entwickle sich zu einem immer größer werdenden Labyrinth aus Vorschriften und Nachweisen, das den Standort schwäche. Obwohl bereits viele Vorschläge zur Steuervereinfachung vorlägen, fehle bislang eine konsequente Umsetzung.

Der VCI fordert die Bundesregierung auf, ihre versprochenen verlässlichen Rahmenbedingungen endlich zu schaffen und insbesondere das sogenannte Mindeststeuergesetz zu überprüfen. Welling unterstreicht: „Die Bundesregierung muss jetzt ihr Versprechen einer verlässlichen Wirtschaftspolitik einlösen und das Ruder herumreißen. Dazu gehört auch, das Mindeststeuergesetz angesichts der Konflikte mit der US-Steuerpolitik auszusetzen, um die europäischen Unternehmen zu schützen.“

Die Chemiebranche spielt eine wichtige Rolle für die deutsche Wirtschaft: Im Jahr 2024 setzten die Mitgliedsunternehmen des VCI rund 240 Milliarden Euro um und beschäftigten über 560.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die wirtschaftliche Bedeutung der Branche unterstreicht, warum bürokratische Hürden gerade in diesem Sektor nicht nur einzelne Unternehmen, sondern den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland belasten können.

Das Standortfördergesetz setzt wichtige Impulse, doch für den VCI bleiben Steuer- und Bürokratieabbau die „Großbaustelle“, die wesentlich über den zukünftigen Erfolg der Wirtschaftspolitik entscheidet.

Warum Steuerbürokratie den Wirtschaftsstandort Deutschland belastet

Die komplexen und umfangreichen steuerlichen Vorschriften in Deutschland werden zunehmend zum Wettbewerbsnachteil. Für Unternehmen bedeuten sie nicht nur erheblichen Verwaltungsaufwand, sondern stellen auch Hemmnisse für Investitionen und Wachstum dar. Insbesondere in der chemischen Industrie, einem der wirtschaftlichen Schwergewichte mit rund 240 Milliarden Euro Umsatz und über 560.000 Beschäftigten, zeigt sich, wie wichtig effiziente Steuerstrukturen für den Wirtschaftsstandort sind. Die steuerliche Überregulierung kostet Zeit und Ressourcen, die sonst in Innovationen und Beschäftigung fließen könnten.

Die Unternehmer stoßen auf ein „Labyrinth aus Vorschriften und Nachweisen“, das sich immer weiter vergrößert. Diese Steuerbürokratie erschwert nicht nur tägliche Abläufe, sondern gefährdet auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisiert, dass trotz zahlreicher Vorschläge und Ideen zur Vereinfachung bislang nur kleine Korrekturen umgesetzt wurden. Berthold Welling, VCI-Geschäftsführer Recht und Steuern, fordert einen grundlegenden Kurswechsel: „Um Deutschland international wieder wettbewerbsfähig zu machen, reichen kleine Korrekturen aber nicht aus. Notwendig ist ein Befreiungsschlag bei überflüssiger Steuerbürokratie.“

Wie andere Länder Steuerbürokratie abbauen

Im internationalen Vergleich setzen verschiedene Länder verstärkt auf digitale Lösungen, einheitliche Meldeverfahren und klarere steuerliche Regelungen, um die Bürokratie zu reduzieren. So schaffen etwa skandinavische Staaten durch automatisierte Prozesse und transparente Vorgaben ein günstigeres Umfeld für Unternehmen. Diese Maßnahmen senken den Aufwand für Steuererklärungen und steigern die Planungssicherheit.

Deutschland hingegen steht vor der Herausforderung, ein komplexes und zum Teil miteinander widersprüchliches Steuerrecht zu modernisieren. Gleichzeitig gewinnt der Standort durch steuerliche Belastungen und bürokratische Hürden an Attraktivität. Ein Abbau der Bürokratie könnte deutlich spürbare Vorteile bringen:

  • Entlastung von Unternehmen und Beschäftigten durch weniger Verwaltungsaufwand
  • Steigerung der Investitionsbereitschaft
  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit auf globalen Märkten
  • Reduzierung von Kosten für Steuerberatung und Compliance

Der VCI weist auch auf die Bedeutung politischer Initiativen hin, die über einzelne Finanzierungsförderungen hinausgehen müssen. Die Bundesregierung steht in der Pflicht, das Versprechen einer verlässlichen Wirtschaftspolitik einzulösen. So müsse beispielsweise das Mindeststeuergesetz angesichts der Konflikte mit der US-Steuerpolitik ausgesetzt werden, „um die europäischen Unternehmen zu schützen.“ Nur durch solche weitreichenden Reformen lässt sich der „Standort Deutschland“ wieder nachhaltiger stärken.

Die Diskussion um den Bürokratieabbau zeigt, dass Steuerpolitik weitreichende gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen hat. Für Beschäftigte bedeutet ein schlankeres System mehr Planungssicherheit und stabile Arbeitsplätze. Für Unternehmen heißt es, innovative Ideen effizienter umsetzen zu können und sich im internationalen Wettbewerb besser zu behaupten. Deutschland hat das Potenzial, durch zielgerichtete Reformen den Steuerdschungel zu lichten und so langfristig die Grundlagen für Wachstum und Beschäftigung zu verbessern.

Die im Text dargestellten Fakten und Zitate basieren auf einer Pressemitteilung des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI).

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