– Super E10 im Juli mit 1,674 €/l günstigster Monatsdurchschnitt 2025, um 1 Cent gesunken
– Dieselpreis im Juli 1,617 €/l, um 3,2 Cent teurer, Preisabstand zu E10 nur noch 5,7 Cent
– ADAC empfiehlt Preisvergleich per App und Tanken abends bei günstigeren Preisen
Kraftstoffpreise im Juli: Super E10 sinkt, Diesel legt weiter zu
Im Juli entwickelten sich die Preise für Super E10 und Diesel überraschend gegensätzlich. Super E10 erreichte mit durchschnittlich 1,674 Euro pro Liter den niedrigsten Monatsdurchschnitt des Jahres 2025. Im Gegensatz dazu stieg der Dieselpreis im gleichen Zeitraum auf 1,617 Euro pro Liter, was einem Anstieg von 3,2 Cent gegenüber Juni entspricht. Eine seltene Konstellation, denn der Abstand zwischen beiden Kraftstoffsorten schrumpft deutlich und liegt nun bei lediglich 5,7 Cent pro Liter.
Der ADAC hebt hervor: „Gerade für die Sommermonate, in denen unter anderem die geringe Heizölnachfrage auch den Dieselpreis normalerweise eher moderat ausfallen lässt, ist dieser geringe Preisabstand sehr ungewöhnlich.“ Üblicherweise sollte der Preisunterschied wegen der unterschiedlichen Besteuerung eher im Bereich von 20 Cent liegen. Das zeigt, wie hoch Diesel aktuell bewertet wird – eine Entwicklung, die auch der Vergleich mit dem Mai unterstreicht. Damals war Diesel noch um 12 Cent günstiger als Super E10.
Zu den zeitlichen Preisspitzen im Juli:
- Diesel teuerster Tag: 20. Juli mit 1,628 Euro pro Liter
- Diesel günstigster Tag: 2. Juli mit 1,600 Euro pro Liter
- Super E10 teuerster Tag: 8. Juli mit 1,687 Euro pro Liter
- Super E10 günstigster Tag zum Monatsende: 24. Juli mit 1,664 Euro pro Liter
Um Verbrauchern fundierte Orientierung zu bieten, empfiehlt der ADAC: „Egal ob die Spritpreise hoch oder niedrig sind, nach Ansicht des ADAC lohnt es sich, immer vor dem Tanken die Preise zu vergleichen und dann gezielt die günstigste Tankstelle anzufahren.“ Dabei hilft die App „ADAC Drive“, die tagesaktuelle Preise an über 14.000 Tankstellen in Deutschland anzeigt. Zudem sei die Uhrzeit ein entscheidender Faktor: Wer abends tankt, spart im Vergleich zu den Morgenstunden oft mehrere Euro.
Weiterer Praxis-Tipp: Intensive Preisaufschläge an Autobahntankstellen meiden. Hier ist die Tendenz zu deutlich höheren Spritpreisen als an vergleichbaren Standorten abseits der Autobahn klar erkennbar.
Aktuelle Informationen und genaue Preise bietet der ADAC unter seiner Webseite für Verbraucher. So sind Autofahrerinnen und Autofahrer stets gut informiert und können die Entwicklung bei Super E10 und Diesel im Blick behalten.
Warum sich Diesel- und Benzinpreise im Sommer annähern – Hintergründe und Folgen
Im Juli 2025 überraschte die Entwicklung der Kraftstoffpreise mit einem ungewöhnlichen Phänomen: Während Super E10 im Jahresverlauf seinen niedrigsten Durchschnittspreis erreichte, stieg der Dieselpreis weiter an. Das führte dazu, dass der Preisunterschied zwischen Diesel und Super E10 auf nur noch wenige Cent pro Liter schrumpfte. Normalerweise ist der Abstand im Sommer größer. Dies liegt daran, dass Diesel aufgrund der geringeren Heizölnachfrage in diesen Monaten besonders preisgünstig sein sollte. Allerdings lagen die Dieselpreise im Juli deutlich über dem, was unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Steuern und Abgaben zu erwarten wäre.
Diese Preisangleichung hat mehrere Ursachen, die sowohl ökonomische als auch politische Dimensionen umfassen. Rohölpreise spielen eine zentrale Rolle, da sie die Grundkosten für beide Kraftstoffsorten bestimmen. Darüber hinaus beeinflussen internationale Lieferketten und geopolitische Faktoren die Verfügbarkeit und Kosten von Diesel und Benzin unterschiedlich. Beispielsweise kann eine höhere Diesel-Nachfrage im Sommer durch vermehrten Urlaubsverkehr oder steigenden Transportbedarf die Preise steigen lassen. Gleichzeitig wirkt sich die Steuerpolitik stark auf die Preisgestaltung aus: Diesel ist in Deutschland mehrwertsteuerlich günstiger und unterliegt vergünstigten Energiesteuersätzen, was normalerweise für einen deutlichen Preisvorteil sorgt. Wenn dieser Vorteil im aktuellen Markt jedoch auf nahezu null schrumpft, weist das auf eine ungewöhnliche Marktsituation hin.
