Spritpreise 2026: ADAC meldet Diesel-Allzeithoch und kritisiert Österreich-Modell als gescheitert

Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind in der ersten Aprilwoche 2026 erneut stark gestiegen. Laut ADAC erreicht Diesel ein neues Allzeithoch. Der Verband kritisiert das seit 1. April geltende Österreich-Modell als gescheitert, da es trotz der Regulierung zu einem höheren Preisniveau führe.
Spritpreise 2026: ADAC meldet Diesel-Allzeithoch und kritisiert Österreich-Modell als gescheitert

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– Dieselpreis erreicht in Deutschland ein neues Allzeithoch von 2,447 Euro.
– Super E10 verteuerte sich in einer Woche um 8,1 Cent, Diesel sogar um 13,1 Cent.
– Das neue Österreich-Modell zur Preisfestlegung wird vom ADAC als kontraproduktiv bewertet.

Dieselpreise auf Rekordhoch: ADAC kritisiert neue Tankregel als Fehlgriff

Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind Anfang April 2026 erneut deutlich gestiegen. Besonders beim Dieselpreis sieht der ADAC eine alarmierende Entwicklung: Mit 2,447 Euro je Liter wurde nach Angaben des Automobilclubs ein neues Allzeithoch erreicht. Auch Super E10 verteuerte sich innerhalb einer Woche spürbar.

Der Club bringt den jüngsten Preissprung direkt mit der seit dem 1. April geltenden neuen Preisregel für Tankstellen in Verbindung. Das sogenannte Österreich-Modell sollte aus Sicht vieler Verbraucher mehr Orientierung schaffen. Der ADAC hält die Regelung jedoch für kontraproduktiv, weil sich das allgemeine Preisniveau nach seiner Einschätzung nach oben verschoben hat.

Deutlicher Preisanstieg binnen einer Woche

Nach der ADAC-Auswertung vom 8. April 2026 stieg der Preis für Diesel gegenüber der Vorwoche um 13,1 Cent je Liter. Eine Woche zuvor lag der Literpreis noch bei 2,316 Euro, nun bei 2,447 Euro. Auch Super E10 verteuerte sich im selben Zeitraum um 8,1 Cent von 2,107 Euro auf 2,188 Euro je Liter.

Für den ADAC ist vor allem die Entwicklung beim Diesel auffällig. Der Club verweist darauf, dass damit selbst das bisherige Hoch nach Beginn des Ukraine-Kriegs überschritten wurde. Nach Einführung der neuen Regel sei der Preis in der vergangenen Woche Tag für Tag weiter gestiegen.

ADAC sieht das Österreich-Modell als gescheitert

Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr anheben. Im weiteren Tagesverlauf sind dann beliebig viele Senkungen möglich. Der Grundgedanke dahinter: Verbraucher sollten besser planen können, wann Tanken günstiger ist.

Aus Sicht des ADAC hat sich dieser Ansatz bislang nicht bewährt. Nach Darstellung des Clubs stiegen die Dieselpreise seit Einführung der Regel jeden Tag mittags stärker an, als sie innerhalb der folgenden 24 Stunden wieder zurückgingen. Auch bei Super E10 seien die Preise an fast allen Tagen gegenüber dem jeweiligen Vortag spürbar gestiegen.

Der ADAC formuliert seine Kritik deutlich: „Nach Einschätzung des ADAC kann die neue Preisregelung zwar möglicherweise für etwas mehr Planbarkeit bei den Verbrauchern sorgen, dies wird allerdings durch insgesamt steigende Preise und ein höheres Preisniveau teuer erkauft.“

Preisniveau liegt über den Werten vor dem 1. April

Zur Einordnung verweist die Entwicklung auch auf das Preisniveau vor Einführung der neuen Regel. Im Monatsdurchschnitt März 2026 lag der Dieselpreis bei 2,164 Euro pro Liter, Super E10 bei 2,022 Euro pro Liter. Damit lagen die aktuellen Werte Anfang April bereits deutlich darüber.

Weitere Vergleichswerte zeigen ebenfalls ein hohes Niveau zu Beginn des Monats. Für den 30. März 2026 meldete das Statistische Bundesamt einen Tagesdurchschnittspreis von 2,13 Euro pro Liter für Super E5. Kurz nach Einführung der neuen Regel verzeichnete das Preisportal fuelo.net am 4. April bundesweite Durchschnittspreise von 2,217 Euro pro Liter für Benzin und 2,367 Euro pro Liter für Diesel.

Auch wenn diese Werte aus anderen Quellen stammen und sich nicht in allen Fällen direkt mit den ADAC-Angaben vergleichen lassen, unterstreichen sie aus Sicht des Clubs die angespannte Lage am Kraftstoffmarkt.

ADAC fordert Weitergabe sinkender Ölpreise

Als zusätzlichen Hintergrund nennt der ADAC die Entwicklung am Ölmarkt. Nach der Verkündung eines zweiwöchigen Waffenstillstands zwischen den USA und Iran sei der Ölpreis zeitweise um gut 15 Prozent auf aktuell etwa 95 US-Dollar gefallen.

