– Drei Sicherheitsverbände unterzeichnen Kooperationsvereinbarung in Berlin
– Ziel ist stärkere Interessenvertretung gegenüber Politik und Öffentlichkeit
– Zusammenarbeit umfasst gemeinsame Positionen und Veranstaltungen
Drei Sicherheitsverbände schließen sich zusammen
Die drei führenden Verbände der deutschen Sicherheitswirtschaft haben heute in Berlin ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS), der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und der Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (VSW) intensivieren damit ihre Zusammenarbeit, um gemeinsame Interessen gegenüber Politik, Behörden, Wirtschaft und Öffentlichkeit wirksamer zu vertreten.
Die Verbandspräsidenten betonen die Dringlichkeit dieser Kooperation. Alexander Borgschulze, Präsident des BDLS, erklärt: "Die Sicherheitsbranche steht vor vielfältigen Herausforderungen – von geopolitischen Spannungen über Fachkräftemangel bis hin zu Digitalisierung und neuen Bedrohungslagen. Um diesen Entwicklungen gerecht zu werden, braucht es eine abgestimmte Stimme der Branche."
Werner Landstorfer, Präsident des BDSW, unterstreicht: "Mit dieser Vereinbarung stärken wir die Wahrnehmung der Sicherheitswirtschaft als wichtigen Bestandteil der öffentlichen und wirtschaftlichen Sicherheit."
Johannes Strümpfel, Präsident des VSW, fügt hinzu: "Die Sicherheitsinteressen der deutschen Wirtschaft gewinnen zunehmend an strategischer Bedeutung. Durch unsere verstärkte Kooperation stellen wir sicher, dass diese Interessen gebündelt und kompetent in politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse eingebracht werden."
Die Vereinbarung tritt mit Unterzeichnung in Kraft und gilt unbefristet. Sie markiert den Startpunkt für eine langfristig angelegte, vertrauensvolle Zusammenarbeit der drei bedeutendsten Organisationen der deutschen Sicherheitsbranche.
Memorandum of Understanding: Mehr als nur eine Absichtserklärung
Ein Memorandum of Understanding (MoU) stellt eine besondere Form der Vereinbarung dar, die vor allem in zwischenstaatlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zum Einsatz kommt. Obwohl ein Memorandum of Understanding rechtlich unverbindlich ist, gilt es als bewährter Baustein für vertrauensvolle Zusammenarbeit (Stand: 10.07.2024, BaFin)*. Diese Charakteristik macht MoUs besonders wertvoll, wenn es darum geht, gemeinsame Interessen zu bündeln und langfristige Kooperationen zu initiieren, ohne sofort rechtliche Verpflichtungen einzugehen.
Was ein MoU rechtlich leistet
Im Gegensatz zu verbindlichen Verträgen schafft ein Memorandum of Understanding keine rechtlichen Verpflichtungen, die vor Gericht eingeklagt werden können. Stattdessen dokumentiert es den gemeinsamen Willen der Parteien, auf bestimmten Gebieten zusammenzuarbeiten und gemeinsame Ziele zu verfolgen. Diese Form der Absichtserklärung erweist sich besonders dann als nützlich, wenn verschiedene Organisationen ihre Kräfte bündeln möchten, um gegenüber Dritten – etwa der Politik oder Öffentlichkeit – mit einer Stimme zu sprechen. Die drei Sicherheitsverbände BDLS, BDSW und VSW nutzen das MoU genau für diesen Zweck: Sie wollen "die gemeinsamen Interessen der Sicherheitswirtschaft gegenüber Politik, Behörden, Wirtschaft und Öffentlichkeit noch wirksamer vertreten".
