Spritpreise sinken unter zwei Euro: ADAC sieht Tankrabatt größtenteils angekommen – aber Nachholbedarf

Die Spritpreise in Deutschland sind erneut gefallen und liegen wieder knapp unter der Zwei-Euro-Marke. Wie der aktuelle ADAC-Wochenvergleich zeigt, kostet ein Liter Super E10 im Schnitt 1,973 Euro, Diesel 1,983 Euro. Der Automobilclub führt den deutlichen Rückgang vor allem auf die Energiesteuersenkung zurück, die seit dem 1. Mai gilt. Allerdings werde die Steuersenkung nach ADAC-Einschätzung noch immer nicht vollständig an die Autofahrer weitergegeben, sodass weiteres Potenzial für sinkende Preise besteht.
Preisdisplay an Tankstelle für Super E10 und Diesel.

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– Super E10 kostet 1,973 Euro pro Liter, Diesel 1,983 Euro.
– Tankrabatt wird großteils, aber noch nicht vollständig weitergegeben.
– ADAC empfiehlt Tanken kurz vor 12 Uhr und Preisvergleich per App.

Spritpreise fallen wieder unter zwei Euro

Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind im Wochenvergleich deutlich gesunken. Laut ADAC-Auswertung vom 13.05.2026 kostete Super E10 5,2 Cent weniger als in der Vorwoche, Diesel sogar 11,2 Cent. Im bundesweiten Mittel lagen die Preise damit am 13.05.2026 wieder knapp unter der Marke von zwei Euro: Für einen Liter Super E10 wurden 1,973 Euro fällig, für Diesel 1,983 Euro.

Für Autofahrerinnen und Autofahrer ist das mehr als nur ein kleiner Rückgang im Alltag. Der ADAC wertet die Entwicklung als Zeichen, dass die seit Anfang Mai geltende Steuersenkung an den Tankstellen inzwischen spürbarer ankommt. Zugleich bleibt der Club bei seiner Kritik an den Mineralölunternehmen und betont, die Entlastung werde „zwar großteils, aber noch nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben“. Aus Sicht des ADAC besteht daher weiterhin Spielraum für sinkende Preise.

Lesenswert ist außerdem ADAC: Spritpreise leicht gesunken, aber Diesel weiterhin stark überteuert – Forderung nach Steuersenkung.

Warum die Preise sinken – und warum der Effekt begrenzt bleibt

Seit dem 01.05.2026 gilt der sogenannte Tankrabatt. Nach Angaben der Landesbank Baden-Württemberg wurde dafür die Energiesteuer befristet bis zum 30.06.2026 um etwa 16,7 Cent brutto pro Liter gesenkt. In der ADAC-Mitteilung ist von rund 17 Cent je Liter die Rede. Die Maßnahme soll Kraftfahrer in einer Phase hoher Energiepreise entlasten.

Allerdings zeigte sich direkt nach dem Start des Tankrabatts zunächst ein gegenteiliger Effekt. Wie die taz berichtete, stiegen die Spritpreise am 01.05.2026 kurzfristig deutlich: bei Super E10 um 14,1 Cent, bei Diesel um 16,3 Cent. Das deutete früh darauf hin, dass die Steuerentlastung nicht automatisch und vollständig an die Kundschaft weitergegeben wurde.

Der nun vom ADAC gemeldete Preisrückgang spricht dennoch dafür, dass der Rabatt inzwischen zunehmend an den Zapfsäulen sichtbar wird. Nach ADAC-Angaben wurde die Steuersenkung bis zum 11. Mai bei Super E10 zu rund 59 Prozent und bei Diesel zu rund 71 Prozent weitergegeben. Hinzu kommt ein zweiter Faktor: Auch die Rohölpreise sind im Wochenvergleich gesunken. „So kostete ein Barrel Rohöl der Sorte Brent vor einer Woche rund 110 US-Dollar, aktuell sind es gut fünf US-Dollar weniger.“ Aus Sicht des ADAC hätten jedoch beide Effekte zusammen – also Tankrabatt und günstigeres Rohöl – zu noch niedrigeren Kraftstoffpreisen führen müssen.

Damit ergibt sich ein gemischtes Bild: Die Entlastung kommt bei den Verbrauchern an, aber offenbar nicht vollständig. Der Widerspruch zwischen den starken Preissprüngen direkt zum Start und dem späteren Rückgang lässt sich als Marktreaktion in den ersten Tagen einordnen, nicht als abschließende Bilanz über die gesamte Laufzeit des Tankrabatts.

Was der Tankrabatt kostet und wem er nützt

Die Debatte über die Wirksamkeit des Tankrabatts ist auch deshalb relevant, weil die Maßnahme den Staat viel Geld kostet. Nach einem Bericht der taz entgehen dem Fiskus durch die Steuersenkungen in den Monaten Mai und Juni 2026 rund 1,6 Milliarden Euro an Einnahmen.