Für den Club ist deshalb klar, dass sich diese Entwicklung nun auch an den Zapfsäulen zeigen muss. Angesichts des derzeit sehr hohen Preisniveaus fordert der ADAC, dass der gesunkene Rohölpreis unverzüglich an die Verbraucher weitergegeben wird.

Preisvergleich bleibt für Autofahrer wichtig

In der aktuellen Situation empfiehlt der ADAC Verbrauchern, die Preise vor dem Tanken genau zu vergleichen. Dafür verweist der Club auf seine Spritpreis-App ADAC Drive, mit der sich die aktuellen Preise von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland abrufen lassen. Ergänzend informiert der ADAC über sein Tankportal fortlaufend über die Lage am Spritmarkt und die aktuellen Preisstände.

Vor allem in einer Phase stark schwankender und insgesamt hoher Spritpreise bleibt der Preisvergleich aus Sicht des Clubs ein wichtiger Weg, um unnötig hohe Tankkosten zu vermeiden.

Die folgenden Informationen und Aussagen beruhen auf einer Pressemitteilung des ADAC e.V.

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11 Kommentare

  1. Mich wundert das die fallenden ölpreise nicht sofort runtergereicht werden, artikel sagt rohöl fiel wegen waffenstillstand aber zapfsäule bleibt teuer. ADAC fordert weitergabe, wie soll das kontrolliert werden? Gibt es gesetzliche möglichkeiten oder nur empfehlungen? Siehe /markt/oelpreise und /ratgeber/tanken-tipps fuer tipps zum sparen.

    1. Kurz und neutral: Kontrollen sind schwer, markt reagiert verzögert und profitmargen sind undurchsichtig. Verbraucher sollten preisvergleich machen und apps nutzen, aber politisch braucht es klaerung. Vielleicht gehoert verpflichtende preisaufschlüsselung auf die rechnung, das wuerde mehr durchsichtigkeit schaffen.

  2. Das liest sich als ob die neuen regeln mehr schaden als nützen, aber ich bin kein experte. Warum steig der Diesel so täglich mittags, ist das manipulation oder nur reaktion auf börse? ADAC sagt preise steigen tag für tag, kann jemand das mit screenshots aus der ADAC Drive app oder fuelo.net belegen? Schade für pendler.

    1. Ich pendel und merke das sofort, kein plan wie das rechtlich geht. Vielleicht sind es vertragsklauseln zwischen lieferant und tankstelle, oder taktische preissetzung. Wäre gut wenn die redaktion mehr recherchiert und zeigts, evtl ein artikel in /news/oesterreich-modell-kritik mit interviews von betreibern?

    2. Neutral meinung: mehr transparenz waere top, ADAC app hilft kurzfristig beim preisvergleich, aber langfristig brauchts politische lösungen. Eventuell steueranpassung oder regulierung, hat jemand vorschlag wie verbraucherschutz hier besser greifen kann ohne markt zu ersticken?

  3. Ich hab wenig ahnung von politik aber merk das tanken wird teuerer und war überrascht dass Diesel das vorherige Hoch nach Ukraine-krise übersteigt. ADAC kritisiert Österreich-Modell, aber wer kontrolliert das? Gibt es studie oder mehr daten auf /preise/verlauf oder offizielle quelle? Würde gern mehr neutrale analyse lesen bevor ich wirkich was sag.

    1. Die daten sind verstreut, destatis und fuelo.net stehen im text, aber die zusammenfassung fehlt. Wenn Rohöl fällt sollte das an der zapfsäule runter gehen, oder? Ich frage mich ob marktmacht von tankstellen oder grosshandel da spielt. Jemand kennt untersuchungen zu marktstrukturen und kraftstoff preise?

    2. Neutral gesagt, ich glaub das modell bringt planbarkeit aber auch neuen schub nach oben, ADAC hat punkt. Vielleicht braucht man mehr transparenz bei margen und steueranteil, ein link zu /ratgeber/tanken-tipps mit rechner wuerde helfen, hat das schon jemand benutzt?

  4. Super E10 und Diesel in einer woche so stark teurer, das nervt. Der artikel nennt 8,1 Cent bei Super E10 und 13,1 Cent beim Diesel, kann das wirtschaftlich logisch sein? ADAC fordert weitergabe der sinkenden Ölpreise, aber an den Zapfsäulen sieht man nichts. Wer vergleicht preise aktiv mit /tools/spritpreis-app oder macht manuellen Preisvergleich?

  5. Das mit dem dieselpreis is komisch, 2,447 Euro pro liter klingt sehr hoch, aber ich versteh das neue Österreich-Modell nich richtig. ADAC meint kontraproduktiv, stimmt das? Wer hat mehr infos oder zeitreihen zum preisverlauf auf /preise/verlauf oder /news/oesterreich-modell-kritik? Preisvergleich und Spritpreise sind wichtig, tankt ihr morgens oder abends?

    1. Ich find och das ist unklar, die regel das nur mittags erhöhen darf aber runter gehen geht oft verwirrend. ADAC sagt die Preise steigen trotzdem, und das mit Rohöl fall nicht weitergereicht wird. Schau mal /markt/oelpreise und /tools/spritpreis-app, hat jemand erfahrung mit der ADAC Drive app bei günstig tanken?

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