Spritpreise sinken: ADAC warnt vor CO2-Abgabe und erklärt, warum Diesel zu teuer bleibt

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Die Spritpreise in Deutschland sind erneut gesunken. Laut ADAC-Pressemitteilung vom 17.12.2025 kostet Super E10 im bundesweiten Mittel 1,643 Euro und Diesel 1,586 Euro. Der ADAC weist jedoch darauf hin, dass Diesel im Verhältnis zur niedrigeren Energiesteuer weiterhin zu teuer ist und eine erneute Erhöhung der CO2-Abgabe zum Jahreswechsel die Preise um rund drei Cent je Liter verteuern könnte.

Inhaltsverzeichnis

– Spritpreise sind erneut gesunken, Super E10 kostet 1,643 Euro und Diesel 1,586 Euro im Bundesdurchschnitt.
– Der Ölpreis erreicht mit unter 59 US-Dollar pro Barrel den niedrigsten Stand seit Anfang 2021.
– Die CO2-Abgabe wird zum Jahreswechsel erhöht und kann Benzin und Diesel um etwa drei Cent verteuern.

Spritpreise sinken erneut – doch Diesel bleibt laut ADAC zu teuer

Die Kraftstoffpreise in Deutschland zeigen Ende 2025 einen leichten Abwärtstrend, doch der ADAC sieht vor allem beim Diesel ein anhaltendes Problem. Der Club kritisiert, dass die Preisdifferenz zwischen Diesel und Benzin trotz einer deutlich geringeren Energiesteuer zu niedrig ausfällt. Gleichzeitig weist er auf eine bevorstehende Verteuerung durch die CO2-Abgabe hin.

Für einen Liter Super E10 müssen Autofahrerinnen und Autofahrer im bundesweiten Mittel aktuell 1,63 Euro bezahlen – das sind 0,4 Cent weniger als vor Wochenfrist (Stand: 17.12.2025, ADAC-Pressemitteilung). Diesel kostet im Schnitt 1,57 Euro und ist damit um 0,6 Cent billiger als in der Vorwoche. Super E10 ist damit zum fünften Mal in Folge günstiger als in der jeweiligen Woche zuvor, Diesel zum dritten Mal (Stand: 17.12.2025, ADAC-Pressemitteilung).

Diese Entwicklung wird von günstigen Rahmenbedingungen an den Rohstoffmärkten flankiert. Ein Barrel Rohöl der Sorte Brent kostet zurzeit weniger als 59 US-Dollar – rund drei Dollar weniger als in der Vorwoche und der niedrigste Stand seit Februar 2021 (Stand: 17.12.2025, ADAC-Pressemitteilung). Zudem notiert der Euro bei etwas über 1,17 US-Dollar (Stand: 17.12.2025, ADAC-Pressemitteilung). Trotz dieser Entlastungen sieht der ADAC die Preise an der Zapfsäule als nicht ausreichend gesunken an. „Dies gilt besonders für Diesel, der aktuell nur 5,7 Cent günstiger ist als Super E10, obwohl die Energiesteuer auf Diesel um rund 20 Cent geringer ist“ (Stand: 17.12.2025, ADAC-Pressemitteilung)*.

Ein weiterer Preistreiber steht zum Jahreswechsel an: Die CO2-Abgabe wird erneut angehoben und kann Benzin und Diesel um rund drei Cent je Liter verteuern (Stand: 17.12.2025, ADAC-Pressemitteilung). Im laufenden Jahr 2025 macht die Abgabe Super E10 bereits um fast 16 Cent je Liter teurer, Diesel um gut 17 Cent im Vergleich zum Jahr 2020 vor Einführung des nationalen CO2-Preises (Stand: 17.12.2025, ADAC-Pressemitteilung).

Um dennoch Geld zu sparen, rät der ADAC zum abendlichen Tanken. Dann seien die Kraftstoffpreise im Schnitt niedrigere als morgens (Stand: 17.12.2025, ADAC-Pressemitteilung). Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“, in der die Preise an Tankstellen in Deutschland verglichen werden können (Stand: 17.12.2025, ADAC-Pressemitteilung).

Wie Ölpreis und Steuern den Spritpreis bestimmen

Die Preise an der Zapfsäule unterliegen ständigen Schwankungen. Kurzfristige Bewegungen werden maßgeblich von zwei Faktoren auf dem Weltmarkt getrieben: dem Rohölpreis und dem Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar. Externe Marktdaten bestätigen den niedrigen Rohölstand am 17. Dezember 2025. Ein sinkender Ölpreis in Dollar und ein gleichzeitig stärkerer Euro machen Rohöl für deutsche Raffinerien günstiger. Diese Ersparnis kann mit zeitlicher Verzögerung an die Verbraucher weitergegeben werden und zu fallenden Kraftstoffpreisen führen. Diese Marktmechanismen erklären den leichten Abwärtstrend, der beispielsweise am 17. Dezember 2025 beobachtet wurde. An diesem Tag lagen die bundesweiten Durchschnittspreise bei 1,63 Euro für Super E10 und 1,57 Euro für Diesel (Stand: 17.12.2025, Quelle: Benzinpreis.de*).

