– Über 80 Prozent der Einrichtungen erwarten Einschränkungen oder das Ende sozialer Angebote.
– 20 Prozent der Dienste mussten bereits Angebote aufgrund finanziellen Drucks vollständig schließen.
– Die Spitzenverbände warnen, dass ohne stabile Finanzierung der soziale Zusammenhalt gefährdet ist.
Finanzielle Lage der Freien Wohlfahrtspflege verschärft sich: Mehr Angebote eingestellt, Regionalversorgung eingeschränkt
Aktuelle Umfrageergebnisse belegen eine deutliche Verschlechterung der finanziellen Situation im sozialen Sektor. Über 80 Prozent der Einrichtungen und Dienste der Freien Wohlfahrtspflege erwarten zukünftig weitere Einschränkungen oder die völlige Einstellung von Angeboten. Insbesondere gaben 28 Prozent an, dass Angebote und Leistungen ganz wegfallen könnten, während 82 Prozent der Befragten angeben, dass sie in Zukunft Angebote zurückfahren müssen (Quelle: Auswertungs-PDF, Stand: 01.02.2026)*.
Die Daten zeigen, dass mehr als zwei Drittel der Befragten in den vergangenen zwei Jahren Angebote aufgrund von Kostensteigerungen oder Kürzungen einschränken bzw. einstellen mussten. Der Anteil der vollständig eingestellten Angebote stieg im Vergleich zu Mitte 2024 von 14,7 % auf 20 %. Dieses Fortschreiten ist ein deutliches Zeichen für eine zunehmend schwer belastete soziale Infrastruktur (Stand: 01.02.2026)*.
Zudem ist die Versorgung in vielen Regionen unzureichend, wobei mehr als 60 Prozent der Einrichtungen angeben, dass das soziale Angebot in ihrer Region nicht vollständig (10 %) oder nur teilweise (51 %) ausreichend ist. Dies betrifft insbesondere ländliche und strukturell schwächere Gebiete, in denen der Mangel an vielfältigen Angeboten weiter wächst.
Der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Achim Meyer auf der Heyde, verweist auf die Bedeutung dieser Einrichtungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt: „*Unsere rund 120.000 Einrichtungen und Dienste sind tragende Säulen des Sozialstaates in Deutschland und tragen damit wesentlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Wenn soziale Angebote wegfallen, verlieren nicht nur die Menschen in schwierigen Lebenssituationen wichtige Unterstützung – wir verlieren auch Orte, an denen Solidarität, Vertrauen und Mitwirkung wachsen.*“
Nadja Saborowski, stellvertretende Bereichsleitung beim Deutschen Roten Kreuz, unterstreicht den gesellschaftlichen Wert der Angebote: „*Die Angebote der Freien Wohlfahrtspflege sind für die gesamte Gesellschaft da und sind ein Beleg für die Funktionsfähigkeit unseres Staates. Ob Kita, Pflegeeinrichtung, Jugendhilfeeinrichtung oder Krankenhaus – solche Angebote sind oft unersetzbar. Ihr eigentlicher Wert wird häufig erst dann sichtbar, wenn es sie nicht mehr gibt.*“
Sie betont außerdem die Auswirkung des finanziellen Drucks auf freiwilliges Engagement: „Mehr als zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass der Wegfall von Angeboten auch die Möglichkeiten für freiwilliges Engagement verringern wird.“ Damit schwächt die zunehmende Reduktion sozialer Angebote das zivilgesellschaftliche Fundament und beeinträchtigt das soziale Miteinander nachhaltig.
Die Verbände fordern daher, eine nachhaltige Reform des Sozialstaates auf stabile finanzielle Grundlagen zu stellen. Ziel müsse sein, die soziale Infrastruktur zu sichern, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu bewahren und die Funktionsfähigkeit des Staates zu gewährleisten.
