Sportentwicklung und Entwicklungszusammenarbeit: Wie internationale Partnerschaften die UN-Nachhaltigkeitsziele weltweit voranbringen

Seit 2012 nutzt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit den Ansatz „Sport für Entwicklung“ in 50 Partnerländern, um in etwa zehn der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele beizutragen. Laut GIZ-Expertin Luise Haunit stärken diese Projekte besonders Kinder und junge Frauen, indem sie ihre Resilienz fördern, Bildungschancen verbessern und Gleichstellung vorantreiben. Verbände wie der Deutsche Leichtathletik-Verband und die FIFA engagieren sich mit Trainerfortbildungen sowie Infrastrukturprojekten – von Stadionrenovierungen bis zu Flutlichtanlagen. Begleitende Wirkungsstudien und Online-Weiterbildungsangebote sollen die langfristige Qualität und Wirksamkeit der Maßnahmen sichern.
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Inhaltsübersicht

– Seit 2012 nutzt Deutschland Sport für Entwicklung in 50 Partnerländern, erreicht zehn SDGs.
– Ansatz fördert insbesondere Mädchen und Jugendliche durch Kompetenz- und Resilienzentwicklung.
– DLV-Trainerausbildung (1978–2020) pausierte; jetzt Online-Akademie. FIFA renovierte Stadien in Südsudan und Liberia.

Sport als Motor der Entwicklungszusammenarbeit

Der Sport nimmt in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit einen festen Platz ein und trägt seit 2012 in 50 Partnerländern zielgerichtet zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG) bei. Dabei zeigt sich besonders an Kindern und Jugendlichen, vor allem an jungen Frauen und Mädchen, wie wirkungsvoll der Ansatz „Sport für Entwicklung“ ist. Luise Haunit von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) bringt es auf den Punkt: Ungefähr zehn der 17 Nachhaltigkeitsziele werden durch Sport tatsächlich erreicht. Über die Vermittlung von sportlichen Aktivitäten erhalten die Zielgruppen Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben und bauen ihre Resilienz gegenüber globalen Herausforderungen auf. Darüber hinaus fördert der Sport Gleichstellung, gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie Bildungschancen und Beschäftigung.

Im Blick auf die praktische Umsetzung berichtete Ralf Buckwitz vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) von einer langjährigen Trainerausbildung im globalen Süden, die zwischen 1978 und 2020 durch das Auswärtige Amt gefördert wurde. Ziel war es, Multiplikatoren zu gewinnen, die den Breiten- und Freizeitsport stärken und ein positives Bild Deutschlands vermitteln. Die Pandemie hat diese Ausbildung jedoch unterbrochen, eine Wiederaufnahme steht noch aus. Aktuell bietet die DLV-Online-Akademie Weiterbildungen mit sportlicher und gesellschaftspolitischer Ausrichtung an, um alte Kontakte zu pflegen und den Austausch zu fördern.

Heidi Beha von der FIFA schilderte konkrete Beispiele erfolgreicher Entwicklungsprojekte: In Juba (Südsudan) wurde nach Renovierungsarbeiten ein Stadion wiedereröffnet, in Monrovia (Liberia) ist eine neue Flutlichtanlage in Betrieb. Zudem unterstützt die FIFA Länderspiel-Reisekosten und Internetauftritte – finanziert aus Erlösen der Fußball-Weltmeisterschaften.

Karen Petry von der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) betonte die Bedeutung sportlicher Strategien als Mittel zur Demokratieförderung und Persönlichkeitsentwicklung in Deutschlands Partnerländern. Wirkungsevaluationen sollen die Effekte messbar machen und dadurch die Qualitätssicherung verbessern. Sie appellierte: Langfristig sei es entscheidend so breites unterstützende Akteur:innen netzhafte Strukturen wirksame dauerhafte entwickeln deren Vielfältigkeit möglichen kombiniert sähen Gesamt-Effekten erheblich maximierenden. Damit wird deutlich, dass Netzwerke und Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg zentral sind, um nachhaltige und wirkungsvolle Sportprogramme zu gewährleisten.