Dennoch bleibt ein Paradox bestehen: Trotz einer um rund 20 Cent niedrigeren Energiesteuer ist Diesel an der Tankstelle nur geringfügig billiger als Benzin. Diese dauerhafte Preiskonstellation liegt in der komplexen Steuer- und Abgabenstruktur begründet. Während die Energiesteuer entlastet, wirken andere Faktoren wie die CO2-Abgabe, die seit ihrer Einführung die Literpreise deutlich erhöht hat, für beide Kraftstoffarten ähnlich. Zudem beeinflussen Nachfrage, Produktionskosten in den Raffinerien und der Wettbewerb an den Tankstellen die Endpreise. Das Ergebnis ist ein vergleichsweise hohes Dieselpreisniveau.

Warum der Ölpreis Preisschwankungen dominiert

Der Rohölpreis ist der bestimmende Faktor für die kurzfristige Preisdynamik. Da Rohöl in US-Dollar gehandelt wird, wirkt der Wechselkurs wie ein Verstärker oder Dämpfer. Ein fallender Dollarpreis für ein Barrel Brent-Rohöl macht den Grundstoff für die Kraftstoffproduktion billiger. Diese Entwicklung kann sich innerhalb von Tagen oder Wochen an den Tankstellen niederschlagen. Die intraday-Schwankungen an den Rohölmärkten bilden somit die Basis für die wöchentlichen oder täglichen Preisanpassungen an den Zapfsäulen.

Verbraucher können von diesem Wissen profitieren. Ein Blick auf die Tageszeit lohnt sich: Erfahrungsgemäß sind die Preise abends oft niedriger als am Morgen. Am 17. Dezember 2025 etwa sank der Durchschnittspreis für Super E10 im Tagesverlauf von morgens bis zu 1,699 Euro auf abends 1,651 Euro (Stand: 17.12.2025, Quelle: Benzinpreis.de*). Wer solche Muster beachtet und die allgemeine Marktentwicklung im Auge behält – also ob Rohölpreis und Eurokurs günstig stehen –, kann gezielter tanken.

Kraftstoffpreise im Detail: Zahlen und Quellen

Die folgende Übersicht fasst die zentralen Daten zur Preisdynamik an deutschen Tankstellen sowie zu den zugrundeliegenden Rohölkosten zusammen. Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Statistiken und Prognosen.

Jahr/Datum Kraftstoff Wert Einheit Quelle / Stand
17.12.2025 Super E10 (Tagesdurchschnitt) 1,63 €/Liter Benzinpreis.de* – Stand: 17.12.2025
17.12.2025 Diesel (Tagesdurchschnitt) 1,57 €/Liter Benzinpreis.de* – Stand: 17.12.2025
17.12.2025 Super E10 (Höchstpreis morgens) 1,699 €/Liter Benzinpreis.de* – Stand: 17.12.2025
17.12.2025 Diesel (Höchstpreis morgens) 1,675 €/Liter Benzinpreis.de* – Stand: 17.12.2025
17.12.2025 Super E10 (Niedrigpreis abends) 1,651 €/Liter Benzinpreis.de* – Stand: 17.12.2025
17.12.2025 Diesel (Niedrigpreis abends) 1,611 €/Liter Benzinpreis.de* – Stand: 17.12.2025
17.12.2025 Rohöl (Brent) unter 59 US-Dollar/Barrel Benzinpreis.de* – Stand: 17.12.2025
17.12.2025 Rohöl (Brent) 0,372 US-Dollar/Liter Benzinpreis.de* – Stand: 17.12.2025
Dezember 2025 Diesel (Monatsdurchschnitt) 1,61 €/Liter Dashboard-Deutschland.de* – Stand: Dezember 2025
Dezember 2025 Super E5 (Monatsdurchschnitt) 1,77 €/Liter Dashboard-Deutschland.de* – Stand: Dezember 2025
2025 (Prognose) Super E10 (Jahresdurchschnitt) 1,69 €/Liter ZDFheute* – Stand: 14.12.2025
2025 (Prognose) Diesel (Jahresdurchschnitt) 1,61 €/Liter ZDFheute* – Stand: 14.12.2025

Die Daten zeigen eine deutliche Preisdynamik innerhalb eines Tages mit Spannen von bis zu 10 Cent pro Liter und bis zu 14 Preisänderungen täglich (Stand: 17.12.2025, Quelle: Benzinpreis.de*). Für das Gesamtjahr 2025 prognostizieren Experten einen Rückgang der Jahresdurchschnittspreise gegenüber 2024 um etwa 5 Cent für Super E10 und 4 Cent für Diesel (Stand: 14.12.2025, Quelle: ZDFheute*).

Spritpreise im Alltag: Wer spürt die Belastung am stärksten?

