AWO zum Weltkindertag: Sozialstaatsreform jetzt kinderfreundlich gestalten – Kinderarmut bekämpfen, Kinderrechte stärken

Anlässlich des Weltkindertags am 20. September fordert die Arbeiterwohlfahrt in ihrer Stellungnahme zur Sozialstaatsreform-Kommission eine starke Verbesserung der sozialen Absicherung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Sie kritisiert, dass Millionen junger Menschen in prekären Verhältnissen aufwachsen, und verlangt unbürokratische Pauschalen für Bildung und Teilhabe – etwa für Vereinsbeiträge, Klassenfahrten oder Mittagessen – sowie eine deutlich bessere Förderung von Kitas und Schulen. Mit diesen Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass Leistungen direkt bei den Kindern ankommen und echte Chancengerechtigkeit geschaffen wird.
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– Millionen Kinder wachsen in Deutschland in prekären Verhältnissen und sozialer Ausgrenzung auf
– AWO schlägt antragslose Pauschalen für Bildung, Teilhabe, Klassenfahrten und Mittagsverpflegung vor

AWO zum Weltkindertag: Dringender Reformbedarf in der Kinder- und Jugendsozialpolitik

Am Weltkindertag am 20. September erinnert die Arbeiterwohlfahrt (AWO) an die anhaltenden Herausforderungen, denen Kinder und Jugendliche in Deutschland gegenüberstehen. In ihrer Stellungnahme zur Anhörung der Sozialstaatsreform-Kommission betont die AWO, dass die soziale Sicherung dieser jungen Generation seit Jahren unzureichend ist. Dr. Marvin Deversi, Co-Vorstand des AWO Bundesverbandes, erklärt: „Laut UN-Kinderrechtskonvention haben Kinder ein Recht auf soziale Sicherheit. Die soziale Sicherung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist aus unserer Sicht seit Jahren defizitär. Viele Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Deutschland in prekären finanziellen Verhältnissen auf und erleben regelmäßig soziale Ausgrenzung – wir sehen das tagtäglich in unseren Einrichtungen und Beratungsstellen.“

Diese Situation sei weder moralisch noch wirtschaftlich vertretbar, warnt Deversi, und hat auch Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie. Aus diesem Grund fordert die AWO die Kommission auf, bei ihren Empfehlungen den Fokus besonders auf Kinder und Jugendliche zu legen und die Chancengerechtigkeit deutlich zu verbessern.

Ein zentrales Anliegen der Wohlfahrtsverbände ist die umfassende Reform des Bildungs- und Teilhabepakets. Die AWO schlägt vor, den bürokratischen Aufwand deutlich zu reduzieren: Statt aufwendiger Nachweise für Beiträge zu Vereinen oder ähnliche Leistungen sollten finanzielle Unterstützungen antrags- und nachweislos in Form realistischer Pauschalen direkt an die Familien ausgezahlt werden. Betroffen sind Maßnahmen wie Klassenfahrten, Schulausflüge, die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für Schüler:innen oder das gemeinsame Mittagessen in der Schule. Ziel ist es, dass finanzielle Hilfen wirklich bei den Kindern ankommen – ohne im Verwaltungsaufwand stecken zu bleiben.

Darüber hinaus setzt sich die AWO für eine bessere institutionelle Förderung von Kindertagesstätten und Schulen ein. Damit soll eine verlässliche und gesunde Versorgung aller Kinder sichergestellt werden – eine Grundvoraussetzung für gleichberechtigte Bildungschancen.

Die Forderungen der AWO zielen insgesamt darauf ab, die Kinder- und Jugendsozialpolitik in Deutschland zu stärken und die Kinderrechte effektiv umzusetzen. Weitere Details und alle konkreten Vorschläge der Arbeiterwohlfahrt finden sich in ihrer ausführlichen Pressemitteilung unter: https://awo.org/pressemeldung/awo-sozialstaatsreform-weltkindertag-2025/

Kinderarmut in Deutschland: Warum jetzt Reformen dringend sind

In Deutschland leben aktuell etwa 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Kinderarmut ein dringendes gesellschaftliches Problem bleibt. Fehlende Teilhabe und eingeschränkte Bildungschancen beeinträchtigen nicht nur die Lebensperspektiven der Betroffenen, sie gefährden auch den sozialen Zusammenhalt und die Stabilität der Demokratie insgesamt.

Der internationale Vergleich zeigt, dass eine frühzeitige Förderung und soziale Unterstützung wirksame Instrumente zur Bekämpfung von Kinderarmut sind. Besonders die skandinavischen Länder machen vor, wie nachhaltige Investitionen in Bildung und Betreuung langfristige Erfolge erzielen können. Für Deutschland stellt sich daher die Frage, wie der Sozialstaat sich anpassen kann, um Kinder und Jugendliche besser zu unterstützen.