Branchenkennzahlen: Beschäftigte und Umsatz
Die Bedeutung der Sicherheitswirtschaft in Deutschland zeigt sich in beeindruckenden Zahlen: Im Jahr 2023 waren rund 267.000 Personen im Bereich der privaten Sicherheitsdienstleistungen beschäftigt (Quelle: Destatis). Der Umsatz der privaten Sicherheitswirtschaft belief sich im selben Jahr auf geschätzte 9,5 Milliarden Euro (Quelle: Statista). Diese Zahlen unterstreichen die wirtschaftliche Relevanz einer Branche, die als systemrelevant eingestuft wird (Stand: 2024).
| Jahr | Kennzahl | Wert | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|
| 2023 | Beschäftigte | 267.000 | Destatis* |
| 2023 | Umsatz | 9,5 Mrd. Euro | Statista* |
Die wirtschaftliche Stärke der Sicherheitsbranche korrespondiert mit ihrer gesellschaftlichen Bedeutung. Wie Werner Landstorfer, Präsident des BDSW, betont: "Unsere Branche trägt entscheidend dazu bei, kritische Infrastrukturen, Unternehmen und Menschen zu schützen." Diese Schutzfunktion gewinnt in Zeiten geopolitischer Spannungen und neuer Bedrohungslagen weiter an Gewicht.
Gesellschaft und Wirtschaft profitieren von Sicherheitskooperation
Die verstärkte Zusammenarbeit der Sicherheitsverbände hat konkrete Auswirkungen auf Wirtschaft und Bevölkerung. Die Sicherheitswirtschaft gilt als bedeutender Wirtschaftszweig mit Systemrelevanz, insbesondere für den Schutz kritischer Infrastrukturen* Diese Einschätzung unterstreicht, warum die Koordination zwischen den Verbänden weit über brancheninterne Belange hinausreicht.
Wichtige Handlungsfelder
Für Bürgerinnen und Bürger zeigt sich die Bedeutung der Sicherheitswirtschaft an neuralgischen Punkten: beim Schutz von Flughäfen, Bahnhöfen, Energieversorgungseinrichtungen und Krankenhäusern. Eine abgestimmte Branchenvertretung kann hier Standards vereinheitlichen und Qualität sichern – was letztlich die öffentliche Sicherheit stärkt. Gleichzeitig sieht sich die Branche mit grundlegenden Herausforderungen konfrontiert: Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an Digitalisierung und Zertifizierung einzelner Leistungen prägen aktuell die Sicherheitswirtschaft*
Die zentralen Herausforderungen lassen sich in drei Bereiche gliedern:
- Fachkräftemangel
- Digitalisierung & Zertifizierung
- Sich ändernde Bedrohungslagen (laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz)
Öffentliche Bedeutung und Grenzen
Die Systemrelevanz der Sicherheitswirtschaft bedeutet auch: Engpässe bei Personal oder mangelnde Digitalisierung können sich direkt auf den Schutz kritischer Infrastrukturen auswirken. Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sind auf zuverlässige Sicherheitsdienstleistungen angewiesen – von der Objektbewachung bis zur IT-Sicherheit. Die verbesserte Kooperation der Verbände kann hier Synergien schaffen und Lösungsansätze entwickeln.
Allerdings stößt auch eine verstärkte Zusammenarbeit an Grenzen. Ein Memorandum of Understanding bleibt eine Absichtserklärung, die weder gesetzliche Regelungen ersetzen noch die komplexen Marktbedingungen der Sicherheitsbranche allein verändern kann. Die Verbände müssen ihre gestärkte Position nun nutzen, um die identifizierten Probleme praktisch anzugehen – insbesondere dort, wo Bürgerinnen und Bürger Sicherheit als selbstverständlich voraussetzen.
Woran sich der Erfolg der Sicherheitskooperation ablesen lässt
Die Zusammenarbeit zwischen BDLS, BDSW und VSW beginnt mit einer Absichtserklärung – doch woran zeigt sich, ob daraus tatsächlich eine schlagkräftige Allianz wird? Mehrere Indikatoren geben künftig Aufschluss über die Wirksamkeit des Bündnisses.