Die aktuellen Kraftstoffpreise wirken sich unmittelbar auf die Haushaltskasse aus. Für Berufspendler, Familien und Gewerbetreibende sind die Schwankungen an der Tankstelle mehr als eine abstrakte Marktentwicklung – sie bestimmen die monatliche Budgetplanung mit.

Besonders spürbar ist die Belastung für Vielfahrer. Ein Pendler, der täglich lange Strecken zurücklegt, hat einen deutlich höheren monatlichen Tankaufwand als jemand, der nur gelegentlich das Auto nutzt. Unternehmen mit eigenem Fuhrpark sehen sich durch steigende Diesel- und Benzinpreise mit spürbar höheren Betriebskosten konfrontiert. Diese Mehrkosten können sich in der Preisgestaltung für Dienstleistungen oder Waren niederschlagen oder die betriebliche Gewinnmarge schmälern.

Wer profitiert, wer zahlt drauf?

Die Preisentwicklung trifft nicht alle gleichermaßen. Privathaushalte mit geringem Einkommen und festen, langen Pendelstrecken spüren jede Preiserhöhung besonders stark, da der Anteil der Mobilitätskosten am verfügbaren Einkommen hier überproportional hoch ist. Auch ländliche Regionen, die stärker auf das Auto angewiesen sind als Ballungszentren mit gut ausgebautem öffentlichem Nahverkehr, sind von den Spritpreisen abhängiger.

Preisvergleichs-Apps wie „ADAC Drive“ helfen, die günstigste Tankstelle in der Umgebung zu finden. Diese kleinen Schritte können über das Jahr gerechnet eine spürbare Ersparnis bringen und die Haushaltskasse entlasten.*

Spritpreise im Blick behalten: So tanken Sie günstig

Die aktuelle Entspannung an den Zapfsäulen bietet Autofahrerinnen und Autofahrern kurzfristig Spielraum. Um diese Phase optimal zu nutzen, lohnt ein strategischer Blick auf den Tankvorgang und verlässliche Informationsquellen. Ein einfacher Tipp kann direkt Geld sparen: Die Kraftstoffpreise unterliegen einer klaren Tagesdynamik. Wer abends tankt, zahlt im Schnitt weniger als morgens. Diese intraday-Schwankungen sind ein fester Bestandteil des Marktes und sollten bei der eigenen Planung berücksichtigt werden.

Wann könnten die Preise wieder steigen?

Langfristige Prognosen sind mit Unsicherheit behaftet, doch zwei Faktoren verdienen besondere Aufmerksamkeit. Zum einen wird die CO2-Abgabe erneut angehoben. Zum anderen liefern Marktbeobachter Orientierungswerte: Eine Jahresprognose für 2025 nennt einen Preis von 1,69 Euro für Super E10 und 1,61 Euro für Diesel (Stand: 14.12.2025)*. Ob und wann diese Werte erreicht werden, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung des Ölpreises und der Wechselkurse ab.

Verbraucher bleiben handlungsfähig, wenn sie sich auf aktuelle, unabhängige Daten stützen. Drei Quellen bieten sich für eine fundierte eigene Preisbeobachtung an: die ADAC Spritpreis-App „Drive“, das Portal Benzinpreis.de und die wöchentlichen Marktberichte des ADAC.*

Dieser Beitrag enthält Informationen und Zitate, die aus einer Pressemitteilung des ADAC e.V. stammen.

Weiterführende Quellen:

6 Antworten

  1. Die Entwicklung der Spritpreise hat mich echt überrascht. Ich tanke meistens abends und merke den Unterschied! Vielleicht sollten mehr Leute das ausprobieren? Hat jemand noch Tipps um beim Tanken zu sparen?

    1. Ich stimme dir zu! Abends tanken ist wirklich oft günstiger! Es wäre super wenn mehr Leute darüber informiert wären, dann könnte man gemeinsam sparen.

  2. Ich hab die Spritpreise in den letzten Monaten beobachtet und muss sagen, es ist schon komisch wie oft sie schwanken. Manchmal fühlt man sich wie ein Spielball der Ölkonzerne. Wer denkt auch so?

  3. Super E10 ist jetzt billiger als vor Wochen! Das freut mich, aber Diesel bleibt teuer. Ich frage mich, warum die Preise so unterschiedlich sind trotz der geringeren Energiesteuer auf Diesel. Gibt es da vielleicht versteckte Kosten?

  4. Echt interessant, dass der Ölpreis so gesunken ist. Aber warum merken wir das nicht an der Tankstelle? Ich habe auch gehört, dass man abends günstiger tanken kann. Hat da jemand Erfahrungen mit gemacht?

  5. Ich finde es ja gut das die Spritpreise fallen, aber die Dieselpreise sind immer noch zu hoch. Warum wird das nicht besser geregelt? Ich hoffe das die CO2-Abgabe nicht zu sehr ansteigt, sonst wird es für viele echt schwer.

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