Risiken einer schleppenden Reform

Ohne wirksame Maßnahmen drohen gravierende Folgen:

  • Geringere schulische Leistungen und frühzeitiger Abbruch von Ausbildungen: Kinder aus armen Familien haben häufig schlechtere Bildungschancen, was sich negativ auf ihren schulischen Erfolg auswirkt.
  • Einschränkung sozialer Mobilität und Verfestigung von Armut über Generationen: Ohne gezielte Unterstützung bleiben viele in prekären Verhältnissen gefangen.
  • Höhere Gesundheitskosten durch psychosoziale Belastungen: Armut wirkt sich auch auf die körperliche und seelische Gesundheit aus, was das Gesundheitssystem belastet.
  • Schwächung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und politischer Teilhabe: Ausgrenzung führt zu mangelnder Integration und kann die demokratische Beteiligung beeinträchtigen.

Die Konsequenzen zeigen, dass eine Reform des Sozialstaats nicht aufgeschoben werden darf.

Ansätze für eine bürger*innenfreundliche und transparente Sozialstaatsreform

Eine Modernisierung sollte vor allem darauf abzielen, bürokratische Hürden abzubauen und die Hilfen dort anzusetzen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Unbürokratische Pauschalen für Bildung und Teilhabe, gekoppelt mit einem digitalen Antragsmanagement, können gewährleisten, dass finanzieller Support schnell und direkt bei betroffenen Familien ankommt. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) fordert deshalb unter anderem, dass Vereinsbeiträge, Klassenfahrten, Schulessen und ÖPNV-Tickets für Schülerinnen und Schüler antrags- und nachweislos in Form von Pauschalen ausgezahlt werden.

Gleichzeitig eröffnet ein gezielter Fokus auf Prävention und institutionelle Förderung den Kitas und Schulen Planungssicherheit. So könnten diese Einrichtungen besser dafür sorgen, dass alle Kinder ausreichend gefördert und versorgt werden.

Der Blick in andere europäische Staaten bestätigt die Wirksamkeit einer Kombination aus pauschalierten Leistungen und zielgerichteten Förderprogrammen. Dies stärkt nicht nur die soziale Gerechtigkeit, sondern kann auf lange Sicht auch Kosten senken.

Forderungen an die Sozialstaatskommission

Die Sozialstaatskommission, die Empfehlungen zur Reform des Sozialstaats entwickeln soll, trägt eine besondere Verantwortung. Dr. Marvin Deversi, Co-Vorstand des AWO Bundesverbandes, bringt es auf den Punkt:
„Laut UN-Kinderrechtskonvention haben Kinder ein Recht auf soziale Sicherheit. Die soziale Sicherung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist aus unserer Sicht seit Jahren defizitär. Viele Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Deutschland in prekären finanziellen Verhältnissen auf und erleben regelmäßig soziale Ausgrenzung – wir sehen das tagtäglich in unseren Einrichtungen und Beratungsstellen. Das können wir uns als reiche Gesellschaft nicht länger leisten – weder moralisch noch wirtschaftlich, und schon gar nicht im Hinblick auf den Erhalt unserer Demokratie.“

Damit Kinder und Jugendliche ihre Talente entfalten können und gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben, muss die Sozialstaatsreform jetzt ansetzen. Eine bürger*innenfreundliche, transparente und unbürokratische Gestaltung der Sozialleistungen ist zentral, um positive Veränderungen zu bewirken und Kinderarmut wirksam zu bekämpfen.

Basis dieses Beitrags sind Informationen und Zitate aus einer Pressemitteilung des AWO Bundesverbandes e. V.

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8 Kommentare

  1. … ich finde die Idee der antragslosen Pauschalen super! Das würde Familien wirklich helfen! Aber woher kommen die Mittel? Gibt es da schon Ideen?

  2. Die Situation ist wirklich bedenklich! Ich frage mich, wie lange wir noch warten müssen, bis echte Veränderungen kommen? Bildung sollte für alle zugänglich sein!

    1. … und warum können wir nicht einfach von den positiven Beispielen in anderen Ländern lernen? Wir müssen proaktiv handeln!

  3. Die Vorschläge der AWO sind interessant. Ich stimme zu, dass der bürokratische Aufwand verringert werden muss. Wie sieht es mit der Finanzierung dieser Pauschalen aus? Gibt es da schon konkrete Pläne?

    1. Ich glaube nicht, dass die Regierung das ernst nimmt. Es gibt immer viel Gerede, aber wenig Handeln. Was denkt ihr darüber?

    2. Es wäre gut, wenn mehr Menschen über diese Themen sprechen würden. Die Gesellschaft muss sich bewusst werden, wie wichtig es ist, Kinder zu unterstützen.

  4. Ich finde den Artikel sehr wichtig, weil er auf die Probleme der Kinder in Deutschland hinweist. Es ist erschreckend zu sehen, wie viele Kinder unter Armut leiden. Was können wir tun, um dies zu ändern?

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