Erstens: Gemeinsame Stellungnahmen und Positionierungen. Werden die drei Verbände künftig regelmäßig mit abgestimmten Positionen zu sicherheitspolitischen Themen an die Öffentlichkeit treten, zeigt dies eine tatsächliche inhaltliche Annäherung über die Verbandsgrenzen hinweg.*
Zweitens: Gemeinsame Fachforen und Initiativen. Die Ankündigung gemeinsamer Veranstaltungen in der Pressearbeit wäre ein starkes Signal für die gelebte Kooperation.*
Drittens: Reaktionen aus Politik und Behörden. Wenn die Verbände zukünftig gemeinsam zu parlamentarischen Anhörungen eingeladen werden oder sich ihre Forderungen in Förderprogrammen und Gesetzesvorhaben wiederfinden, spricht dies für die gestiegene Durchsetzungskraft der gebündelten Interessenvertretung.*
Diese Entwicklung betrifft nicht nur die Sicherheitsbranche selbst, sondern letztlich alle Bürgerinnen und Bürger, deren Schutz von einer handlungsfähigen und gut aufgestellten Sicherheitswirtschaft abhängt.
Diese Meldung und die darin enthaltenen Aussagen beruhen auf einer Pressemitteilung des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft e. V. (BDSW) sowie der Verbände BDLS und VSW.
Weiterführende Quellen:
- „Obwohl ein Memorandum of Understanding (MoU) rechtlich unverbindlich ist, gilt es als bewährter Baustein für die vertiefte Zusammenarbeit und den Informationsaustausch, etwa zwischen deutschen und internationalen Aufsichtsbehörden (Stand: 10.07.2024).“ – Quelle: https://www.bafin.de/DE/Internationales/BilateraleZusammenarbeit/MoU/internationalekooperationsvereinbarungen_mou_node.html
- „In Deutschland waren im Jahr 2023 rund 267.000 Personen im Bereich der privaten Sicherheitsdienstleistungen beschäftigt.“ – Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Dienstleistungen/Private-Sicherheitsdienste/_inhalt.html
- „Der Umsatz der privaten Sicherheitswirtschaft in Deutschland betrug im Jahr 2023 geschätzt rund 9,5 Milliarden Euro.“ – Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36773/umfrage/umsatz-der-privaten-sicherheitsdienstleister-in-deutschland/
- „Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ist die Sicherheitswirtschaft ein bedeutender Wirtschaftszweig mit zunehmender Systemrelevanz insbesondere für den Schutz kritischer Infrastrukturen (Stand: 2024).“ – Quelle: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Dossier/sicherheit.html
- „Herausforderungen 2024: Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an Digitalisierung und Zertifizierung einzelner Leistungen prägen aktuell die Sicherheitswirtschaft.“ – Quelle: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/dienstleister/sicherheitswirtschaft-branche-kaempft-mit-fachkraeftemangel-und-digitalisierungsdruck/1000120426.html
11 Antworten
Die Zahlen zur Beschäftigung sind beeindruckend! Ich bin gespannt wie sich das alles entwickelt und ob wir bald eine Verbesserung der Situation sehen werden.
Ja, das wäre wünschenswert! Vielleicht könnten wir mehr über spezifische Initiativen erfahren.
Ich finde es gut, dass die Sicherheitsbranche sich zusammenschließt. Aber was passiert mit den kleinen Unternehmen? Werden sie auch von dieser Kooperation profitieren?
Das ist ein berechtigter Punkt! Kleinere Firmen sollten nicht vergessen werden.
Ja genau! Es wäre schade wenn nur große Firmen profitieren.
Es ist wichtig, dass diese Verbände eine starke Stimme haben! Ich hoffe, dass sie viele gemeinsame Positionen entwickeln können und somit die öffentliche Sicherheit erhöhen.
Die Idee eines MoU klingt gut, aber ich frage mich, wie viel Einfluss sie tatsächlich haben werden. Was denkt ihr über die Auswirkungen auf die Sicherheitsstandards in der Branche?
Es wäre interessant zu sehen, wie sie konkret zusammenarbeiten werden und welche Veranstaltungen geplant sind.
Ich finde es wirklich interessant, dass drei Verbände sich zusammen tun um ihre Stimmen zu stärken. Wie denkt ihr, wird das die Branche wirklich verändern? Ich hoffe es bringt positive Effekte für die Sicherheit in Deutschland.
Ich frage mich, ob diese Zusammenarbeit auch zu mehr Arbeitsplätzen führen kann. Der Fachkräftemangel ist ja ein großes Thema. Was meint ihr dazu?
Das ist ein guter Punkt! Vielleicht sollte man auch über bessere Ausbildungsmöglichkeiten nachdenken.