Eine ausführliche Zusammenfassung der Umfrageergebnisse ist im PDF-Dokument verfügbar.*
Systemrelevanz der sozialen Infrastruktur: Ursachen, regionale Unterschiede und wirtschaftliche Bedeutung
Die aktuelle Umfrage unter Einrichtungen und Diensten der Freien Wohlfahrtspflege offenbart eine zunehmend kritische Situation im sozialen Sektor. Knapp 64 Prozent der Organisationen mussten in den vergangenen zwei Jahren Angebote einschränken, an manchen Stellen sogar vollständig einstellen.* Dieser Befund verdeutlicht, wie tiefgreifend finanzielle Engpässe die Existenzgrundlage der Wohlfahrtsverbände beeinflussen. Ebenso planen über 75 Prozent der Befragten für das kommende Jahr weitere Angebotsreduzierungen, da die Kostensteigerungen ungebremst anhalten.*
Kostensteigerungen, Kürzungen, Personalbelastung
Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig. Einerseits führen steigende Ausgaben für Personal, Mieten und Material zu einer finanziellen Mehrbelastung, die viele Einrichtungen kaum noch auffangen können. Die Zahl der Einrichtungen, die ihre Angebote einstellen oder einschränken mussten, ist im Vergleich zu Anfang 2024 deutlich gestiegen. Im Durchschnitt mussten in Bayern zwei Drittel der Sozialeinrichtungen ihre Angebote reduzieren oder ganz aufgeben (Stand: 15.10.2024).* Das ist ein alarmierendes Signal, da der soziale Sektor insgesamt eine wirtschaftliche Bedeutung von 2,6 Prozent zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung in Deutschland beiträgt (Stand: 2024).*
Hinzu kommt, dass die Investitionen im Investitionspaket 2026 die gemeinnützige Wohlfahrtspflege weitgehend unberücksichtigt ließen.* Die fehlenden Investitionsmittel sowie politische Prioritäten tragen dazu bei, die ohnehin angespannte Situation weiter zu verschlechtern. Laut Bundesverband der Wohlfahrtsverbände bestehen hier massive strukturelle Defizite, die durch den anhaltenden Ressourcenmangel abermals verschärft werden.
Regionale Unterschiede und wirtschaftliche Bedeutung
Die Realität spiegelt sich auch in regionalen Unterschieden wider. Mehr als 60 Prozent der Befragten geben an, dass das soziale Angebot in ihrer Region nur teilweise oder gar nicht ausreichend ist* (Stand: 2024). Besonders in Bayern mussten zwei Drittel der Sozialeinrichtungen Angebote einschränken oder ganz einstellen, was die Versorgung in einigen Regionen erheblich beeinträchtigt (Stand: 15.10.2024). Solche regionalen Unterschiede machen deutlich, dass die Lücke zwischen Angebot und Bedarf immer größer wird.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Wohlfahrtsverbände unterstreicht die zentrale Rolle, die sie in der Gesellschaft spielen. Nadja Saborowski vom Deutschen Roten Kreuz erklärt: „Investitionen in diese Einrichtungen sind somit auch immer Investitionen in unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere Demokratie.“ Die drohenden Einsparungen gefährden nicht nur soziale Leistungen, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt, da Angebote oftmals Ankerpunkte für freiwilliges Engagement sind. Über zwei Drittel der Befragten erwarten, dass die Reduzierung sozialer Angebote das zivilgesellschaftliche Engagement schwächt.*
Systemrelevanz im Grundsatz
Diese Entwicklungen zeigen, wie systemrelevant eine stabile soziale Infrastruktur ist. Ohne ausreichende Investitionen und politische Unterstützung riskieren wir, die Grundlagen gesellschaftlicher Solidarität zu verlieren. Die Verbände fordern daher, die soziale Infrastruktur zukünftig als Kernziel gesellschaftlicher Reformen zu verankern und die Finanzierung sozialer Dienste zu sichern. Nur so bleibt die soziale Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger sowie der gesellschaftliche Zusammenhalt langfristig gewährleistet.
Zentrale Zahlen zur Lage in der Wohlfahrtspflege 2025
In der sozialen Infrastruktur Deutschlands zeichnen sich weiterhin Probleme ab, die vor allem die Verfügbarkeit und Qualität sozialer Angebote betreffen. Zahlreiche Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege mussten in den letzten Jahren ihre Leistungen einschränken oder einstellen, was eine gefährdete Versorgungssicherheit und einen Rückgang gesellschaftlichen Engagements zur Folge hat. Diese Fakten bilden eine wichtige Grundlage für jeden Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung und die politische Debatte um den Sozialstaat.