Sport als Motor gesellschaftlicher Entwicklung und Wandel

Sport ist längst mehr als bloßer Freizeitspaß oder reiner Wettkampfsport – in der Entwicklungszusammenarbeit fungiert er als ein wirkungsvoller Katalysator für sozialen und gesellschaftlichen Wandel. Seine Projekte tragen in Partnerländern nachhaltig zur Förderung von Bildung, Chancengleichheit und demokratischer Teilhabe bei. Gerade in Zeiten, in denen klassische Trainingsprogramme durch die pandemiebedingten Einschränkungen eingeschränkt oder unterbrochen wurden, zeigt sich, wie flexibel sich Sportformate anpassen und weiterentwickeln müssen. Die Wiederaufnahme traditioneller Bewegungsangebote gestaltet sich oft schwierig, wodurch alternative Online-Formate verstärkt zum Einsatz kommen, um den Zusammenhalt und die Bewegungskompetenzen der Menschen weiter zu stärken.

Sportprojekte bieten jungen Menschen nicht nur Bewegungsmöglichkeiten, sondern eröffnen zugleich Zugänge zu sozialen Kompetenzen, demokratischer Kultur und Integration. Die Wirkung reicht dabei weit über die körperliche Betätigung hinaus. Sie stärken das Verantwortungsbewusstsein, die Teamfähigkeit und eröffnen Räume für Begegnung und Austausch, die für eine resiliente Zivilgesellschaft unerlässlich sind.

Die wichtigsten gesellschaftlichen Effekte von Sportprojekten lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Förderung von Bildungschancen durch verbesserte Teilnahme- und Lernmöglichkeiten junger Menschen
  • Stärkung der Chancengleichheit, insbesondere im Hinblick auf Gendergerechtigkeit und Inklusion
  • Entwicklung sozialer Kompetenzen wie Teamgeist, Konfliktlösung und Kommunikationsfähigkeit
  • Unterstützung demokratischer Werte durch die Förderung von Partizipation und Mitbestimmung
  • Verbesserung der Integrationsfähigkeit in heterogenen Gesellschaften und unterschiedlichen sozialen Kontexten

Bedeutung für Nachwuchs und Gleichstellung

Im Zentrum vieler Sportprojekte steht die gezielte Förderung von Jugendlichen – denn sie sind die Zukunft einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung. Sportinitiativen schaffen Räume, in denen junge Menschen Selbstwirksamkeit erleben, voneinander lernen und soziale Energien freisetzen können. Gleichzeitig sind sie ein Hebel für mehr Gleichstellung, da sportliche Aktivitäten traditionell männlich dominiert sind. Vor allem Projekte, die Mädchen und Frauen ermutigen, eröffnen neue Chancen und stärken deren Rolle in der Gesellschaft.

Der Aufbau von Netzwerken wird zunehmend wichtiger, um Sportprojekte wirkungsvoll zu verknüpfen, voneinander lernen zu lassen und Synergien zu schaffen. Dabei spielen Wirkungsstudien eine entscheidende Rolle, denn sie schaffen Transparenz über Erfolge und Herausforderungen und ermöglichen eine zielgerichtete Steuerung der Programme. Zukunftsträchtig sind Innovationen, die digitale Formate mit klassischen Angeboten kombinieren und so neue Dimensionen der Teilhabe erschließen. Ein diversifiziertes Partnernetzwerk – von lokalen Vereinen über Bildungseinrichtungen bis zu internationalen Organisationen – sichert die Nachhaltigkeit und Qualität der Maßnahmen in einer sich wandelnden globalen Entwicklungslandschaft.

Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Deutscher Bundestag – Beitrag des Sports für die Entwicklungszusammenarbeit

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