Wie beeinflussen Steuern und Märkte die Spritpreise?
Die Preise an der Zapfsäule setzen sich zusammengesetzt aus Rohölkosten, Produktions- und Vertriebskosten sowie Steuern und Abgaben zusammen. Der Diesel ist aufgrund seiner geringeren Besteuerung in der Regel um etwa 20 Cent pro Liter günstiger als Super E10. Im Juli lag der Preisunterschied jedoch unerwartet bei nur rund sechs Cent. Dieses Missverhältnis zeigt, dass andere Faktoren derzeit stärker ins Gewicht fallen, etwa erhöhte Nachfrage oder Engpässe bei der Versorgung. Im Sommer sinkt die Heizölnachfrage, die Diesel technisch sehr ähnlich ist, meist stark ab, was den Dieselpreis normalerweise drückt. Doch gegenwärtig führen zusätzliche Belastungen durch internationale Märkte und Lieferketten zu höheren Dieselpreisen trotz der geringeren Steuerlast.
Was kann die Politik tun – und was nicht?
Politisch hat die Steuerpolitik unmittelbaren Einfluss auf die Endpreise. Die Energiewende, Maßnahmen zur CO2-Bepreisung und Förderungen alternativer Antriebe setzen langfristige Rahmenbedingungen. Kurzfristig kann der Staat durch Steuerermäßigungen oder Subventionen die Preise beeinflussen, wie es zeitweise während Krisen geschehen ist. Allerdings sind viele der aktuellen Markteinflüsse, wie weltweite Rohstoffknappheit und geopolitische Spannungen, für die deutsche Politik nur bedingt steuerbar. Auch Marktmechanismen und Lieferengpässe reagieren schwerfällig auf nationale Eingriffe. Daher ist politisches Handeln tendenziell langfristig wirksam, während kurzfristige Preisschwankungen vor allem Marktzusammenhänge widerspiegeln.
Gesellschaftliche Relevanz und Folgen
Die Annäherung der Preise betrifft verschiedene Gruppen unterschiedlich stark. Für Pendler:innen und Privatfahrende ist der kleine Preisunterschied oft weniger ausschlaggebend, da sie meist den günstigen Kraftstoff wählen. Für gewerbliche Nutzer aus Transport und Logistik hingegen steigende Dieselpreise eine größere Belastung, da Diesel hier durch den höheren Verbrauch eine bedeutende Kostenkomponente darstellt. Das kann spürbare Auswirkungen auf die Transportkosten und folglich auf Preise von Waren und Dienstleistungen haben. Neben ökonomischen Folgen führt die Preisangleichung auch zu veränderten Verbraucherreaktionen: Einige könnten angesichts der geringen Differenz vom Diesel auf Benzin umsteigen oder vermehrt auf alternative Antriebe setzen, während andere nach günstigeren Tankstellen suchen.
Einflussfaktoren der Spritpreise:
- Weltweite Rohölpreise und deren Volatilität
- Nachfrageverschiebungen im saisonalen Urlaubsverkehr
- Steuer- und Abgabenstruktur in Deutschland
- Internationale Lieferketten und geopolitische Entwicklungen
- Produktionskapazitäten und Raffinerieverfügbarkeiten
Historisch gesehen gab es ähnliche Preisentwicklungen bereits in anderen Jahren, wobei der Preisabstand zwischen Diesel und Benzin saisonal Schwankungen unterliegt. Die aktuelle Situation ist besonders, da die übliche Reduzierung der Dieselpreise im Sommer ausblieb. Für die kommenden Monate, insbesondere bis zum Herbst, ist mit einer Normalisierung des Preisunterschieds zu rechnen, sofern die Heizölnachfrage wie üblich zurückgeht und der internationale Markt sich beruhigt. Dennoch können sich unerwartete geopolitische Ereignisse oder Nachfragespitzen schnell auf die Preise auswirken.
Insgesamt verdeutlicht die aktuelle Preisangleichung zwischen Diesel und Super E10 die komplexen Wechselwirkungen von Marktmechanismen, steuerlicher Gestaltung und gesellschaftlicher Nutzung. Sie zeigt auch auf, wie sensibel Verbraucher:innen und Unternehmen auf solche Verschiebungen reagieren und welche Herausforderungen sich daraus für Mobilität und Wirtschaft ergeben.
Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung von ADAC e.V.