Ob dieser hohe Aufwand tatsächlich bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt, hängt letztlich davon ab, wie viel der Entlastung die Mineralölunternehmen an der Zapfsäule weitergeben. Genau hier setzt die Kritik an: Eine staatlich finanzierte Senkung der Energiesteuer soll Autofahrer entlasten, verfehlt ihr Ziel jedoch teilweise, wenn die Preise nicht im gleichen Maß sinken. Der aktuelle Wochenvergleich deutet zwar auf eine Entspannung hin, beendet die Diskussion über Nutzen und Treffsicherheit der Maßnahme aber nicht.

So können Autofahrer jetzt konkret sparen

Für Verbraucher bleibt daher nicht nur der Blick auf den bundesweiten Durchschnitt entscheidend, sondern auch das eigene Tankverhalten. Der ADAC empfiehlt, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr mittags zu tanken, da die Preise seit Einführung des sogenannten Österreich-Modells zu diesem Zeitpunkt im Tagesverlauf am niedrigsten sind.

Zusätzlich lohnt sich ein Vergleich der Preise verschiedener Tankstellen. Nach ADAC-Angaben lagen die Unterschiede zwischen günstigen und teureren Anbietern im Mai 2026 teils bei bis zu 7 Cent je Liter, an Autobahntankstellen sogar deutlich höher. Gerade in einem Markt, der sich durch Steuersenkung und schwankende Rohölpreise spürbar verändert, kann dieser Vergleich einen merklichen Unterschied machen. Solange der Tankrabatt noch bis Ende Juni gilt und sich die Ölnotierungen weiter bewegen, sind an den Zapfsäulen auch in den kommenden Wochen weitere Preisänderungen wahrscheinlich.

Jetzt zählt weniger der Durchschnitt als die eigene Tankroutine

Sinkende Preise sind erst einmal eine gute Nachricht. Im Alltag macht aber oft nicht der bundesweite Mittelwert den Unterschied, sondern die eigene Tankroutine. Wer nicht mit fast leerem Tank in den Feierabend rollt, kann Preisbewegungen besser abwarten und gezielter günstigere Zeiten nutzen. Schon ein paar Cent pro Liter summieren sich über den Monat spürbar, gerade bei Pendelstrecken, Familienfahrten oder regelmäßigen Besorgungen.

Hilfreich ist dabei ein einfacher Dreiklang: Tankzeitpunkt, Streckenplanung und der Blick auf laufende Kosten insgesamt. Wer Fahrten bündelt, unnötige Umwege vermeidet und den Reifendruck im Auge behält, spart nicht spektakulär auf einen Schlag, aber verlässlich im Hintergrund. Genau dort liegt oft der größere Hebel: nicht nur an der Zapfsäule, sondern bei allen festen Mobilitäts- und Haushaltsausgaben.

Denn wenn Spritpreise schwanken, lohnt sich oft auch ein kurzer Kassensturz bei Verträgen, Tarifen und wiederkehrenden Belastungen. Eine praktische Ergänzung kann dabei ein Blick in die Vorteile für Finanzen & Tarife sein. Dort finden sich Anregungen rund um laufende Kosten, Energie, Mobilfunk oder Versicherungen – also genau die Posten, bei denen kleine Entlastungen zusammen oft mehr bringen als ein einzelner günstiger Tankstopp.

Warum das Thema wichtig bleibt

Der Tankrabatt ist mehr als ein Preis-Update im Alltag: Er zeigt, ob staatliche Entlastung tatsächlich bei Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt oder teilweise im Markt “verpufft”. Gleichzeitig wird sichtbar, wie stark Rohöl-Preise und Marktreaktionen die Entwicklung mitbestimmen.

Für Autofahrerinnen und Autofahrer wird damit vor allem der konkrete Nutzen entscheidend. Unternehmen und Mineralölunternehmen müssen die Steuersenkung nachweisbar spürbar weitergeben. Politik und Verwaltung sollten die Wirksamkeit über die Laufzeit hinweg eng beobachten, weil die Maßnahme den Staat laut Bericht mit hohen Einnahmeausfällen kostet.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Kommt der Tankrabatt wirklich bei Autofahrern an?
Der ADAC sieht eine zunehmende Weitergabe, aber nicht vollständig. Direkt nach Start gab es kurzzeitig sogar Preissprünge.

Warum fallen die Preise jetzt, obwohl sie direkt nach Einführung stiegen?
Der Wochenrückgang lässt sich als Marktreaktion der ersten Tage einordnen und hängt zusätzlich mit gesunkenen Rohölpreisen zusammen.

Wie viel Steuersenkung ist im Tankrabatt enthalten?
Genannt werden rund 16,7 bis 17 Cent brutto pro Liter, befristet bis Ende Juni 2026.

Worauf sollten Verbraucher beim Tanken achten?
Ein Preisvergleich lohnt sich, und der ADAC empfiehlt nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

Dieser Beitrag enthält Informationen und Zitate, die aus einer Pressemitteilung des ADAC e.V. stammen.