• Knapp 64 % der Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege mussten in den vergangenen beiden Jahren Angebote einschränken — Stand: 2024 *
• Mehr als 75 % der Befragten erwarten für 2025 weitere Rückfahrten sozialer Angebote wegen finanzieller Engpässe — Stand: 2024 *
• Mehr als 70 % der Einrichtungen befürchten einen Rückgang des demokratischen Engagements durch Angebotsreduktion — Stand: 2024 *
• Zwei Drittel der Sozialeinrichtungen in Bayern mussten ihre Angebote einschränken oder einstellen — Stand: 15.10.2024 *
• Die Freie Wohlfahrtspflege trägt 2,6 % zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung bei — Stand: 2024 *
• Die Bundesregierung hat die gemeinnützige Wohlfahrtspflege im Investitionspaket 2026 noch nicht berücksichtigt — Stand: 2026 *
Diese Zahlen unterstreichen, dass die gesellschaftliche Infrastruktur auf einem kritischen Kurs ist. Laut Achim Meyer auf der Heyde, Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, ist die Stabilität dieser Angebote essenziell für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Er betont: „Wenn soziale Angebote wegfallen, verlieren nicht nur die Menschen in schwierigen Lebenslagen Unterstützung – wir verlieren auch Orte, an denen Solidarität, Vertrauen und Mitwirkung wachsen.“
Die Verschärfung zeigt sich auch in der regionalen Versorgung: Mehr als 60 % der Einrichtungen schätzen die lokale Versorgungslage als unzureichend ein, wobei 10 % sie als gar nicht ausreichend einstufen. Das Ergebnis: Wachsende Engpässe bei der sozialen Infrastruktur gefährden direkt das gesellschaftliche Miteinander und die demokratische Teilhabe.
Der Stellenwert sozialer Angebote geht über unmittelbare Hilfe hinaus, da sie auch wesentliche Ankerpunkte fürs freiwillige Engagement darstellen. Laut Umfrage gehen mehr als zwei Drittel der Befragten davon aus, dass das Wegfallen sozialer Dienste die Möglichkeiten für bürgerschaftliches Engagement verringert. Dies würde das Fundament einer lebendigen Zivilgesellschaft schwächen — eine Entwicklung, die angesichts der aktuellen Debatte um den Sozialstaat besonders besorgniserregend ist.
Vor diesem Hintergrund fordern die Verbände eine nachhaltige Reform, die stabile Finanzierungen sicherstellt und die soziale Infrastruktur als Kernziel gesellschaftlicher Stabilität betrachtet.
Folgen der Angebotskürzungen für Bürgerinnen und Gemeinden: Ein gesellschaftlicher Blick
Kürzungen in sozialen Angeboten wirken sich auf das tägliche Leben, die zivilgesellschaftliche Mitwirkung und die Versorgung in Regionen aus. Die vorliegende Recherche zeigt, dass seit 2024 zahlreiche Einrichtungen in Deutschland Angebote einschränken oder ganz einstellen mussten, was mittelbar den Zusammenhalt und die gesellschaftliche Teilhabe gefährdet.
Das soziale Fundament in Gefahr
Laut einer aktuellen Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (Stand: 2024) rechnen 82 Prozent der Einrichtungen damit, zukünftig Angebote und Leistungen zu reduzieren. Mehr als ein Fünftel (20 Prozent) musste in den vergangenen beiden Jahren bereits Angebote vollständig schließen, was die Versorgungssituation verschärft. In Bayern sind zwei Drittel der sozialen Einrichtungen betroffen (Stand: 15.10.2024)*.
Diese Entwicklungen haben konkrete Folgen für Bürgerinnen und Gemeinden. Wenn soziale Angebote wegfallen, verlieren Menschen in schwierigen Lebenslagen wichtige Unterstützung. Insbesondere im Bereich Pflege, Kinderbetreuung und Jugendhilfe erreicht die Angebotskürzung oftmals akute Zugangslücken. So zeigt die Recherche, dass in Zeiten steigender Kosten mehr als 60 Prozent der Einrichtungen in ihrer Region eine unzureichende Versorgung wahrnehmen*.
„Unsere rund 120.000 Einrichtungen und Dienste sind tragende Säulen des Sozialstaates in Deutschland“, betont Achim Meyer auf der Heyde, Präsident der BAGFW. „Wenn soziale Angebote wegfallen, verlieren nicht nur die Menschen in schwierigen Lebenssituationen Unterstützung – auch Orte der Solidarität und Mitwirkung zerfallen.“
Auswirkungen auf das gesellschaftliche Engagement
Der Rückgang sozialer Angebote trifft auch das zivilgesellschaftliche Fundament. Mehr als zwei Drittel der befragten Einrichtungen gehen davon aus, dass der Wegfall von Angeboten die Möglichkeiten für freiwilliges Engagement verringert*. In der Praxis bedeutet dies: Weniger Unterstützung im Ehrenamt, geringere Beteiligung an gemeinschaftlichen Projekten und eine Schwächung der lokalen Identifikation.
