Im Speedklettern entscheiden oft wenige Zehntelsekunden und ein sauberer Lauf über den Titel. Auf dem Opernplatz in Hannover wurde das besonders deutlich: Sebastian Lucke rutschte im Männerfinale weg, fing sich aber wieder und gewann in 6,79 Sekunden die Deutsche Meisterschaft vor Andrin Zedler.
Für Lucke ist es bereits der zweite nationale Titel nach 2020. Das Finale bei den Finals 2026 blieb bis zum Schluss eng; auch das ZDF beschrieb das Duell zwischen Lucke und Zedler als knapp.
Ein Lauf, der im oberen Wandbereich kippte
Vor voll besetzten Rängen und bei sommerlichen Bedingungen geriet das Rennen im oberen Wandbereich gleich doppelt ins Wanken. Zuerst verlor Lucke den Halt, kurz darauf rutschte auch Zedler weg. Lucke fand schneller zurück in seinen Rhythmus und kam schließlich vor seinem Gegner ins Ziel. Zedler brauchte 7,57 Sekunden.
Dass ein einzelner Fehler den Ausgang eines solchen Laufs drehen kann, ist typisch für diese Disziplin. Beim Speedklettern geht es darum, eine standardisierte Wand so schnell wie möglich zu überwinden. Wer kurz aus dem Takt gerät, verliert sofort Zeit.
Ein Podium mit Erfahrung und Nachwuchs
Bronze sicherte sich der erst 16 Jahre alte Moritz Müller. Er setzte sich in 5,69 Sekunden gegen Vincent Stummreiter durch und bestätigte damit seinen jüngsten Auftritt auf internationaler Bühne: In der vergangenen Woche hatte Müller bei der Jugend-WM in Arco bereits Bronze in der U17 geholt.
Damit standen in Hannover Athleten aus unterschiedlichen Altersstufen auf dem Podium. Neben dem zweifachen Deutschen Meister Lucke und dem amtierenden U21-Europameister Zedler rückte mit Müller ein Nachwuchskletterer ins Blickfeld, der sich schon jetzt bei großen Meisterschaften behauptet.
Was am Sonntag noch folgt
Das Speed-Wochenende auf dem Opernplatz geht am Sonntag um 10:45 Uhr mit der Deutschen Meisterschaft der Frauen weiter. Der Eintritt ist frei. Wer in Hannover vor Ort ist, kann die Wettkämpfe damit noch einmal direkt verfolgen.
Ein knappes Rennen mit klarer Botschaft
Der Sieg von Sebastian Lucke ist sportlich vor allem deshalb bemerkenswert, weil er nach sechs Jahren an seinen ersten DM-Titel anknüpft. Für das Speedklettern ist das Ergebnis zugleich ein Hinweis auf die enge Konkurrenz an der Spitze und auf den Nachwuchs, der sich auf nationaler Bühne bereits bemerkbar macht.
Wie stark sich ein solches Ergebnis langfristig auf die Disziplin auswirkt, lässt sich aus einem einzelnen Finale noch nicht ableiten. Klar ist aber: Das Rennen in Hannover zeigt, wie schnell im Speedklettern alles kippen kann – und wie nah Erfahrung und neue Namen inzwischen beieinanderliegen.
Quellen
- ZDF: Video zum Männerfinale im Speedklettern bei den Finals 2026
- Hannover.de: Tagesprogramm der Finals 2026 am Sonntag, 26. Juli
- Vorläufige Ausschreibung: Deutsche Meisterschaft Speed 2026 in Hannover