Weiterführende Quellen:

  • „Nach Einführung des Tankrabatts am 1. Mai 2026 stiegen die Spritpreise kurzfristig stark, Super E10 um 14,1 Cent und Diesel um 16,3 Cent, was zeigt, dass die Steuerersparnis nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde.“ – Quelle: https://taz.de/Steuerfreie-1000-Euro-Entlastungspraemie/6173634
  • „Der Tankrabatt wurde bis zum 11. Mai 2026 nachweislich zu etwa 59–71 % an die Verbraucher weitergegeben, mit Preissenkungen von rund 10 Cent je Liter Super E10 und rund 12 Cent je Liter Diesel.“ – Quelle: https://adac.de/news/aktueller-spritpreis
  • „Am 11. Mai 2026 kostete ein Liter Super E10 durchschnittlich 1,974 Euro und Diesel 1,987 Euro, erstmals wieder unter der 2-Euro-Marke seit längerer Zeit.“ – Quelle: https://adac.de/news/aktueller-spritpreis
  • „Der Bundestag/Bundesrat beschlossen den Tankrabatt mit einer Energiesteuersenkung von etwa 16,7 Cent brutto pro Liter, gültig vom 1. Mai bis 30. Juni 2026.“ – Quelle: https://lbbw.de/artikel/energiewende/wann-kommt-der-tankrabatt_amquxoapnt_d.html
  • „Der Staat verliert durch die Tankrabatt-Steuersenkungen rund 1,6 Milliarden Euro Steueraufkommen über die zwei Monate Mai und Juni 2026.“ – Quelle: https://taz.de/Steuerfreie-1000-Euro-Entlastungspraemie/6173634
  • „Die Preisunterschiede zwischen günstigen und teureren Tankstellen betragen im Mai 2026 bis zu 7 Cent je Liter, bei Autobahntankstellen sogar deutlich mehr.“ – Quelle: https://adac.de/news/aktueller-spritpreis
  • „Seit dem 1. April 2026 regelt das Österreich-Modell, dass Mineralölkonzerne nur um 12 Uhr mittags die Preise erhöhen dürfen, wobei die günstigsten Preise kurz vor 12 Uhr liegen.“ – Quelle: https://adac.de/news/aktueller-spritpreis

7 Kommentare

  1. Ich probier das grad: nicht mit fast leer fahren, tankstopps planen und app checken. Man spürt zwar paar cent, aba ob das die 17 cent sind? nee. Die firmen verhalten sich komisch, preissprünge gabs ja am 1. Mai. Mehr tips im Beitrag und /finanzen/energiepreise hilft auch.

    1. Stimme zu, marion. Ich hab auch gesehn das preise kurz stiegen dann sanken, markt reagiert halt chaotisch. Würd gern wissen ob kommunal politik mehr machen kann damit rabatt wirklich ankommt? Vielleicht kontrolle oder transparenzportale wie /transparenz/spritpreise wären hilfrrreich.

  2. Neutral gesehen: die tips sind praktisch – vor 12 tanken, reifendruck, touren bündeln. Aber viele st noch skeptisch ob mineralölkonzerne den rabatt weitergebn. ADAC statistik zeigt teilweise weitergabe, aber weniger als 100%. Wer hat erfahrungen an autobahn-tankstellen? Unterschiede sind ja gross laut artikel. Sieh /ratgeber/tanken-tipps

  3. Interessant, aber fragwürdig: Staat verliert 1,6 Mrd Euro durch die Energiesteuer-senkung – wozu das alles wenn es nicht voll an verbraucher weitergeht? Politk muß da nachhaken. Gibt’s watchdogs oder Berichte die mineralölkonzerne prüfne? Link: /politik/tankrabatt-gesetz und /analysen/marktreaktion

  4. Danke für den Beitrag, aber ich versteh nit ganz: Rohölpreise fallen, tankrabatt da, trotzdem preise nur leicht runter? ADAC empfiehlt tanken kurz vor 12 uhr, preisvergleich per App – das probier ich. Hat wer tipps für günstige E10 oder Diesel app? siehe /ratgeber/tanken-tipps und /tools/preisvergleich

  5. Also ich find des komisch: die spritpreise sin jetzt unter zwei euro aber der tank rabatt wird nich voll weitergegebn. ADAC sagt nur teilw. weitergegeben ~59–71% steht da. Wer kontrolliert das? Gibts da nen prüfbericht odr nur presse? Mehr infos auf /politik/tankrabatt-gesetz und /ratgeber/tanken-tipps

    1. Guter punkt, piotr. Ich seh das auch so, die firmaen machen wohl was sie wolllen, steuer-senkung is da aber an zapfsäule merkt man wenig bis mittel. Kann wer sagen ob es regional unterscheide gibt? Hab auf /finanzen/tankrabatt-kosten was gesehn aber nix klarers, wer hat erfahrngen?

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