Viele soziale Dienste fungieren als Ankerpunkte für Ehrenamtliche. Wenn sie fehlen, vermindert sich die Bereitschaft, sich im Gemeinwohl zu engagieren. Dies wirkt sich langfristig auf den sozialen Zusammenhalt aus. Sowohl Kommunen als auch Verbände warnen vor der Gefahr, dass eine kontinuierliche Angebotsreduzierung das gesellschaftliche Miteinander schwächt.
Der lokale Kontext – regionale Versorgungssituation im Fokus
Regionen wie Bayern zeigen die Konsequenzen deutlich: Der Anteil der Einrichtungen, die ihre Angebotspalette eingeschränkt haben, ist hoch. Laut einer Studie der Diakonie Bayern (Stand: 15.10.2024) sind dort zwei Drittel der sozialen Einrichtungen betroffen*. Das führt zu Versorgungslücken in Bereichen wie Jugendhilfe, Betreuung älterer Menschen und Integrationsförderung.
In Gemeinden ohne ausreichende Angebote ist das Risiko größer, dass insbesondere vulnerable Bevölkerungsgruppen abgehängt werden. Die Differenzierung zeigt, dass insbesondere strukturschwache Gegenden mit eingeschränkter Versorgung zu kämpfen haben.
Fazit: eine klare Handlungsaufgabe
Die Unterstützung der sozialen Infrastruktur ist zentrale Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Laut der Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (Stand: 2024) sehen die Verbände die dringende Notwendigkeit, stabile Finanzierungen und eine verlässliche Infrastruktur zu sichern.
Gerade angesichts der aktuellen Debatten um die Reform des Sozialstaates fordert die Verbände: „Eine nachhaltige Reform muss eine stabile Finanzierung sozialer Dienste sicherstellen, die Freie Wohlfahrtspflege als verlässlichen Partner anerkennen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt als Kernziel verankern.“
Die Konsequenzen der Kürzungen sind eindeutig: Die Gesellschaft verliert Orte der Solidarität, den Zugang zu essenziellen Leistungen und das Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger. Ohne Gegenmaßnahmen droht die soziale Spaltung weiter zu vertiefen.
Ausblick: Handlungslinien für eine stabile soziale Infrastruktur
Angesichts der aktuellen Entwicklungen in der Wohlfahrtspflege sieht sich der soziale Sektor mit gravierenden Herausforderungen konfrontiert. Die Ergebnisse einer jüngsten Umfrage unter Einrichtungen und Diensten der Freien Wohlfahrtspflege zeichnen ein beunruhigendes Bild: 82 Prozent der Befragten rechnen damit, dass sie perspektivisch weitere Angebote und Leistungen zurückfahren müssen. 28 Prozent gaben an, dass Angebote und Leistungen ganz wegfallen könnten.* Eine kritische Schwächung der sozialen Infrastruktur droht, da vor allem die Finanzierung und die politische Priorisierung sozialer Dienste in den Fokus rücken.
Die Umfrage verdeutlicht, dass bereits 20 Prozent der Einrichtungen Angebote geschlossen haben.* Mehr als zwei Drittel berichten von Einschränkungen in den letzten zwei Jahren, die durch Kostensteigerungen und Haushaltssparmaßnahmen verursacht wurden. Die Zahl der vollständig geschlossenen Angebote ist auf 20 Prozent gestiegen.* Regionale Unterschiede verschärfen die Versorgungslage: Mehr als 60 Prozent der Einrichtungen bewerten das Angebot in ihrer Region als nur teilweise oder nicht ausreichend (10 Prozent nicht ausreichend, 51 Prozent teilweise ausreichend).* Die Folgen sind gravierend: Die Versorgungsqualität leidet, und die Versorgung in einzelnen Regionen droht unzureichend zu werden.
