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Spritpreise steigen wieder: Diesel liegt über Super E10

Binnen einer Woche haben sich die Kraftstoffpreise spürbar nach oben bewegt. Nach ADAC-Angaben kostet Diesel inzwischen wieder mehr als Super E10 – offen bleibt, ob der Markt diese Entwicklung allein erklärt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Diesel ist nach kurzem Preisverhältniswechsel bundesweit wieder teurer als Super E10.
  • Rohölpreis-Anstieg auf rund 91 US-Dollar treibt Kraftstoffpreise maßgeblich nach oben.
  • Dieselpreise reagieren stärker auf geopolitische Spannungen und Importabhängigkeit als Benzin.
  • Bundeskartellamt soll mögliche Wettbewerbsprobleme im Raffinerie- und Großhandelsbereich prüfen.
  • Die günstigste Tankzeit liegt laut ADAC kurz vor 12 Uhr mittags im Tagesverlauf.

An vielen Zapfsäulen hat sich das Preisbild innerhalb weniger Tage gedreht: Diesel ist wieder teurer als Super E10. Nach der aktuellen ADAC-Auswertung kostete ein Liter Diesel am 22. Juli 2026 im bundesweiten Mittel 2,168 Euro und damit 9,8 Cent mehr als in der Vorwoche. Super E10 lag bei 2,146 Euro und damit 6,3 Cent höher als sieben Tage zuvor.

Für Autofahrer, Pendler und Betriebe mit Fuhrpark ist das mehr als eine Randnotiz. Noch am 16. Juli lag Diesel mit 2,070 Euro je Liter unter Super E10, das damals 2,083 Euro kostete. Der Wechsel kam also in sehr kurzer Zeit.

Was den Preissprung antreibt

Als wichtigsten Auslöser nennt der ADAC den kräftigen Anstieg des Rohölpreises der Sorte Brent. Der lag nach Angaben des Verbands in der Vorwoche noch bei gut 85 US-Dollar und stieg inzwischen auf rund 91 US-Dollar. Rohöl ist der zentrale Rohstoff für Kraftstoffe, deshalb schlagen solche Bewegungen oft schnell an der Tankstelle durch.

Der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar, der für den Rohöleinkauf auf dem Weltmarkt wichtig ist, lag laut ADAC ungefähr auf dem Niveau der Vorwoche. Aus Sicht des Verbands lässt sich der aktuelle Preisstand deshalb nicht allein mit Ölpreis und Wechselkurs erklären. Der ADAC hält die Kraftstoffpreise im Verhältnis zu diesen beiden Faktoren für deutlich zu hoch.

Das ist eine Bewertung des Verbands und kein allgemein anerkannter Befund. Ob tatsächlich zusätzliche Marktprobleme eine Rolle spielen, lässt sich aus der Mitteilung allein nicht abschließend beurteilen. Der ADAC fordert deshalb, das Bundeskartellamt solle die Marktverhältnisse kritisch beobachten und mögliche Wettbewerbsprobleme im Raffinerie- und Großhandelsbereich genauer prüfen.

Warum Diesel stärker schwankt als Benzin

Dass Diesel derzeit wieder stärker unter Druck gerät als Superkraftstoff, hat nach Einschätzung des ADAC auch strukturelle Gründe. Der Kraftstoff muss zu großen Teilen importiert werden und reagiert deshalb besonders empfindlich auf wirtschaftliche und geopolitische Störungen. Für den Verband hängen die jüngsten Sprünge deshalb eng mit dem erneuten Aufflammen der Auseinandersetzungen im Nahen Osten zusammen.

Auch die Marktbeobachtung des Bundeskartellamts zeigt, wie schnell sich der Markt bewegt: Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe erfasst Preisänderungen bei Super E5, Super E10 und Diesel binnen fünf Minuten an rund 15.000 Tankstellen. Im Abschlussbericht zur Sektoruntersuchung Raffinerien und Kraftstoffgroßhandel vom 19. Februar 2025 beschreibt die Behörde zudem eine sehr hohe Preisänderungsfrequenz. Das belegt noch keinen konkreten Missstand, macht aber deutlich, wie nervös der Markt auf Veränderungen reagiert.

Wann Tanken im Tagesverlauf günstiger ist

Wer beim Tanken sparen will, sollte laut ADAC auf die Uhr schauen. Nach Angaben des Verbands sind die Preise kurz vor 12 Uhr mittags im Tagesverlauf am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie demnach stark an und sinken danach langsam wieder ab.

Als Orientierung verweist der ADAC auf seine Spritpreis-App „ADAC Drive“. Dort lassen sich nach Angaben des Verbands rund um die Uhr die aktuellen Preise an mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Das ersetzt keinen genauen Blick auf die eigene Strecke, kann aber bei der Wahl des Tankzeitpunkts helfen.

Wie lange der Druck an der Zapfsäule anhält, ist offen

Wie sich die Preise in den kommenden Tagen entwickeln, hängt vor allem vom Rohölmarkt und von der Lage im Nahen Osten ab. Solange diese Faktoren angespannt bleiben, dürfte auch die Tankrechnung für viele Autofahrer erhöht bleiben.

Offen ist zugleich, ob der Markt die aktuellen Preise tatsächlich vollständig erklärt oder ob im Raffinerie- und Großhandelsbereich zusätzliche Bremsen wirken. Genau dort sieht der ADAC den Prüfauftrag für die Wettbewerbshüter. Für Verbraucher bleibt vorerst vor allem eines wichtig: Preisbewegungen an der Tankstelle können sich sehr schnell umkehren.

Quellen

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