Der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Achim Meyer auf der Heyde, mahnt, dass soziale Angebote mehr denn je die Stabilität des gesellschaftlichen Zusammenhalts sichern. „Wenn soziale Angebote wegfallen, verlieren nicht nur die Menschen in schwierigen Lebenslagen wichtige Unterstützung – wir verlieren auch Orte, an denen Solidarität, Vertrauen und Mitwirkung wachsen.“ Ohne stabile soziale Infrastruktur werde der gesellschaftliche Zusammenhalt gefährdet, warnt er. Das widerspiegelt die Kritik an der fehlenden Berücksichtigung sozialer Belange im aktuellen Haushalt 2026, in dem die Bundesregierung die gemeinnützige Wohlfahrtspflege laut Diakonie Deutschland übergangen hat — eine Maßnahme, die die finanzielle Lage der Organisationen verschärft (Stand: 2026).*
Nadja Saborowski vom Deutschen Roten Kreuz hebt die gesellschaftliche Bedeutung sozialer Angebote hervor: „Die Angebote der Freien Wohlfahrtspflege sind für die gesamte Gesellschaft da und sind ein Beleg für die Funktionsfähigkeit unseres Staates.“ Für sie sind Investitionen in diese Einrichtungen auch Investitionen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie. Zudem hebt sie hervor, dass diese Angebote oftmals Ankerpunkte für freiwilliges Engagement sind. Die Umfrage zeigt eindeutig: Mehr als zwei Drittel der Organisationen glauben, dass der Wegfall von Angeboten auch die Möglichkeiten für zivilgesellschaftliches Engagement verringert. Damit schwächt man das Fundament eines modernen, partizipativen Sozialstaates.
Die Verbände fordern daher eine nachhaltige Reform des Sozialstaates, die auf eine stabile Finanzierung sozialer Dienste setzt. Diese müsse die Freie Wohlfahrtspflege als verlässlichen Partner anerkennen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt als zentrales Ziel verankern. Nur so könne die dringend notwendige soziale Stabilität künftig gesichert werden.
Für eine weitergehende Einschätzung empfiehlt die Verbandszentrale die Auswertung der vollständigen Umfrage, die detaillierte Einblicke in die aktuelle finanzielle Lage der Wohlfahrtsorganisationen gibt. Die Ergebnisse dokumentieren die dramatische Lage und verdeutlichen, dass eine rechtzeitige politische Reaktion unerlässlich ist.*
Dieser Beitrag stützt sich auf eine Pressemitteilung des Deutschen Roten Kreuzes.
Weiterführende Quellen:
- „Knapp 64 % der Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege mussten in den vergangenen beiden Jahren Angebote einschränken (Stand: 2024).“ – Quelle: https://www.bagfw.de/veroeffentlichungen/pressemitteilungen/detail/angebote-von-wohlfahrtsverbaenden-mussten-vielfach-schon-eingeschraenkt-oder-ganz-eingestellt-werden
- „Über 75 % der Befragten erwarten für 2025 weitere Rückfahrten von sozialen Angeboten aufgrund finanzieller Engpässe (Stand: 2024).“ – Quelle: https://www.bagfw.de/veroeffentlichungen/pressemitteilungen/detail/angebote-von-wohlfahrtsverbaenden-mussten-vielfach-schon-eingeschraenkt-oder-ganz-eingestellt-werden
- „Mehr als 70 % der Einrichtungen befürchten einen Rückgang des demokratischen Engagements durch Angebotsreduktion (Stand: 2024).“ – Quelle: https://www.bagfw.de/veroeffentlichungen/pressemitteilungen/detail/angebote-von-wohlfahrtsverbaenden-mussten-vielfach-schon-eingeschraenkt-oder-ganz-eingestellt-werden
- „Zwei Drittel der Sozialeinrichtungen in Bayern mussten ihre Angebote einschränken oder einstellen (Stand: 15.10.2024).“ – Quelle: https://www.diakonie-bayern.de/medien-publikationen-downloads/presse/meldung/beunruhigende-aussichten
- „Die Freie Wohlfahrtspflege trägt 2,6 % zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung bei, was ihre wirtschaftliche Bedeutung unterstreicht (Stand: 2024).“ – Quelle: https://www.diakonie-bayern.de/medien-publikationen-downloads/presse/meldung/beunruhigende-aussichten
- „Die Bundesregierung hat die gemeinnützige Wohlfahrtspflege im Investitionspaket 2026 übergangen, was die finanzielle Situation verschärft (Stand: 2026).“ – Quelle: https://www.diakonie.de/informieren/bundeshaushalt-2026